Alle Werte hier sind Großhandelspreise (Day-Ahead an der Börse), also der reine Strompreis vor Steuern. Was du am Ende zahlst, liegt höher. Dazu kommen der Aufschlag deines Anbieters, Netzentgelte, Steuern und Abgaben.
Wie hat sich der Strompreis im September 2026 entwickelt?
Der September war von Anfang bis Ende teuer. An 24 von 30 Tagen lag der Großhandelspreis über 15 ct/kWh. An 5 Tagen kletterte er sogar über 20 ct. Unter die 10-Cent-Marke fiel er kein einziges Mal. Im August war das noch an einem Tag passiert, im Juli an zehn.
Der günstigste Tag war der Sonntag, 6. September, mit 11,68 ct/kWh. Im Juli wäre das noch ein ganz normaler Tag gewesen. Der teuerste Tag war der Montag, 14. September, mit 24,70 ct/kWh. Die zweite Monatshälfte war mit 16,93 ct/kWh etwas günstiger als die erste mit 17,80 ct/kWh. Von Entspannung kann man trotzdem nicht sprechen. Der letzte Septembertag schloss mit 15,52 ct/kWh.
Großhandels-Strompreis im September 2026, Tag für Tag
Österreich · Tagesdurchschnitt in ct/kWh
Quelle: EPEX SPOT (Day-Ahead), Stromliste Spotpreis-Tracker.
Wer die Preise stündlich und in Echtzeit verfolgen will, findet sie im Strompreis heute. Dort aktualisiert sich die Kurve jeden Tag.
September 2026 im Vergleich: Vorjahr und Vormonat
Erst im August hatten wir den teuersten Monat unserer Datenreihe gemeldet. Der September hat diesen Rekord sofort übertroffen. Mit 17,37 ct/kWh lag er 2,56 ct über dem August (14,81 ct/kWh). Das ist ein Plus von rund 17 %.
Gegenüber dem September 2025 (9,23 ct/kWh) ist der Börsenpreis um 8,14 ct/kWh gestiegen, das sind rund 88 %. Anders als im August steckt hier kaum ein Basiseffekt dahinter. Der August 2025 lag mit 7,43 ct/kWh weit unter den Monaten danach. Der September 2025 lag dagegen im üblichen Bereich. Die Verteuerung ist also echt.
September 2025
9,23 ct/kWh
August 2026
14,81 ct/kWh
September 2026
17,37 ct/kWh
Monatsdurchschnitt der letzten 13 Monate
Österreich · Großhandel in ct/kWh · September hervorgehoben
Quelle: EPEX SPOT (Day-Ahead), Stromliste Spotpreis-Tracker.
Was heißt das in Euro? Nehmen wir einen Haushalt mit 3.500 kWh im Jahr, also rund 292 kWh im Monat. Mit einem dynamischen Tarif hat ihn allein der Börsenanteil im September rund 50,65 € gekostet. Im September 2025 waren es 26,92 €. Aufschlag, Netzentgelte und Steuern kommen in beiden Fällen noch dazu.
Einschätzung unserer Energieexpert:innen
Nicolas Vetter · SEO Content Manager
Ein teurer Monat ist ein Ausreißer, zwei in Folge sind ein Trend. Genau das ist der Unterschied zum August. Wer einen Fixtarif hat, merkt davon noch nichts. Neue Fixtarife kalkulieren die Anbieter aber mit den Großhandelspreisen für die kommenden Monate. Wer gerade vergleicht, sollte deshalb nicht auf die Preise vom Frühjahr hoffen. Und wer einen dynamischen Tarif hat, sollte ehrlich prüfen, ob er seinen Verbrauch wirklich in die Mittagsstunden verschieben kann.
Warum war der Strom im September so teuer? Wieder das Gas
An der Börse setzt immer das teuerste gerade benötigte Kraftwerk den Preis für alle. Das nennt sich Merit-Order. In Österreich ist das in den Abendstunden regelmäßig ein Gaskraftwerk. Die Sonne ist weg, der Verbrauch ist hoch. Damit wandert der Gaspreis fast direkt in den Strompreis.
Und der Gaspreis ist im September noch einmal kräftig gestiegen. Am österreichischen Handelspunkt CEGH kostete Gas im Day-Ahead im Schnitt 77,58 Euro pro MWh (Stand 30. September, letzte Notierung vom 28. September). Im September 2025 waren es 34,61 Euro. Gas hat sich damit mehr als verdoppelt. Gegenüber dem August (63,55 Euro) ging es um weitere 22 % nach oben.
teurer war Gas im September 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Strompreis legte im selben Zeitraum um 88 % zu. Gas setzt den Preis nur in einem Teil der Stunden, deshalb steigt Strom etwas weniger stark.
Gas hängt nicht mehr am Ölpreis und ist trotzdem so teuer. Warum, erklären wir im Beitrag zu Ölpreis, Gaspreis und der Straße von Hormus.
Der zweite Faktor ist die Jahreszeit. Im September wird der Tag spürbar kürzer. Die Photovoltaik drückt die Mittagspreise zwar weiterhin nach unten, aber über weniger Stunden. Am Abend fällt sie früher weg, und das Gaskraftwerk übernimmt früher. Das zeigt das Stundenprofil im nächsten Abschnitt sehr deutlich.
Wann war der Strom im September am günstigsten?
Auch in einem Rekordmonat gibt es günstige Fenster. Der erste Hebel ist der Wochentag.
kostete der Strom am Wochenende im Schnitt. An Werktagen waren es 18,69 ct/kWh. Am Wochenende war Strom also rund 27 % günstiger. Dann läuft weniger Industrie, die Nachfrage sinkt, der Preis fällt.
Noch stärker ist der Hebel Uhrzeit. Wir haben alle 30 Septembertage Stunde für Stunde ausgewertet. Am günstigsten war der Strom zwischen 11 und 15 Uhr, im Schnitt 8,68 ct/kWh. Das Tief lag um 12 Uhr bei 8,17 ct. Am teuersten war er zwischen 18 und 21 Uhr, im Schnitt 25,81 ct/kWh. Die Spitze lag um 19 Uhr bei 27,98 ct, mehr als dreimal so viel wie mittags. Im August lag die Spitze noch um 20 Uhr. Die Sonne geht früher unter, die Abendspitze rückt nach vorne.
Durchschnittliches Stundenprofil über alle 30 Septembertage, Großhandel in ct/kWh. Quelle: EPEX SPOT (Day-Ahead) über Energy-Charts (Fraunhofer ISE), eigene Auswertung.
sparst du mit einem dynamischen Tarif pro Monat. Dafür verschiebst du 100 kWh vom Abend (18-21 Uhr) in die Mittagszeit (11-15 Uhr). Gerechnet mit den September-Schnitten beider Fenster, nur Börsenanteil. 100 kWh sind etwa zwei volle Ladungen eines E-Autos mit 50-kWh-Akku.
- Große Verbraucher wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder das Laden des E-Autos in das Fenster von 11 bis 15 Uhr legen;
- Die Abendspitze zwischen 18 und 21 Uhr meiden, sie beginnt im Herbst früher als im Sommer;
- Flexible Lasten aufs Wochenende schieben, dort war der Strom im September rund ein Viertel günstiger als an Werktagen.
Wichtig: nur mit dynamischem TarifDiese Muster senken deine Kosten nur, wenn dein Energiepreis dem Börsenpreis folgt. Das ist bei einem dynamischen Tarif mit Smart Meter der Fall. Bei einem Fixtarif ist dein kWh-Preis rund um die Uhr gleich.
Was der hohe Börsenpreis für PV-Einspeiser bedeutet
Für alle mit PV-Anlage hat der Rekord eine gute Seite. Die OeMAG-Einspeisevergütung hängt am Day-Ahead-Preis und wird jeden Monat rückwirkend festgelegt.
bekamen PV-Einspeiser im August 2026 pro Kilowattstunde von der OeMAG. Das ist der letzte veröffentlichte Wert. Für Windkraft galten 8,951 ct.
Der September-Wert steht noch nicht fest. Die OeMAG veröffentlicht ihn Anfang Oktober. Der Börsenschnitt lag im September aber noch einmal höher als im August. Wir rechnen deshalb nicht damit, dass der Tarif unter den August-Wert fällt. Sicher ist das erst mit der Veröffentlichung, wir tragen den Wert dann hier nach.
Beachte dabei: Deine PV-Anlage liefert genau dann am meisten, wenn der Strom am billigsten ist, nämlich mittags. Der größere Hebel bleibt deshalb dein Eigenverbrauch. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Strom, den du sonst am Abend teuer kaufen würdest. Wie die Vergütung genau rechnet und welcher Versorger was zahlt, steht im Einspeisetarif-Ratgeber.
Zahlst du zu viel für deinen Strom?
Wir prüfen am Telefon deinen Preis pro Kilowattstunde und ob ein dynamischer oder ein Fixtarif für dich günstiger ist.
Mo 8–19 Uhr, Di–Fr 8–18 Uhr