20 %

SNAP-Rabatt

auf Netz-Arbeitspreis · gesetzlich, automatisch

8

Tarife mit Sommer-Fenster

von 6 Versorgern · live aus der Tarif-Datenbank

16–78 €

Jahresersparnis

Standardhaushalt 3.500 kWh · ohne Verlagerung

Sommertarif, Fixpreis oder dynamischer Tarif?

Der Sommertarif sitzt genau zwischen den beiden bekannten Modellen. Auf der einen Seite der feste Preis. Auf der anderen der börsenabhängige Preis. Klick ein Modell an, um die Details zu sehen.

Sommertarif vs. SNAPSNAP steht für Sommer-Niederarbeitspreis. Ein gesetzlicher Rabatt von 20 % auf den Netz-Arbeitspreis, automatisch für alle Haushalte mit Smart Meter.: der Unterschied, den die meisten übersehen

Seit dem 1. April 2026 gibt es zwei Mechanismen, die tagsüber Strom günstiger machen. Der eine ist SNAP, kurz für Sommer-Niederarbeitspreis. Das ist ein gesetzlicher Rabatt auf den Netzanteil, den jeder Smart-Meter-Haushalt automatisch bekommt. Der andere ist der Sommertarif, das freiwillige Tarifmodell einzelner Versorger. Beide wirken im selben Zeitfenster, greifen aber an unterschiedlichen Stellen deiner Rechnung. Wer sie verwechselt, überschätzt den Effekt schnell um das Dreifache. Die erste SNAP-Saison endete am 30. September 2026. Laut Verordnungsentwurf soll der SNAP ab April 2027 wieder gelten. Für den Winter sieht derselbe Entwurf zusätzlich ein Nachtfenster von 22 bis 4 Uhr vor, den WiNAP. Ob er schon in diesem Winter greift, ist offen, denn der Entwurf tritt erst mit 1. Jänner 2027 in Kraft.

Strompreis-Anatomie als Tabelle: Komponenten Hauptzeit vs. Sommer-Fenster mit Veränderung
Komponente Hauptzeit Sommer-Fenster Veränderung
Energie-AP
~12 ct/kWh
~10 ct/kWh
−2 ct · Sommertarif
Netz-AP
~6 ct/kWh
~4,8 ct/kWh
−1,2 ct · SNAP −20 %
Steuern
~4 ct/kWh
~4 ct/kWh
= unverändert
Grundpreis
~2 ct/kWh
~2 ct/kWh
= unverändert
Beispielwerte. Bar-Längen entsprechen der relativen Größe jeder Komponente. Konkrete Beträge variieren je Versorger und Bundesland.

Einschätzung unserer Energieexpert:innen

Die häufigste Verwechslung am Telefon seit der Reform: SNAP und Sommertarif werden in einen Topf geworfen. Tatsächlich wirken sie auf getrennten Preis-Bestandteilen. SNAP reduziert nur den Netz-Arbeitspreis (rund 5–7 ct/kWh) um 20 %. Der Sommertarif einzelner Versorger reduziert den Energie-Arbeitspreis (rund 11–14 ct/kWh brutto) im selben Fenster.

Versorger kommunizieren ihre Sommer-Vorteile häufig inklusive der gesetzlichen SNAP-Wirkung. Dadurch wirkt der tarifinterne Vorteil größer, als er ist. Bei VKW Strom Duo bleiben etwa von 2,4 ct beworbener Ersparnis nach SNAP-Abzug nur 1,2 ct echte Tarif-Differenz übrig. Wer einen Sommertarif sauber bewerten will, zieht die SNAP-Komponente ab. Dann zählt nur, was der Versorger selbst beisteuert. Wer das nicht tut, überschätzt den Effekt schnell um das Zwei- bis Dreifache.

Wie der Sommertarif beim Versorger funktioniert

Mechanisch ist ein Sommertarif das Spiegelbild des klassischen Nachtstromtarifs. Ein normaler Tarif hat einen einheitlichen Arbeitspreis, also einen festen Preis pro verbrauchter Kilowattstunde. Der Sommertarif kennt dagegen zwei Preis-Zonen, bei Verbund sogar drei. Im Sommer-Fenster (Mo bis So, 10:00–16:00 Uhr, April–September) liegt der Preis niedriger als außerhalb. Der Versorger rechnet die Zonen über die Viertelstunden-Werte deines Smart Meters getrennt ab. Wer wann profitiert, hängt vom Tagesablauf ab:

Typische Stromverbrauchs-Profile im Tagesverlauf Drei Verbrauchs-Profile über 24 Stunden im Vergleich: Verlagerer mit Verbrauchsspitze im Mittagsfenster, PV-Haushalt mit nahezu null Netzbezug im Mittag, und 9-bis-17-Berufstätige mit Spitze am Abend. Das SNAP-Fenster zwischen 10 und 16 Uhr ist gelb hervorgehoben. Tages-Stromverbrauch (typische Profile) SNAP-Fenster · 10–16 Uhr Verlagerer Wallbox/Klima/Wärmepumpe Spitze im Fenster PV-Haushalt PV deckt 10–16 selbst kaum Netzbezug 9-bis-17 berufstätig Spitze am Abend Abend-Spitze nach 17 Uhr 00 06 10 16 22 24
Wer im Sommer-Fenster Netzstrom bezieht, profitiert. Verlagerer aktiv und stark. PV-Haushalte überraschend wenig, weil die PV den Bezug genau dann deckt. Wer berufstätig ist und abends verbraucht, hat keinen Vorteil im SNAP-Fenster.

Drei Mechanik-Punkte solltest du vor dem Wechsel kennen. Erstens: Es ist ein eigener Tarif, kein Schalter. Du wechselst zu einem anderen Tarifprodukt deines Versorgers. Das bringt einen eigenen Grundpreis und eine eigene Bindung mit. Zweitens: Du brauchst einen Smart Meter mit Opt-in zur Viertelstunden-Messung. Bei einem Verbrauch über 5.000 kWh sind Viertelstunden-Werte nach dem ElWG schon Standard. Ab 1. Jänner 2027 gilt das schon über 1.500 kWh. Drittens: Außerhalb des Sommer-Fensters zahlst du einen höheren Arbeitspreis. Der gehört fest zum Tarif. Und rund 85 % deines Jahresverbrauchs fallen außerhalb dieses Fensters an. Genau dieser Preis ist also entscheidend. Liegt er über einem günstigen Fixpreis-Tarif, frisst er den Sommer-Vorteil komplett auf.

Ein Sonderfall sind Haushalte mit elektrischer Heizung, also Nachtspeicher oder Wärmepumpe im Winterbetrieb. Ihr Verbrauch liegt vor allem im Winter. Der Sommertarif wirkt aber nur von April bis September. Für diese Haushalte zählt der Hauptzeitpreis noch mehr. Der Sommer-Vorteil bleibt dann noch kleiner.

Lohnt sich der Sommertarif für dich?

Beantworte vier kurze Fragen. Wir spielen dir die Einschätzung aus, die wir auch am Telefon geben würden. Keine Eingabe wird gespeichert.

1. Wann läuft dein Stromverbrauch im Sommerhalbjahr hauptsächlich?

2. In welcher Region wohnst du?

3. Hast du verlagerbare große Verbraucher?

4. Heizt du mit Strom (Nachtspeicher oder Wärmepumpe)?

Christoph Kain

Tipp von Christoph Kain · Country Manager Selectra DE & AT

Sommertarif oder dynamischer Tarif?

Der Sommertarif ist die einfache Variante. Feste Reduktion, festes Zeitfenster, kein aktives Steuern. Ein dynamischer Tarif folgt stündlich dem Börsenpreis. Wer den Markt verfolgt und Verbrauch in günstige Stunden schiebt, holt mehr heraus. Wo der Sommertarif genau zwischen beiden steht, siehst du oben im Modell-Vergleich.

Versorger mit Sommertarif: die aktuelle Liste

Aktuell bieten 6 Versorger insgesamt 8 Tarife mit explizitem Sommer-Fenster an: Energie AG Oberösterreich, Verbund, smartENERGY, Stadtwerke Feldkirch, Stadtwerke Köflach und Vorarlberger Kraftwerke AG. Die Liste wird live aus unserer Tarif-Datenbank gerendert. Erscheint ein neuer Tarif unter dem Sommer-Filter, taucht er hier automatisch auf.

Mehrere große Landesversorger fehlen noch im Sommertarif-Segment. Der Markt ist erst wenige Wochen alt. Weitere Anbieter ziehen voraussichtlich nach. Die meisten Tarife sind an Netzgebiete oder Vertriebsregionen gebunden. Du hast als Verbraucher:in also selten freie Wahl zwischen allen. Wir vergleichen sie hier, um die Mechaniken sichtbar zu machen.

Aktuelle Liste österreichischer Stromanbieter mit Sommer-Fenster: Konditionen und Stand pro Tarif
Anbieter & Tarif Region Jahres-Gesamtpreis
ab · 3.500 kWh
Mit Rabatt Stand
Energie AG Oberösterreich
Feel Good Smart
österreichweit 820,00 € — 24.6.2026
Verbund
V-Strom ZONE
österreichweit 970,00 € — 23.6.2026
smartENERGY
smartNIGHT
österreichweit 882,00 € — 8.6.2026
smartENERGY
smartTIMES
österreichweit 811,00 € — 25.5.2026
Stadtwerke Feldkirch
NEO
Vorarlberg 857,00 € — 23.6.2026
Stadtwerke Köflach
Fair Strom Tag/Nacht
Steiermark 1 127,00 € — 25.5.2026
Stadtwerke Köflach
öko-styria 100% Ökostrom Tag/Nacht
Steiermark 1 381,00 € — 25.5.2026
Vorarlberger Kraftwerke AG
Strom Duo
Vorarlberg 921,00 € 803,00 € 23.6.2026

Jahres-Gesamtpreis = günstigster Wert über alle abgefragten Bundesländer für einen Standardhaushalt mit 3.500 kWh, Bruttobeträge inkl. 20 % USt. Stand = letzte Verifikation des jeweiligen Tarifs in unserer Tarif-Datenbank. Den genauen Sommer- und Hauptzeit-Arbeitspreis pro Tarif rechnen wir dir gerne am Telefon vor.

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Sommertarif oder Fixpreis? Wir rechnen nach

Unsere Energieberater:innen prüfen für deinen Verbrauch, deine PLZ und dein Tagesprofil, ob ein Sommertarif gegenüber dem heute günstigsten Fixpreis in deiner Region rechnerisch besser fährt.

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Rechenbeispiel: Was ein Sommertarif bringt, mit Formel zum Selber-Rechnen

Für die Rechnung nehmen wir den österreichischen Standardhaushalt: 3.500 kWh Jahresverbrauch, Smart Meter mit aktivierten Viertelstunden-Werten. Nach Annahme der E-Control fallen etwa 15 % des Jahresverbrauchs in das Fenster 10:00–16:00 Uhr im Halbjahr April–September. Das entspricht 525 kWh. Die SNAP-Komponente entnehmen wir der AK Oberösterreich (10 bis 15 € pro Jahr für 3.500 kWh).

Die Ersparnis lässt sich auf jeden Tarif aus der Tabelle oben anwenden. Du brauchst nur die Differenz zwischen Sommer-Arbeitspreis und Standard-Arbeitspreis des Tarifs. Die Formel ist linear.

Die Formel

Sinkt der Arbeitspreis im Sommer-Fenster um 1 ct/kWh, sparst du pro 100 kWh Verbrauch genau 1 €. Bei einem Verbrauch von 525 kWh im Sommer-Fenster entspricht das in unserem Beispiel einer jährlichen Ersparnis von 5,25 €.

Plus SNAP: 10 bis 15 € pro Jahr für 3.500 kWh (AK-OÖ). Gesetzlich, gleich bei allen Versorgern, kommt automatisch obendrauf, wenn du Smart Meter + Opt-in hast.

Markt-Range heute

Aktuelle Differenzen beim Sommer-Arbeitspreis am österreichischen Markt liegen zwischen rund 1 ct/kWh (kleinere Differenz aus einem 2-Zonen-Tarif) und rund 12 ct/kWh (3-Zonen-Tarif mit aggressivem Mittag-Preis).

Das ergibt bei 525 kWh Mittag-Verbrauch eine Bandbreite von rund 5 € bis 63 € pro Jahr auf der Energie-Komponente. Plus SNAP (10 bis 15 €) gleich oben drauf. Die konkrete Differenz pro Tarif rechnen wir dir gerne am Telefon vor.

Annahmen: 3.500 kWh Jahresverbrauch, 15 % Verbrauchsanteil im Sommer-Mittag-Fenster (E-Control-Annahme), keine aktive Verbrauchsverlagerung. Bruttowerte inkl. 20 % USt. Reale Ersparnis abhängig vom individuellen Lastprofil.

Variante: aktiver Verlagerer

Wer Verbrauch gezielt in das Mittagsfenster verlagert (Wallbox-Mittagsladen, Wärmepumpe mit Pufferspeicher tagsüber, Klimaanlage), kommt auf rund 30 % Anteil im SNAP-Fenster statt 15 %. Damit verdoppelt sich der Faktor: 10,50 € pro Jahr pro 1 ct/kWh Tarif-Differenz. Plus SNAP. Die Verlagerer-Logik ist der echte Hebel. Wer nicht verlagert, sieht selbst beim aggressivsten Tarif kaum mehr als zwei bis sieben Euro pro Monat.

Was du aus dieser Rechnung mitnehmen solltest

Ohne aktive Verlagerung sind die jährlichen Ersparnisse beim Sommertarif gering. Bei kleiner Tarif-Differenz bleiben sie unter zwanzig Euro. Selbst bei den aggressivsten Tarifen sind es rund 80 € pro Jahr. Wer ohnehin Verbrauch in das Mittagsfenster legt, kann den Energie-Anteil etwa verdoppeln. Wer das nicht kann oder will, fährt mit einem schlanken Fixpreis-Tarif rechnerisch oft genauso gut. Das geht ohne Bindung, ohne Smart-Meter-Opt-in-Pflicht und ohne Tarif-Wechsel. Eine Übersicht aller österreichischen Stromtarif-Modelle findest du auf unserer Tarif-Hub-Seite.

Worauf du beim Wechsel achten solltest

Vor jedem Wechsel zu einem Sommertarif lohnt sich ein Blick auf vier Punkte. Sie entscheiden, ob die Rechnung am Jahresende wirklich aufgeht.

01

Smart-Meter-Opt-in geprüft?

Ohne Viertelstunden-Werte rechnet kein Versorger den Sommer-Arbeitspreis ab. Prüfe im Smart-Meter-Webportal deines Netzbetreibers, ob „Übertragung der Viertelstunden-Werte" aktiv ist. Über 5.000 kWh Jahresverbrauch sind Viertelstunden-Werte nach dem ElWG schon Standard. Ab 1. Jänner 2027 gilt das schon über 1.500 kWh. Alle anderen setzen das Opt-in selbst.

02

Hauptzeitpreis gegen Marktfixpreis rechnen

Ein Sommer-Arbeitspreis von wenigen Cent klingt günstig. Aber der Hauptzeit-Arbeitspreis kann über günstigen Marktfixpreisen liegen. Startet ein reiner Fixpreis am Markt schon bei 11–13 ct/kWh, ist der Sommertarif insgesamt oft deutlich teurer. Stelle beide Optionen im Tarifrechner mit deinem realen Profil gegenüber. Alternativ kannst du einen indexgebundenen Tarif prüfen, wenn du den Markt aktiv verfolgst.

03

Grundpreis und Bindung

Doppelter Grundpreis frisst die Sommer-Ersparnis komplett auf. Eine Bindung auf 12 oder 24 Monate kann sinnvoll sein, wenn der Tarif eine Preisgarantie hat. Sonst sitzt du im Zweifel in einem Tarif, dessen Konditionen sich mitten in der Laufzeit verschlechtern. Bei unbefristeten Tarifen ohne Bindung (wie VKW Strom Duo) ist das Risiko klein.

04

Was passiert nach der Preisgarantie?

Bei EVN endet die 12-Monats-Preisgarantie. Danach gibt es ein neues Fixpreisangebot, das du aktiv annehmen musst. Nimmst du es nicht an, läufst du automatisch in Optima Aktiv mit monatlicher Preisanpassung. Das ist marktüblich, aber selten so klar kommuniziert. Wer den Folgebrief übersieht, landet in einem variablen Tarif. Der hat nichts mehr mit dem ursprünglichen Sommertarif zu tun.