Was ist Ökostrom? Eine Herkunfts-Eigenschaft, kein Tarifmodell
Fixpreis, Index oder dynamisch, das sind Preismodelle. Sie regeln, wie sich dein Preis bewegt. Ökostrom regelt etwas anderes: die Herkunft des Stroms. Deshalb kannst du Ökostrom mit jedem dieser Preismodelle kombinieren. Ein dynamischer Tarif kann grün sein, ein Fixpreis-Tarif ebenso.
In Österreich stammen laut E-Control rund 86,5 % des gelieferten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Der Rest von 13,4 % ist fossil. Kernkraft gibt es in Österreich nicht. Trotzdem ist nicht jeder „Ökostromtarif" gleich grün. Der Grund liegt in einem einzigen Detail des Systems.
Jede Kilowattstunde Ökostrom braucht einen Herkunftsnachweis (ein Zertifikat, das belegt, aus welcher Anlage der Strom stammt). Dieser Nachweis darf getrennt vom Strom gehandelt werden. Ein Anbieter kann also billigen Strom am Markt kaufen und dazu Herkunftsnachweise aus alten Wasserkraftwerken in Norwegen. Fertig ist der „Ökostrom". Kein einziges neues Kraftwerk entsteht dadurch. Genau hier trennt sich echter Grünstrom vom Papier-Ökostrom.
Echten Ökostrom erkennen: von der Stromkennzeichnung bis UZ46
„Ökostrom" ist kein geschützter Qualitätsbegriff. Zwischen dem gesetzlichen Minimum und echtem Zubau liegen Welten. Klick eine Stufe an, um zu sehen, was sie wirklich bedeutet.
Die Offenlegung, welcher Anteil der Herkunftsnachweise „gemeinsam" mit dem Strom beschafft wurde, gilt seit dem Kennzeichnungsjahr 2023. Damals lag der Schnitt bei rund 46 %. Quellen: E-Control und Umweltzeichen UZ 46.
Wie grün ist dein Tarif? Der 30-Sekunden-Check
Nimm dein letztes Tarifblatt oder deine Jahresabrechnung zur Hand. Drei Fragen genügen, um deinen Tarif einzuordnen. Keine Eingabe wird gespeichert.
1 Steht ein Umweltzeichen (UZ46) auf deinem Tarifblatt?
2 Wird ein hoher Anteil „gemeinsame Beschaffung" ausgewiesen?
3 Aus welchem Land stammt die ausgewiesene Herkunft?
Bundesweite Ökostrom-Anbieter im Live-Vergleich
Diese Tarife sind österreichweit verfügbar und tragen in unserer Tarif-Datenbank das Merkmal 100 % Ökostrom. Sortiert ist die Liste nach unserem Selectra-Score, nicht nach Provision. Das grüne Badge AT-Herkunft markiert Tarife mit 100 % österreichischer Erzeugung, ein starkes Signal für gemeinsame Beschaffung statt zugekaufter Auslands-Nachweise.
| Anbieter & Tarif | Herkunft | Arbeitspreisinkl. USt. | Kosten pro Jahrinkl. USt. |
|---|---|---|---|
| Pullstrom Ora | AT-Herkunft | 10,53 ct | 841 € |
| oekostrom AG Partner oeko Spot+ | AT-Herkunft | 10,70 ct | 845 € |
| smartENERGY smartCONTROL | AT-Herkunft | 10,40 ct | 846 € |
| Verbund Partner V-Strom SPOT | AT-Herkunft | 10,60 ct | 779 € |
| Enstroga Momentum Strom | Herkunft prüfen | — | 877 € |
| Voltino VOLTINO Fix 26 | Herkunft prüfen | — | 720 € |
Bundesweit verfügbare Tarife, live aus der Tarif-Datenbank, Beispiel-Jahresverbrauch 3.100 kWh, Stand August 2026. Der Arbeitspreis ist der Energiepreis pro Kilowattstunde (brutto), den der Versorger festlegt. Der Jahresgesamtpreis brutto enthält zusätzlich Grundpauschale, Netzentgelte, Steuern und aktuelle Rabatte. Regionale Stadtwerke-Tarife in deinem Netzgebiet kommen im persönlichen Vergleich dazu.
Ist Ökostrom teurer als normaler Strom?
Günstigster Ökostromtarif
637 € /Jahr
100 % Ökostrom · 3.100 kWh
Günstigster Tarif gesamt
637 € /Jahr
alle Tarife, grün oder nicht
Kein Aufpreis für grün: der günstigste Tarif überhaupt ist aktuell selbst ein Ökostromtarif.
Der Grund ist der hohe Wasserkraft-Anteil: erneuerbare Erzeugung ist in Österreich günstig. Die eigentliche Frage ist deshalb nicht der Preis, sondern die Qualität, also ob dein Beitrag neue Anlagen fördert (UZ46, gemeinsame Beschaffung).
Was kostet 1 kWh Ökostrom?
Hier gehören zwei Zahlen auseinander. Der Energie-Arbeitspreis, also der Preis pro kWh, den der Versorger für den Strom selbst verlangt, liegt aktuell bei rund 10,4 bis 13,1 ct (brutto). Diesen Wert vergleichst du zwischen Anbietern. Rechnest du Netzentgelte, Grundpauschale und Steuern dazu, kommst du beim günstigsten Ökostromtarif auf rund 20,5 ct pro Kilowattstunde all-in. Die Einzelwerte je Tarif siehst du in der Tabelle oben.
Ökostrom Preisentwicklung: wohin geht der Preis?
Der Ökostrom-Preis hängt fast vollständig am allgemeinen Strommarkt, nicht am grünen Zertifikat. Der Aufpreis für die Herkunft war in Österreich immer klein. Deshalb verläuft die Ökostrom-Entwicklung praktisch parallel zum Großhandelspreis.
Der Verlauf am österreichischen Großhandelsmarkt (EPEX): In der Energiekrise 2022 lag der Preis bei rund 235 €/MWh. 2023 fiel er auf etwa 100 €/MWh, 2024 weiter auf 70 bis 80 €/MWh. Für dich heißt das: Seit dem Höchststand sind die Tarife deutlich gesunken, günstige Ökostrom-Angebote sind zurück. Wie sich der Strompreis insgesamt entwickelt, zeigt der Ratgeber Strompreisentwicklung.
🧮 Rechenbeispiel: was ein Aufpreis wirklich bedeutet
Angenommen, ein UZ46-Tarif kostet 30 € pro Jahr mehr als der billigste Tarif. Das sind 2,50 € im Monat. Bei 3.100 kWh Verbrauch entspricht das einem Aufschlag von unter 0,1 Cent pro Kilowattstunde. Dafür bekommst du die Sicherheit, dass dein Geld in echten Zubau fließt, nicht in umetikettierte Auslands-Nachweise. Ein Fixpreis-Tarif mit Preisgarantie kann diese Differenz oft ohnehin wieder ausgleichen.
Auf der Suche nach echtem Ökostrom?
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Postleitzahl, Jahresverbrauch und ein paar Klicks. Wir prüfen alle verfügbaren Ökostrom-Tarife neutral und übernehmen auf Wunsch den kompletten Anbieterwechsel. Wer lieber sprechen möchte, ruft direkt unsere Energieberater:innen an.
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Telefonische Energieberatung
Unsere Energieberater:innen lesen dein Tarifblatt mit dir und finden den wirklich grünen Tarif in deiner Region: Mo 08–19 Uhr, Di–Fr 08–18 Uhr.
0720 1155 70Aus unserer Beratungspraxis
Beim Vertragsabschluss werden wir selten gefragt, ob es ein Ökostromtarif ist. Der Preis steht für die meisten im Vordergrund. Wenn die Frage doch kommt, nennen wir sogar die konkrete Stromzusammensetzung. Die ziehen wir direkt aus der Datenbank der E-Control.
Bei Kelag zum Beispiel sehen wir dann Anteil für Anteil, woher der Strom stammt. Diese Transparenz überrascht viele. Genau deshalb machen wir sie auf Wunsch am Telefon sichtbar, statt es beim Wort „Ökostrom" zu belassen.
Unsere Einschätzung: worauf es wirklich ankommt
Einschätzung unserer Energieexpert:innen
Ein Punkt, den viele übersehen: Der CO₂-Hebel eines Wechsels ist in Österreich kleiner als in Deutschland. Unser Netz ist schon zu über 86 % erneuerbar. Du verdrängst also kaum Kohlestrom. Der echte Hebel heißt Additionalität, also die Förderung neuer Anlagen. Und die entsteht nur bei gemeinsamer Beschaffung oder UZ46, nicht beim reinen Nachweis-Kauf.
Kritisch sehen wir die Konzern-Kennzeichnungslücke. Große Versorger führen oft eine grüne Tochtermarke und daneben konventionelle Erzeugung. Der Tarif kann sauber gekennzeichnet sein, während der Mutterkonzern weiter fossil investiert. Ein grünes Tarifblatt ist deshalb nicht automatisch ein grüner Konzern.
Unsere Empfehlung mit Bedingung: Geht es dir nur um einen kleinen CO₂-Fußabdruck, reicht der günstigste grüne Tarif. Willst du den Ausbau erneuerbarer Anlagen aktiv fördern, nimm UZ46 oder einen hohen Anteil gemeinsamer Beschaffung. Den Aufpreis dafür rechnen wir dir vorher ehrlich vor.
Ökostrom mit dynamischem Tarif oder PV kombinieren
Ökostrom ist eine Herkunfts-Eigenschaft. Du kombinierst ihn frei mit dem Preismodell, das zu dir passt. Zwei Wege lohnen sich besonders.
Ökostrom mit dynamischem Tarif
Mehrere heimische Ökostrom-Anbieter koppeln ihren Preis stündlich an die Börse. Wer Verbrauch in günstige Stunden verschiebt, spart und bleibt grün.
Zu den dynamischen TarifenEigenen Grünstrom erzeugen
Mit einer PV-Anlage produzierst du deinen eigenen Ökostrom. Überschuss speist du gegen Vergütung ins Netz ein. Das ist die direkteste Form von grünem Strom.
Einspeisetarife vergleichenEinen Überblick über alle Tarifarten findest du im Tarife-Hub. Wie sich Ökostrom von reinen Preismodellen unterscheidet, zeigt der Vergleich mit dem indexgebundenen Tarif. Und wer den Zähler dafür braucht, liest den Ratgeber zum Smart Meter.