🫖
5 Cent
kostet eine Wärmflasche, einmal mit dem Wasserkocher gefüllt
🔥
1,92 €
kostet ein Heizlüfter am selben Abend, vier Stunden Laufzeit

Die Übergangszeit ist die unangenehmste Phase des Jahres, und zwar nicht wegen der Temperatur draußen. Sie ist unangenehm, weil die Wohnung in einem Zwischenzustand hängt. Nachts fallen die Werte schon Richtung einstellig, nachmittags ist es noch mild, und die Heizung läuft je nach Haus, Bundesland und Hausverwaltung noch gar nicht oder nur auf kleiner Flamme.

Eine Wohnung folgt der Außentemperatur mit Verzögerung. Sie kühlt über die lange Nacht aus, und die paar milden Nachmittagsstunden reichen nicht mehr, um sie wieder aufzuladen. Jede Nacht startet damit ein Stück kälter als die davor. Gemerkt wird das abends zwischen 18 und 22 Uhr, wenn du still auf dem Sofa sitzt und dich nicht bewegst.

Viele drehen dann die Heizung auf. Für diese Wochen ist das die teuerste aller möglichen Antworten. Eine Zentralheizung wärmt die ganze Wohnung, auch das leere Schlafzimmer und den Flur. Gefroren hat aber nur eine Person auf zwei Quadratmetern Sofa.

Dieser Artikel handelt genau von dieser Phase. Er gilt für den kühlen Abend Ende September genauso wie für den nassen November, an dem du überlegst, ob sich das Aufdrehen für drei Stunden auszahlt.

Die acht Tipps auf einen Blick

Zuerst das Wichtigste. Diese acht Maßnahmen wirken sofort, sie kosten zusammen weniger als ein einziger Heizlüfter-Monat, und keine davon braucht die Zustimmung der Vermieterseite. Laut Statistik Austria lag die Mietquote 2025 bei 43,8 Prozent, in den Städten deutlich höher. Für all diese Haushalte ist die Gebäudehülle nicht die eigene Baustelle.

1

Teppich auf kalten Boden

Ein kalter Boden zieht dir Wärme über den direkten Kontakt ab, nicht über die Luft. Ein Läufer wirkt sofort und verbraucht nichts.

2

Heizkörper freiräumen

Sofa davor, Wäsche darauf, bodenlanger Vorhang darüber: Alles davon fängt die Wärme ab, bevor sie im Raum ankommt.

3

Möbel von der Außenwand

Fünf bis zehn Zentimeter Abstand reichen. Die Wand bleibt wärmer, und hinter dem Schrank entsteht kein Schimmel.

4

Zugluftstopper an die Tür

Im Altbau ist das Stiegenhaus ungeheizt, und unter der Wohnungstür zieht es. Ein gerolltes Handtuch tut es für den Anfang.

5

Rollladenkasten abdichten

Oft die größte undichte Stelle der Wohnung, weil er nach außen offen gebaut ist. Dämmmatte und Bürstendichtung sind rückbaubar.

6

Thermostat programmieren

Wird aufs Ventil geschraubt, nicht eingebaut, und zieht beim Umzug mit. Senkt nachts automatisch ab, ohne dass du daran denkst.

7

Luftfeuchte im Blick

Feuchte Luft fühlt sich kälter an und braucht mehr Energie. Ein Hygrometer für ein paar Euro zeigt dir die Ziel­spanne von 40 bis 60 Prozent.

8

Heizkörper entlüften

Wenn er gluckert oder oben kalt bleibt, steht Luft darin und die halbe Fläche heizt nicht mit. Der Schlüssel kostet unter zwei Euro.

Was du nicht tun solltestAuf mehreren Ratgeberseiten steht der Teelichtofen aus umgedrehten Blumentöpfen als Geheimtipp. Er wärmt kaum: Ein Teelicht liefert rund 40 Watt, vier davon so viel wie ein einzelnes Heizkissen. Und er ist gefährlich. Die Brandverhütungsstelle Oberösterreich hat vorgeführt, was passiert, wenn mehrere Teelichter eng beieinanderstehen: Das Wachs verdampft, die Flammen schlagen zu einer zusammen. Wer dann mit Wasser löscht, erzeugt eine Stichflamme von gut einem Meter Höhe.

Diese acht Punkte sind die Grundlage. Warum sie vor jedem Gerät kommen und was danach folgt, steht im nächsten Abschnitt.

Die Reihenfolge entscheidet, nicht das Gerät

Die Frage lautet fast nie „welches Gerät". Sie lautet „wie klein kann ich die Fläche machen, die ich warm halten muss". Jeder Schritt in dieser Reihenfolge ist billiger als der nächste. Die acht Tipps oben sind Schritt 1 und 2. Danach wird es interessant.

1
Abdichten
2
Zone verkleinern
3
Person wärmen
4
erst dann Raum heizen

1. Abdichten kostet einmalig und wirkt dauerhaft. Zugluft ist der Grund, warum sich ein Raum bei 21 Grad kalt anfühlt: Bewegte Luft entzieht dir Wärme, auch wenn sie nicht kälter ist. Ein Blatt Papier, das du im geschlossenen Fenster einklemmst und herausziehen kannst, zeigt dir in zehn Sekunden, wo die Dichtung durch ist. Womit du abdichtest, steht im nächsten Abschnitt.

2. Zone verkleinern kostet nichts. Türen zu Räumen, in denen abends niemand ist, bleiben zu. Rollläden und Vorhänge ab der Dämmerung schließen: ein Fenster verliert nachts deutlich mehr Wärme als eine Wand.

3. Person wärmen statt Raum heizen. Hier entsteht der Faktor 40, den wir weiter unten vorrechnen. Eine Wärmflasche braucht keinen Dauerstrom, eine Heizdecke 60 bis 150 Watt, ein Heizlüfter 2.000. Beide machen, dass dir warm ist. Nur eines davon heizt dabei auch die Zimmerdecke.

4. Erst dann den Raum heizen. Und dann nur den einen, in dem du wirklich sitzt. So sieht ein Abend in der Übergangszeit praktisch aus:

🪟
bei Dämmerung
Rollläden und Vorhänge zu, solange draußen noch Restlicht ist
🚪
früher Abend
Türen zu allen Räumen schließen, in denen heute niemand sitzt
🧣
wenn du sitzt
Wärme dorthin bringen, wo du bist: Unterbett, Wärmflasche, warme Socken
💨
vor dem Schlafen
fünf Minuten stoßlüften statt Fenster kippen, dann wieder dicht

Zum letzten Punkt der häufigste Irrtum: ein gekipptes Fenster lüftet kaum und kühlt die Wand um das Fenster stundenlang aus. Kurz und quer lüften tauscht die feuchte Luft in wenigen Minuten, ohne die Bausubstanz auskühlen zu lassen. Wie du Thermostate richtig einstellst und Heizkörper entlüftest, steht im Ratgeber Energie sparen, wir wiederholen es hier nicht.

Schritt 3: die Person wärmen, nicht den Raum

Die Tabelle rechnet vier Stunden Abendbetrieb und dazu einen ganzen Monat mit 30 solchen Abenden. Das ist ungefähr die Länge der Übergangszeit, bevor die Heizung ohnehin durchläuft.

Stromkosten verschiedener Wärmelösungen pro Abend und für 30 Abende
LösungLeistungpro Abend (4 h)30 Abende
Wärmflasche, 2 Litereinmalig rund 0,19 kWhrund 5 Centrund 1,40 Euro
Wärmeunterbett60 bis 100 W6 bis 10 Cent1,70 bis 2,90 Euro
Heizdecke60 bis 150 W6 bis 14 Cent1,70 bis 4,30 Euro
Heizkissenca. 100 Wrund 10 Centrund 2,90 Euro
Split-Klimaanlage im Heizbetrieb0,5 kW Strom für 2 kW Wärmerund 48 Centrund 14 Euro
Infrarotpaneel, klein600 Wrund 58 Centrund 17 Euro
Ölradiator mit Thermostat1.000 W, real getaktet50 Cent bis 1 Euro15 bis 29 Euro
Heizlüfter2.000 Wrund 1,92 Eurorund 58 Euro

Modellrechnung Stromliste, Stand September 2026. Annahme: 4 Stunden Betrieb pro Abend, 30 Abende, Strompreis 24 Cent pro kWh brutto inklusive Netz, Steuern und Umsatzsteuer. Formel: Leistung in kW mal 4 h mal 0,24 Euro, für den Monat mal 30. Beispiel Heizlüfter: 2 kW mal 4 h sind 8 kWh, mal 0,24 sind 1,92 Euro, mal 30 sind 57,60 Euro. Wärmflasche gerechnet als 2 Liter Wasser von 15 auf 90 Grad: 2 kg mal 4,19 kJ je Kilogramm und Kelvin mal 75 Kelvin sind 0,17 kWh, plus Verluste des Wasserkochers rund 0,19 kWh. Heizdecken, Unterbetten und Heizkissen sind thermostatgeregelt und takten, der reale Verbrauch liegt unter der Nennleistung. Tatsächliche Kosten hängen von Tarif, Netzgebiet und Nutzung ab. Mehr dazu unter Stromkosten berechnen.

Als Bild wird der Abstand deutlicher als in der Tabelle. Ein Monat mit 30 Abenden, jeweils vier Stunden:

Wärmflasche1,40 €
Wärmeunterbett2,30 €
Heizkissen2,90 €
Heizdecke3,00 €
Split-Klimaanlage14,40 €
Infrarotpaneel 600 W17,30 €
Ölradiator22,00 €
Heizlüfter 2.000 W57,60 €

Gleiche Annahmen wie in der Tabelle oben. Heizdecke und Ölradiator mit dem Mittelwert ihrer Spanne dargestellt.

40×

Das ist der eigentliche Punkt. Eine Wärmflasche kostet über 30 Abende rund 1,40 Euro, der Heizlüfter rund 57,60 Euro. Wer die ganzen vier Stunden abgedeckt haben will, nimmt eine Heizdecke und liegt bei 1,70 bis 4,30 Euro. Auch das ist noch der Faktor 13 bis 33.

Zwei Zeilen sind hervorgehoben, weil sie aus der Logik der übrigen ausbrechen.

Die Wärmflasche ist die einzige Lösung ohne Dauerverbrauch. Sie zieht Strom nur in den zwei Minuten, in denen der Wasserkocher läuft, danach null Watt für den Rest des Abends. Zwei Liter Wasser von 15 auf 90 Grad zu bringen braucht rund 0,19 Kilowattstunden, das sind knapp 5 Cent. Über 30 Abende landest du bei rund 1,40 Euro und damit bei einem Vierzigstel des Heizlüfters. Der Haken ist die Reichweite: Sie wärmt eine Person an einer Stelle, und nach zwei bis drei Stunden ist sie kalt.

Die Split-Klimaanlage im Heizbetrieb ist eine Wärmepumpe. Sie erzeugt Wärme nicht, sie holt sie von draußen herein. Mit einem SCOP von rund 4 liefert sie aus 0,5 Kilowatt Strom etwa 2 Kilowatt Wärme. Sie ist damit das einzige Gerät in dieser Tabelle, das mehr Wärme abgibt, als Strom hineingeht. Bis etwa minus 5 Grad Außentemperatur funktioniert das gut, danach fällt die Effizienz ab. Für die Übergangszeit ist das der Idealfall, Details stehen im Ratgeber zum Stromverbrauch von Klimaanlagen.

Zwei ehrliche EinschränkungenErstens: Eine Heizdecke ersetzt keine Heizung. Sie wärmt dich, nicht den Raum. Sie ist die richtige Antwort auf einen kühlen Abend in der Übergangszeit, nicht auf den Hochwinter. Sobald die Wohnung wirklich auskühlt, brauchst du eine Raumheizung, und zwar aus bauphysikalischen Gründen, nicht aus Komfortgründen.

Zweitens: Zentralheizung gegen elektrisch zuheizen ist eine Abwägung, keine Regel. Pro Kilowattstunde Wärme gewinnt Gas immer. Es kostet rund 18 Cent, Strom kostet 24. Aber die Zentralheizung wärmt die ganze Wohnung mit. Ein Rechenbeispiel: Ein 600-Watt-Infrarotpaneel drei Stunden lang in einem Raum kostet 43 Cent. Eine Gasheizung, die drei Stunden lang 5 Kilowatt Wärme für die ganze Wohnung liefert, kostet rund 2,70 Euro. Für einen Abend in einem Raum gewinnt also die Steckdose. Sobald du mehrere Räume warm brauchst oder es täglich machst, kippt die Rechnung zurück zur Zentralheizung.

Woher die 18 Cent für Gas kommen: Der Branchenverband proPellets Austria nennt für September 2026 16,78 Cent je Kilowattstunde Erdgas. Das ist der Brennstoffpreis, nicht der Wärmepreis, denn er rechnet den Heizwert und nicht das, was nach dem Kessel im Raum ankommt. Mit den Verlusten eines durchschnittlichen Kessels landest du bei rund 18 Cent. Ein Elektroheizer hat diesen Verlust nicht, seine 24 Cent sind bereits der Wärmepreis.

Schritt 4: erst jetzt den Raum heizen

Wenn Abdichten, Zone verkleinern und Person wärmen nicht mehr reichen, heizt du den Raum. Dann gilt eine einzige Regel: Jedes Grad kostet.

Rechne es mit demselben Modell, das weiter unten die Nachtabsenkung prüft. Bei 5 Grad Außentemperatur bedeutet der Schritt von 21 auf 20 Grad, dass die Temperaturdifferenz nach außen von 16 auf 15 Kelvin fällt. Der Wärmeverlust sinkt im selben Verhältnis. Ein Grad weniger spart also rund 6 Prozent Heizenergie, unabhängig davon, womit du heizt.

Bleibt die Frage nach dem Gerät. Verbraucht ein Infrarotpaneel weniger als ein Heizlüfter? Nein, und mehrere Ratgeberseiten behaupten trotzdem das Gegenteil. Jede elektrische Direktheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom exakt eine Kilowattstunde Wärme. Das gilt für den Heizlüfter genauso wie für den Konvektor, den Ölradiator und das Infrarotpaneel. Bei gleicher Leistung und gleicher Laufzeit verbrauchen alle vier identisch viel. Ein 2.000-Watt-Infrarotpaneel kostet dich pro Stunde denselben Betrag wie ein 2.000-Watt-Heizlüfter.

Der reale Unterschied liegt woanders, und er ist echt. Infrarot wärmt Flächen und Körper direkt, nicht die Luft. Deshalb fühlt sich derselbe Raum bei gleicher Lufttemperatur wärmer an, und du kannst ein bis zwei Grad tiefer einstellen. Gespart wird über die niedrigere Einstellung, nicht über einen besseren Wirkungsgrad. Dazu kommt, dass Infrarotpaneele meist mit 300 bis 900 Watt gebaut werden, Heizlüfter mit 2.000. Der Verbrauchsunterschied steht auf dem Typenschild, nicht in der Technologie.

Dasselbe Missverständnis gibt es beim Ölradiator. Sein Öl speichert Wärme, es erzeugt keine. Er gibt sie nur langsamer ab, nachdem er sie vorher genauso teuer aus der Steckdose geholt hat. Gespart wird dadurch nichts, gewonnen wird gleichmäßigere Wärme und leiser Betrieb.

Lohnt es sich, die Heizung nachts ganz abzudrehen?

Das ist der am häufigsten gegebene Spartipp der Übergangszeit, und er hält der Rechnung nicht stand. Nicht weil Absenken nichts bringt, sondern weil komplettes Abdrehen kaum mehr bringt als eine moderate Absenkung.

Der Grund ist einfach: Ein Heizkörper, den du abdrehst, macht den Raum nicht sofort kalt. Er kühlt über Stunden langsam aus und ist die halbe Nacht noch fast so warm wie vorher. Ein Thermostat, das auf 18 Grad absenkt, hält diese 18 Grad dagegen ab der ersten Stunde. Entscheidend ist nicht die Endtemperatur am Morgen, sondern die mittlere Temperatur über die ganze Nacht.

Wie viel eine Wohnung über die Nacht verliert, hängt am Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen. Je größer er ist und je länger er anhält, desto mehr Wärme geht weg. Entscheidend ist deshalb die mittlere Temperatur über die Nacht, nicht der Wert am Morgen. Die Ersparnis unten ist auf den ganzen Tag gerechnet.

Modellrechnung: Ersparnis verschiedener Strategien für die Nachtabsenkung
StrategieNachts im MittelErsparnis pro Tag
Durchheizen21 °CReferenz
Thermostat auf 18 Grad18 °Crund 6 %
Ganz aus, schlecht gedämmt18 °Crund 6 %
Ganz aus, gut gedämmt20 °Crund 2 %

Modellrechnung Stromliste. Annahme: 5 Grad Außentemperatur, 21 Grad tagsüber, 8 Nachtstunden, Wärmeverlust proportional zur Temperaturdifferenz zwischen innen und außen, aufsummiert über volle 24 Stunden. Bei abgedrehter Heizung fällt der Raum in der schlecht gedämmten Wohnung von 21 auf 15 Grad, in der gut gedämmten nur auf 19 Grad; im Mittel über die Nacht sind das 18 beziehungsweise 20 Grad. Das Modell bildet die Größenordnung ab, nicht dein konkretes Gebäude: Reale Werte hängen von Dämmung, Speichermasse und Heizsystem ab.

6 %

So viel spart die Absenkung auf 18 Grad. Mehr holt auch das komplette Abdrehen nicht heraus, in der gut gedämmten Wohnung sogar weniger, weil der Raum von allein nicht kalt genug wird.

Damit du die 6 Prozent einordnen kannst: Sie entsprechen genau dem, was ein Grad weniger rund um die Uhr bringt. Beide Wege landen im Modell bei denselben Zahlen. Wer nachts drei Grad absenkt, spart also so viel wie jemand, der den ganzen Tag ein Grad kühler wohnt.

Als Faustregel für die Nacht: rund 2 Prozent je Grad Absenkung. Zwei Grad bringen etwa 4 Prozent, drei Grad 6 Prozent, vier Grad 8 Prozent. Tiefer solltest du ohnehin nicht gehen, weil darunter das Schimmelrisiko steigt.

Praktisch stellst du das nicht in Grad ein, sondern in Stufen. An einem Heizkörperthermostat entspricht eine Stufe grob drei bis vier Grad, je nach Modell. Wer tagsüber auf Stufe 3 heizt, dreht nachts also auf Stufe 2. Ein programmierbares Thermostat, Tipp 6 weiter oben, macht genau das von allein.

Dazu kommen zwei Nachteile, die nur das Abdrehen hat. Am Morgen ist die Wohnung kalt und braucht eine Stunde oder länger, bis sie wieder angenehm ist. Und je tiefer der Raum auskühlt, desto näher kommen die Oberflächentemperaturen der Außenwände dem Punkt, an dem Feuchtigkeit auskondensiert.

Bei einer Wärmepumpe oder einer Fußbodenheizung kippt die Rechnung zusätzlich. Beide Systeme sind träge und brauchen zum Wiederaufheizen eine höhere Vorlauftemperatur, und genau dabei arbeitet eine Wärmepumpe schlechter. Dort ist eine flache, durchgehende Fahrweise fast immer die günstigere.

Die AusnahmeFährst du über das Wochenende weg, drehst du selbstverständlich ab. Der Unterschied ist die Dauer: Über zwei Tage kühlt die Wohnung tatsächlich weit genug aus, dass die Ersparnis den Aufheizaufwand deutlich übersteigt. Über acht Stunden tut sie das nicht.

Nur jede sechzehnte Wohnung heizt überhaupt mit Strom

Statistik Austria erhebt alle zwei Jahre im Mikrozensus, womit Österreich heizt. Von den 4.135.500 Wohnungen mit Hauptwohnsitz heizen 258.086 primär mit Strom. Den Rest teilen sich Fernwärme mit 32 Prozent, Erdgas mit 20 Prozent, Holz mit 16 Prozent, Wärmepumpen und Solar mit 14 Prozent sowie Heizöl mit 11 Prozent.

6,2 %

der österreichischen Wohnungen heizen primär mit Strom. Das ist etwa jede sechzehnte, und die Zahl ist seit 2021/2022 um 11 Prozent gestiegen.

Quelle: Statistik Austria, Mikrozensus Energieeinsatz der Haushalte 2023/2024, Tabelle „Primäres Heizsystem nach überwiegend eingesetztem Energieträger und Art der Heizung", erstellt am 14.05.2025. Anteile von uns aus den Absolutzahlen berechnet.

Diese Statistik zählt nur das primäre Heizsystem. Wie viele Haushalte zusätzlich einen Heizlüfter im Schrank oder ein Infrarotpaneel im Arbeitszimmer haben, erhebt in Österreich niemand. Genau diese Geräte kommen in der Übergangszeit zum Einsatz. Die 6,2 Prozent sind die Untergrenze, nicht das ganze Bild.

Wenn du mit Nachtspeicher oder Fernwärme heizt, gelten die Tipps unten genauso, nur der Vergleichspreis am Ende ist ein anderer. Alle Systeme im Überblick stehen unter Heizsysteme.

Der größte Hebel ist nicht das Gerät, sondern der Preis je Kilowattstunde

Jede Zahl in diesem Artikel hängt an einem einzigen Wert: den 24 Cent für eine Kilowattstunde. Das Gerät kannst du nicht effizienter machen, ein Heizlüfter bleibt ein Heizlüfter. Den Preis kannst du ändern, und zwar heute.

Die E-Control vergleicht in ihrem Preismonitor das meistgenutzte Produkt des lokalen Anbieters mit dem günstigsten Angebot im selben Netzgebiet. Der Abstand liegt im Median bei rund 175 Euro im Jahr. Gerechnet ist das mit 3.500 Kilowattstunden und ohne Neukundenrabatte. Das sind rund 4 Cent netto je Kilowattstunde. Netzentgelte und Steuern sind für beide Angebote identisch, der ganze Unterschied steckt im Energiepreis.

175 Euro im Jahr sind mehr als drei komplette Heizlüfter-Monate aus unserer Tabelle, und sie fallen an, ohne dass du an einem einzigen Abend frierst. Der Strompreisindex ÖSPI der Österreichischen Energieagentur lag im September 2026 bei 147,17 Euro je Megawattstunde, um 68,12 Prozent über dem Vorjahr. Wer jetzt nicht vergleicht, zahlt die nächste Anpassung voll mit.

Was das für deine Rechnung heißtDer ÖSPI misst den Großhandel, nicht deinen Tarif. Wenn du einen Fixpreistarif hast, merkst du davon jetzt gar nichts, sondern frühestens bei der nächsten Preisanpassung. Sofort betroffen sind nur dynamische und indexgebundene Tarife. Den aktuellen Börsenpreis je Stunde findest du unter Strompreis heute.

Einschätzung unserer Energieexpert:innen

Nicolas Vetter · SEO Content Manager

Am Telefon kommt in diesen Wochen fast täglich die Frage, welcher Heizlüfter der sparsamste ist. Die ehrliche Antwort ist: keiner, sie verbrauchen bei gleicher Leistung alle gleich viel. Die Frage, die sich wirklich lohnt, ist eine andere: Zu welchem Preis je Kilowattstunde läuft das Gerät überhaupt? Wer beim Tarif 4 Cent findet, hat in einem Telefonat mehr gespart als mit jedem Gerätetausch.

Der Wechsel selbst ist der kleinste Teil. Du brauchst deine letzte Jahresabrechnung und die Zählpunktnummer, den Rest erledigt der neue Anbieter inklusive Kündigung beim alten. Deine Versorgung reißt dabei nie ab, denn Strom und Netz sind getrennt: Dein Netzbetreiber bleibt derselbe, egal bei wem du kaufst.

Kein Gerät spart so viel wie der richtige Tarif

Ein Heizlüfter-Monat kostet dich 58 Euro. Ein schlechter Tarif rund 175 Euro im Jahr, und zwar jedes Jahr. Wir sehen uns deinen an und sagen dir, was drin ist. Kostenlos und unverbindlich.

0720 1155 70

Mo 8–19 Uhr, Di–Fr 8–18 Uhr

Oder selbst vergleichen: zum Tarifrechner

Wenn du wissen willst, was dein Gerät wirklich zieht, statt es zu modellieren: Eine Messsteckdose kostet wenige Euro und zeigt es in einer Stunde. Wie du richtig misst, steht unter Stromverbrauch messen.

Der Tarifrechner rechnet dir die Angebote in deinem Netzgebiet durch. Und wenn du wissen willst, welche Geräte in deinem Haushalt sonst noch auffällig viel ziehen, hilft die Übersicht zu den größten Stromfressern.

Wenn Wärme zur Kostenfrage wird

Nach Berechnungen von Statistik Austria war 2024 jeder achte Haushalt in Österreich von Energiearmut betroffen, das sind 12,5 Prozent. Bei Haushalten mit niedrigem Einkommen liegt der Anteil über 40 Prozent. Für diese Haushalte ist die Frage nicht, welches Gerät effizienter ist, sondern ob geheizt wird.

Anders als beim Kühlen gibt es hier immerhin staatliche Instrumente. Im Artikel zum Kühlen haben wir festgestellt, dass es für Hitze kein Pendant zum Heizkostenzuschuss gibt. Fürs Heizen ist die Lage besser, auch wenn sie von Bundesland zu Bundesland stark auseinandergeht.

  • Jedes Bundesland zahlt einen eigenen Heizkostenzuschuss, mit eigener Höhe, eigener Einkommensgrenze und eigener Frist. Alle neun Länder mit den aktuellen Werten stehen unter Heizkostenzuschuss, prüf die Höhe vor dem Antrag auf der Seite deines Landes.
  • Der Sozialtarif nach den §§ 36 bis 40 ElWG wird automatisch über die ORF-Beitragsbefreiung aktiviert, ohne eigenen Antrag beim Stromanbieter. Er senkt nur den Energiepreis, Netzentgelte und Steuern laufen normal weiter.

Kalt lassen ist keine SparstrategieUnter etwa 18 bis 19 Grad Raumtemperatur steigt das Schimmelrisiko deutlich, weil die Luftfeuchtigkeit an kalten Wandflächen auskondensiert. Für ältere Menschen und Kleinkinder sind eher 20 Grad angemessen. Ein Schimmelschaden kostet ein Vielfaches dessen, was das Herunterdrehen über einen Winter einspart, und er ist ein Gesundheitsproblem. Die Tipps in diesem Artikel ersetzen das Heizen nicht, sie verschieben nur den Zeitpunkt, ab dem du es brauchst.

Sicherheit bei ZusatzgerätenHeizdecken und Wärmeunterbetten nie gefaltet und nie unter schweren Gegenständen betreiben, sonst staut sich die Wärme an einer Stelle. Achte auf die CE-Kennzeichnung und bevorzuge Geräte mit Abschaltautomatik. Kabel und Stecker regelmäßig auf Knicke und Risse kontrollieren.

Heizlüfter gehören direkt in die Wandsteckdose, nicht an eine Mehrfachsteckdose oder eine Kabeltrommel: 2.000 Watt sind für viele Leisten zu viel. Nie unbeaufsichtigt laufen lassen, nie im Bad ohne geeignete Schutzart, und nur Geräte mit Kippschutz verwenden, die bei Umfallen abschalten.

Was langfristig wirklich gegen Kälte hilft

Wenn deine Wohnung schon im Herbst ungemütlich wird, liegt das nicht am fehlenden Gerät, sondern an der Gebäudehülle. Drei Maßnahmen in der Reihenfolge ihres Preis-Wirkungs-Verhältnisses. Die erste geht auch zur Miete, die anderen beiden brauchen Eigentum oder die Zustimmung der Vermieterseite:

Dichtungen und Rollladenkästen

Der günstigste wirksame Eingriff, und der einzige der drei, der auch zur Miete ohne Rückfrage geht. Siehe die Liste weiter oben.

Oberste Geschoßdecke dämmen

Warme Luft steigt, und eine ungedämmte Decke zum Dachboden gibt sie direkt nach draußen ab. Diese Maßnahme ist eine der wenigen, die im Winter und im Sommer gleichzeitig wirken: dieselbe Dämmung hält im Juli die Hitze draußen, die sie im Jänner drinnen hält.

Reversible Wärmepumpe oder Split-Anlage

Sie kühlt im Sommer und heizt im Winter, und sie ist das einzige Gerät, das aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme macht. Wichtig zu wissen: Eine Split-Anlage braucht einen Wanddurchbruch, eine Außeneinheit und einen zugelassenen Kältetechniker. Zur Miete geht das nur mit Zustimmung der Vermieterseite.

Für die beiden größeren Maßnahmen gibt es Geld vom Land. Die Bundesförderung der Sanierungsoffensive war 2026 dagegen schon am 10. Juli ausgeschöpft, die Registrierung ist seither geschlossen. Welches Heizsystem für welche Wohnsituation passt und was es kostet, steht im Überblick Heizsysteme im Vergleich.

Was im Winterhalbjahr mit den Netzrabatten passiert

Ein Detail betrifft alle, die Wärmepumpe, Boiler oder E-Auto bewusst in die Nacht verschoben haben. Der Sonnenrabatt SNAP senkt den Arbeitspreis des Netzentgelts um 20 Prozent, aber nur von 1. April bis 30. September und nur zwischen 10 und 16 Uhr. Als Nachfolger für das Winterhalbjahr ist der Winterrabatt WiNAP vorgesehen. Er würde Oktober bis März abdecken, und die günstige Zeit läge nachts zwischen 22 und 4 Uhr. Auch er gilt nur auf der Netzebene 7 und nur bei freigeschalteter Viertelstunden-Auslesung. Ab wann er tatsächlich abgerechnet wird, sagt der Entwurf allerdings nicht.

Wie hoch der Winterrabatt ausfällt, steht noch nicht festDer WiNAP steht in § 7 Abs. 4 des Begutachtungsentwurfs der SNE-Grundsatzverordnung. Dieser Absatz nennt aber keine Zahl: Er verweist für die Höhe auf die Tarifverordnung, und die muss spätestens vor dem 1. Jänner 2027 vorliegen, weil dann die neuen Netzentgelte gelten. Die oft genannten 20 Prozent sind der Sommerwert des SNAP und für den Winter nicht bestätigt. Dazu kommt, dass die Verordnung am 21. September noch immer nicht im Bundesgesetzblatt kundgemacht war, und damit auch ihr Inkrafttreten offen bleibt. Wie viel eine Verlagerung in die Nacht bringen würde, lässt sich daraus derzeit nicht beziffern. Wie viel der Sonnenrabatt über den Sommer gebracht hat und warum du die Viertelstunden-Auslesung trotzdem aktiv lassen solltest, steht unter Sonnenrabatt SNAP.

Für den Abend auf dem Sofa ändert das ohnehin nichts, denn zwischen 18 und 22 Uhr liegt weder im Sommer noch im Winter ein Rabattfenster. Der Hebel bleibt derselbe wie oben: nicht das Gerät, sondern der Preis je Kilowattstunde.

Vor der Heizsaison den Tarif prüfen lassen

Netzentgelte kannst du nicht verhandeln, den Energiepreis schon. Wir sagen dir in wenigen Minuten, ob sich ein Wechsel für dich rechnet.

Der Abend in vier Schritten

Wenn du dir aus diesem Artikel eine Sache mitnimmst, dann die Reihenfolge. Sie kostet nichts und entscheidet mehr als jedes Gerät.

  • 1. Abdichten. Zugluft an Fenster, Tür und Rollladenkasten beseitigen. Einmaliger Aufwand, wirkt den ganzen Winter.
  • 2. Zone verkleinern. Türen zu ungenutzten Räumen schließen, bei Dämmerung Rollläden und Vorhänge zu. Kostet nichts.
  • 3. Die Person wärmen. Wärmflasche rund 5 Cent, Heizdecke 6 bis 14 Cent pro Abend. Das ist der Schritt mit dem Faktor 40.
  • 4. Erst dann den Raum heizen. Und nur den einen, in dem du sitzt. Jedes Grad weniger spart rund 6 Prozent.

Und dann die Sache, die über den ganzen Winter mehr bringt als alle vier Schritte zusammen: der Preis je Kilowattstunde. 175 Euro Unterschied im Jahr sind drei Heizlüfter-Monate, für die du an keinem einzigen Abend frieren musst.