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"Brake Energy" - Pilotprojekt der Wiener Linien soll zukünftig Bremsenergie effizienter nutzbar machen

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Die Wiener Linien haben am 19.09.2016 in der U2-Station Hardeggasse eine Pilotanlage installiert, die es zukünftig möglich machen soll, die Bremsenergie der einfahrenden Züge für die Versorgung der U-Bahnstationen zu nutzen.

Rückspeisung der Bremsenergie

Die Bremsenergie der Schienenfahrzeuge der Wiener Linien wird schon seit einiger Zeit erfolgreich ins Netz zurückgespeist. Bisher war es allerdings nur möglich, den Gleichstrom für die Anfahrt des nächsten Zuges zu nutzen. Ist das Zeitintervall zwischen den beiden Zügen zu lang, verpufft die Energie jedoch ungenutzt. Im Zuge des Projekts "Brake Energy" soll es nun möglich gemacht werden, dass die Bremsenergie in das Mittelspannungsnetz eingespeist und in Wechselstrom umgewandelt wird, mit dem schließlich die Beleuchtung sowie die Rolltreppen und Aufzüge einer U-Bahnstation betrieben werden können. Vor allem an Wochenenden und in den Nachtzeiten, wenn das Zeitintervall der aufeinander folgenden Züge groß ist, könnte die Einspeisung ins Mittelspannungsnetz einen großen Nutzen bringen.

Weiters soll nicht nur die Energie jener Züge, die in die Station Hardeggasse einfahren, genutzt werden. Wie groß die Reichweite dieses Systems und somit das mögliche Energiepotenzial tatsächlich sein wird, gilt es im Zuge dieses Projekts herauszufinden. Angenommen wird allerdings, dass durch die Pilotanlage eine Einspeisung der Energie innerhalb von 5 Stationen möglich sein wird.

Bereits seit 2005 betreiben die Wiener Linien ein eigenes 20-Kilovolt-Wechselstrom-Mittelspannungsnetz.

Reduktion der CO2-Emissionen und Energiekosten

Durch eine perfektionierte Rückspeisung der Bremsenergie erhoffen sich die Wiener Linien ein hohes Energiesparpotenzial. Sollte das Pilotprojekt gelingen, kann zukünftig der Zukauf von Energie deutlich eingeschränkt werden. Durch das Nutzen der bereits vorhandene, "recycelten" Energie können CO2-Emissionen ebenso wie Energiekosten deutlich und nachhaltig gesenkt werden.

Der Fahrstromverbrauch der Wiener Linien beträgt im Jahr ca. 170 Gigawattstunden und ist somit vergleichbar mit dem Jahresverbrauch von etwa 50 000 Wiener Haushalten.

Nutzung der Bremsenergie als internationales Forschungsthema

Diverse U-Bahn-Unternehmen weltweit beschäftigen sich derzeit mit der Optimierung der Bremsenergienutzung. Die Möglichkeit einer Zwischenspeicherung in Batterien, Schwungrädern oder Superkondensatoren wird als Alternative zur Einspeisung ins Mittelspannungsnetz diskutiert und in Testphasen verifziert. In Hongkong werden aktuell Testsysteme mit Batterien hergestellt, während die Hamburger Hochbahn ein Schwungradsystem testet.

Bis September 2017 sollen Monitoring und Analyse der Ergebnisse des Wiener Pilotprojekts abgeschlossen sein. Diese Auswertungen werden wegweisend für mögliche weitere Folgeprojekte und dementsprechende Investitionen sein.

  • Fakten zu Brake Energy
  • Start des Pilotprojekts: Oktober 2016
  • Ende: September 2017
  • Förderung durch Innovationsfonds der Wiener Stadtwerke
  • Projektpartner: Wiener Lokalbahn

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