Gemeinsam garteln, Urban Farming und Guerilla Gardening – Wien setzt sich für die Natur ein!

Baum Blumen Kirschblüten

Selbst in dicht bebauten Stadtgebieten soll es an Grün nicht mangeln. Daher fördert Wien Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten durch zahlreiche Projekte. So kann Grünraum geschaffen und gepflegt werden.

Gemeinsam garteln

Unter dem Motto "gemeinsam garteln verbindet“ werden seit 2010 Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten von der Stadt Wien gefördert. Viele Projekte wurden bereits umgesetzt, andere sind gerade in ihrer Entstehungsphase. Beim gemeinsamen Garteln geht es nicht nur um die Bereicherung der Grünflächen in den Bezirken, sondern besonders auch um das Miteinander in der Nachbarschaft. Wien hat sich dabei von Millionenstädten wie London, Berlin, New York und Paris inspirieren lassen und angefangen, Nutzflächen intensiv zu begrünen. An den Projekten sind neben Privatgärtnern auch Schulen und Kindergärten beteiligt. Die Stadt Wien unterstützt ein Projekt pro Bezirk mit 3.600 Euro. Die Wiener Stadtgärten stehen privaten Gärtnern mit ihrem Fachwissen zur Seite. Mehrere Abteilungen stellen - als Beitrag zum Umweltschutz - torffreie Komposterde zur Verfügung.

Initiative Bio Forschung Austria

Die Bio Forschung Austria stellt eine vernetzende Anlaufstelle für alle dar, die sich gärtnerisch betätigen wollen und ist Österreichs erstes Forschungsinstitut für biologischen Landbau. Durch Vorträge, Feldtage und Seminare setzt sich die Forschungsstelle gezielt für Praxis und Wissensvermittlung ein. Ein Projekt der Bio Forschung Austria ist "Garteln in Wien“.

Weitere Projekte von Bio Forschung Austria sind:

  • "Miteinander Bio-Garteln 2018“: Dieser Kurs beantwortet die Frage nach der Funktionsweise des Bio-Gartenbaus, nach dem Vorkommen von Nützlingen und wie diese gefördert werden können. Des Weiteren widmet sich der Kurs dem Vorgehen bei Vorziehen, Pflanzen, Vereinzeln und Säen.
  • "Garten der Vielfalt“: Hier werden verschiedene Nahrungspflanzen vorgestellt. Insgesamt sind es an die 200 Nutzpflanzensorten, die sich Interessierte im Laufe des Jahres ansehen können. Eine Besonderheit ist die Wurzel Arena, bei der das Wurzelsystem von verschiedenen Pflanzen beobachtet werden kann.
  • "Tag der offenen Gartentüre“ 2018: Hier wird der "Garten der Vielfalt“ vorgestellt. Dieses Jahr fand das Projekt zum ersten Mal statt.
  • Mitbegründung des "Organic Cities Network Europe“: Das Netzwerk wird von europäischen Großstädten wie Mailand, Nürnberg und Paris mit dem Ziel die Lebensqualität der Bevölkerung durch den Fokus auf hochwertige Bio-Lebensmittel zu verbessern, geleitet. Hier wird auch Wien durch den Forst- und Landschaftsbetrieb vertreten.

Nachbarschaftsgärten und Urban Farming

Die urbane Landwirtschaft entwickelt sich immer weiter! Neben "Community Gardens“ (Nachbarschaftsgärten), schafft "Urban Farming“ eine neue Form der Naturerfahrung und motiviert zu Eigeninitiative und Engagement. BürgerInnen schaffen selbst gemeinschaftlichen und selbstbestimmten Anbau. Dieser Prozess soll für die Produktion und Qualität von Lebensmitteln sensibilisieren. BürgerInnen können ihr eigenes Know-how erweitern.

Ökoparzellen der Stadt Wien – Gemüse selbst kultivieren

Auf den Ökoparzellen der Stadt Wien soll eigenes Gemüse selbst kultiviert, gepflegt und geerntet werden. Jede Ökoparzelle besteht aus 40 oder 80 m2 und verfügt über ein reiches Vorkommen an Gemüse; unter anderem Kraut, Erbsen, Kohl, Karotten, Fisolen und Radieschen. Die Ökoparzellen im Bio-Zentrum Lobau werden organisch-biologisch bewirtschaftet und tragen das Gütesiegel der Bio-Kontrollstelle Austria. Im Mai beginnt die Gartensaison - Dann werden die Ökoparzellen Gärtnern zugewiesen, die anschließend selbst dafür Sorge tragen, die Parzellen zu überwachen. Sobald die Gartensaison Ende Oktober wieder vorbei ist, trägt das Bio-Zentrum Lobau Sorge für die Grundstücke. Selbsternteflächen sind eine Form der individuellen Bewirtschaftung. Es gibt sie in Hietzing, Siebenhirten, Erlaa und Hirschstetten. Neben dem Vorteil einer eigenen Anbaufläche kommen viele BürgerInnen besonders aus den innerstädtischen Bereichen regelmäßig hinaus zu "ihrer Parzelle", um die Natur zu genießen.

Gras Garten Frisch

Gartenpolylog

"Gartenpolylog" ist auf Gemeinschaftsgärten zurückzuführen und ist der Name eines Vereins, der 2007 gegründet wurde und sich seither dafür stark macht, dass Gemeinschaftsgärten selber umgesetzt und österreichweit vernetzt werden.

Drei Kernbereiche werden dabei von Gartenpolylog in Augenschein genommen:

  • Gemeinschaftsgärten: Gartenpolylog fördert Gruppen, die sich zum gemeinsamen Garteln organisiert haben - zum Beispiel durch das Weitergeben von gärtnerischem Fachwissen;
  • Bildung: Der Verein bietet Kurse zu Themen wie Kompost und extensives Gärtnern an. Dabei werden Gemeinschaftsgärten als Lern- und Handlungsräume verstanden.
  • Netzwerk: Auch zeigt der Verein Möglichkeiten der Vernetzung auf, u.a. durch die interaktive Gartenkarte, Newsletter und Vernetzungstreffen.

Der Fokus bei Gemeinschaftsgärten liegt, offensichtlich, auf der Gemeinschaft. Im sozialen Gefüge werden Kommunikations- und Integrationsprozesse ermöglicht.

Guerilla Gardening

Beim Guerilla Gardening wird es den Bürgern ermöglicht, „graue“ Flächen ansprechender zu gestalten. Hierbei kann jeder mitwirken. Seine Anfänge hat das Guerilla Gardening bereits in den 70ern, wo Guerilla Gärtner in New York begannen nicht mehr genutzte Baulücken zu „begrünen“. Das Projekt hieß „Community Gardens“, verschönerte die Stadt und festigte den sozialen Zusammenhalt der Nachbarschaften. Die Gruppe um die urbanen Gärtner in Wien wächst stetig und verfolgt ebenfalls das Prinzip des Guerilla Gardenings. Der Anfang wurde von Gartenpolylog Ende Mai 2007 gemacht, als der Verein im Huberpark den ersten interkulturellen Nachbarschaftsgarten Wiens eröffnete und diesen bis zu seiner Schließung im November 2008 pflegte. Es fanden auch Workshops zum Thema Guerilla Gardening in Wien statt.

Kleingärten

Kleingärten sind eine Form des "Urban Farmings“ und gehören zu Wiens langer Tradition des Gartenwesens. Mittlerweile hat ein Wechsel vom Garten zum eigenen Haus mit Garten stattgefunden und dennoch tragen Kleingärten zur Durchgrünung und zur Biodiversität in Wien bei.

Interkultureller Garten Macondo

Das soziale Projekt widmet sich 3000 Flüchtlingen aus 22 Nationen, die in "Macondo" leben. "Macondo" ist eine Dorfsiedlung in Wien Simmering. Bei diesem Projekt geht es darum, verfügbare Freiräume zu nutzen, die Eigeninitiative zu fördern und Orte der Begegnung zu entwickeln. Flüchtlinge sehen sich einer flüchtigen Umgebung ausgesetzt, ein "Garten für alle" soll Nähe und Kontinuität schaffen.

Heigerleingarten

Aus der Nachbarschaft haben sich Individuen zur Gestaltung der Fläche in Ottakring zusammengeschlossen. Initiiert wurde das Projekt durch den Verein Gartenpolylog mit Unterstützung der Stadt Wien, der Bezirksvorstehung Ottakring und der Gebietsbetreuung 16. Für alle Interessierten ist der Besuch bei der offenen Gartentüre möglich. Das Projekt soll zum Entstehen eines neuen Nachbarschaftsgefühls beitragen und auch für ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl sorgen.

Räumliche Entwicklung

Im Blickpunkt der räumlichen Entwicklung liegt die Sicherung der Lebensgrundlagen und Lebensqualität der Generationen. Der Umweltschutz spielt hier eine Schlüsselrolle. Konkret werden im Bereich der "Räumlichen Entwicklung“ Anliegen und Ziele des Umweltschutzes in die Planungen der Stadt mit eingebracht. Aktuell sind folgende Bereiche von Relevanz:

Nachhaltiges Regenwassermanagement

Durch die Errichtung von Gebäuden kann ein Verlust von Grünflächen und Böden verzeichnet werden. Erholungs- und Naturräume werden reduziert, Regenwasser kann nicht mehr ungehindert versickern, landwirtschaftliche Flächen und Böden gehen verloren. Auch werden Temperatur, Luftqualität und Klima durch den Entfall von Vegetation ungünstig beeinflusst. Durch das Regenwassermanagement wird die Möglichkeit geboten, das Niederschlagswasser im natürlichen Wasserkreislauf zu belassen und Kanäle zu entlasten.

Nutzen

  • Wasser bleibt im natürlichen Kreislauf
  • Boden wird mit Wasser versorgt
  • Verdunstungskälte haben eine kühlende Wirkung
  • Luftfeuchtigkeit erhöht sich
  • Dotation des Grundwassers
  • Erhaltung bzw. Schaffung von Feuchtbiotopen
  • Entlastung des Kanals und der Kläranlage führen zu finanziellen Vorteilen
  • Hochwasserabflussmengen werden verringert
  • Hochwasserschäden bzw. von erforderlichen Schutzbauten werden reduziert
  • Trinkwassernutzung für Bewässerungen wird vermieden

Möglichkeiten für Regenwassermanagement

  • Dachbegrünung (speichert Regenwasser und verdunstet es anschließend)
  • Beckenversickerung
  • Rohr- und Rigolenversickerung
  • Mulden-Rigolen-Systeme
  • Teiche
  • Schachtversickerung
  • Muldenversickerung
  • Flächenversickerung
  • Verdunstungsbecken

Dachbegrünung – Warum ein grünes Dach?

Grüne Dächer schaffen:

  • Lebensraum für Tiere und Pflanzen
  • Erholungsraum für Menschen auch im dicht verbauten Stadtgebiet
  • Möglichkeit der Regenwasserspeicherung: Vorteile für Umwelt und Budget
  • Temperaturausgleich für darunterliegende Räume: Kühler im Sommer und wärmer im Winter
  • Längere Haltbarkeit der Dächer durch Ausgleich der Temperaturschwankungen

Statt Hitze im Sommer zu speichern, was bei herkömmlichen Dachoberflächen der Fall ist, kühlen Pflanzen durch Verdunstung und Transpiration ihre Umgebung. Daher ist es über Gründächern kühler. Wärmestau in der Stadt kann so reduziert werden. Grüne Dächer beeinflussen auch das Mikroklima positiv - durch die Befeuchtung der Luft.

Formen: Extensiv begrünte Dächer

  • kommen mit wenigen Zentimeter (8 Zentimeter) Bodenaufbau aus
  • Vegetationsschicht ist nicht begehbar
  • Vorteile: Geringer Pflegeaufwand und geringes Gewicht durch die leichte Bauweise. Eine Bewässerungsanlage ist nicht erforderlich
  • Insbesondere extensive Gründächer eignen sich auch zur solartechnischen Nutzung

Intensiv begrünte Dächer

  • Ausstattung mit mindestens 30 Zentimetern Bodenaufbau
  • Anpflanzung von Sträucher und Bäumen, begehbare Wiesen, gepflanzt Anlegung von Gemüsebeete möglich
  • In der Regel sind Pflege und künstliche Bewässerung erforderlich
  • Die Statik der Dachkonstruktion sollte aufgrund des höheren Flächengewichts geprüft werden
  • Nachteil: nur in Ausnahmefällen ist eine solartechnische Nutzung möglich

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