20 %
SNAP-Rabatt
auf Netz-Arbeitspreis · gesetzlich, automatisch
5
Tarife mit Sommer-Fenster
von 3 Versorgern · live aus der Tarif-Datenbank
16–78 €
Jahresersparnis
Standardhaushalt 3.500 kWh · ohne Verlagerung
Sommertarif vs. SNAP — der Unterschied, den die meisten übersehen
Seit dem 1. April 2026 gibt es zwei Mechanismen, die in den Tagesstunden Strom günstiger machen. Sie heißen ähnlich, wirken im selben Zeitfenster — aber sie greifen an unterschiedlichen Stellen deiner Rechnung. Wer sie verwechselt, überschätzt den Effekt typischerweise um den Faktor drei.
| Komponente | Hauptzeit | Sommer-Fenster | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Energie-AP |
~12 ct/kWh
|
~10 ct/kWh
|
−2 ct · Sommertarif |
| Netz-AP |
~6 ct/kWh
|
~4,8 ct/kWh
|
−1,2 ct · SNAP −20 % |
| Steuern |
~4 ct/kWh
|
~4 ct/kWh
|
= unverändert |
| Grundpreis |
~2 ct/kWh
|
~2 ct/kWh
|
= unverändert |
Einschätzung unserer Energieexpert:innen
Die häufigste Verwechslung am Telefon seit der Reform: SNAP und Sommertarif werden in einen Topf geworfen. Tatsächlich wirken sie auf getrennten Preis-Bestandteilen — SNAP reduziert nur den Netz-Arbeitspreis (rund 5–7 ct/kWh) um 20 %, der Sommertarif einzelner Versorger reduziert den Energie-Arbeitspreis (rund 11–14 ct/kWh brutto) im selben Fenster.
Versorger kommunizieren ihre Sommer-Vorteile häufig inklusive der gesetzlichen SNAP-Wirkung — dadurch wirkt der tarifinterne Vorteil größer, als er ist (etwa bei VKW Strom Duo, wo aus 2,4 ct beworbener Ersparnis nach SNAP-Abzug nur 1,2 ct echte Tarif-Differenz übrig bleiben). Wer einen Sommertarif sauber bewerten will, zieht die SNAP-Komponente ab und schaut auf das, was der Versorger selbst beisteuert. Wer das nicht tut, überschätzt den Effekt typischerweise um den Faktor zwei bis drei.
Wie der Sommertarif beim Versorger funktioniert
Mechanisch ist ein Sommertarif das Spiegelbild des klassischen Nachtstromtarifs: Statt eines einheitlichen Energie-Arbeitspreises kennt der Tarif zwei (oder im Fall von Verbund drei) Preis-Zonen. Im Sommer-Fenster Mo–So, 10:00–16:00 Uhr, April–September liegt der Preis niedriger als außerhalb. Der Versorger rechnet die Zonen über die Viertelstunden-Werte deines Smart Meters getrennt ab. Wer wann profitiert, hängt vom Tagesablauf ab:
Drei Mechanik-Punkte solltest du kennen, bevor du wechselst: Erstens — es ist ein eigener Tarif, kein Schalter. Du wechselst zu einem anderen Tarifprodukt deines Versorgers, mit eigenem Grundpreis und eigener Bindung. Zweitens — du brauchst einen Smart Meter mit Opt-in zur Viertelstunden-Messung; bei Verbrauch über 5.000 kWh ab 1.4.2026 automatisch. Drittens — der Hauptzeitpreis ist Pflichtprogramm, weil 85 % deines Jahresverbrauchs außerhalb des Sommer-Fensters anfallen. Liegt der Hauptzeitpreis über einem günstigen reinen Fixpreis-Tarif, frisst er den Sommer-Vorteil auf.
Versorger mit Sommertarif — die aktuelle Liste
Aktuell bieten 3 Versorger insgesamt 5 Tarife mit explizitem Sommer-Fenster an: Verbund, smartENERGY und Vorarlberger Kraftwerke AG. Die Liste wird live aus unserer Tarif-Datenbank gerendert — wenn ein neuer Tarif unter dem Sommer-Filter erscheint, taucht er hier automatisch auf.
Mehrere große Landesversorger fehlen noch im Sommertarif-Segment — der Markt ist erst wenige Wochen alt, weitere Anbieter werden voraussichtlich nachziehen. Da die meisten Tarife an Netzgebiete oder Vertriebsregionen gebunden sind, hast du als Verbraucher:in selten freie Wahl zwischen allen — wir vergleichen sie hier, um die Mechaniken sichtbar zu machen.
| Anbieter & Tarif | Region | Jahres-Gesamtpreis ab · 3.500 kWh |
Mit Rabatt | Stand |
|---|---|---|---|---|
|
Verbund V-Strom ZONE |
österreichweit | 659,00 € | — | 26.5.2026 |
|
smartENERGY smartNIGHT |
österreichweit | 504,00 € | — | 25.5.2026 |
|
smartENERGY smartTIMES |
österreichweit | 498,00 € | — | 25.5.2026 |
|
Vorarlberger Kraftwerke AG Strom Duo |
Vorarlberg | 912,00 € | 794,00 € | 25.5.2026 |
|
Vorarlberger Kraftwerke AG Strom Duo Öko+ |
Vorarlberg | 950,00 € | 832,00 € | 25.5.2026 |
Jahres-Gesamtpreis = günstigster Wert über alle abgefragten Bundesländer für einen Standardhaushalt mit 3.500 kWh, Bruttobeträge inkl. 20 % USt. Stand = letzte Verifikation des jeweiligen Tarifs in unserer Tarif-Datenbank. Detaillierte Sommer-AP/Hauptzeit-AP-Werte siehe Einordnungs-Tabs unten.
Sommertarif gegen reinen Fixpreis — wir rechnen es für dich
Unsere Energieberater:innen prüfen für deinen Verbrauch, deine PLZ und dein Tagesprofil, ob ein Sommertarif gegenüber dem heute günstigsten Fixpreis in deiner Region rechnerisch besser fährt.
- Kein Verkaufsgespräch
- Ehrliche Markt-Einordnung
- In 10 Minuten am Telefon
Rechenbeispiel: Was ein Sommertarif bringt — die Formel zum Selber-Rechnen
Für die Rechnung nehmen wir den österreichischen Standardhaushalt: 3.500 kWh Jahresverbrauch, Smart Meter mit aktivierten Viertelstunden-Werten. Annahme nach E-Control: Etwa 15 % des Jahresverbrauchs fallen in das Fenster 10:00–16:00 Uhr im Halbjahr April–September — das entspricht 525 kWh. Die SNAP-Komponente entnehmen wir der AK Oberösterreich (10 bis 15 € pro Jahr für 3.500 kWh).
Die Ersparnis lässt sich auf jeden Tarif aus der Tabelle oben anwenden — du brauchst nur die Sommer-AP-Differenz des Tarifs gegenüber seinem Standard-AP. Die Formel ist linear.
Die Formel
Pro 1 ct/kWh Tarif-Differenz im Sommer-Fenster sparst du 5,25 € pro Jahr auf der Energie-Komponente (= 1 ct × 525 kWh).
Plus SNAP: 10 bis 15 € pro Jahr für 3.500 kWh (AK-OÖ). Gesetzlich, gleich bei allen Versorgern, kommt automatisch obendrauf, wenn du Smart Meter + Opt-in hast.
Markt-Range heute
Aktuelle Sommer-AP-Differenzen am österreichischen Markt liegen zwischen rund 1 ct/kWh (kleinere Differenz aus einem 2-Zonen-Tarif) und rund 12 ct/kWh (3-Zonen-Tarif mit aggressivem Mittag-Preis).
Das ergibt bei 525 kWh Mittag-Verbrauch eine Bandbreite von rund 5 € bis 63 € pro Jahr auf der Energie-Komponente — plus SNAP (10 bis 15 €) gleich oben drauf. Die konkrete Differenz pro Tarif findest du auf den jeweiligen Tarif-Detail-Seiten der Versorger.
Annahmen: 3.500 kWh Jahresverbrauch, 15 % Verbrauchsanteil im Sommer-Mittag-Fenster (E-Control-Annahme), keine aktive Verbrauchsverlagerung. Bruttowerte inkl. 20 % USt. Reale Ersparnis abhängig vom individuellen Lastprofil.
Variante: aktiver Verlagerer
Wer Verbrauch gezielt in das Mittagsfenster verlagert (Wallbox-Mittagsladen, Wärmepumpe mit Pufferspeicher tagsüber, Klimaanlage), kommt auf rund 30 % Anteil im SNAP-Fenster statt 15 %. Damit verdoppelt sich der Faktor: 10,50 € pro Jahr pro 1 ct/kWh Tarif-Differenz. Plus SNAP. Die Verlagerer-Logik ist der echte Hebel — wer nicht verlagert, sieht selbst beim aggressivsten Tarif kaum mehr als zwei bis sieben Euro pro Monat.
Was du aus dieser Rechnung mitnehmen solltest
Ohne aktive Verlagerung sind die jährlichen Ersparnisse beim Sommertarif gering — bei kleiner Tarif-Differenz unter zwanzig Euro, selbst bei aggressivsten Tarifen rund 80 € pro Jahr. Wer einen Tagesablauf hat, der ohnehin Verbrauch in das Mittagsfenster legt, kann den Energie-Anteil etwa verdoppeln. Wer das nicht kann oder will, fährt mit einem schlanken Fixpreis-Tarif rechnerisch oft genauso gut — ohne Bindung, ohne Smart-Meter-Pflicht-Opt-in, ohne Tarif-Wechsel. Eine Übersicht aller österreichischen Stromtarif-Modelle findest du auf unserer Tarif-Hub-Seite.
Lohnt sich der Sommertarif für dich?
Beantworte drei Fragen — wir spielen dir die Einschätzung aus, die wir auch am Telefon geben würden. Keine Eingabe wird gespeichert.
1. Wann läuft dein Stromverbrauch im Sommerhalbjahr hauptsächlich?
2. In welcher Region wohnst du?
3. Hast du verlagerbare große Verbraucher?
Beantworte alle drei Fragen für deine persönliche Einschätzung.
Tipp von Christoph Kain · Country Manager Selectra DE & AT
Sommertarif oder dynamischer Tarif?
Der Sommertarif ist die einfache Variante: feste Reduktion in einem festen Zeitfenster, kein aktives Steuern nötig. Ein dynamischer Tarif folgt stündlich dem EPEX-Spotpreis — wer den Markt verfolgt und Verbrauch in einzelne Niedrigpreis-Stunden schieben kann, holt mehr heraus. Beides setzt einen Smart Meter mit Viertelstunden-Messung voraus.
Worauf du beim Wechsel achten solltest
Vor jedem Wechsel zu einem Sommertarif lohnt sich ein Blick auf vier Punkte — sie entscheiden, ob die Rechnung am Jahresende wirklich aufgeht.
Smart-Meter-Opt-in geprüft?
Ohne Viertelstunden-Werte rechnet kein Versorger den Sommer-AP ab. Im Smart-Meter-Webportal deines Netzbetreibers prüfen, ob „Übertragung der Viertelstunden-Werte" aktiv ist. Ab einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh wird das mit dem neuen ElWG ab April 2026 automatisch — alle anderen müssen selbst opt-in setzen.
Hauptzeitpreis gegen Marktfixpreis rechnen
Ein Sommer-AP von wenigen Cent klingt günstig — aber wenn der Hauptzeit-AP über günstigen Marktfixpreisen liegt und ein reiner Fixpreis am Markt bei 11–13 ct/kWh startet, kann der Sommertarif insgesamt deutlich teurer sein. Im Tarifrechner beide Optionen mit deinem realen Profil gegenüberstellen — alternativ einen indexgebundenen Tarif prüfen, wenn du den Markt aktiv verfolgst.
Grundpreis und Bindung
Doppelter Grundpreis frisst die Sommer-Ersparnis komplett auf. Bindung auf 12 oder 24 Monate kann sinnvoll sein, wenn der Tarif eine Preisgarantie hat — sonst sitzt du im Zweifel in einem Tarif, dessen Konditionen sich Mitte Vertragslaufzeit verschlechtern. Bei unbefristeten Tarifen ohne Bindung (wie VKW Strom Duo) ist das Risiko klein.
Was passiert nach der Preisgarantie?
Bei EVN endet die 12-Monats-Preisgarantie — danach gibt es ein neues Fixpreisangebot, das du aktiv annehmen musst. Nimmst du es nicht an, läufst du automatisch in Optima Aktiv mit monatlicher Preisanpassung. Das ist marktüblich, aber selten so klar kommuniziert: Wer den Folgebrief übersieht, landet in einem variablen Tarif, der nichts mehr mit dem ursprünglichen Sommertarif zu tun hat.