Alle Werte hier sind Großhandelspreise (Day-Ahead an der Börse), also der reine Strompreis vor Steuern. Was du am Ende zahlst, liegt höher: dazu kommen der Aufschlag deines Anbieters, Netzentgelte, Steuern und Abgaben. Ein Haushalt zahlt aktuell rund 24 ct/kWh brutto.
Wie hat sich der Strompreis im Juli 2026 entwickelt?
Der Juli begann günstig und wurde zur Monatsmitte teurer. Nach einem sehr billigen ersten Wochenende, am 5. Juli lag der Tagesschnitt bei nur 6,64 ct/kWh, kletterte der Preis bis zum 16. Juli auf 16,10 ct/kWh. An 10 von 31 Tagen blieb der Großhandelspreis unter 10 ct/kWh.
Großhandels-Strompreis im Juli 2026, Tag für Tag
Österreich · Tagesdurchschnitt in ct/kWh
Quelle: EPEX SPOT (Day-Ahead), Stromliste Spotpreis-Tracker.
Wer die Preise stündlich und in Echtzeit verfolgen will, findet sie im Strompreis heute, dort aktualisiert sich die Kurve jeden Tag.
Juli 2026 im Vergleich: Vorjahr und Vormonat
Mit 11,72 ct/kWh war der Juli 2026 spürbar teurer als der Juli 2025. Damals lag der Großhandelspreis bei nur 8,01 ct/kWh, ein außergewöhnlich günstiger Sommer. Gegenüber dem Juni 2026 (10,67 ct/kWh) ging es leicht nach oben. Im Jahresvergleich bleibt der Juli aber klar unter dem Winter: der Januar 2026 kostete 14,14 ct/kWh.
Juli 2025
8,01 ct/kWh
Juni 2026
10,67 ct/kWh
Juli 2026
11,72 ct/kWh
Monatsdurchschnitt der letzten 13 Monate
Österreich · Großhandel in ct/kWh · Juli hervorgehoben
Quelle: EPEX SPOT (Day-Ahead), Stromliste Spotpreis-Tracker.
Einschätzung unserer Energieexpert:innen
Stephanie Hacker · Content Manager
46 Prozent mehr klingt dramatisch, landet aber nur zum Teil auf der Rechnung. Der Börsenpreis ist rund die Hälfte deines Energiepreises, und den spürst du überhaupt nur mit einem dynamischen Tarif sofort. Mit einem Fixtarif war der Juli für dich preislich ein ganz normaler Monat, dein kWh-Preis stand längst fest.
Wann war der Strom im Juli am günstigsten?
Der Juli hat ein klares Muster, und es lohnt sich, es zu kennen. Der stärkste Hebel war der Wochentag, nicht die Uhrzeit allein.
kostete der Strom am Wochenende im Schnitt, an Werktagen waren es 12,84 ct/kWh. Am Wochenende steht die Industrie still, die Nachfrage sinkt, der Preis fällt.
Über den Tag wiederholte sich dasselbe Bild wie das ganze Jahr: mittags zwischen 11 und 15 Uhr war der Strom am günstigsten, wenn die Photovoltaik am meisten liefert. Abends zwischen 18 und 21 Uhr war er am teuersten, wenn die Sonne weg ist und alle gleichzeitig kochen und kühlen.
- Große Verbraucher wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder das Laden des E-Autos in die Mittagsstunden legen
- Die Abendspitze zwischen 18 und 21 Uhr meiden, dann ist der Strom am teuersten
- Flexible Lasten aufs Wochenende schieben, wenn es der Alltag zulässt
Wichtig: nur mit dynamischem TarifDiese Muster senken deine Kosten nur, wenn dein Energiepreis dem Börsenpreis folgt, also bei einem dynamischen Tarif mit Smart Meter. Bei einem Fixtarif ist dein kWh-Preis rund um die Uhr gleich.
Warum war der Strom teurer als vor einem Jahr?
An der Börse setzt immer das teuerste gerade benötigte Kraftwerk den Preis, das nennt sich Merit-Order. Wer im Juli günstig oder teuer war, entschied sich damit an zwei Stellschrauben: der Sonne am Tag und dem, was die Abendlücke füllt.
Tagsüber war beides Jahre gleich: viel Photovoltaik drückte die Mittagspreise, an manchen Tagen fast auf null. Der Unterschied lag am Abend. Der Juli 2026 brachte eine stabile Hochdrucklage mit einer Hitzewelle, die GeoSphere Austria rief für den Osten die orange Warnstufe aus, bis zu 38 bis 40 Grad. Solche Wetterlagen bringen wenig Wind. Fällt abends die Solarleistung weg, springen dann teure Gaskraftwerke ein und heben den Preis.
Der Juli 2025 war das Gegenteil: ein ungewöhnlich günstiger Sommer mit reichlich Erneuerbaren und schwacher Nachfrage. Der Sprung auf 11,72 ct/kWh ist deshalb weniger eine Verteuerung als eine Rückkehr zum Normalniveau. Das zeigt auch der Blick auf die anderen Monate: Der Juli liegt genau im Mittelfeld der letzten zwölf Monate.
Was der niedrige Börsenpreis für PV-Einspeiser bedeutet
Der gleiche tiefe Börsenpreis, der den Strom im Juli günstig hielt, hat für alle mit PV-Anlage eine Kehrseite. Auch die OeMAG-Einspeisevergütung hängt am Day-Ahead-Preis. Sie lag im Juli 2026 bei 6,146 ct/kWh, exakt auf der gesetzlichen Untergrenze. Tiefer darf der Wert nicht fallen, dafür sorgt die 60-Prozent-Stütze aus dem Quartalsmarktpreis der E-Control.
bekamen Einspeiser im Juli 2026 pro Kilowattstunde von der OeMAG. Das ist der niedrigste Stand des Jahres und exakt die Untergrenze für das dritte Quartal, der Korridor reicht von 6,146 bis 10,515 ct/kWh.
Aus der Beratung: Wer jetzt über einen Wechsel des Einspeisepartners nachdenkt, spart meist wenig, die Untergrenze ist gesetzlich und viele Versorger orientieren sich am selben Marktpreis. Der größere Hebel ist dein Eigenverbrauch, jede selbst genutzte Kilowattstunde ist ein Vielfaches wert. Wie der Korridor rechnet und welcher Versorger was zahlt, steht im Einspeisetarif-Ratgeber.
Zahlst du zu viel für deinen Strom?
Wir prüfen am Telefon deinen Preis pro Kilowattstunde und ob ein dynamischer oder ein Fixtarif für dich günstiger ist.
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