Definition

Was ist der Energiepreis?

Der Energiepreis, oft auch Lieferantenanteil genannt, ist der Betrag, den du an deinen Stromanbieter für die Lieferung von Strom zahlen. Er deckt zwei Posten ab und wird auf deiner Rechnung getrennt von Netzentgelten, Steuern und Abgaben ausgewiesen.

Seit der Liberalisierung des österreichischen Energiemarktes 2001 setzen die Versorger den Energiepreis selbst fest. du kannst ihn deshalb durch einen Anbieterwechsel direkt beeinflussen, alle anderen Komponenten deiner Stromrechnung sind staatlich oder durch die E-Control reguliert und für jeden Haushalt am gleichen Wohnort identisch.

Fix · pro Monat

Grundgebühr

Verbrauchsunabhängige Pauschale, die du monatlich zahlst, auch wenn du keinen Strom verbrauchst. Die Pauschale deckt Verwaltung, Abrechnung und Kundenservice. Typisch 3–8 € pro Monat (36–96 €/Jahr) je nach Anbieter.

Variabel · pro kWh

Arbeitspreis

Der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde, in Cent ausgewiesen. Hier liegt das größte Sparpotenzial, günstige Tarife starten 2026 bei ~ 8 ct/kWh netto, teure Tarife verlangen bis zu 15 ct/kWh.

Energiepreis ≠ Strompreis

Vergleichsportale weisen meist nur den Energiepreis aus, weil dieser zwischen Anbietern variiert. Der Gesamtstrompreis auf deiner Jahresrechnung enthält zusätzlich Netzentgelte und Abgaben, und liegt 2026 für einen Durchschnittshaushalt bei rund 21–25 ct/kWh brutto.

Anteil an der Rechnung

Welcher Anteil am Strompreis entfällt auf den Energiepreis?

Im Jahresdurchschnitt 2026 verteilt sich deine Stromrechnung auf drei Blöcke. Der Energiepreis ist der größte einzelne Posten, und der einzige, der zwischen Anbietern signifikant unterschiedlich ist.

~ 40 % Lieferant

Energiepreis

Stromeinkauf, Vertrieb, Marge. Frei verhandelbar zwischen Anbietern.

Bandbreite: 8–10 ct/kWh netto

~ 30 % Netzbetreiber

Netzentgelte

Transport und Verteilung über das Stromnetz. Wohnortabhängig, von der E-Control reguliert.

Bandbreite: 6–8 ct/kWh netto

~ 30 % Staat / Gemeinde

Steuern & Abgaben

Elektrizitätsabgabe, Umsatzsteuer, Ökostromförderung, Gebrauchsabgabe.

Bandbreite: 5–7 ct/kWh netto

Quelle: Eigene Auswertung auf Basis von E-Control Preismonitor und Anbietertarifen, Stand März 2026, typischer Dreipersonenhaushalt mit 3.500 kWh/Jahr in Wien.

Kostenstruktur

Woraus setzt sich der Energiepreis selbst zusammen?

Hinter den 8–15 ct/kWh, die du auf deiner Rechnung sehen, stehen vier interne Kostenblöcke des Versorgers. Wie viel Marge oder Risikoaufschlag enthalten ist, hängt vom Geschäftsmodell und der Tarifart ab, bei Fixpreistarifen ist der Risikoaufschlag deutlich höher als bei dynamischen Tarifen.

01 ~ 60–75 %

Beschaffung am Großhandel

Der Stromeinkauf an Strombörsen wie der EXAA in Wien oder der EPEX SPOT in Paris. Das ist der größte Kostenblock und bewegt sich mit den Spot- und Terminmarktpreisen, der Hauptgrund, warum Stromtarife mit dem Großhandel atmen.

02 ~ 10–15 %

Vertrieb & Service

Kundenakquise, Rechnungsstellung, Kundenservice, IT-Systeme. Diesen Block deckt vor allem die Grundgebühr ab, ein kleiner Anteil ist im Arbeitspreis enthalten.

03 ~ 5–15 %

Risikoaufschlag

Puffer für Preisschwankungen am Großhandel und für Verbrauchsabweichungen. Bei Tarifen mit langer Preisgarantie sehr hoch, bei index- oder spotgebundenen Tarifen nahe null.

04 ~ 3–10 %

Marge

Der Gewinn des Versorgers nach Abzug aller Kosten. In Österreich bewegt sich die Brutto-Marge bei reinen Vertriebsversorgern typischerweise im einstelligen Prozentbereich.

Marktmechanik

Wie hängt der Energiepreis vom Großhandel ab?

Versorger kaufen den Strom, den sie an dich weiterverkaufen, an Strombörsen ein. Welche Börsenpreise sie nutzen, und wann sie einkaufen, entscheidet, was dein Tarif kostet. Drei Marktmodelle dominieren in Österreich.

Terminmarkt

Fixpreistarife

Der Versorger kauft Strom für Monate oder Jahre im Voraus zu festen Preisen ein. du bekommst Planungssicherheit, zahlen aber einen Risikoaufschlag, weil der Versorger sich gegen Preissprünge absichert. Typisch 10–14 ct/kWh netto im März 2026.

Spotmarkt

Indexgebundene Floater

Der Arbeitspreis ist an einen Großhandelsindex (etwa ÖSPI oder EEX) gekoppelt und passt sich monatlich oder quartalsweise an. Du profitierst von fallenden Marktpreisen, tragen aber selbst das Preisrisiko bei steigenden Märkten.

Spotmarkt stündlich

Dynamische Tarife

Stündlich oder viertelstündlich schwankender Preis, direkt an die Börse gekoppelt. Seit 2025 gesetzliches Pflichtangebot jedes Versorgers, ein Smart Meter ist Voraussetzung. Einsparpotenzial bis zu 25 % bei flexiblem Verbrauch.

Welches Modell zu dir passt, hängt davon ab, wie viel Schwankung du tolerierst und ob du deinen Verbrauch zeitlich verlagern kannst. Mehr dazu in unserem Überblick zum dynamischen Stromtarif.

Preisbildung

Wer legt den Energiepreis fest?

Den Energiepreis bestimmt jeder Versorger selbst. Während Netzentgelte jährlich von der Regulierungsbehörde E-Control per Verordnung festgelegt werden und Steuern wie die Elektrizitätsabgabe gesetzlich geregelt sind, ist der Energiepreis das Ergebnis von Wettbewerb und Beschaffungsstrategie des Anbieters.

Daraus entstehen die Preisunterschiede, die du in einem Stromvergleich sehen: Innerhalb derselben Postleitzahl liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif 5–8 ct/kWh, bei einem Verbrauch von 3.500 kWh sind das 100–300 € Ersparnis pro Jahr.

Wichtig: Auch wenn der Versorger den Preis frei festlegt, darf er ihn nicht beliebig erhöhen. Bei jeder Erhöhung gilt eine schriftliche Vorankündigung von mindestens drei Monaten und ein Sonderkündigungsrecht.

Bandbreite 2026

Wie viel kostet der Energiepreis aktuell?

Die folgenden Bandbreiten gelten für Haushaltskunden in Österreich, Stand März 2026. Alle Angaben netto, auf deiner Rechnung kommen 20 % Umsatzsteuer hinzu.

Komponente Günstigster Tarif Durchschnitt Teuerster Tarif
Arbeitspreis (ct/kWh) ~ 8 10–12 ~ 15
Grundgebühr (€/Monat) ~ 3 4–6 ~ 8
Jahreskosten Energiepreis
3.500 kWh + 12 Mon. Grundgebühr
~ 320 € 410–480 € ~ 620 €

Quelle: Auswertung typischer Anbietertarife für 3.500 kWh Jahresverbrauch in Wien, März 2026. Einzelne Boni, Treuerabatte und befristete Aktionen können den effektiven Preis im ersten Jahr senken.

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