GDF SUEZ Energie Deutschland

 
 

Der global tätige Energiekonzern und Regionalversorger GDF Suez Energie Deutschland mit Sitz in Berlin, gegründet 1998 als Electrabel Deutschland, war bis 2015 für die Erzeugung von Strom und Fernwärme sowie für den Vertrieb von Strom, Erdgas und Energiedienstleistungen und Stromhandel verantwortlich.

Das Unternehmen gehörte zur GDF Suez-Gruppe, einem der weltweit führenden Energieversorger. GDF SUEZ, hervorgegangen aus der Fusion von Electrabel-Muttergesellschaft Suez mit Gaz de France zur GDF SUEZ im Jahr 2008 und seit 2015 als Engie SA bekannt, beschäftigte weltweit 200.650 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von 79,9 Mrd. Euro.

Als einer der weltweit führenden Energieversorger war die Gruppe GDF SUEZ entlang der gesamten Energiewertschöpfungskette von Strom und Gas tätig, sowohl bei der Erzeugung und Förderung als auch beim Vertrieb. GDF SUEZ entwickelte seine Geschäftstätigkeit - Energie, Energiedienstleistungen und Umwelt - im Rahmen eines verantwortungsvollen Wachstumsmodells, um die großen Herausforderungen für Energieversorgung und Umwelt zu meistern: hier wurde versucht den Energiebedarf zu decken, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, dem Klimawandel entgegenzutreten und die verfügbaren Ressourcen effizient zu nutzen. Kunden bestanden aus Privatkunden, Kommunen und Unternehmen. Zu dem Angebotsspektrum gehörten diversifizierte (ausgeweitete) Gasversorgungsquellen, eine CO2-arme Stromerzeugung und ein Beratungsangebot zu den Schlüsselbereichen Flüssigerdgas (LNG), energieeffiziente Dienstleistungen, unabhängige Stromerzeugung sowie Umweltdienstleistungen.

Börse

GDF SUEZ war an den Börsen in Brüssel, Luxemburg und Paris gelistet und in den wichtigsten internationalen Indizes (Pl. von Index: Entwicklung/Veränderung einer bestimmten Zahl ausgewählter Aktien über einen bestimmten Zeitraum) vertreten: beispielsweise im französischen Leitindex CAC 40 und im Aktienindex an der Börse in Brüssel BEL 20.

Chronologischer Werdegang

Die ersten Schritte - Gründung der deutschen Niederlassung 1998 wird in Berlin die deutsche Niederlassung des Unternehmens gegründet. Die Muttergesellschaft Electrabel S.A. mit Sitz in Brüssel/Belgien kann zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine fast hundertjährige Geschichte zurückblicken. Das Unternehmen gehört zu den führenden Energieunternehmen Europas und ist Marktführer in Benelux.

Partnerschaft mit den Stadtwerken Saarbrücken Im Jahr 2001 gründet Electrabel Deutschland gemeinsam mit den Stadtwerken Saarbrücken die Energie SaarLorLux mit Sitz in Saarbrücken. Ziel ist es, die Kompetenzen beider Unternehmen effektiv zu nutzen, Synergieeffekte zu erzielen und zur Stärkung des Energiestandortes Saarbrücken beizutragen. Im Rahmen der Partnerschaft übernimmt Electrabel Deutschland auch die Erzeugungskapazitäten der Stadtwerke Saarbrücken. Dazu gehören des Heizkraftwerk Römerbrücke in Saarbrücken und Kraftwerksscheiben in Fenne und Völklingen.

Beteiligungen in Gera Electrabel Deutschland beteiligt sich 2002 an den Geraer Stadtwerketöchtern Energieversorgung Gera und Kraftwerke Gera mit jeweils 49,9%. Im Jahre 2003 wird das Geschäftsfeld Portfoliomanagement neu erschlossen. Alle vom Kraftwerk Gera Nord produzierten Überschusskapazitäten werden als Fahrplanlieferung an der Leipziger Strombörse (EEX) sowie über bilaterale Handelsgeschäfte und den Day-Ahead-Handel verkauft. Das Know-how und das nötige Handelsportal stellt Electrabel zur Verfügung.

Sauberer Strom für das Land Berlin Electrabel erhält 2004 den Zuschlag, das Land Berlin in den Jahren 2005 und 2006 mit Strom zu versorgen. Vorausgegangen war eine europaweite Ausschreibung zur Energieversorgung für alle Einrichtungen des Landes, wie Kliniken, Universitäten, Kultur- und Sportstätten. Voraussetzung der Ausschreibung war eine atomstromfreie Energieversorgung. Mit einem symbolischen Spatenstich beginnen die Bauarbeiten für eine leistungsfähige und umweltfreundliche Gasturbine mit Abhitzekessel im Heizkraftwerk Römerbrücke. Die Gasturbine verfügt über eine Leistung von 42 Megawatt. Rund 40 Millionen Euro investiert Electrabel damit in die Region Saarbrücken. Die Modernisierung der Anlage ist ein Meilenstein für die strategische Partnerschaft zwischen Electrabel und den Stadtwerken Saarbrücken. Die Investition unterstützt außerdem den Ausbau einer ökologisch und wirtschaftlich sinnvollen Energieversorgung für Saarbrücken.

Grundstücke für Kraftwerksbau gesichert Für den Bau von hochmodernen Steinkohlekraftwerken mit einer Leistung von 800 Megawatt sichert sich Electrabel 2005 Standorte in Brunsbüttel, Stade und Wilhelmshaven. Für den Bau von Gas- und Dampfturbinenanlagen reserviert Electrabel mehrere Grundstücke in Sachsen-Anhalt und Bayern.

Einweihung der neuen Gasturbine Nach eineinhalb Jahren Umbauphase wird im Kraftwerk Römerbrücke in Saarbrücken die neue 42-Megawatt-Gasturbine mit Abhitzekessel in Betrieb genommen. Die hocheffiziente Technologie stellt eine umweltschonende Strom- und Fernwärmeversorgung der Saarbrücker Bevölkerung sicher. Der CO2-Ausstoß wird erheblich reduziert. In die Modernisierung der Anlage hat Electrabel 40 Millionen Euro investiert die größte Einzelinvestition im Saarland im Jahr 2004.

Electrabel Saarland zur Betriebsführung des Kraftwerks Römerbrücke gegründet Electrabel übernimmt die Betriebsführung des Kraftwerks Römerbrücke von den Saarbrücker Stadtwerken. Hierfür wurde die Electrabel Saarland GmbH gegründet. Die Zusammenarbeit zwischen Electrabel und den Stadtwerken Saarbrücken basiert auf der im Energiewirtschaftsgesetz vorgesehenen Vorschrift zur Entflechtung des Energiesektors. Im Jahre 2001 hatte Electrabel die Energieerzeugungsanlagen der Stadtwerke Saarbrücken übernommen.

Fusion Suez mit Gaz de France Am 22.7.2008 fusioniert die Electrabel-Muttergesellschaft Suez mit Gaz de France zur GDF SUEZ.

Übernahme der Kraftwerke Zolling, Farge und Pfreimd Im Zuge des Tauschs von Kraftwerkskapazitäten mit E.on, übernimmt die GDF SUEZEnergie Deutschland 2009 Kraftwerke in Zolling, in Farge und in Pfreimd. Die Transaktion unterstützt die nachhaltige und ausgeglichene Position zwischen Erzeugung und Vertrieb von GDF SUEZ in Deutschland und stärkt die Gruppe in diesem Schlüsselmarkt.

Umfirmierung GDF SUEZ Energie Deutschland Seit dem 1.2.2009 firmiert Electrabel Deutschland AG unter dem neuen Namen GDF SUEZ Energie Deutschland AG.

Vertrieb

Ein Großteil des von GDF SUEZ Energie Deutschland erzeugten Stroms stammte aus umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen. Weitere Strommengen bezog GDF SUEZ Energie Deutschland über den Großhandelsmarkt.

Gewerbe- und Privatkunden Strom, Gas und Energiedienstleistungen wurden an über 430.000 Haushalts- und Gewerbekunden geliefert. Damit ein Bezug direkt aus der Region ermöglicht wurde, hatte GDF SUEZ Energie Deutschland mit Kooperationspartnern eine lokale Bezugsmöglichkeit mit einer Betreuung vor Ort geschaffen. Das Hauptaugenmerk fiel dabei darauf die Beschaffung zu optimieren und Energie effizient nutzbar zu gestalten. Die Vertriebsgesellschaft Energie SaarLorLux in Saarbrücken, an der GDF SUEZ Energie Deutschland mehrheitlich beteiligt sind, versorgte rund 160.800 Privat- und Gewerbekunden mit Strom, Gas und Wärme. Auch in Gera und Wuppertal kooperierten sie mit Stadtwerken und waren darüber hinaus an der Berliner GASAG beteiligt.

Unternehmen und Stadtwerke GDF SUEZ Energy Sales bot Stadtwerken und Industrieunternehmen marktnahe Produkte und einen verlässlichen Service. Darüber hinaus belieferte GDF SUEZ industrielle Großverbraucher in elf europäischen Ländern unter der Marke GDF SUEZ Global Energy.

Erzeugung

GDF SUEZ Energie Deutschland betrieb einen diversifizierten aufgestellten Anlagenpark, der auf drei Säulen ruhte: Der konventionellen Erzeugung in Grosskraftwerken, der dezentralen Erzeugung gemeinsam mit Stadtwerke-Partnern und der Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen.

Konventionelle Energie Der möglichst schonende und gleichzeitig wirtschaftliche Einsatz der natürlichen Ressourcen war für GDF SUEZ von großer Bedeutung. Dabei legten sie Wert darauf ihre Steinkohlekraftwerke auf dem neuesten Stand der Technik zu halten. So wurde es zum Ziel Wirkungsgrade zu erzielen, die über dem deutschen Durchschnitt liegen sollten, und merklich reduzierte CO2-Emissionen zu haben.

GDF SUEZ gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern der Initiative Bettercoal, in der sich zahlreiche europäische Energieversorger zusammengeschlossen haben, um die Arbeits- und Umweltbedingungen in internationalen Kohlebergwerken und entlang der Lieferkette zu verbessern.

Dezentrale Erzeugung Gemeinsam mit ihren langjährigen strategischen Partnern in den Regionen, der Kraftwerke Gera in Thüringen, der Energie SaarLorLux in Saarbrücken sowie der WSW Energie&Wasser in Wuppertal, betrieben sie Kraftwerke in umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung. Das ermöglichte dem Unternehmen spezifischen Bedürfnissen vor Ort gerecht zu werden.

Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen Die Energiegewinnung aus regenerativen Ressourcen war seit vielen Jahren fester Bestandteil der Erzeugungsstrategie der GDF SUEZ Gruppe. Führend auf dem Markt bei Windkraft ist GDF SUEZ bereits in Frankreich und in Belgien, und bei Biomasse in Europa gewesen. In Deutschland hat das Unternehmen 13 Onshore-Windparks mit einer Gesamtkapazität von 200 Megawatt betrieben. Daneben gehörten die Wasserkraftwerksgruppe an der Pfreimd und die Biomasseanlage in Zolling zum Portfolio des Unternehmens. Eine Mission von GDF SUEZ war es den Anteil der erneuerbaren Energien zu steigern. Daher kooperierten sie mit der Energieversorgung Gera und der EnergieSaarLorLux zum Beispiel für Photovoltaik oder der GASAG in Berlin für die Erzeugung und Vermarktung von Biogas.

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