Wie funktioniert eine PV-Anlage, und was gehört dazu?

Eine Photovoltaikanlage besteht aus vier Hauptkomponenten, die in dieser Reihenfolge zusammenarbeiten. Wer das einmal verstanden hat, kann auch jedes Angebot sauber lesen, und versteckte Aufpreis-Pakete schneller erkennen.

01

Solarmodule

In den Solarzellen löst das einfallende Sonnenlicht den photoelektrischen Effekt aus, Elektronen bewegen sich, es entsteht Gleichstrom. Die Module sind mit einer wetterfesten Glas- und Kunststoffschicht versiegelt und über 25+ Jahre garantiert.

02

Wechselrichter

Wandelt den Gleichstrom (DC) der Module in Wechselstrom (AC) für dein Hausnetz und das öffentliche Netz um. Er ist das schwächste Glied der Lebensdauer, meist nach 12–15 Jahren der erste Tausch.

03

Speicher (optional)

Lithium-Batterie, die Tagesüberschüsse für den Abend speichert. Hebt den Anteil deines Verbrauchs, den die Anlage deckt, von rund 30 % ohne auf 60–70 % mit Speicher. Sinnvoll vor allem bei hohem Abendverbrauch.

04

Einspeisezähler

Misst den überschüssigen Strom, der ins öffentliche Netz fließt, Basis für deine Einspeisevergütung. Wird vom Netzbetreiber installiert, ist heute fast immer ein Smart Meter.

Preisbeispiel, eine 7-kWp-Anlage auf dem Einfamilienhaus

Die häufigste Dimensionierung in der Beratung: rund 7 kWp Modulleistung auf einem Einfamilienhausdach mit Süd- oder Süd-West-Ausrichtung. Hier die typischen Kostenrahmen, mit denen unsere Kund:innen tatsächlich konfrontiert sind.

Praxisbeispiel · Stand 2026

Was du für 7 kWp wirklich zahlst

Komplettkosten

12–17 k€

ohne Speicher, brutto

Mit 8-kWh-Speicher

17–25 k€

Komplett, brutto

Jahresertrag

~7.900 kWh

Wien, Süddach

Was du im Beispiel sparst (Wien, 3.500 kWh Verbrauch): Ohne Speicher deckt die Anlage rund 30 % deines Verbrauchs, das sind 1.050 kWh. Das spart dir rund 273 € pro Jahr an Strombezug. Die übrigen 6.881 kWh speist du ein und bekommst bei 7 ct rund 482 €. Zusammen sind das rund 755 €. Bei 12.600 € Investition ist die Anlage nach rund 17 Jahren amortisiert. Mit 8-kWh-Speicher steigt der Vorteil auf rund 987 € pro Jahr, die Investition aber auf 19.400 €. Dann dauert es rund 20 Jahre. Aus der Beratung: Der Speicher macht die Anlage nicht rentabler. Er entscheidet sich über Abendverbrauch, Wärmepumpe und E-Auto, nicht über die Rendite. Dein eigenes Dach rechnest du im PV-Rechner weiter unten.

Was sind kWp? Die Maßeinheit Kilowatt-Peak beschreibt die maximale Leistung der Anlage unter Standard-Testbedingungen. In Österreich liefert 1 kWp Modulleistung auf einem Süddach rund 1.030 bis 1.305 kWh Strom pro Jahr, je nach Bundesland. Eine 7-kWp-Anlage produziert in Wien also etwa 7.900 kWh, gut das Doppelte des Verbrauchs eines 3-Personen-Haushalts.

Was kostet was, die Kostenpunkte einer PV-Anlage im Einzelnen

Jede Komponente einzeln aufgeschlüsselt, mit aktuellen Preisspannen aus österreichischen Angeboten. So erkennst du auf einen Blick, ob ein Angebot fair kalkuliert ist oder ob irgendwo eine Position überteuert sitzt.

01

Solarmodule

~50 % der Kosten

Die Module sind der größte Einzelposten. Monokristalline Module (heute Marktstandard): 1.150–1.700 € pro kWp. Polykristalline sind nur noch wenig günstiger und werden zunehmend abgelöst.

Markenmodule (LG, REC, Q-Cells) kosten 10–20 % mehr als asiatische Volumenmarken, Lebensdauer-Garantien sind aber meist gleichwertig.

02

Wechselrichter

~15 % der Kosten

Je nach Anlagengröße: 700 € bis 2.500 €. Achte auf europäische Markenqualität (SMA, Fronius), günstige China-Wechselrichter sind oft nach 8 Jahren defekt.

Wenn du später einen Speicher nachrüsten willst, lohnt sich gleich ein hybrider Wechselrichter mit Speicheranbindung.

03

Montage

~12 % der Kosten

Pauschal rund 1.500 € für ein Einfamilienhaus, je nach Aufwand auch mehr. Aufdach-Montage auf Aluminiumschienen ist Standard; Indach-Montage spart Dachziegel und ist optisch sauberer, aber teurer.

Optimaler Neigungswinkel in Österreich: 30–35° nach Süden. Abweichungen bis 45° kosten meist nur 5–10 % Ertrag.

04

Stromspeicher

+ 5–8 k€

Lithium-Speicher: 700–1.000 € pro kWh Nennkapazität, installiert. Für ein Einfamilienhaus typisch 8 kWh, also rund 5.000–8.000 € Aufpreis. Die Preise sind seit 2023 deutlich gefallen.

Mehr Details zur Speicher-Wirtschaftlichkeit auf unserer Seite zur Solarenergie.

05

Verkabelung

~3 % der Kosten

Materialkosten 1–5 € pro Meter. Klein, aber unterschätzt: Bei Verkabelung lieber zur höheren Qualität greifen, Wartungsaufwand bei korrodierten Steckverbindungen ist die typische Reklamation.

UV-feste Kabel mit MC4-Steckern sind heute Standard, wer billig kauft, kauft zweimal.

06

Inbetriebnahme & Anschluss

~5 % der Kosten

Anmeldung beim Netzbetreiber, Einspeisezähler-Tausch, Endabnahme, pauschal 500–1.000 €. Der Netzbetreiber-Anschluss kann je nach Kapazität extra kosten.

Bearbeitungszeit beim Netzbetreiber: 4–12 Wochen. Plane das in deine Inbetriebnahme ein.

Solarzellen-Typen, was du heute auf Angeboten siehst

Drei Technologien sind am Markt verfügbar, aber in der Praxis verbauen 90 % aller österreichischen Anbieter heute monokristalline Module. Hier der ehrliche Vergleich, damit du Angebote besser einordnen kannst. Die Preise pro kWp sind reine Modulkosten, nicht der Preis der fertigen Anlage, Wechselrichter, Montage und Anmeldung kommen dazu.

Standard 2026

Monokristallin

1.150–1.700 €/kWp

  • Wirkungsgrad 20–22 %
  • Kleinste Dachfläche bei gleicher Leistung
  • Dunkle, einheitliche Optik
  • Preis-Aufschlag gegenüber Poly nur noch wenige Prozent

Auslaufend

Polykristallin

800–1.300 €/kWp

  • Wirkungsgrad 15–17 %
  • Bläuliche, gemusterte Optik
  • Geringerer Energieaufwand bei der Herstellung
  • Wird vom Markt zunehmend verdrängt

Spezialfälle

Dünnschicht

750–1.250 €/kWp

  • Wirkungsgrad nur 5–10 %
  • Hoher Flächenbedarf, selten privat sinnvoll
  • Vorteile bei diffusen Lichtverhältnissen
  • Nische: biegsame Anwendungen, Großflächen

Aus der Beratung: Wenn dir ein Anbieter polykristalline Module verkaufen will, hat das fast immer einen Grund, entweder günstiger Restbestand oder Marge. Frag direkt nach monokristallinen Modulen mit europäischer Markenkennung; der Aufpreis ist gering, die Lebensdauer-Sicherheit deutlich höher.

PV-Rechner: Was bringt deine Anlage, und wann rechnet sie sich?

Bevor du ein Angebot einholst, rechne selbst nach. Der Rechner zeigt dir, wie viel Strom dein Dach liefert, wie viel davon du selbst nutzt und nach wie vielen Jahren die Anlage bezahlt ist. Mit diesen Zahlen kannst du jedes Angebot prüfen.

Dein PV-Rechner

PV-Rechner
Was bringt deine PV-Anlage pro Jahr?

Ausrichtung des Dachs

7,0 kWp

Braucht rund 35–42 m² Dachfläche.

3.500 kWh

Steht auf deiner Jahresabrechnung.

6 kWh

Sinnvoll sind bis rund 5 kWh für deinen Verbrauch. Mehr bringt kaum zusätzlichen Eigenverbrauch.

Preise anpassen (Angebot, Strompreis, Förderung)
€/kWp
€/kWh
ct/kWh
ct/kWh
€
Dein Vorteil pro Jahr
755 €
273 € gesparter Strom + 482 € Einspeisung
Amortisiert nach
17 Jahren
Investition ÷ Vorteil pro Jahr
Investition
12.600 €
Erzeugt
7.931 kWh
Selbst genutzt
1.050 kWh
Eingespeist
6.881 kWh
Die Anlage deckt 30 % deines Verbrauchs. Jede selbst genutzte kWh spart dir 26,0 ct, eine eingespeiste bringt nur 7,0 ct.

So rechnet der Rechner: Der Ertrag pro kWp stammt aus unserer eigenen Abfrage bei PVGIS, der Ertragsdatenbank der Europäischen Kommission, für die Landeshauptstadt (Süddach, 35 Grad Neigung). Ost-West liefert dort rund 23 % weniger, Südost oder Südwest rund 7 %. Selbst genutzt werden ohne Speicher 30 % deines Verbrauchs, mit passend großem Speicher bis 65 %. Das sind typische Werte für Einfamilienhäuser nach der HTW Berlin. Vorbelegt sind 1.800 € pro kWp und 850 € pro kWh Speicher, brutto. Das entspricht dem Mittelwert der österreichischen Marktstatistik 2024 (1.551 € pro kWp und 706 € pro kWh, jeweils netto). Größere Anlagen sind pro kWp günstiger. Der Strompreis von 26 ct ist der Preis pro zusätzlicher kWh ohne Grundgebühr. Der Einspeisetarif von 7 ct liegt im Bereich des OeMAG-Marktpreises 2026. Nicht eingerechnet sind Wartung, ein Wechselrichtertausch nach 12 bis 15 Jahren und steigende Strompreise.

Aus der Beratung: Leg ein Angebot neben den Rechner. Trag unter „Preise anpassen“ den Preis pro kWp aus dem Angebot ein. Rechnet der Anbieter mit deutlich weniger Jahren, frag nach, mit welchem Eigenverbrauch und welchem Einspeisetarif er rechnet. Dort steckt fast immer der Unterschied. Eine PV-Anlage wird auf deinen Verbrauch ausgelegt, nicht auf die Dachfläche. Deinen Verbrauch kennst du von der Jahresabrechnung.

Regionale Ertragsunterschiede in Österreich

Höhere Erträge

Tirol, Kärnten und Steiermark liegen vorne. Innsbruck kommt auf 1.305 kWh pro kWp, Klagenfurt auf 1.201, Graz auf 1.175. Der Grund ist mehr Sonne im Winter, vor allem in Innsbruck.

Niedrigere Erträge

Salzburg liegt mit 1.030 kWh pro kWp am niedrigsten. Niederösterreich, Oberösterreich und Vorarlberg liegen mit rund 1.100 kWh leicht unter dem Schnitt. Eine PV-Anlage lohnt sich dort trotzdem. In engen Tälern mit Bergschatten liegt der Ertrag oft deutlich unter dem Wert der Landeshauptstadt.

Wie sich der Ertrag über das Jahr verteilt, haben wir für jedes Bundesland Monat für Monat selbst abgefragt. Die Tabelle und die Parameter stehen im Beitrag PV im Winter: Ertrag und Einspeisetarif.

PV-Förderungen 2026, drei Hebel parallel

Anders als oft dargestellt, gibt es nicht „die" PV-Förderung, sondern eine Kaskade aus drei Instrumenten, die sich kombinieren lassen. Hier die wirksamen Stand 2026, die vollständige Übersicht mit allen Antragsfristen steht auf unserer PV-Förderungs-Seite.

Größter Hebel

EAG / OeMAG

Die EAG-Investitionsförderung über die OeMAG ist seit dem Auslaufen der Nullsteuer am 31. März 2025 der wichtigste Bundeshebel. Bis 150 €/kWp nach EAG-IZ-Verordnung 2026, gestaffelt nach Anlagengröße, Antrag online vor der Errichtung.

Fördercalls mehrmals pro Jahr, oft innert Stunden ausgeschöpft. Quelle: EAG-Abwicklungsstelle.

Regional

Bundesländer & Gemeinden

Viele Länder und Gemeinden bieten zusätzliche Investitionszuschüsse, vor allem für Stromspeicher, Balkonkraftwerke und PV-Eigenverbrauchsoptimierung. Heute mit der Bundesförderung parallel möglich, solange die Beihilfen-Obergrenze gewahrt bleibt.

Anlaufstelle: Förderportal des Bundeslandes oder Gemeindeamt, Beträge schwanken stark.

Laufend · steuerlich

Einkommensteuerbefreiung

Einspeiseerlöse aus PV-Anlagen bis 35 kWp sind einkommensteuerfrei, sofern die jährliche Einspeisemenge 12.500 kWh nicht übersteigt. Greift automatisch, kein Antrag, für jedes Einfamilienhaus relevant.

Quelle: Bundesministerium für Finanzen. Größere Anlagen oder Mehr-Einspeisung müssen die Erlöse versteuern.

Aus der Beratung: Seit dem Auslaufen der Nullsteuer am 31. März 2025 ist die rechtzeitige Antragstellung vor Anlagenkauf der entscheidende Hebel, wer erst kauft und dann fördert, fällt regelmäßig durch. Reihenfolge: Förderzusage → Bestellung → Lieferung → Inbetriebnahme → Endabrechnung. Im Netz kursieren noch Texte, die mit 0 % USt rechnen, dafür rund 2.000 € abziehen, wenn du heute kalkulierst.

Kostenloser PV-Check

Welcher Tarif passt zu deiner PV-Anlage?

Wir rechnen am Telefon durch, was Eigenverbrauch, Speicher und Einspeisetarif für deinen Haushalt bedeuten, ohne Schönrechnerei.

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