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Photovoltaik-Anlagen: Was Sie bei der Anschaffung und der Montage beachten sollten

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Die Anschaffungskosten können stark variieren. Wir beraten Sie kostenlos unter 0720 1152 42

Wie teuer eine Photovoltaik-Anlage ist, richtet sich je nach Größe, Leistung und Material der Anlage. Die Messeinheit der Solaranlagen wird in Kilowattpeak (kWp), also in der Spitzenleistung bemessen. Fünf Solarmodule können heuer eine Leistung von 1 kWp aufbringen und nehmen ungefähr 8 m² auf Ihrer Dachfläche ein. Im Durchschnitt zahlen Sie für eine Anlage pro Kilowattpeak 2.000 bis 3.000€ in Österreich. Hinzukommen die Kosten für die regelmäßige Wartung, die Instandhaltung und die Versicherung. Dennoch variiert der Anschaffungspreise je nach Aufstellung und Typ der Anlage. Im Folgenden finden Sie Informationen zu den verschiedenen Montagearten und den Aufbau einer Photovoltaikanlage.

Wie soll die PV-Anlage aufgestellt werden: Aufdach- oder Indach-Montage

Eine Photovoltaik-Anlage kann auf auf verschiedene Weise auf Ihrem Dach befestigt werden. Entweder kann Sie als Indach-Montage an Stelle der Ziegel direkt in Ihrem Dach eingefasst werden oder die Solarmodule werden als Aufdach-Konstruktion auf Aluminiumschienen gelegt, die wiederum auf Ihrem Dach befestigt werden. Bei einer Indach-Konstruktion sparen Sie weitere Kosten für Dachziegel und zusätzlich werden die Verkabelung und die Elektroanschlüsse gegen Nässe und Wind von den Solarmodulen geschützt. Auf der anderen Seite können Sie mit einer Aufdach-Montage über Ständer den optimalen Neigungswinkel von 30 bis 35 Grad zur Sonne ausnutzen, ohne dass Sie weitere Umbauten auf Ihrem Dach vornehmen. Zudem können Sie durch die Ständervorrichtungen die Solarmodule gezielt nach Süden ausrichten.

Kunden, die eine Aufdach-Konstruktion mit Ständern auf Ihrem Flachdach montieren möchten, sollten zuerst mit einem Statiker sprechen, um die Belastung der Dachkonstruktion abschätzen zu lassen.

Aufbau: Diese Einzelteile benötigen Sie für Ihre Photovoltaik-Anlage

Je nachdem, ob Sie eine autarke oder eine netzgekoppelte PV-Anlage anschaffen möchten, benötigen Sie auch unterschiedliche Einzelteile. Während Solarmodule mit Wechselrichter, Verkabelung und Montagesystem für beide Varianten notwendig sind, benötigen autarke PV-Anlagen, die nur zur eigenen Stromversorgung genutzt werden, einen Laderegler und natürlich einen Akku, damit Sie nachts nicht im Dunkeln stehen. Die netzgekoppelten Photovoltaik-Anlagen müssen dagegen nicht mit einem Akku ausgestattet werden, da diese an sonnenarmen Tagen Strom aus dem Verteilernetz erhalten. Dafür benötigen sie einen Einspeisezähler, eine Schutzverrichtung (ENS) und unter Umständen auch eine Fernsteuerung. Im Folgenden erhalten Sie detaillierte Informationen zum Aufbau beider Anlagentypen.

Das Herzstück der Photovoltaik-Anlage: Das Solarmodul

Der zentrale Bestandteil jeder Photovoltaik-Anlage sind die Solarzellen, die gemeinsam in Solarmodulen in Reihen geschaltet sind. Somit kann sich die einzelne Spannung jeder Zelle aufaddieren. Wenn Sie beispielsweise 20 Solarzellen mit einer Spannung von jeweils 0,5 Volt installieren, erhalten Sie eine Ausgangsspannung von 10 Volt. Die Solarzellen sind in der Regel zum Schutz vor äußeren Einflüssen in Kunststoffschichten und Spezialglas eingefasst. Drei verschiedene Solarmodul-Typen werden derzeit angeboten: die monokristalline, die polykristalline und die Dünnschichtmodule. Diese unterscheiden sich - wie Sie im Folgenden sehen werden - insbesondere in der Herstellungsweise, dem Wirkungsgrad und dem verbauten Rohstoff.

Monokristalline Solarmodule

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Monokristallines Solarmodul

Monokristalline Photovoltaik-Module werden aus geschmolzenem Silizium in einem Block gezogen, die aus einem sogenannten Einkristall bestehen. Die Solarzellen sind nahezu dunkelblau oder fast schwarz und erreichen den höchsten Wirkungsgrad. Jedoch ist ihre Produktion auch mit einem höheren Aufwand verbunden, so dass sie im Vergleich zu den anderen beiden Varianten die teuersten Solarmodule darstellen. Dennoch eignen sich monokristalline Solarmodule insbesondere für Selbsterzeuger, die aus Platz- oder Statikgründen nur eine kleine PV-Anlage auf ihrem Dach installieren können.

Polykristalline Solarmodule

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Polykristalline Solarmodule

Polykristalline Solarmodule bestehen ebenfalls aus Silizium. Jedoch werden sie in verschiedene Blöcke gegossen, in Scheiben zersägt und bilden bei der Abkühlung unterschiedlich große Kristalle. Sie weisen dementsprechend einen geringeren Wirkungsgrad auf, der sich inbesondere bei Verunreinigungen auf der Glasscheibe erheblich stärker reduziert als bei monokristallinen Anlagen. Dafür ist diese Variante im Anschaffungspreis günstiger. Sie lohnen sich inbesondere für Kunden, die genügend Platz für eine breitflächige Anlage auf ihrem Dach haben. In Österreich ist dieses Solarmodul der meist genutzte Anlagentyp.

Dünnschichtmodule

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Dünnschichtmodule aus Cadium-Tellurid

Die günstigste Variante sind jedoch die Dünnschichtmodule. Diese werden in Abgrenzung zu den anderen beiden Typen nicht in Blöcke gegossen, sondern bestehen häufig aus einer dünnen Schicht von amorphem oder kristallinen Silizium, das auf einer Trägerschicht aufgetragen wird. Zudem können die Module auch mit den Werksstoffe Cadium-Tellurid, Galliumarsenid oder Kupferindiumselenid beschichtet werden. Durch die einfachere Herstellungsweise sind die Dünnschichtmodule im Anschaffungspreis sehr günstig. Dennoch ist der Wirkungsgrad der Dünnschichtmodule am niedrigsten. Dieser Anlagentyp ist besonders für PV-Anlagen geeignet, die nicht mit einem optimalen Neigungswinkel zur Südseite ausgerichtet werden können, da Dünnschichtmodule auch diffuse Lichteinstrahlung sehr gut in elektrische Energie umsetzen.

Sie möchten sich eine PV-Anlage anschaffen und sich eingangs über Preise und Möglichkeiten informieren? Wir beraten Sie gerne und kostenlos von Montag bis Freitag (8-19 Uhr) unter
0720 1152 42 (8.00-19.00 Uhr, zum Ortstarif). Gerne rufen wir Sie auch zurück.

Macht den PV-Strom brauchbar: der Wechselrichter

Photovoltaik-Anlagen erzeugen Gleichstrom, doch benötigen die meisten Haushaltsgeräte Wechselstrom. Deswegen müssen Sie einen Wechselrichter zwischen Ihrer Photovoltaik-Anlage und Ihrem Stromnetz schalten. Für kleinere und mittlere Anlagen eignen sich oft schon zwei Multistring-Wechselrichter. Diese können im Vergleich zu herkömmlichen Wechselrichter auch bei verschiedenen Neigungswinkel und Ausrichtungen der Solarmodule genutzt werden.

Damit bei der Umwandlung von Gleich- zu Wechselstrom nicht unnötig viel Energie verloren geht, sollten Wechselrichter möglichst nicht draußen, sondern an einem trocknen und dunklen Standort im Haus installiert werden. Zudem sollten Sie beachten, dass Sie für Dünnschichtmodule keine trafolosen Wechselrichter einsetzen können.

A. Weitere Einzelteile für netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen

  • Dies benötigen Sie für eine netzgekoppelte PV-Anlage:
  • Solarmodule mit Montagesystem und Verkabelung
  • Wechselrichter
  • Einspeisezähler
  • Schutzvorrichtung (ENS)
  • u. A. Fernsteuerung
  • u. A. Feuerwehrschalter und Blitzschutzanlage

Einspeisezähler

Damit Ihr Netzbetreiber die eingespeiste Menge berechnen kann, muss ein Einspeisezähler neben Ihrem Verbrauchszähler installiert werden. Diesen können Sie bei Ihrem Netzbetreiber entweder kaufen oder alternativ auch für einen bestimmen Zeitraum mieten. Ein gesonderter Netzanschluss muss nicht beantragt werden, solange Ihre Anlage nicht die Maximalleistung von 30 Kilowatt (kW) übersteigt. Dann wäre auch zusätzliche Netzgebühren fällig.

Schutzvorrichtung (ENS)

Um Ihre Photovoltaik-Anlage vor Störungen im Stromnetz zu bewahren, müssen Sie zudem eine Schutzvorrichtung zwischen der Solaranlage und dem Verteilernetz einrichten. Häufig ist diese sogenannte Einrichtung zum Netzschutz (ENS) jedoch in Ihrem Wechselrichter bereits enthalten.

Fernsteuerung

Unternehmen und Agrarbetriebe, die zudem größere Photovoltaik-Anlagen (über 30 kW) auf ihrem Dach montiert haben, müssen zudem oft auf Anraten des Netzbetreibers eine Fernsteuerung zur Regulierung der Stromerzeugung einbauen. Hintergrund ist, dass der Netzbetreiber Überlastungen in seinem Verteilernetz möglichst verhindern möchte. Somit kann Ihr Netzbetreiber bei zu großen Einspeisemengen von PV-Anlagen in das Netz einige Großanlagen per Fernsteuerung abschalten.

Feuerwehrschalter und Blitzschutzvorrichtung

Da die Photovoltaik-Anlagen Gleichstrom erzeugen, herrscht eine hohe Spannung in den Stromleitungen. Dies kann bei einem Brand die Löscharbeiten erschweren und zusätzlich die Rettungskräfte in höchste Gefahr bringen. Die Abschaltung über den gesetzlich vorgegebenen Netzfreischalter des Wechselrichters reicht nicht aus, da gewöhnlich eine Gleichspannung von 1.000 Volt bleibt. Durch den Feuerwehrschalter können die Photovoltaik-Module automatisch abgeschaltet werden, indem die Feuerwehr über den Netzbetreiber den Brandort stromfrei schaltet. Somit ist eine gefahrlose Löschbekämpfung Ihres Hauses gewährleistet.

Weiters ist zwar auch eine Blitzschutzvorrichtung gesetzlich nicht vorgeschrieben, doch machen dies die meisten Versicherer zur Bedingung. Um daher nicht auf einem Schadensfall sitzen zu bleiben, sollten Sie auch einen Blitzschutzvorrichtung bei der Montage einplanen.

B. Weitere Einzelteile für autarke Photovoltaik-Anlagen

  • Dies benötigen Sie für eine autarke PV-Anlage:
  • Solarmodule mit Montagesystem und Verkabelung
  • Wechselrichter
  • Akkumulator
  • Laderegler
  • u. A. Feuerwehrschalter und Blitzschutzanlage

Akkumulator (Akku)

Wenn Sie die PV-Anlage ausschließlich für Ihren Verbrauch, zum Beispiel zur Stromversorgung Ihres Ferienhauses, benutzen, benötigen Sie neben den Modulen mit Montagesysteme, Verkabelung und Wechselrichter natürlich auch einen Akku, damit Sie auch an sonnenarmen und inbesondere nachts Strom verbrauchen können. Ähnlich für den Wechselrichter gilt für den Akku, dass dieser vor der Witterung möglichst geschützt werden sollte.

Laderegler

Da Ihre Photovoltaik-Anlage natürlich nicht eine gleichbleibende Strommenge jeden Tag erzeugt, benötigen Sie zusätzlich einen Laderegler. Dieser schützt den Akku vor Überladung und Tiefentladung. Die Anschaffung eines Ladereglers ist somit für Insel-Anlagen notwendig.

Auch für autarke Photovoltaik-Anlagen lohnt sich die Anschaffung eines Feuerwehrschalters und einer Blitzschutzvorrichtungen, damit Ihr Versicherungsschutz abgedeckt ist. Weitere Informationen zu beiden Einzelteilen finden Sie unter dem Punkt netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen.

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