Für wen sich ein dynamischer Tarif lohnt, für wen nicht
Der dynamische Tarif ist kein Selbstläufer und keine Wette für jeden Haushalt. Er belohnt genau eine Sache: verschiebbaren Verbrauch. Unsere Faustregel aus der Beratung hilft dir bei der Einordnung.
Unsere Faustregel aus der Beratung
Wenn du mindestens einen großen, verschiebbaren Verbraucher hast, E-Auto, Wärmepumpe oder PV mit Speicher, rechnet sich der dynamische Tarif fast immer. Wenn dein Strom hauptsächlich zwischen 18 und 20 Uhr läuft, wenn alle kochen und die Preise am höchsten sind, bist du mit einem günstigen Fixtarif besser dran. Und wenn eine unerwartet hohe Monatsrechnung dein Budget sprengen würde: Fixtarif, ohne schlechtes Gewissen.
Alle dynamischen Stromtarife in Österreich im Vergleich
Anbieter unterscheiden sich beim dynamischen Tarif vor allem im Grundpreis und in den Extras rund um App und Steuerung. Die folgende Tabelle listet alle dynamischen Tarife für das Standardprofil (3.500 kWh/Jahr), sortiert nach Jahreskosten. Sie kommt direkt aus unserer Tarif-Datenbank und wird wöchentlich aktualisiert.
Tarifdaten zuletzt aktualisiert: August 2026
| Anbieter & Tarif | Jahreskosten* | Region |
|---|---|---|
| Vorarlberger Kraftwerke AG Strom Dynamisch Öko+ | 760 € | Vorarlberg |
| Vorarlberger Kraftwerke AG Strom Dynamisch | 777 € | Vorarlberg |
| Stadtwerke Feldkirch VARIO | 805 € | Vorarlberg |
| Energie Steiermark SteirerStrom Spot | 807 € | Steiermark |
| Verbund Partner V-Strom SPOT | 867 € | österreichweit |
| IKB IKB Flex plus | 867 € | Tirol |
| TIWAG Flex Privat | 894 € | Tirol |
| eww AG Privat Strom SPOT | 905 € | Oberösterreich |
| Pullstrom Ora | 929 € | österreichweit |
| smartENERGY smartCONTROL | 934 € | österreichweit |
| oekostrom AG Partner oeko Spot+ | 934 € | österreichweit |
| Burgenland Energie Optima Voll Aktiv | 961 € | Burgenland |
| Wien Energie OPTIMA Voll Aktiv Wien Basismix | 963 € | Niederösterreich, Wien |
| Wien Energie OPTIMA Voll Aktiv Wien | 970 € | Niederösterreich, Wien |
| Wien Energie OPTIMA Voll Aktiv NÖ/Bgld Basismix | 970 € | Burgenland, Niederösterreich |
| Hofer Grünstrom Hofer Grünstrom SPOT | 973 € | österreichweit |
| Energie AG Oberösterreich Ökostrom Spot | 974 € | österreichweit |
| Wien Energie OPTIMA Voll Aktiv NÖ/Bgld | 977 € | Burgenland, Niederösterreich |
| Wien Energie OPTIMA Voll Aktiv Wien Sonnenmix | 978 € | Niederösterreich, Wien |
| Kelag Partner Strom PRO | 979 € | österreichweit |
| aWATTar Hourly | 980 € | österreichweit |
| Energie Ried Inn4tler Power Spot | 983 € | österreichweit |
| Wüsterstrom wüsterstrom Spot | 983 € | österreichweit |
| Wien Energie OPTIMA Voll Aktiv NÖ/Bgld Sonnenmix | 984 € | Burgenland, Niederösterreich |
| E1 Erste Energie E1 Spotter H | 1.088 € | österreichweit |
* Gesamtkosten inkl. Netzentgelte, Abgaben und Steuern (brutto) bei 3.500 kWh/Jahr. ** Arbeitspreis ist ein Modellwert für den Vergleich, beim dynamischen Tarif variiert der reale Energiepreis stündlich mit der Börse. Stand 8. August 2026. Quelle: Tarif-Datenbank Stromliste.
Worauf es ankommt: Ein niedriger Arbeitspreis nützt wenig, wenn der Grundpreis hoch ist. Deshalb sortieren wir nach den Jahreskosten, also dem, was am Ende wirklich zählt. Für deine konkrete Adresse und dein Verbrauchsprofil rechnest du unten im Vergleichsrechner.
Verbund · V-Strom SPOT
867 € pro Jahr bei 3.500 kWh, Grundpreis 4,79 €/Monat.
Über Stromliste als Partner direkt abschließbar. Stand 8. August 2026.
Dynamische Tarife für deine Adresse rechnen
Die Tabelle oben zeigt den Markt im Überblick. Was an deiner Postleitzahl verfügbar ist und was es bei deinem Verbrauch kostet, rechnet der Vergleichsrechner live. Er ist bereits auf dynamische Tarife und Smart Meter voreingestellt, die Filter kannst du jederzeit ändern.
?editor=1 aus der URL, um die normale (gecachte) Ansicht zu sehen.
Für Ihre Postleitzahl gibt es mehrere Netzbetreiber. Bitte wählen Sie Ihren, Sie finden ihn auf Ihrer letzten Energierechnung.
Keine Angebote für die gewählten Parameter verfügbar.
Energiekosten
Beträge in €/JahrNetzkosten
Beträge in €/JahrNetzentgelte für diesen Verteiler aktuell nicht in unserer Datenbank.
Achtung: enthält nur Energiekosten + Abgaben. Das tatsächliche Netzentgelt (typ. 300–500 €/Jahr) fehlt im Total.
Wie funktioniert ein dynamischer Stromtarif?
Bei einem dynamischen Tarif zahlst du nicht das ganze Jahr denselben Arbeitspreis, sondern den Preis, der sich an der Strombörse für jede einzelne Stunde bildet. Grundlage ist der EPEX-Spot-Markt für die Marktzone Österreich.
- Day-Ahead-Auktion: Die Preise für alle 24 Stunden des nächsten Tages werden am Vortag festgelegt und meist gegen 13 Uhr veröffentlicht.
- Was den Preis treibt: Viel Wind und Sonne drücken ihn nach unten, hohe Nachfrage und teure Gaskraftwerke treiben ihn nach oben.
- Voraussetzung Smart Meter: Nur mit einem Smart Meter kann dein Verbrauch stundenweise abgerechnet werden.
Typischer Tagesverlauf an der Börse, illustrativ und nicht tagesaktuell. Mittags drückt die Solarproduktion den Preis, abends zwischen 18 und 21 Uhr ist er am höchsten. Den echten Verlauf von heute zeigt der Spotpreis-Tracker.
Von der Börse zu deiner Rechnung: der Rechenweg
Der Börsenpreis ist nur der Ausgangspunkt. Bis daraus dein Endpreis wird, kommen mehrere Posten dazu. So sieht der Weg für eine einzelne Kilowattstunde aus. Den aktuellen Börsenwert für heute und morgen zeigt dir laufend der Spotpreis-Tracker.
- Börsenpreis der jeweiligen Stunde (stündlich variabel)
- Aufschlag des Anbieters (je nach Anbieter etwa 1 bis 2 ct/kWh)
- Erneuerbaren-Förderbeitrag
- Elektrizitätsabgabe
- Netzentgelte (fix, unabhängig von der Stunde)
- Mehrwertsteuer auf die Summe
Nur der erste Posten schwankt stündlich, alle anderen ändern sich höchstens jährlich. Deshalb wird Strom in günstigen Stunden zwar deutlich billiger, aber nie gratis: Selbst wenn der Börsenpreis unter null rutscht, bleiben Netzentgelte, Abgaben und Steuern. Wie sich dein Endpreis genau zusammensetzt, zeigt der Ratgeber Strompreis-Zusammensetzung.
Wann Strom wirklich günstig ist, und wann nicht
Ein Irrtum, den wir in der Beratung oft hören: „Dann lade ich eben nachts, da ist Strom billig." Das galt zur Zeit des klassischen Nachtstroms. Beim dynamischen Tarif stimmt es nicht mehr. Das günstigste Fenster liegt heute meist mittags zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die Solarproduktion den Börsenpreis nach unten drückt, an sonnigen Tagen bis nahe null. Nachts kann der Preis dagegen sogar höher liegen als am Abend.
Am teuersten ist Strom fast immer zwischen 18 und 21 Uhr. Der Spread zwischen dem günstigen Mittag und der Abendspitze macht an einem normalen Tag schnell 10 ct/kWh und mehr aus. Genau dieser Unterschied ist der Hebel des dynamischen Tarifs.
Günstig · 11–15 Uhr
E-Auto und Wärmepumpe in das Solar-Mittagsfenster legen. Wer eine Wallbox oder eine steuerbare Wärmepumpe hat, verlagert hier den größten Brocken.
Flexibel · nach Preis
Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler per Zeitschaltung oder App in eine günstige Stunde schieben, statt sie abends laufen zu lassen.
Teuer · 18–21 Uhr
Die Abendspitze meiden. Wer hier kocht, heizt und wäscht, ohne verschieben zu können, zahlt beim dynamischen Tarif drauf.
Ohne steuerbare Geräte bleibt die Ersparnis klein. Der dynamische Tarif belohnt Verschieben, nicht bloßes Beobachten. Den echten Verlauf von heute und morgen siehst du im Spotpreis-Tracker.
Lohnt sich ein dynamischer Tarif für dich?
Wir prüfen am Telefon kostenlos, ob ein dynamischer Tarif zu deinem Verbrauchsprofil passt und welcher Anbieter unterm Strich am günstigsten ist.
- Dynamik-Check
- Vergleich aller AT-Anbieter
- Unverbindlich
Risiken und Nachteile, die du kennen solltest
Ein dynamischer Tarif ist kein Selbstläufer. Drei Punkte, die wir in der Beratung immer ansprechen:
- Preisspitzen: An kalten, windstillen Winterabenden kann die Stunde zwischen 18 und 20 Uhr deutlich teurer werden als ein Fixtarif. Wer dann nicht verschieben kann, zahlt drauf. Manche Anbieter setzen einen Deckel, zum Beispiel Salzburg AG bei 60 ct/kWh.
- Negative Börsenpreise kommen nicht 1:1 an: In manchen Stunden rutscht der Börsenpreis unter null. Beim Endkunden bleibt davon wenig übrig, weil Netzentgelte, Abgaben und Steuern weiter anfallen. Strom wird günstig, aber praktisch nie gratis.
- Aktives Verbrauchsmanagement nötig: Der Tarif lohnt sich nur, wenn du Verbrauch verschieben kannst. Ohne steuerbare Geräte bleibt die Ersparnis klein, und der Fixtarif ist oft die ruhigere Wahl.
Bevor du wechselst: drei praktische Punkte
Der häufigste Stolperstein: das Viertelstunden-Opt-in
Der häufigste Stolperstein, den wir in der Beratung sehen: Der Smart Meter hängt zwar schon an der Wand, aber die viertelstündliche Auslesung ist nicht aktiviert. Ohne dieses Opt-in beim Netzbetreiber kann dein Verbrauch nicht den Stundenpreisen zugeordnet werden, die Anmeldung zum dynamischen Tarif scheitert oder verzögert sich um Wochen. Aktiviere das Opt-in im Online-Portal deines Netzbetreibers, bevor du den Tarif abschließt, nicht danach.
Dynamisch ist nicht gleich Index
Ein dynamischer Tarif folgt dem Börsenpreis stündlich. Ein indexgebundener Tarif wird nur monatlich oder vierteljährlich angepasst und braucht kein aktives Steuern. Beide sind marktnah, aber der dynamische verlangt mehr Mitdenken.
Tibber gibt es in Österreich nicht
Der App-Anbieter Tibber ist in Deutschland, Norwegen und Schweden aktiv, aber nicht in Österreich. Das heimische Pendant mit App und Smart-Charging findest du bei aWATTar, smartENERGY oder oekostrom, alle im Vergleich oben.
Warum es dynamische Tarife gerade jetzt gibt
Dynamische Tarife sind kein Nischenprodukt mehr, sondern gesetzlich verankert. Drei Entwicklungen kommen zusammen:
- Gesetzliche Angebotspflicht seit April 2026: Nach § 22 des neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) müssen Lieferanten mit mehr als 25.000 Zählpunkten seit 1. April 2026 einen dynamischen Tarif anbieten. Grundlage ist die EU-Strombinnenmarktrichtlinie.
- Smart-Meter-Rollout: Erst der digitale Zähler macht die stundenweise Abrechnung möglich. Die viertelstündliche Auslesung ab 1.500 kWh Jahresverbrauch greift ab 2027, per Opt-in schon früher, der Tausch ist für dich kostenlos.
- Mehr Wind und Sonne im Netz: Österreich erzeugt über 80 % seines Stroms erneuerbar. Je mehr wetterabhängige Erzeugung, desto stärker schwanken die Börsenpreise, genau das machen dynamische Tarife nutzbar.
Parallel dazu ändert sich die andere Hälfte deiner Rechnung: Ab 2027 richtet sich ein Teil der Netzgebühr nach deiner höchsten Leistungsspitze statt nur nach der Menge. Beide Reformen belohnen dasselbe Verhalten, nämlich Verbrauch verschieben, betreffen aber verschiedene Posten. Was der Leistungstarif ab 2027 konkret kostet, steht auf unserer Seite dazu.
Quelle: § 22 ElWG (BGBl. I Nr. 91/2025), E-Control.