Jetzt sofort

Sofortmaßnahmen — was du JETZT tun musst

01

Sicherungen prüfen

Sprungen Sicherung im Kasten? Wieder rein — der Ausfall war nur bei dir.

02

Nachbarn checken

Sind andere auch betroffen? Dann Netzbetreiber anrufen — nicht Feuerwehr.

03

Geräte vom Netz

Laptop, TV, Konsole, Server ausstecken — Überspannung beim Wiederzuschalten zerstört Elektronik.

04

Kühlschrank zu

Tür geschlossen lassen — hält ~4 h, Tiefkühler bis 24 h. Jedes Öffnen verkürzt das.

05

Bei Lebensgefahr

Beatmung/Sauerstoff/Dialyse → 144. Person im Aufzug/Lift → 122.

06

Licht organisieren

Taschenlampe oder Handy, keine Kerzen unbeaufsichtigt — vor allem nicht nahe Vorhängen.

Was bei längerem Ausfall ebenfalls ausfällt

Ein längerer Stromausfall zieht mehr mit sich, als die meisten denken — drei Dinge, die ab zwei, drei Stunden Ausfall relevant werden:

Heizung fällt aus

Gasthermen und moderne Heizungen brauchen Strom für Steuerung, Pumpe und Zündung — auch bei intaktem Gasanschluss bleibt die Wohnung kalt.

Wasserdruck im Hochhaus

In oberen Stockwerken kommt nach der ersten Stunde nichts mehr aus der Leitung — Druckpumpen am Hausanschluss laufen elektrisch.

Handy-Empfang

Mobilfunkmasten haben nur 30–60 Min Akku-Reserve. Backup: analoges Festnetz-Telefon direkt an der TAE-Dose, ohne Stromanschluss.

Was du jetzt NICHT tun darfst

  • Notstromaggregat im Haus betreiben — Kohlenmonoxid ist geruchlos und tödlich. Generatoren gehören ausschließlich ins Freie, mindestens 5 Meter von Fenstern entfernt.
  • Kerzen unbeaufsichtigt brennen lassen — vor allem nicht in der Nähe von Vorhängen, Möbeln oder Papier. Hauptbrandquelle bei länger andauernden Ausfällen.
  • Tiefgefrorenes nach mehr als 24 Stunden ohne Strom roh weiterverwenden — was bereits aufgetaut ist, gehört verarbeitet oder entsorgt, nicht zurück in den Tiefkühler.
  • Den Aufzug benutzen, falls der Strom punktuell zurückkommt — ein zweiter Ausfall lässt dich darin stecken.
  • Feuerwehr oder Polizei anrufen — du blockierst die Notrufleitung für echte Einsätze. Zuständig ist der Netzbetreiber.
Nach dem Ausfall — Tarif vergleichen

Ein Ausfall ist ein guter Anlass, die Rechnung zu prüfen

Kostenloser Tarif-Check am Telefon — wir sagen dir auch, wenn deine Rechnung schon in Ordnung ist.

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Warum kommt es zu einem Stromausfall?

Die meisten Stromausfälle haben eine physische Ursache — und sie liegt fast immer beim Netz, nicht beim Stromanbieter. Aus der E-Control-Statistik die fünf häufigsten Auslöser, nach Häufigkeit sortiert:

01

Wetter

Sturm, Hagel, Schneelast, Blitz — die mit Abstand häufigste Ursache, vor allem in Vorarlberg, Tirol und Kärnten.

häufigste Ursache
02

Bauarbeiten

Bagger treffen Mittelspannungskabel — die ärgerlichsten Ausfälle, weil sie meist zur Hauptverkehrszeit passieren.

häufig
03

Tiere

Marder und Vögel an Mittelspannungsleitungen, regional sehr unterschiedlich (Marder mehr im Westen).

regional
04

Technische Defekte

Trafostationen, Schaltanlagen, Überlastung im Netz — selten, aber dann meist lokal länger andauernd.

selten
05

Verkehrsunfälle

Angefahrene Strommasten, vor allem im Flachland und entlang von Bundesstraßen.

sehr selten

Aus der Beratung: Ein Ausfall im Februar bei Sturm ist Routine — der Netzbetreiber arbeitet typischerweise schon, bevor du anrufst. Ein Ausfall mitten am Werktag ohne erkennbare Ursache verdient eher einen Anruf zur Klärung.

Was kommt nach den Sofortmaßnahmen?

Wenn der Strom wieder fließt, ist die Sache nicht automatisch erledigt. Drei Schritte, die in den ersten 24 Stunden nach Wiederkehr Sinn ergeben:

1. Geräte einzeln wieder anstecken

Alles auf einmal anzustecken überlastet das Hausnetz und kann gleich die nächste Sicherung herausschießen. Reihenfolge: Kühlschrank zuerst, dann Heizung und Warmwasser, dann Unterhaltungselektronik. Wenn eine Sicherung beim Hochfahren auslöst, ist meist ein konkretes Gerät kaputt — Sicherung wieder hinein, Geräte einzeln testen.

2. Lebensmittel-Check

Faustregel: Kühlschrank-Inhalt nach 4 Stunden ohne Strom kritisch, Tiefkühl-Inhalt nach 24 Stunden ohne Strom kritisch. Fleisch, Fisch, offene Milchprodukte und angebrochene Speisereste im Zweifel entsorgen. Tiefgefrorenes mit noch sichtbaren Eiskristallen kannst du erneut einfrieren — alles, was komplett aufgetaut ist, in den nächsten 24 Stunden verarbeiten.

3. Schäden dokumentieren

Wenn der Wiedereinschalt-Vorgang ein Gerät beschädigt hat, fotografiere es, hebe Belege auf und melde es deiner Haushalts- oder Elektrogeräteversicherung. Ein pauschaler Schadenersatz vom Netzbetreiber ist in Österreich selten — die gesetzliche Haftung greift nur bei grober Fahrlässigkeit, was bei normalen Ausfällen praktisch nie der Fall ist.

Wer haftet bei Schäden — und zahlt eine Versicherung?

Eine der häufigsten Fragen in unserer Beratung nach einem größeren Ausfall: "Mein Laptop ist kaputt, wer ersetzt das?" Die Antwort ist leider unbequem.

Haftung des Netzbetreibers

Die gesetzliche Haftung für Versorgungsunterbrechungen ist in Österreich auf grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz beschränkt. Bei wetterbedingten Ausfällen, Tier- oder Bauschäden ist das praktisch nie nachweisbar. Anders als in Deutschland (§ 18 Abs. 2 NAV) gibt es keinen automatischen Entschädigungsanspruch nach einer bestimmten Ausfalldauer.

Haushaltsversicherung

Schäden durch Überspannung beim Wiedereinschalten sind in vielen modernen Haushaltsverträgen mitversichert — aber nicht in allen. Schau in den Bedingungen nach dem Begriff "Überspannungsschäden" oder "Überspannung durch Blitz und Wiedereinschalten". Wenn er fehlt, ist deine Versicherung wahrscheinlich nicht zuständig. In unseren Beratungen sehen wir, dass ältere Verträge das oft ausschließen — bei Verlängerung lohnt sich der Blick.

Was du selbst vorbeugen kannst

  • Überspannungsschutz-Steckdosen für Laptop, Fernseher, Spielkonsole, Server — kosten 15 bis 40 Euro, fangen die Wiederzuschalt-Spitze ab
  • USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) für Heimnetzwerk-Router und Arbeitsplätze im Homeoffice — sinnvoll, wenn ein Ausfall direkten finanziellen Schaden bedeutet
  • Backup eines wichtigen Tiefkühl-Vorrats auslagern, wenn du auf Eingefrorenes angewiesen bist

Wie zuverlässig ist das österreichische Stromnetz?

Die kurze Antwort: extrem zuverlässig. Die E-Control veröffentlicht jedes Jahr zwei Kennzahlen, die das messen — Österreich gehört regelmäßig zur europäischen Spitzengruppe. Das heißt nicht, dass nichts passieren kann; es heißt, dass die statistische Ausfallzeit pro Haushalt sehr gering ist.

SAIDI

~ 30 Min.

Durchschnittliche Ausfallzeit pro Endkunde und Jahr (System Average Interruption Duration Index)

SAIFI

~ 0,5

Durchschnittliche Anzahl Unterbrechungen pro Endkunde und Jahr (System Average Interruption Frequency Index)

Werte gerundet, gemittelt über die letzten Jahre laut E-Control-Versorgungs­qualitätsbericht. Im EU-Vergleich liegt Österreich konstant unter den besten fünf Ländern — Deutschland erreicht ähnliche Werte, Polen und Bulgarien deutlich höhere Ausfallzeiten.

Blackout-Vorsorge — der österreichische Ansatz

Ein echter Blackout — also der großräumige Ausfall über Stunden oder Tage — ist in AT extrem unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Drei Institutionen koordinieren die Vorsorge:

  • APG (Austrian Power Grid) betreibt das Übertragungsnetz und hat ein Netzwiederaufbau-Konzept — bei einem Blackout würde der Strom zellweise wieder eingeschaltet, beginnend bei den großen Wasserkraftwerken, die schwarzstart-fähig sind.
  • Bundesministerium für Inneres und der Zivilschutzverband (siz.at) betreiben die zivile Vorsorge — Aufruf zum „Krisenfit"-Vorrat (Wasser, Lebensmittel, batteriebetriebenes Radio) für mindestens 14 Tage.
  • Bundesheer hat im offiziellen Blackout-Konzept Aufgaben zur Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur und zur Verkehrslenkung definiert.

Was du als Haushalt realistisch tun kannst: 14 Tage Trinkwasser (2 l pro Person pro Tag), haltbare Lebensmittel, ein batteriebetriebenes Kurbel-Radio (UKW für ORF-Notbetrieb), Kerzen oder LED-Laternen mit Ersatz-Akkus, Bargeld in kleinen Scheinen. Mehr braucht es im realistischen Szenario nicht — eine völlige Selbstversorgung über Wochen ist auch in den offiziellen Konzepten nicht der Anspruch.