Stand: 4. August 2026

Juni 2026
+218 GWh
Netto-Stromexport, die erste positive Bilanz seit neun Monaten
PV-Zubau 2025
1,6 GW
minus 22 Prozent gegenüber 2024, niedrigster Stand seit drei Jahren
Anteil am Verbrauch
~15 %
so viel des Stroms in Österreich kam 2025 aus der Sonne

☀️ Die Sonne dreht die Bilanz

Im Juni 2026 exportierte Österreich zum ersten Mal seit neun Monaten wieder mehr Strom, als es einführte, rund 218 GWh netto. Getragen hat das die Photovoltaik mit etwa fünfzehn Prozent mehr Ertrag als im Vorjahr. Ein Rekord ist die Bilanz aber nicht: Im Juni 2025 waren es noch 275 GWh Export.

„Netto" heißt: über den ganzen Monat gerechnet. Nachts und bei wenig Sonne floss weiter Strom ins Land, tagsüber dafür so viel hinaus, dass am Monatsende ein Plus stand. Neun Monate lang war es umgekehrt, Österreich musste unterm Strich importieren.

Bei der Einordnung bleiben wir ehrlich. Die 218 GWh Export stehen 275 GWh im Juni 2025 gegenüber, die Erneuerbaren-Erzeugung lag insgesamt 0,2 Prozent unter dem Vorjahr, und mit 16 Exporttagen waren es vier weniger als vor einem Jahr. Der eigentliche Lichtblick ist der PV-Zuwachs, nicht die Bilanz selbst.

+15 %

mehr Solarstrom als im Vorjahresmonat, genug um Österreichs Strombilanz im Juni vom Import zum Export zu drehen.

Aus der Beratung

Nach so einer Schlagzeile kommt am Telefon fast immer die gleiche Frage: Wenn Österreich Strom exportiert, wird mein Strom dann billiger? Nein. Der Export war ein Monatssaldo, nachts wurde weiter importiert, und auf deiner Rechnung stehen ohnehin Netzentgelte, Steuern und der Aufschlag deines Anbieters. Was du merkst, sind die Mittagsstunden, und die nur mit einem dynamischen Tarif.

Die Kehrseite im Netz

Der viele Sonnenstrom belastet auch das Netz. An 25 Tagen im Juni 2026 musste die Austrian Power Grid (APG), der Betreiber des Übertragungsnetzes, eingreifen, zwölf Tage mehr als im Vorjahr. Rund 10.105 MWh erneuerbare Erzeugung gingen durch Abregelung verloren, ausschließlich aus Laufwasserkraft.

Das zeigt die Geografie hinter dem Netzstress. Erzeugt wird viel im Osten und Westen, am meisten speisten Niederösterreich (267 GWh) und Tirol (258 GWh) ein. Verbraucht wird in der Stadt, den meisten Strom bezog Wien. Dazwischen liegen die Leitungen, und die sind mittags der Engpass. Wenn zu viel Strom gleichzeitig ins Netz drückt, muss der Netzbetreiber im Zweifel Erzeugung abregeln.

Erzeugung im Osten & WestenNiederösterreich und Tirol speisen am meisten ein

Leitungen am Limitmittags drückt zu viel Strom gleichzeitig ins Netz

Abregelung nötig10.105 MWh Laufwasser gingen verloren

Wie viel Strom die Sonne liefert

Ende 2025 waren rund 9,8 GW Photovoltaik installiert, auf etwa 533.500 Anlagen. Sie erzeugten 9,8 TWh Strom, das sind rund 15 Prozent des österreichischen Verbrauchs. Das Rückgrat des Strommix bleibt die Wasserkraft, die Photovoltaik ist der am schnellsten wachsende Teil.

9,8 GW
installierte PV-Leistung Ende 2025
533.500
Photovoltaik-Anlagen in Österreich
9,8 TWh
Solarstrom-Erzeugung im Jahr 2025

Wie sich der gesamte österreichische Strommix zusammensetzt, welche Rolle Wasserkraft, Wind und Sonne spielen und wie du selbst Sonnenstrom nutzt, steht in den Ratgebern Erneuerbare Energien und Solarenergie.

📉 Die Erzeugung läuft, der Zubau stockt

Die bestehenden Anlagen liefern viel, aber es kommen zu wenige neue dazu. 2025 fiel der Zubau auf 1.634 MW, den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Für das Ziel, den Stromverbrauch bis 2030 rechnerisch zu 100 Prozent aus Erneuerbaren zu decken, müsste die Photovoltaik von rund 9,8 auf 21 TWh wachsen.

Die Zahlen zeigen das Tempo-Problem deutlich. Mit 1.634 MW lag der Zubau 2025 rund 22 Prozent unter 2024 und weit unter dem Rekord von 2.476 MW aus 2023. Nötig wären laut Branche rund 2.000 MW pro Jahr. Das Ende der Nullsteuer, unsichere Förderungen und niedrige Einspeisevergütungen haben viele Käufe gebremst.

Sonnenstrom-Erzeugung: wo Österreich steht, wo es hinmuss

In TWh pro Jahr · Anteil am Stromverbrauch: 15 → 23 → 33 % · Ziele laut ÖNIP

Quelle: PV Austria, Österreichischer Netzinfrastrukturplan (ÖNIP).

🏠 Was das für dich zu Hause bedeutet

Viel Sonnenstrom mittags drückt den Börsenpreis, an sonnigen Tagen bis unter null. Mit einem dynamischen Tarif zahlst du dann am wenigsten. Planst du eine eigene Anlage, zählt vor allem der Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ist mehr wert als die Einspeisung, die mittags immer weniger einbringt.

Die Mittagsschwemme, die Österreich zum Exporteur macht, hat für dich zwei konkrete Folgen. Erstens beim Preis: An sonnigen Tagen fällt der Börsenpreis mittags stark, manchmal sogar unter null. Wer einen dynamischen Tarif hat, holt sich genau diese Stunden.

Zweitens bei der eigenen Anlage: Weil die Einspeisung mittags immer weniger einbringt, verschiebt sich der Wert einer PV-Anlage klar zum Eigenverbrauch und zum Speicher. Was eine Anlage kostet und bringt, steht im Ratgeber Photovoltaik in Österreich.

  • Wärmepumpe, Warmwasser und E-Auto in die Mittagsstunden legen, wenn die Sonne den Börsenpreis drückt
  • Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde zählt mehr als die mittags immer schwächere Einspeisung
  • Mit einem Speicher den Mittagsüberschuss in den Abend verschieben, statt ihn fast umsonst einzuspeisen

Warum zu viel Sonne den Börsenpreis unter null drückt, liest du im Artikel Negative Strompreise und PV-Überschuss.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

KennzahlWertQuelleStand
Netto-Stromexport Juni 2026+218 GWhAPGJuni 2026
Netto-Stromexport Vorjahresmonat275 GWhAPG, pv magazineJuni 2025
Solarstrom-Zuwachs+15 %APGJuni 2026
Engpassmanagement25 TageAPGJuni 2026
Abgeregelte Erzeugung (Laufwasser)10.105 MWhAPGJuni 2026
PV-Zubau (−22 % ggü. 2024)1.634 MWPV Austria2025
Installierte PV-Leistung9,8 GWPV AustriaEnde 2025
PV-Erzeugung (Anteil am Verbrauch)9,8 TWh (~15 %)PV Austria2025
ÖNIP-Ziel PV-Erzeugung21 / 41 TWhÖNIP2030 / 2040

Passt dein Tarif zu deinem Sonnenstrom?

Wir schauen am Telefon, ob ein Ökostrom- oder dynamischer Tarif zu deinem Verbrauch und deiner PV-Anlage passt.

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