Einspeisetarif in Zahlen
Wie hoch ist die Einspeisevergütung in Österreich 2026?
Die OeMAG-Einspeisevergütung liegt 2026 bei rund 5 bis 11 Cent pro kWh und wird monatlich rückwirkend am Day-Ahead-Börsenpreis festgelegt. Energieversorger zahlen ähnlich, meist gekoppelt an einen Strombezugsvertrag. Der zuletzt von uns geprüfte OeMAG-Monatswert lag bei 6,772 ct/kWh (Juni 2026), den laufenden Monatswert veröffentlicht die OeMAG selbst. Deutlich wertvoller als die Einspeisung ist ohnehin dein Eigenverbrauch.
OeMAG 2025/26
5–11ct/kWh
Spanne, monatlich variabel
Konkret Juni 2026
6,772ct/kWh
OeMAG-Monatswert
Eigenverbrauch
2,5–7×
rentabler als Einspeisung
Steuerfrei bis
12.500kWh/Jahr
bis 35 kWp Anlagenleistung
Quellen: OeMAG-Tarifübersicht, E-Control-Marktpreis (Day-Ahead), Bundesministerium für Finanzen, eigene Berechnungen. Stand: Juli 2026. Der genannte OeMAG-Wert von 6,772 ct/kWh betrifft Juni 2026 (zuletzt geprüfter Monatswert; der Juli-Wert wird von der OeMAG erst Anfang August rückwirkend veröffentlicht); der Tarif wird monatlich neu festgelegt.
Die wichtigste Zahl auf dieser Seite, Eigenverbrauch schlägt Einspeisung
Bevor wir über die einzelnen Tarife sprechen: Wer die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage versteht, achtet zuerst auf den Eigenverbrauchsanteil, nicht auf den Einspeisetarif. Der Hebel ist deutlich größer.
Eigenverbrauch
25–35 ct/kWh Ersparnis
100 %
Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart dir den vollen Haushaltsstrompreis, Energiepreis plus Netzentgelte plus Steuern und Abgaben. Das ist der maximal mögliche Wert deines PV-Stroms.
Netzeinspeisung
5–11 ct/kWh Erlös
~30 %
Was du für eingespeisten Überschussstrom bekommst, egal ob OeMAG oder Versorger. Liegt 2026 deutlich unter den Spitzenwerten der Jahre 2022/23.
Aus der Beratung: Die häufigste Frage am Telefon ist „Welcher Anbieter zahlt am meisten?", die ehrlichere Frage wäre „Wie kriege ich meinen Eigenverbrauch hoch?". Konkret: Wärmepumpe, E-Auto-Laden und Boiler-Heizung über Zeitschaltung in die Mittagsstunden legen, wenn die Anlage produziert. Das hebt den Eigenverbrauchsanteil von typisch 30 % auf 50–70 % und bringt finanziell mehr als jeder Tarifwechsel beim Einspeisepartner.
OeMAG-Einspeisetarif: der gesetzliche Pflichtabnehmer
Die OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom) ist als einziger Akteur am Markt gesetzlich verpflichtet, Strom aus PV-Anlagen abzunehmen. Energieversorger können ablehnen, die OeMAG nicht. Das macht sie zur Standardlösung, wenn du keinen passenden Versorger-Tarif findest oder keinen Strombezugsvertrag dort haben willst.
Mechanismus
Monatliche Marktpreisbindung
Der OeMAG-Tarif orientiert sich am Day-Ahead-Marktpreis an der Strombörse (EXAA/EPEX). Festgelegt wird er rückwirkend jeweils für den abgelaufenen Monat, du weisst also erst im Nachhinein, was du pro kWh bekommen hast. Quartalsweise Anpassungen wie früher gibt es nicht mehr.
Voraussetzungen
Wer profitiert
- PV-Anlage bis 500 kWp Engpassleistung
- Vertrag mit OeMAG (online abschliessbar)
- Smart Meter mit Einspeisefunktion
- kein Strombezugsvertrag bei OeMAG nötig
Beispielrechnung · 8-kWp-Einfamilienhaus
Jahreserzeugung
~8.000 kWh
Überschuss-Einspeisung
~3.000 kWh
Erlös bei 7 ct/kWh
~210 €/Jahr
Im Vergleich: Die ~5.000 kWh Eigenverbrauch sparen dir bei 28 ct/kWh rund 1.400 € pro Jahr. Eigenverbrauch ist also der mit Abstand größere Posten, die Einspeisung ist Bonus.
Aus der Beratung: Wir hören am Telefon oft „Mein Versorger zahlt mir 12 Cent für die Einspeisung". Schau in solchen Fällen zuerst auf den dazu gebundenen Bezugstarif, wenn der 2 Cent über dem Marktdurchschnitt liegt, hast du bei einem typischen 4.000-kWh-Haushalt schon 80 € verloren, bevor du den ersten Cent Einspeisevergütung gesehen hast.
Passt dein Stromtarif noch zur PV-Anlage?
Wir vergleichen am Telefon kostenlos deinen Bezugstarif und zeigen, welcher Anbieter zu deinem Eigenverbrauch und deiner Einspeisung passt.
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Einspeisetarife der Versorger: Verbund, Wien Energie, Kelag & Co.
Neben der OeMAG bieten viele Energieversorger eigene Einspeisetarife an, meist gekoppelt an einen Strombezugsvertrag beim selben Anbieter. Die konkreten Cent-Werte ändern sich häufig, manche Anbieter passen sie quartalsweise oder sogar monatlich an. Statt einer Cent-Tabelle zeigen wir hier die strukturellen Unterschiede der größten Anbieter, die aktuellen Vergütungssätze findest du jeweils auf der verlinkten Anbieter-Seite.
| Anbieter | Max. Anlage | An Strombezug gekoppelt | Anpassung / Besonderheit |
|---|---|---|---|
| OeMAG | bis 500 kWp | nein | monatlich, gesetzlicher Pflichtabnehmer |
| VERBUND | bis 50 kWp | ja | quartalsweise, keine Servicepauschale |
| Wien Energie | bis 25 kWp | nein (keine Bindung) | ÖSPI April & Oktober, kein Grundpreis |
| Kelag | gestaffelt | kombinierbar | garantierte, gestaffelte Sätze |
| Energie Steiermark | Privatanlagen | ja | quartalsweise variabel |
| Burgenland Energie | bis/ab 30 kWp | ja | kurze Kündigungsfrist (~2 Wochen) |
| Salzburg AG | ab 20 kWp | ja | für Kleinanlagen oft OeMAG empfohlen |
| Energie Graz | bis 50 kWp | ja | nur Überschusseinspeisung, kleiner Grundpreis |
Strukturvergleich, ohne Cent-Werte, weil diese je nach Anbieter monatlich oder quartalsweise schwanken. Die aktuellen Vergütungssätze stehen auf den jeweiligen Anbieter-Profilen. Stand: Juli 2026.
Bundesweit · großer Anbieter
VERBUND
Strombezugsvertrag erforderlich. Einspeisemodell für Anlagen bis 50 kWp, ohne Servicepauschale. Tarif wird vom Anbieter regelmäßig angepasst, meist im Quartalsrhythmus.
VERBUND-Profil →Wien · Stadtwerk
Wien Energie
Privatkund:innen-Anlagen bis 25 kWp. Preisanpassung gemäß ÖSPI im April und Oktober, keine Bindung, kein Grundpreis. Für Wiener Stadthaushalte oft der natürliche Partner.
Wien-Energie-Profil →Kärnten · Landesversorger
Kelag
Gestaffeltes Tarifmodell: höherer Cent-Satz für die ersten Einspeise-kWh, niedrigere Sätze für höhere Mengen. Garantierte Vergütung, ohne Servicepauschale, kombinierbar mit Kelag-Strombezugstarifen.
Kelag-Profil →Steiermark
Energie Steiermark
Privatanlagen, quartalsweise variabler Preis. Abrechnung im Regelfall einmal jährlich im Nachhinein per Gutschrift. Kündigungsfrist zwei Monate zum Ende des ersten Vertragsjahres.
Energie-Steiermark-Profil →Burgenland
Burgenland Energie
Private und gewerbliche Kund:innen, unterschiedliche Tarife bis und ab 30 kWp. Smart Meter oder Lastgangzähler Pflicht. Kurze Kündigungsfrist (typisch zwei Wochen), flexibler als die meisten Mitbewerber.
Burgenland-Energie-Profil →Salzburg
Salzburg AG
Schwerpunkt auf Anlagen ab 20 kWp für private und gewerbliche Kund:innen. Tarif liegt meist unter dem OeMAG-Niveau, die Salzburg AG empfiehlt für Kleinanlagen selbst regelmäßig den OeMAG-Tarif als wirtschaftlichere Wahl.
Salzburg-AG-Profil →Graz · Stadtwerk
Energie Graz
Privat und Gewerbe, bis 50 kWp. Ausschliesslich Überschusseinspeisung, ohne Bindung, kleiner monatlicher Grundpreis. Für Grazer Haushalte mit Stadtwerk-Strom typisch eine Vereinfachung der Abwicklung.
Energie-Graz-Profil →Weitere Anbieter
Volle Versorger-Übersicht
Auch EVN, oekostrom AG, Energie AG Oberösterreich, TIWAG, VKW und mehrere kleinere Anbieter haben Einspeisemodelle. Konditionen je nach Region stark unterschiedlich.
Alle Versorger ansehen →Aus der Beratung: Bei Versorger-Tarifen lohnt sich immer ein Gesamtblick: Was zahle ich für den Strombezug, was bekomme ich für die Einspeisung, gibt es eine Grundgebühr oder Servicepauschale? Eine Vergütung von 11 ct/kWh klingt nach viel, wenn dafür der Bezugstarif zwei Cent über dem Markt liegt, frisst das den Bonus bei einem 4.000-kWh-Haushalt schon nach wenigen Monaten auf.
Was du technisch und rechtlich brauchst
Bevor der erste Cent fliessen kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Drei technische, zwei rechtliche, der grösste Zeitfresser ist erfahrungsgemäss der Netzbetreiber.
Wechselrichter
Technisch · Pflicht
Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom um und überwacht die Netzverbindung. Bei Abweichungen (Spannung, Frequenz, Fehlerstrom) trennt er die Anlage automatisch, das ist der Brand- und Personenschutz.
Smart Meter
Technisch · Pflicht
Ein Smart Meter mit Einspeisefunktion misst Bezug und Einspeisung getrennt voneinander. Wird vom Netzbetreiber installiert, der Tausch dauert je nach Region und Auftragslage 4 bis 12 Wochen ab Anmeldung.
Netzanschluss
Technisch · Pflicht
Bestehender Hausanschluss muss für die zusätzliche Einspeisung geeignet sein, der Netzbetreiber prüft das im Rahmen der Netzverträglichkeitsprüfung. Bei zu schwacher Leitung kann eine Verstärkung nötig werden (selten, aber möglich).
Anmeldung Netzbetreiber
Rechtlich · Pflicht
Vor der Inbetriebnahme: Anschlussantrag beim Netzbetreiber. Der hat 14 Tage Zeit, zu reagieren. Bis 20 kWp läuft das meist über ein vereinfachtes Verfahren, grössere Anlagen brauchen eine individuelle Netzverträglichkeitsprüfung.
Einspeisevertrag
Rechtlich · Pflicht
Mit OeMAG oder einem Versorger: schriftlicher Einspeisevertrag, online abschliessbar. Erst ab Vertragsbeginn fliesst auch Geld. Wer ohne Vertrag einspeist, schenkt den Strom dem Netzbetreiber.
Erste Abrechnung
Ergebnis
Erste Gutschrift oder Auszahlung: bei monatlicher Abrechnung typisch nach 4–6 Wochen, bei jährlicher Abrechnung mit Verzug ins nächste Kalenderjahr. Smart Meter ist Voraussetzung für die monatliche Variante.
Dynamische Einspeisetarife und Energiegemeinschaften als Alternative
Neben OeMAG und Versorger-Modellen gibt es zwei Spezialformen, die für bestimmte Profile finanziell deutlich besser ausfallen können, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Alternative 01
Dynamische Einspeisetarife
Anbieter wie aWATTar koppeln den Einspeisepreis an die stündlichen Börsenpreise. Du bekommst zu Hochpreiszeiten überproportional viel, in der PV-Spitze mittags oft wenig oder nichts.
Lohnt sich mit Speicher oder zeitverschobenem Verbrauch. Ohne Speicher: lieber Festtarif wählen.
Alternative 02
Energiegemeinschaften (EEG/BEG)
Erneuerbare- bzw. Bürger-Energiegemeinschaften erlauben den direkten Stromverkauf an Nachbarn oder Vereinsmitglieder, typische Preise 10–20 ct/kWh, plus reduzierte Netzentgelte für lokale Verteilung. Ende 2024 waren über 3.000 Gemeinschaften in Österreich registriert.
Lohnt sich in größeren Wohnhäusern, Vereinsstrukturen oder Dörfern mit gemeinsamer Initiative.
PV-Einspeisung und Steuer: wann Erlöse steuerfrei sind
Für die meisten Privathaushalte sind Einspeiseerlöse steuerfrei, das ist eine der wichtigsten Vereinfachungen für PV-Besitzer:innen. Voraussetzung: zwei Schwellen werden eingehalten.
Steuerfreie Einspeisung
Die zwei Bedingungen
- Anlagenleistung höchstens 35 kWp Engpassleistung
- Jährliche Einspeisemenge höchstens 12.500 kWh
Beide Bedingungen müssen erfüllt sein. Greift automatisch, kein Antrag oder Formular nötig. Quelle: Bundesministerium für Finanzen.
Aus der Beratung: Wer eine grössere Anlage plant (über 35 kWp) oder mehr als 12.500 kWh pro Jahr einspeist, sollte vor Bestellung mit einem Steuerberater sprechen, die Erlöse werden dann zu Einnahmen aus Gewerbebetrieb, und es kommen Themen wie Vorsteuerabzug, Kleinunternehmer-Regelung und allenfalls Sozialversicherungspflicht ins Spiel. Für die typische 7–10-kWp-EFH-Anlage ist das aber nicht relevant. Mehr Details zur Förderlandschaft auf unserer Seite zur PV-Förderung 2026.
Welcher Einspeisetarif passt zu deiner Anlage?
Wir rechnen am Telefon durch, ob OeMAG, Versorger oder ein dynamischer Tarif für dein Profil mehr bringt, und welcher Bezugstarif dazu passt.
- Tarif-Vergleich
- Einspeise-Check
- Unverbindlich