Aktuelle Stromausfälle in Österreich
Die Karte zeigt die von Nutzer:innen gemeldeten Stromausfälle in Echtzeit. Häufen sich Meldungen gleichzeitig über eine ganze Region, ist das ein erstes Anzeichen für einen größeren Ausfall. Ist bei dir der Strom weg, melde es, das hilft anderen bei der Einordnung.
Karte der aktuell gemeldeten Stromausfälle in Österreich
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Stromausfall oder Blackout, wo liegt der Unterschied?
Die beiden Begriffe werden oft vermischt, meinen aber zwei sehr verschiedene Dinge. Der Unterschied entscheidet darüber, wie du reagieren solltest.
Stromausfall
Lokal und kurz
- Betrifft ein Haus, eine Straße oder einen Ortsteil
- Dauert meist Minuten bis wenige Stunden
- Ursache liegt fast immer im lokalen Netz
- Der regionale Netzbetreiber behebt ihn
Blackout
Überregional und lang
- Trifft ganze Bundesländer, Länder oder Europa
- Dauert Stunden bis mehrere Tage
- Ursache ist ein Ungleichgewicht im Verbundnetz
- Braucht einen koordinierten Netzwiederaufbau
Kurz gesagt: Ist bei dir gerade der Strom weg, sind aber Nachbarorte hell, dann ist es ein lokaler Stromausfall. Wie du damit umgehst, steht in unserer Anleitung für den akuten Stromausfall. Diese Seite hier behandelt den seltenen, großflächigen Fall.
Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Österreich?
Die ehrliche Antwort: sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Das österreichische Netz ist eines der zuverlässigsten in Europa, gemessen an zwei Kennzahlen der E-Control.
SAIDI
~ 30 Min.
Durchschnittliche Ausfallzeit pro Haushalt und Jahr (System Average Interruption Duration Index)
SAIFI
~ 0,5
Durchschnittliche Anzahl der Unterbrechungen pro Haushalt und Jahr (System Average Interruption Frequency Index)
Diese Werte beschreiben normale, lokale Ausfälle. Ein echter Blackout ist ein Extremereignis, das in dieser Statistik gar nicht vorkommt. Zwei Ereignisse zeigen aber, dass das europäische Verbundnetz verwundbar ist.
- 8. Januar 2021: Das europäische Netz trennte sich für rund eine Stunde in zwei Teile, ein Beinahe-Blackout, der nur durch schnelles Gegensteuern der Netzbetreiber abgewendet wurde.
- 28. April 2025: Spanien und Portugal erlebten einen realen, großflächigen Blackout über viele Stunden, mit Ausfall von Bahn, Ampeln und Mobilfunk.
Was löst einen Blackout aus?
Anders als beim lokalen Ausfall (Sturm, Bagger, Marder) entsteht ein Blackout durch ein Ungleichgewicht im gesamten Netz. Die vier realistischen Auslöser:
Ungleichgewicht der Frequenz
Das Verbundnetz läuft exakt auf 50 Hertz. Weichen Erzeugung und Verbrauch stark voneinander ab, schalten Schutzsysteme Kraftwerke ab, und der Ausfall pflanzt sich fort.
Kaskadeneffekt
Fällt ein wichtiger Netzknoten aus, übernehmen die Nachbarleitungen die Last, werden überlastet und fallen ihrerseits aus. Genau das passierte am 8. Januar 2021.
Extremwetter über weite Flächen
Ein großflächiges Sturm- oder Eisereignis kann viele Leitungen gleichzeitig treffen. Das unterscheidet den Blackout vom lokalen Wetter-Ausfall, der nur eine Region betrifft.
Cyberangriff auf die Netzleittechnik
Ein gezielter Angriff auf die Steuerungssysteme der Netzbetreiber gilt als reales Szenario. Die Netzleittechnik ist deshalb ein zentrales Ziel der österreichischen Sicherheitsvorsorge.
Verhalten im Ernstfall
Was du bei einem Blackout tun solltest
Anders als beim kurzen Ausfall geht es hier nicht um Minuten, sondern darum, über Tage handlungsfähig zu bleiben.
Ruhe bewahren, Radio an
Ein batteriebetriebenes UKW-Radio ist deine wichtigste Info-Quelle. Der ORF sendet im Notbetrieb weiter.
Handy in den Flugmodus
Mobilfunkmasten laufen nur 30 bis 60 Minuten auf Akku. Spar deinen Handy-Akku für den Notfall.
Kühlschrank und Tiefkühler zu
Geschlossen hält der Kühlschrank rund 4 Stunden, der Tiefkühler bis zu 24 Stunden.
Bar bezahlen
Bankomat, Kartenzahlung und Kassa fallen aus. Nur Bargeld in kleinen Scheinen hilft.
Nach den Nachbarn sehen
Ältere oder pflegebedürftige Menschen brauchen zuerst Hilfe. Wer auf medizinische Geräte angewiesen ist, ruft 144.
Geräte vom Netz nehmen
Beim Netzwiederaufbau kommt der Strom stoßweise. Steck empfindliche Elektronik aus, um Überspannung zu vermeiden.
Der 14-Tage-Notvorrat, deine Checkliste
Der Österreichische Zivilschutzverband empfiehlt, für 14 Tage ohne Versorgung gerüstet zu sein. Hak ab, was du schon hast, dein Fortschritt wird im Browser gespeichert.
Notvorrat-Checkliste
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Notstrom, was wirklich sinnvoll ist
In der Beratung fragen viele nach einem Notstromaggregat. Für die meisten Haushalte ist das die falsche erste Antwort. Drei Optionen, vom Einstieg bis zur Vollausstattung:
Einstieg
Powerstation und Powerbanks
Ein Akkuspeicher, innenraumtauglich und leise. Reicht für Handy, Radio und LED-Licht über mehrere Tage. Für die meisten Haushalte die vernünftigste Wahl.
Gezielt
USV für einzelne Geräte
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung überbrückt kurze Ausfälle für Router oder Homeoffice. Sinnvoll, wenn ein Ausfall direkten finanziellen Schaden bedeutet.
Vollausstattung
Notstromaggregat
Nur bei echtem Bedarf (Landwirtschaft, medizinische Geräte). Teuer, wartungsintensiv und im Betrieb gefährlich, siehe Warnung unten.
Zwei Regeln, die Leben retten
- Aggregate niemals in geschlossenen Räumen betreiben. Verbrennungsmotoren erzeugen Kohlenmonoxid, das geruchlos und tödlich ist. Der Generator gehört ins Freie, mindestens 5 Meter von Fenstern entfernt.
- Nie selbst ans Hausnetz anschließen. Ohne fachgerechte Umschalteinrichtung gefährdest du Monteur:innen, die am Netz arbeiten. Das gehört von einer konzessionierten Elektrofirma installiert.
Wer den Strom versteht, zahlt selten zu viel
Kostenloser Tarif-Check am Telefon, wir sagen dir auch, wenn deine Rechnung schon passt.
- Kostenlose Beratung
- Alle AT-Anbieter
- Unverbindlich
Wer in Österreich für den Ernstfall plant
Du bist nicht allein vorbereitet. Drei Institutionen koordinieren die Blackout-Vorsorge, das solltest du kennen, damit du im Ernstfall weißt, worauf du dich verlassen kannst.
- APG (Austrian Power Grid) betreibt das Übertragungsnetz und hat ein Netzwiederaufbau-Konzept. Der Strom käme zellweise zurück, beginnend bei den schwarzstartfähigen Wasserkraftwerken.
- Zivilschutzverband und Innenministerium koordinieren die zivile Vorsorge und rufen zum „Krisenfit"-Vorrat für 14 Tage auf.
- Bundesheer hat im offiziellen Blackout-Konzept Aufgaben zur Sicherung kritischer Infrastruktur.
Was du selbst tun kannst, steht oben in der Checkliste. Wichtig zu wissen, welcher Netzbetreiber in deiner Region zuständig ist, findest du in unserem Verzeichnis.