PV-Anlage in Zahlen

7-kWp-Anlage

10–14k€

netto, ohne Speicher

Jahresertrag

~7.000kWh

bei Süd-Ausrichtung

Lebensdauer

25–30Jahre

moderne Module

EAG-Förderung 2026

bis 150€/kWp

OeMAG-Investitionszuschuss

Quellen: PV Austria Marktstudie, EAG-IZ-Verordnung 2026, langjährige Ertragsmessungen Bundesverband Photovoltaic Austria.

Wie funktioniert eine PV-Anlage, und was gehört dazu?

Eine Photovoltaikanlage besteht aus vier Hauptkomponenten, die in dieser Reihenfolge zusammenarbeiten. Wer das einmal verstanden hat, kann auch jedes Angebot sauber lesen, und versteckte Aufpreis-Pakete schneller erkennen.

01

Solarmodule

In den Solarzellen löst das einfallende Sonnenlicht den photoelektrischen Effekt aus, Elektronen bewegen sich, es entsteht Gleichstrom. Die Module sind mit einer wetterfesten Glas- und Kunststoffschicht versiegelt und über 25+ Jahre garantiert.

02

Wechselrichter

Wandelt den Gleichstrom (DC) der Module in Wechselstrom (AC) für dein Hausnetz und das öffentliche Netz um. Er ist das schwächste Glied der Lebensdauer, meist nach 12–15 Jahren der erste Tausch.

03

Speicher (optional)

Lithium-Batterie, die Tagesüberschüsse für den Abend speichert. Hebt den Eigenverbrauchsanteil von ~30 % ohne auf 50–70 % mit Speicher. Lohnt sich vor allem bei hohem Tagesverbrauch oder Wunsch nach Autarkie.

04

Einspeisezähler

Misst den überschüssigen Strom, der ins öffentliche Netz fließt, Basis für deine Einspeisevergütung. Wird vom Netzbetreiber installiert, ist heute fast immer ein Smart Meter.

Preisbeispiel, eine 7-kWp-Anlage auf dem Einfamilienhaus

Die häufigste Dimensionierung in der Beratung: rund 7 kWp Modulleistung auf einem Einfamilienhausdach mit Süd- oder Süd-West-Ausrichtung. Hier die typischen Kostenrahmen, mit denen unsere Kund:innen tatsächlich konfrontiert sind.

Praxisbeispiel · Stand 2026

Was du für 7 kWp wirklich zahlst

Komplettkosten

10–14 k€

ohne Speicher

Mit 8-kWh-Speicher

14–18 k€

Komplett

Jahresertrag

~7.000 kWh

Süd-Ausrichtung

Was du im Beispiel sparst: Bei 30 % Eigenverbrauch (ohne Speicher) sparst du rund ~600 € pro Jahr an Strombezug, dazu ~400 € Einspeisevergütung, Amortisation in 9–12 Jahren. Mit Speicher steigt die Ersparnis auf ~1.000 € pro Jahr, die längere Amortisation kompensiert das aber nur teilweise. Aus der Beratung: Wer das Geld für den Speicher hat und Autarkie will, kauft ihn. Wer rein renditeoptimiert denkt, lässt ihn weg und steckt das Geld in eine größere Anlage.

Was sind kWp? Die Maßeinheit Kilowatt-Peak beschreibt die maximale Leistung der Anlage unter Standard-Testbedingungen. Faustregel in Österreich: 1 kWp Modulleistung liefert rund 1.000 kWh Strom pro Jahr. Eine 7-kWp-Anlage produziert also etwa 7.000 kWh, knapp das Doppelte des Verbrauchs eines Standard-Haushalts.

Was kostet was, die Kostenpunkte einer PV-Anlage im Einzelnen

Jede Komponente einzeln aufgeschlüsselt, mit aktuellen Preisspannen aus österreichischen Angeboten. So erkennst du auf einen Blick, ob ein Angebot fair kalkuliert ist oder ob irgendwo eine Position überteuert sitzt.

01

Solarmodule

~50 % der Kosten

Die Module sind der größte Einzelposten. Monokristalline Module (heute Marktstandard): 1.150–1.700 € pro kWp. Polykristalline sind nur noch wenig günstiger und werden zunehmend abgelöst.

Markenmodule (LG, REC, Q-Cells) kosten 10–20 % mehr als asiatische Volumenmarken, Lebensdauer-Garantien sind aber meist gleichwertig.

02

Wechselrichter

~15 % der Kosten

Je nach Anlagengröße: 700 € bis 2.500 €. Achte auf europäische Markenqualität (SMA, Fronius), günstige China-Wechselrichter sind oft nach 8 Jahren defekt.

Wenn du später einen Speicher nachrüsten willst, lohnt sich gleich ein hybrider Wechselrichter mit Speicheranbindung.

03

Montage

~12 % der Kosten

Pauschal rund 1.500 € für ein Einfamilienhaus, je nach Aufwand auch mehr. Aufdach-Montage auf Aluminiumschienen ist Standard; Indach-Montage spart Dachziegel und ist optisch sauberer, aber teurer.

Optimaler Neigungswinkel in Österreich: 30–35° nach Süden. Abweichungen bis 45° kosten meist nur 5–10 % Ertrag.

04

Stromspeicher

+ 4–8 k€

Lithium-Speicher: 1.000–2.000 € pro kWh Nennkapazität. Für ein Einfamilienhaus typisch 8–10 kWh, also 8.000–16.000 € Aufpreis.

Mehr Details zur Speicher-Wirtschaftlichkeit auf unserer Seite zur Solarenergie.

05

Verkabelung

~3 % der Kosten

Materialkosten 1–5 € pro Meter. Klein, aber unterschätzt: Bei Verkabelung lieber zur höheren Qualität greifen, Wartungsaufwand bei korrodierten Steckverbindungen ist die typische Reklamation.

UV-feste Kabel mit MC4-Steckern sind heute Standard, wer billig kauft, kauft zweimal.

06

Inbetriebnahme & Anschluss

~5 % der Kosten

Anmeldung beim Netzbetreiber, Einspeisezähler-Tausch, Endabnahme, pauschal 500–1.000 €. Der Netzbetreiber-Anschluss kann je nach Kapazität extra kosten.

Bearbeitungszeit beim Netzbetreiber: 4–12 Wochen. Plane das in deine Inbetriebnahme ein.

Solarzellen-Typen, was du heute auf Angeboten siehst

Drei Technologien sind am Markt verfügbar, aber in der Praxis verbauen 90 % aller österreichischen Anbieter heute monokristalline Module. Hier der ehrliche Vergleich, damit du Angebote besser einordnen kannst.

Standard 2026

Monokristallin

1.150–1.700 €/kWp

  • Wirkungsgrad 20–22 %
  • Kleinste Dachfläche bei gleicher Leistung
  • Dunkle, einheitliche Optik
  • Preis-Aufschlag gegenüber Poly nur noch wenige Prozent

Auslaufend

Polykristallin

800–1.300 €/kWp

  • Wirkungsgrad 15–17 %
  • Bläuliche, gemusterte Optik
  • Geringerer Energieaufwand bei der Herstellung
  • Wird vom Markt zunehmend verdrängt

Spezialfälle

Dünnschicht

750–1.250 €/kWp

  • Wirkungsgrad nur 5–10 %
  • Hoher Flächenbedarf, selten privat sinnvoll
  • Vorteile bei diffusen Lichtverhältnissen
  • Nische: biegsame Anwendungen, Großflächen

Aus der Beratung: Wenn dir ein Anbieter polykristalline Module verkaufen will, hat das fast immer einen Grund, entweder günstiger Restbestand oder Marge. Frag direkt nach monokristallinen Modulen mit europäischer Markenkennung; der Aufpreis ist gering, die Lebensdauer-Sicherheit deutlich höher.

PV-Rechner und Wirtschaftlichkeit, was du vorher wissen musst

Bevor du ein Angebot einholst, lohnt sich der Eigen-Check mit einem PV-Rechner. Damit findest du raus, wie viel Strom dein Dach tatsächlich liefert, und das ist der Wert, der jedes Angebot bewerten lässt.

Vier Angaben, die der Rechner braucht

Input 1

Dachfläche

Faustregel: 1 kWp braucht 5–6 m² Modulfläche

Input 2

Ausrichtung

Süd am besten, Ost-West fast gleichwertig

Input 3

Neigungswinkel

Optimum 30–35°, Abweichung selten dramatisch

Input 4

Postleitzahl

Solarstrahlung variiert regional um ±10 %

Frei verfügbar ist der PV-Rechner des Bundesverbands Photovoltaic Austria. Wenn dir die Zahlen helfen sollen, schau dir vorher unbedingt deinen Stromverbrauch an, eine PV-Anlage wird auf den Verbrauch dimensioniert, nicht andersherum.

Regionale Ertragsunterschiede in Österreich

Höhere Erträge

Burgenland, Kärnten, Niederösterreich Süd profitieren von höherer Globalstrahlung, bis zu 10 % mehr Ertrag pro kWp als der österreichische Schnitt.

Niedrigere Erträge

Salzburg, Vorarlberg, Tirol liegen durch Gebirgs- und Wettereinflüsse rund 5–10 % unter dem Schnitt, eine PV-Anlage lohnt sich trotzdem, aber mit etwas konservativeren Ertragsschätzungen.

PV-Förderungen 2026, drei Hebel parallel

Anders als oft dargestellt, gibt es nicht „die" PV-Förderung, sondern eine Kaskade aus drei Instrumenten, die sich kombinieren lassen. Hier die wirksamen Stand 2026, die vollständige Übersicht mit allen Antragsfristen steht auf unserer PV-Förderungs-Seite.

Größter Hebel

EAG / OeMAG

Die EAG-Investitionsförderung über die OeMAG ist seit dem Auslaufen der Nullsteuer am 31. März 2025 der wichtigste Bundeshebel. Bis 150 €/kWp nach EAG-IZ-Verordnung 2026, gestaffelt nach Anlagengröße, Antrag online vor der Errichtung.

Fördercalls mehrmals pro Jahr, oft innert Stunden ausgeschöpft. Quelle: EAG-Abwicklungsstelle.

Regional

Bundesländer & Gemeinden

Viele Länder und Gemeinden bieten zusätzliche Investitionszuschüsse, vor allem für Stromspeicher, Balkonkraftwerke und PV-Eigenverbrauchsoptimierung. Heute mit der Bundesförderung parallel möglich, solange die Beihilfen-Obergrenze gewahrt bleibt.

Anlaufstelle: Förderportal des Bundeslandes oder Gemeindeamt, Beträge schwanken stark.

Laufend · steuerlich

Einkommensteuerbefreiung

Einspeiseerlöse aus PV-Anlagen bis 35 kWp sind einkommensteuerfrei, sofern die jährliche Einspeisemenge 12.500 kWh nicht übersteigt. Greift automatisch, kein Antrag, für jedes Einfamilienhaus relevant.

Quelle: Bundesministerium für Finanzen. Größere Anlagen oder Mehr-Einspeisung müssen die Erlöse versteuern.

Aus der Beratung: Seit dem Auslaufen der Nullsteuer am 31. März 2025 ist die rechtzeitige Antragstellung vor Anlagenkauf der entscheidende Hebel, wer erst kauft und dann fördert, fällt regelmäßig durch. Reihenfolge: Förderzusage → Bestellung → Lieferung → Inbetriebnahme → Endabrechnung. Im Netz kursieren noch Texte, die mit 0 % USt rechnen, dafür rund 2.000 € abziehen, wenn du heute kalkulierst.

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