Das Wichtigste zuerst

  • Zwei bis vier Wochen vor Einzug anmelden, so läuft am Tag X alles ohne Lücke
  • Du brauchst: Zählpunktbezeichnung, Zählerstand am Einzugstag, persönliche Daten, IBAN
  • Ohne aktive Anmeldung landest du in der Grundversorgung, meistens 20 – 35 % über dem günstigsten Marktanbieter
  • Im Tarifrechner Anbieter vergleichen, und direkt online anmelden

Wann muss ich den Strom anmelden?

Sobald du in eine neue Wohnung einziehst oder ein Eigenheim beziehst, brauchst du einen Stromvertrag, entweder einen neuen oder den bestehenden auf die neue Adresse mitgenommen. Wichtig: ohne aktive Anmeldung versorgt dich der lokale Netzbetreiber automatisch in der Grundversorgung. Ein Stromausfall am Einzugstag droht also nicht, eine Kostenfalle aber sehr wohl.

In unseren Beratungen sehen wir das ständig: Kund:innen rufen drei Monate nach dem Einzug an, weil die erste Jahresabrechnung in der Grundversorgung gelandet ist, und plötzlich 300 € höher liegt als nötig. Der Trick ist nicht später, sondern früher anmelden.

Praxis-Empfehlung: zwei bis vier Wochen vor dem Einzugstermin den Vertrag abschließen. Die Anbieter brauchen typisch zwei bis fünf Werktage für die Aktivierung, alles darüber ist Puffer für fehlende Daten oder Rückfragen vom Netzbetreiber.

Welche Unterlagen brauchst du für die Strom-Anmeldung?

Die Anbieter fragen alle ähnliche Daten ab. Wenn du diese fünf Punkte vorbereitet hast, dauert die Online-Anmeldung keine zehn Minuten:

  • Persönliche Daten, Vor- und Nachname, Geburtsdatum, neue Anschrift, E-Mail, Telefon.
  • Zählpunktbezeichnung (33 Stellen, Format AT00…), die bundesweit eindeutige Nummer deines Anschlusses. Findest du auf der letzten Stromrechnung der Vormieter:in oder bekommst sie vom Netzbetreiber. Wenn du sie nicht hast, holt der Anbieter sie selbst, geht nur ein bis zwei Tage länger.
  • Zählernummer + Zählerstand am Einzugstag, bei klassischen Zählern selbst ablesen und fotografieren. Bei einem Smart Meter übermittelt der Netzbetreiber den Wert automatisch.
  • IBAN für SEPA-Lastschrift, die meisten Anbieter gewähren ohne Lastschrift keine Online-Tarife oder verlangen einen Aufpreis.
  • Mietvertrag oder Kaufvertrag, wird selten aktiv verlangt, sollte aber griffbereit sein, falls der Anbieter eine Berechtigungsprüfung macht.

Tipp aus der Beratung

Den Zählerstand am Einzugstag mit Foto dokumentieren, Datum, ganzer Zähler inklusive Nummer im Bild. Bei Streit um die Erstabrechnung ist das der einzige Nachweis, der hält.

Strom anmelden in der neuen Wohnung, in vier Schritten

Ob du aus dem Elternhaus, einer alten Wohnung oder dem Ausland einziehst, die Schritte sind identisch. Die Reihenfolge ist wichtig: erst vergleichen, dann anmelden. Wer in der Reihenfolge umdreht (Grundversorgung erst, später wechseln), zahlt während der Wechselzeit den teuren Tarif.

  1. 01

    Schritt 01

    Verbrauch grob abschätzen

    Single in 50 m² ≈ 1.500 – 2.000 kWh, 2-Personen-Haushalt ≈ 2.800 – 3.500 kWh, Haus mit Wärmepumpe schnell 5.000 – 7.000 kWh. Der grobe Wert reicht für den Vergleich.

  2. 02

    Schritt 02

    Tarif vergleichen, Fix, Variabel oder Dynamisch

    Im Tarifrechner PLZ und Verbrauch eingeben. Festpreis = Planbarkeit über die Vertragslaufzeit. Variabel = Anbieter darf gemäß Indexformel anpassen. Dynamisch = stündliche Börsenpreise (nur sinnvoll mit Smart Meter + steuerbarem Verbrauch).

  3. 03

    Schritt 03

    Online anmelden

    Direkt beim gewählten Anbieter den Vertrag abschließen. Persönliche Daten, Zählpunktbezeichnung (wenn vorhanden), Einzugsdatum, IBAN. Anbieter erledigt die Kommunikation mit dem alten Versorger und dem Netzbetreiber.

  4. 04

    Schritt 04

    Zählerstand am Einzugstag übermitteln

    Foto vom Zähler + Ablesedatum per Online-Portal oder Telefon an den Anbieter. Damit startet die Abrechnung auf Basis des realen Verbrauchs, nicht einer Schätzung.

Du ziehst innerhalb Österreichs um und hast bereits einen Stromvertrag?

Dann ist eine reine Ummeldung oft bequemer, aber nicht automatisch günstiger. Wir zeigen auf der Umzug-Seite, wann sich ummelden rechnet und wann der Umzug der beste Wechselanlass ist.

Strom im Haus anmelden, Sonderfälle Eigenheim

Strom anmelden für ein Bestandshaus

Bei einem gekauften Bestandshaus läuft die Anmeldung im Prinzip wie in einer Wohnung: Zählpunktbezeichnung holen, Zählerstand am Übergabetag dokumentieren, neuen Vertrag abschließen. Drei Punkte sind aber anders als bei der Mietwohnung:

  • Höherer Verbrauch. Häuser brauchen typisch 30 – 80 % mehr Strom als eine vergleichbar große Wohnung, Außenbeleuchtung, mehr Standby, oft Wärmepumpe oder Durchlauferhitzer. Gib dem Anbieter einen ehrlich höheren Verbrauchswert an, sonst landest du in einer Tarifkategorie, die preislich nicht zu deinem Bedarf passt.
  • Übernahme prüfen. Mit der Vorbesitzer:in absprechen: läuft der Stromvertrag weiter und wird umgeschrieben, oder kündigt sie und du startest neu? Ein Neuvertrag ist fast immer der bessere Hebel, Bestandstarife sind selten konkurrenzfähig.
  • Alle Zähler dokumentieren. Strom, Gas, Wasser, am Übergabetag ablesen und gemeinsam unterschreiben lassen. Bei Streit um die Übergabe sind das die einzigen belastbaren Zahlen.

Strom anmelden für einen Neubau

Beim Neubau kommen zwei Schritte vor der eigentlichen Tarifwahl: Baustrom während der Bauphase und der Netzanschluss für das fertige Haus.

  • Baustrom liefert der örtliche Grundversorger über einen separaten Baustromkasten mit eigenem Zähler. Anmeldung über die Elektroinstallationsfirma oder direkt. Einmalige Anschlusskosten typisch 200 – 500 €, plus Verbrauch zum Grundversorger-Tarif.
  • Netzanschluss parallel zum Bauantrag beim örtlichen Netzbetreiber beantragen. Das Netzzutrittsentgelt liegt je nach Bundesland und Anschlussleistung bei 800 – 2.500 € einmalig. Unterlagen zum Anschluss bekommst du von deiner:m Bauleiter:in oder Elektroplaner:in.
  • Tarifwahl erst, wenn der Hausanschluss aktiv ist. Bis dahin liefert standardmäßig der Grundversorger, sobald der Zähler eingebaut ist, kannst du sofort wechseln.

Rechen-Einordnung

Grundversorgung kostet auf 4.500 kWh Jahresverbrauch (typisches Haus) gegenüber einem Top-3-Tarif aktuell rund 200 – 350 € pro Jahr mehr. Wer in der Bauphase nicht aktiv wird, verschenkt das im ersten Bezugsjahr fast vollständig.

Beim Anmelden gleich den richtigen Tarif wählen

Die häufigste Frage am Telefon: "Welcher Tarif ist für mich der günstigste?" Die ehrliche Antwort: kommt drauf an, wie planungssicher du sein willst und wie viel Risiko du tragen kannst. Drei Tarifarten gibt es in Österreich:

Tarifart Preis-Verhalten Passt zu …
Festpreis Energiepreis fix über Vertragslaufzeit (12 / 24 Monate) Planungssicherheit, festes Budget
Variabel (indexgebunden) Anbieter darf nach Indexformel anpassen, typisch quartalsweise Risikobereitschaft, bei fallenden Großhandelspreisen vorteilhaft
Dynamisch Stündlicher Börsenpreis Smart Meter + steuerbarer Verbrauch (PV, E-Auto, Wärmepumpe)

Was wir am Telefon oft hören: "Ich nehm einfach 100 % Ökostrom." Verständlich, aber Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. In Österreich darfst du jeden Tarif als "grün" labeln, wenn du Herkunftsnachweise dazukaufst, oft aus norwegischer Wasserkraft, hat mit deinem tatsächlichen Strom wenig zu tun. Wer echte Nachhaltigkeit will, achtet auf das UZ46-Zertifikat des Umweltbundesamts, das bedeutet eigene Erzeugung oder Direktvermarktung aus AT/EU, kein Zukaufen.

Der Aufpreis für UZ46 liegt meist unter 0,3 Cent/kWh, auf 3.100 kWh sind das knapp 10 € im Jahr. Das ist die billigste Form, ein echter Beitrag zu sein.

Diese vier Fehler vermeiden beim Strom-Anmelden

Aus der Beratung kennen wir die Klassiker. Wer diese vier Stolperfallen umgeht, spart sich Geld und Ärger:

  1. 01

    In der Grundversorgung bleiben

    Wer nichts tut, landet automatisch beim örtlichen Grundversorger, und zahlt typisch 150 – 300 € pro Jahr drauf. Das ist der mit Abstand teuerste Fehler.

  2. 02

    Zählerstand nicht dokumentieren

    Ohne Foto vom Zähler am Einzugstag hast du bei Streit um die Erstabrechnung keinen Nachweis. Foto, Datum, Zähler komplett mit Nummer im Bild, kostet 30 Sekunden.

  3. 03

    Auf Bonus-Versprechen reinfallen

    "200 € Neukundenbonus" klingt gut, auf 24 Monate Vertragslaufzeit sind das aber nur rund 8 € pro Monat. Wenn der Energiepreis pro kWh 1 Cent über dem nächstbesten Anbieter liegt, ist der Bonus auf 3.100 kWh schon weggefressen. Immer die Gesamtjahreskosten vergleichen, nicht den Bonus.

  4. 04

    Vertragsbedingungen nicht zu Ende lesen

    Eine Sache, die Kund:innen am Telefon regelmäßig überrascht: viele Festpreis-Tarife sichern nur den Energiepreis, Netzentgelte (die Kosten dafür, dass dein Strom durchs Leitungsnetz zu dir kommt) und Steuern können trotzdem steigen. Im AGB-Kleingedruckten steht's, in der Werbung selten.

Lieber gemeinsam, wir melden den Strom für dich an

Wenn du in zehn Minuten lieber telefonisch durch das Thema gehst statt online zu klicken: unsere Energieexpert:innen prüfen mit dir den besten Tarif für deine neue Adresse und übernehmen die Anmeldung. Kostenlos, wir leben von der Provision des gewählten Anbieters, nicht von dir.

Strom anmelden in 5 Minuten

Wir vergleichen, melden an und du sparst sofort

Ein Anruf reicht: wir prüfen über 60 Anbieter für deine neue Adresse, empfehlen den passenden Tarif und übernehmen die Anmeldung samt Kündigung deines alten Vertrags, falls nötig.

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