☀️ Was heißt „einspeisen" überhaupt?
Deine Module liefern mittags am meisten Strom, also genau dann, wenn im Haushalt oft am wenigsten läuft. Was du in diesem Moment nicht selbst verbrauchst, fließt automatisch ins öffentliche Netz. Dieser Überschuss ist die Einspeisung (der Fachbegriff für das Verkaufen deines Stroms ans Netz), und dafür bekommst du eine Vergütung, den Einspeisetarif.
Der wichtigste Satz gleich vorweg, weil er die ganze Rechnung dreht: Selbst verbrauchen ist wertvoller als einspeisen. Eine selbst genutzte Kilowattstunde spart dir den vollen Strompreis, also 25 bis 35 Cent. Eine eingespeiste bringt nur den Einspeisetarif, aktuell 5 bis 11 Cent. Jede Kilowattstunde, die du in den Eigenverbrauch verschiebst, ist damit drei- bis siebenmal so viel wert wie eine eingespeiste. Wie hoch die Vergütung genau ausfällt, steht im Einspeisetarif-Vergleich. Diese Seite hier klärt den Weg dorthin: Anmeldung, Voraussetzungen, Ablauf.
Was eine Kilowattstunde wert ist
Selbst verbrauchen ist damit drei- bis siebenmal so viel wert wie einspeisen. Deshalb lohnt es sich, große Verbraucher wie Waschmaschine, Wärmepumpe oder E-Auto in die Mittagsstunden zu legen.
🔀 Zwei Wege: OeMAG oder Versorger
Deinen Überschuss kaufen dir grundsätzlich zwei Arten von Abnehmern ab. Der Unterschied ist wichtig, weil er darüber entscheidet, ob du beim Stromtarif flexibel bleibst oder nicht.
| Kriterium | OeMAG | Energieversorger |
|---|---|---|
| Stromabnahme | Gesetzlich verpflichtet | Freiwilliges Angebot |
| Strombezugsvertrag | Nicht nötig | Meist Pflicht, gekoppelt |
| Vergütung | Monatlicher Marktpreis | Teils höher, gestaffelt oder garantiert |
| Anlagengröße | bis 500 kWp | je Anbieter, oft bis 25–50 kWp |
| Ideal für | Wer beim Stromanbieter flexibel bleiben will | Wer ohnehin dort Kunde bleibt |
Die OeMAG als gesetzlicher Pflichtabnehmer ist die sichere Standardwahl. Versorger-Modelle im Einspeisetarif-Vergleich, mehr zur Institution auf der OeMAG-Seite.
Aus der Beratung
Wenn du beim Strombezug flexibel bleiben willst: OeMAG. Sie nimmt deinen Strom unabhängig davon ab, wo du Kunde bist. Wenn dein Versorger einen Einspeisetarif anbietet und du ohnehin dort bleibst: rechne beides zusammen durch. Ein hoher Einspeise-Cent nützt nichts, wenn der gekoppelte Bezugstarif zwei Cent über dem Markt liegt.
📋 Voraussetzungen und Ablauf, Schritt für Schritt
Bevor der erste Cent fließen kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Drei technische, zwei rechtliche, der größte Zeitfresser ist erfahrungsgemäß der Netzbetreiber.
Wechselrichter
TechnischWandelt den Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom um und überwacht die Netzverbindung. Bei Abweichungen trennt er die Anlage automatisch, das ist der Brand- und Personenschutz.
Smart Meter
TechnischEin Smart Meter mit Einspeisefunktion misst Bezug und Einspeisung getrennt voneinander. Wird vom Netzbetreiber installiert, der Tausch dauert je nach Region 4 bis 12 Wochen ab Anmeldung.
Netzanschluss
TechnischDer bestehende Hausanschluss muss für die zusätzliche Einspeisung geeignet sein, der Netzbetreiber prüft das in der Netzverträglichkeitsprüfung. Bei zu schwacher Leitung kann eine Verstärkung nötig werden.
Anmeldung beim Netzbetreiber
RechtlichVor der Inbetriebnahme: Anschlussantrag beim Netzbetreiber. Der hat 14 Tage Zeit, zu reagieren. Bis 20 kWp läuft das meist über ein vereinfachtes Verfahren.
Einspeisevertrag
RechtlichMit OeMAG oder einem Versorger: schriftlicher Einspeisevertrag, online abschließbar. Erst ab Vertragsbeginn fließt Geld. Wer ohne Vertrag einspeist, schenkt den Strom dem Netzbetreiber.
Erste Abrechnung
ErgebnisErste Gutschrift: bei monatlicher Abrechnung nach 4 bis 6 Wochen, bei jährlicher Abrechnung ins nächste Kalenderjahr. Smart Meter ist Voraussetzung für die monatliche Variante.
Aus der Beratung
Eine Sache, die Kund:innen am Telefon regelmäßig überrascht: Die Anlage bringt nicht ab dem Tag der Montage Geld. Erst wenn der Netzbetreiber den Zähler getauscht und die Anlage angemeldet hat, zählt jede eingespeiste Kilowattstunde. Das dauert je nach Region 4 bis 12 Wochen. Und wer ohne Einspeisevertrag einspeist, schenkt seinen Strom dem Netz.
Sonderfall Balkonkraftwerk: Für Kleinsterzeugungsanlagen bis 800 Watt gilt ein vereinfachtes Verfahren. Eine formlose Meldung beim Netzbetreiber genügt, keine Netzverträglichkeitsprüfung, kein Einspeisevertrag. Der kleine Überschuss wird meist nicht vergütet, das Balkonkraftwerk lohnt sich über den Eigenverbrauch.
Früher fix, heute Markt, und was passiert, wenn dein alter Vertrag ausläuft
Bis 2024
Fixer Fördertarif
13 Jahre garantierter Cent-Satz, unabhängig von der Börse, deutlich über heutigem Niveau.
Ab 2024
Monatlicher Marktpreis
Orientiert am Day-Ahead-Börsenpreis, schwankt monatlich, aktuell rund 5 bis 11 Cent.
Bis 2024 lief PV-Einspeisung meist über feste Fördertarife: Wer über die OeMAG gefördert wurde, bekam 13 Jahre lang einen garantierten Cent-Satz, egal was an der Strombörse passierte. Diese Tarife lagen deutlich über dem heutigen Marktniveau, denn sie sollten Anlagen rechenbar machen, die damals ein Vielfaches kosteten. Heute gilt das nicht mehr. Neue Anlagen speisen zum monatlichen Marktpreis ein, der sich am Day-Ahead-Börsenpreis orientiert und schwankt.
Das betrifft gerade jetzt ein wachsendes Publikum: Die Anlagen aus der Förderwelle Anfang der 2010er fallen in diesen Jahren aus ihren 13-jährigen Fixtarifen. Wenn dein alter OeMAG-Fördervertrag ausläuft, endet nicht die Einspeisung, wohl aber die feste Vergütung. Du wechselst in den Marktpreis oder schließt einen neuen Einspeisevertrag ab, bei der OeMAG oder einem Versorger. In Cent gedacht heißt das fast immer: spürbar weniger pro Kilowattstunde als bisher. Genau dann lohnt es sich, Eigenverbrauch, Einspeisung und Stromtarif einmal komplett neu durchzurechnen.
💶 Wann und wie das Geld kommt
Dein Netzbetreiber liest die eingespeiste Menge aus und übermittelt sie an deinen Abnehmer (OeMAG oder Versorger). Wie oft das passiert, hängt an deinem Zähler.
Standard
Jährliche Abrechnung
Der Netzbetreiber liest einmal im Jahr ab, du bekommst die Gutschrift im Folgemonat. Den Ablesemonat legt der Netzbetreiber fest, meist rund um den Jahrestag der Inbetriebnahme.
Mit Smart Meter
Monatliche Abrechnung
Mit einem Smart Meter lässt sich eine monatliche Abrechnung vereinbaren. Sinnvoll vor allem bei größeren Anlagen mit nennenswerten Einspeisemengen.
Was bekommst du für den eingespeisten Strom?
Grob liegen die Vergütungen 2026 bei 5 bis 11 Cent pro Kilowattstunde, deutlich weniger als noch 2022/23. Die genaue Höhe hängt vom Abnehmer, vom Monat und vom Modell ab, und ändert sich laufend.
Weil sich konkrete Cent-Werte monatlich verschieben, führen wir sie bewusst nicht hier, sondern gepflegt auf einer eigenen Seite: aktueller OeMAG-Marktpreis, Versorger im Strukturvergleich, dynamische Tarife und Energiegemeinschaften findest du im Einspeisetarif-Vergleich.
OeMAG oder Versorger, was rechnet sich für dich?
Wir rechnen am Telefon durch, welcher Einspeiseweg zu deiner Anlage und deinem Stromtarif passt, ohne Marketing-Schönrechnerei.
- Einspeise-Check
- Tarif-Vergleich
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Wenn die Anmeldung steht, geht es um die Zahlen, und ums große Ganze der Anlage.
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