Was sind Smart Meter und was können sie?

Smart Meter sind elektronische Stromzähler, die den Stromverbrauch in deinem Haushalt messen und ihn automatisch an deinen Netzbetreiber weiterleiten. du musst deinen Stromzähler nicht länger selbst ablesen. Verfügst du zusätzlich über eine PV-Anlage, misst der Smart Meter auch die ins Netz eingespeiste Energie.

Smart Meter können alles, was klassische Stromzähler können — und mehr:

  • Fernablesung durch den Netzbetreiber
  • Verbrauchsanzeige am Display und im Online-Portal des Versorgers
  • Messung der eigenen Stromerzeugung (z. B. Wärmepumpen oder Photovoltaik-Anlagen)
  • Bequeme Ein- und Abschaltung aus der Ferne — etwa beim Umzug

Vor- und Nachteile

Wie bei jeder technischen Neuerung gibt es Vor- und Nachteile, die du kennen sollten. Smart Meter waren in der Anfangsphase umstritten — heute überwiegen für die meisten Haushalte die Vorteile, sofern man sich der Datenschutz-Optionen bewusst ist.

Vorteile

  • Zeitnahe Aufzeichnung — alle 15 Minuten möglich, keine jährliche Vor-Ort-Ablesung mehr.
  • Detaillierte Auswertung — Sparmaßnahmen treffen, Stromfresser identifizieren, passenden Tarif wählen.
  • Voraussetzung für dynamische Tarife — nur mit IME-Konfiguration werden indexgebundene Float-Tarife möglich.
  • Weniger Aufwand bei Umzug — Ummeldung und Aktivierung aus der Ferne.
  • Geringerer Eigenverbrauch — Smart Meter brauchen 5–8 % weniger Energie als klassische Zähler.
  • Keine Zusatzkosten — gedeckt über das Messleistungsentgelt im Netzanteil.

Nachteile

  • Genauigkeit — In ersten Studien zeigten frühe Geräte teils deutliche Messabweichungen. In Österreich werden eingesetzte Smart Meter vor der Freigabe zusätzlich vom Eichamt geprüft.
  • Datenschutz — Aus den übermittelten Verbrauchsdaten lassen sich theoretisch Verhaltensmuster ableiten (Anwesenheit, Geräteeinsatz). Wer das nicht möchte, wählt die Opt-Out-Konfiguration.
  • Cyberattacken — Ein vernetztes Gerät im Haus erweitert die Angriffsfläche. Netzbetreiber arbeiten daher mit zertifizierten Sicherheitsstandards.

Mythos & Fakt

Oft heißt es, Smart Meter würden durch erhöhte Strahlung die Gesundheit gefährden. Das stimmt nicht: Die Strahlenbelastung liegt weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Diese ist nicht mit Mobilfunkstrahlung vergleichbar, da man dem Gerät weder dauerhaft noch in unmittelbarer Körpernähe ausgesetzt ist.

Was kostet ein Smart Meter?

Für dich als Haushalt ist die Installation kostenlos — der Netzbetreiber trägt Anschaffung, Einbau, Wartung und Austausch. Die laufenden Kosten werden über das Messleistungsentgelt abgerechnet, das im Netzanteil deiner Stromrechnung enthalten ist.

Die Höhe legt jeder Netzbetreiber individuell fest und liegt aktuell im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich pro Jahr (netto). Den genauen Betrag findest du im Tarifblatt deines Netzbetreibers oder in der Aufschlüsselung deiner Jahresabrechnung. Den Bezugsanteil — also den Strompreis selbst — vergleichst du weiter ganz normal über unseren Tarifrechner.

Wann erfolgt die Smart Meter Installation bei dir?

du hast noch keinen Smart Meter im Haus? Der Rollout läuft seit 2009 und wird in jedem Bundesland vom zuständigen Netzbetreiber gesteuert. Wenn du mit der Installation einverstanden sind, musst du nur warten — du wirst vorab schriftlich informiert. Möchtest du ablehnen, findest du deine Optionen im nächsten Abschnitt. Bei Fragen zum konkreten Termin in deiner Region wendest du sich an deinen lokalen Netzbetreiber.

Österreichische Netzbetreiber je Bundesland
Bundesland Netzbetreiber
WienWiener Netze
NiederösterreichNetz Niederösterreich
OberösterreichNetz Oberösterreich GmbH
LinzLinz Stromnetz
BurgenlandNetz Burgenland
SteiermarkEnergie Steiermark
GrazStromnetz Graz
KärntenKNG Kärnten Netz GmbH
SalzburgSalzburg Netz GmbH
TirolTinetz
InnsbruckIKB
VorarlbergVorarlberger Energienetze GmbH

Kann man in Österreich Smart Meter ablehnen?

In ganz Österreich werden klassische Stromzähler in Privathaushalten schrittweise durch Smart Meter ersetzt. Steht die Installation in deinem Wohnsitz an, bleibt die Frage: Musst du das? Oder kannst du ablehnen?

Die kurze Antwort lautet ja und nein. Die Installation selbst kannst du nicht verhindern — das Gerät wird angebracht. du hast aber das Recht auf eine sogenannte "Opt-Out"-Konfiguration. Diese verhindert die regelmäßige Speicherung und Übertragung deiner Verbrauchswerte. Die Einführungsverordnung verpflichtet deinen Netzbetreiber, dem Wunsch zu entsprechen.

So beantrag den Opt-Out

01

Antrag stellen

Per Brief, E-Mail oder Online-Formular an deinen Netzbetreiber. Eine formlose Mitteilung genügt — die Adresse findest du auf der Netzbetreiber-Seite.

02

Daten angeben

Name, Adresse und deine Zählpunktbezeichnung reichen aus. Eine Begründung ist nicht erforderlich.

03

Umstellung abwarten

In der Regel innerhalb von vier Wochen erledigt. du kannst jederzeit kostenfrei wieder zu IMS oder IME wechseln.

Beratung in 5 Minuten

Unsicher beim Smart Meter Opt-Out?

Unsere Energieberater:innen erklären dir, welche Konfiguration (DSZ, IMS oder IME) zu deinem Verbrauch passt — und welcher Tarif sich danach lohnt.

  • Kostenlose Beratung
  • Unabhängiger Vergleich
  • Kein Risiko

Smart Meter Konfiguration: Optionen für österreichische Haushalte

du hast drei Optionen bei der Konfiguration deines Smart Meters. du kannst die Einstellung jederzeit kostenfrei wechseln.

01

DSZ · Opt-Out

Digitaler Standardzähler

Speichert grundsätzlich keine Verbrauchswerte. Anlassbezogene Ablesung — z. B. zur Jahresabrechnung, beim Umzug oder Anbieterwechsel.

02

IMS · Standard

Intelligentes Messgerät

Misst alle 15 Minuten, übermittelt aber nur einmal täglich den Tagesverbrauch als Summenwert an den Netzbetreiber.

03

IME · Opt-In

Erweiterte Konfiguration

Misst alle 15 Minuten und übermittelt sämtliche Werte am Tagesende. Voraussetzung für zeitvariable Tarife wie indexgebundene Float-Tarife.

Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede der drei Konfigurationen im Detail.

Smart Meter Einstellungsoptionen im Vergleich
Funktion DSZ (Opt-Out) IMS IME (Opt-In)
Übertragung des Tagesverbrauchswerts (Durchschnitt)
Übertragung aller Viertelstundenwerte
Anlassbezogene Ablesung
Fern-Ein- und -Abschaltung
Begrenzung der Leistung
Zeitabhängige Verrechnung möglich
Genaue Verbrauchsanalyse
Verbrauchsanalyse in Stichproben

Quelle: Wahlmöglichkeiten für Haushalte, E-Control.

Smart Meter Österreich — Rollout-Stand und Sinn der Umstellung

Smart Meter sind ein essenzieller Baustein der Energiewende: Diese Geräte erlauben die Umgestaltung der Stromversorgung hin zu mehr Flexibilität und besserer Integration erneuerbarer Energien. Der Rollout läuft seit 2009 und sollte ursprünglich bis Ende 2022 mindestens 95 % aller Haushalte erreichen — diese Frist wurde nicht eingehalten und mehrfach verlängert. Die Quote variiert stark nach Netzgebiet: Einzelne Netzbetreiber wie die Wiener Netze haben die Umrüstung nahezu abgeschlossen, in anderen Regionen läuft der Austausch noch.

Das Smart Metering soll Haushalte dazu anregen, ihren Stromverbrauch zu beobachten und ihr Nutzungsverhalten anzupassen. Idealerweise werden so unnötige Stromfresser identifiziert, energieeffiziente Geräte eingesetzt und nachhaltige Tarife gewählt — mit dem Ziel, Stromkosten zu senken und das Verhalten umweltfreundlicher zu gestalten.

Wer den nächsten Schritt gehen möchte, findet im Ratgeber zu indexgebundenen Float-Tarifen die passenden Anbieter — alle setzen die IME-Konfiguration des Smart Meters voraus. Weitere Hintergründe rund um Strompreis und Verbrauch findest du in unserer Rubrik nützliche Infos.