Drei Kostenblöcke

Wie sich dein Strompreis aufteilt

Die Aufteilung wird jährlich von der E-Control für einen Musterhaushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch in Wien ausgewiesen. Die Anteile schwanken je nach Bundesland, Verbrauch und Tarif, die Größenordnung ist aber überall ähnlich.

Energiepreis

frei wählbar

Netzentgelte

wohnortabhängig

Steuern und Abgaben

gesetzlich fixiert

Quelle: E-Control Strompreiszusammensetzung Haushalt, Referenzwerte 2024 für 3.500 kWh in Wien. Durch die Netzentgelt-Erhöhung 2025 hat sich die Verteilung leicht zugunsten der Netzkosten verschoben.

Stellschrauben

Was du beeinflussen können, und was nicht

Ja, Anbieterwechsel

Energiepreis

Den Arbeits- und Grundpreis legt dein Versorger fest. Der Anbieterwechsel ist die einzige direkte Stellschraube und spart bei einem Drei-Personen-Haushalt typischerweise 175 € bis 525 € pro Jahr.

Indirekt

Netzentgelte

Festgelegt von der E-Control, abhängig von Bundesland und Netzebene. Den Tarif kannst du nicht wechseln, nur weniger Strom verbrauchen senkt den Posten. Die Spreizung zwischen Bundesländern liegt 2025 bei rund 7 bis 11 ct/kWh.

Nein, gesetzlich

Steuern und Abgaben

Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer sind bundesweit identisch, Erneuerbaren-Förderkosten und Gebrauchsabgabe variieren je nach Gemeinde. Beeinflussbar ist nur der Verbrauch, der Cent-pro-kWh-Satz nicht.

Konkret in Euro

Was kostet jeder Block bei 3.500 kWh pro Jahr?

Prozente sind abstrakt, hier dieselbe Aufteilung in Euro für einen Wiener Musterhaushalt. Werte gerundet auf Basis Mai 2026, brutto inkl. 20 % USt. Der einzige Block, den du aktiv senken kannst, ist der Energiepreis.

Energiepreis

~530 €

53 % · Arbeits- und Grundpreis deines Versorgers

Anbieterwechsel: 175–525 € Ersparnis pro Jahr

Netzentgelte

~250 €

25 % · Wohnortabhängig, von E-Control festgelegt

Nicht wechselbar, nur Verbrauch reduzieren

Steuern und Abgaben

~220 €

22 % · Elektrizitätsabgabe, Förderkosten, USt …

Gesetzlich fixiert, kein Hebel

Jahreskosten Wien, 3.500 kWh: rund 1.000 €

Davon sind etwa 530 € der Energiepreis, der einzige bewegliche Posten. Schon ein moderater Anbieterwechsel deckt typischerweise die gesamten Steuern und Abgaben mit ab.

Sparpotenzial berechnen

Block 1 von 3

Energiepreis, der einzige beeinflussbare Posten

Der Energiepreis ist das, was dein Versorger für die reine Strommenge verrechnet. Er besteht aus zwei Komponenten und macht je nach Tarif rund die Hälfte deiner Jahresrechnung aus. Tarifrechner zeigen meist diesen Wert isoliert an, Netzentgelte und Steuern erscheinen separat im "Gesamtpreis".

Fix

Grundpreis

Monatliche Pauschale in Euro, unabhängig vom Verbrauch. Üblich sind 3 € bis 8 € pro Monat, bei manchen Tarifen entfällt der Grundpreis komplett.

Variabel

Arbeitspreis pro kWh

Cent pro verbrauchter Kilowattstunde. Im Mai 2026 zahlen Neukund:innen 19–25 ct/kWh, Bestandskund:innen oft 24–42 ct/kWh, diese Differenz ist der eigentliche Sparhebel.

Strompreisbremse seit 2025 ausgelaufen

Die Bundes-Strompreisbremse (Stromkostenzuschussgesetz) galt nur bis 31. Dezember 2024. Seit Januar 2025 zahlen alle Haushalte den vollen Arbeitspreis ihres Versorgers, ein Tarifvergleich ist seither der wichtigste Hebel zur Kostensenkung.

Mehr Detail: Energiepreis im Detail · Dynamische Tarife

Block 2 von 3

Netzentgelte, von der E-Control festgelegt

Den Netztarif bestimmt nicht dein Versorger, sondern die Regulierungsbehörde E-Control jährlich für jedes Bundesland. Wechseln kannst du ihn nicht, dein Netzbetreiber ist ein lokales Monopol. Die Netzentgelte decken Ausbau, Wartung und Betrieb des Stromnetzes und gliedern sich in drei Posten.

01

Netznutzungsentgelt

Hauptposten der Netzkosten. Setzt sich aus einem fixen Grundpreis (€/Jahr) und einem Arbeitspreis (ct/kWh) zusammen. Deckt Bau, Ausbau und Betrieb des Netzes auf den sieben Spannungsebenen.

02

Netzverlustentgelt

Ausgleich für die physikalisch unvermeidbaren Energieverluste bei der Übertragung. Liegt 2025 je nach Netzebene zwischen 1,5 ct/kWh und 6,0 ct/kWh.

03

Entgelt für Messleistungen

Pauschale für Betrieb, Eichung und Ablesung des Stromzählers, verbrauchsunabhängig. Im Smart-Meter-Zeitalter typischerweise 1 € bis 3 € pro Monat.

Netzentgelt-Erhöhung 2025: durchschnittlich +23 % für Haushalte

Im Januar 2025 wurden die Stromnetzentgelte für Haushalte österreichweit um durchschnittlich 23 % angehoben, bei einem Verbrauch von 3.500 kWh entspricht das rund 73 € Mehrkosten pro Jahr. Die Spreizung zwischen Bundesländern ist groß: Niederösterreich +32,2 %, Tirol +7,8 %, Graz sogar −4,5 %. Komplette Tabelle nach Bundesland.

Block 3 von 3

Steuern und Abgaben, gesetzlich fixiert

Auf jeder österreichischen Stromrechnung kommen fünf Posten zusammen: zwei Bundesabgaben (Elektrizitätsabgabe, Umsatzsteuer), zwei Förderkomponenten für erneuerbare Energien und Biomasse sowie eine kommunale Gebrauchsabgabe. Wechseln kannst du nichts davon, alle Sätze sind gesetzlich oder durch Gemeinderatsbeschluss festgelegt.

01

Elektrizitätsabgabe

Bundesabgabe seit 2025 wieder beim Regelsatz von 1,5 ct/kWh. Während der Energiekrise (Mai 2022 bis Juni 2023) zeitweise auf 0,1 ct/kWh gesenkt. Wird vom Netzbetreiber im Auftrag des Bundes eingehoben.

02

Erneuerbaren-Pauschale

Fester Jahresbetrag pro Zähler, finanziert den Ausbau erneuerbarer Energien. War 2022 bis 2024 zur Entlastung der Haushalte ausgesetzt; aktuelle Werte für 2025/2026 stehen auf deiner Rechnung oder im Strompreismonitor der E-Control.

03

Erneuerbaren-Förderbeitrag

Variabler Beitrag in ct/kWh, verbrauchsabhängig. Komplementär zur Pauschale, ebenfalls 2022–2024 ausgesetzt. Einkommensschwache Haushalte können Befreiung beantragen.

04

Gebrauchsabgabe

Kommunale Abgabe für die Nutzung öffentlicher Grundstücke durch die Stromleitungen. Höhe pro Gemeinde unterschiedlich, Burgenland und Vorarlberg erheben sie nicht.

05

Biomassen-Förderbeitrag

Landesabgabe zur Förderung von Biomasse-Anlagen. Höhe wird vom jeweiligen Landesgesetzgeber festgelegt und fällt nicht in jedem Bundesland an.

06

Umsatzsteuer (USt)

Bundessteuer von 20 % auf den Gesamtbetrag aller anderen Posten, Energiepreis, Netzentgelte und Abgaben zusammen. Daher der Posten mit dem größten Einzelbetrag innerhalb der Steuerblock.

Mehr Detail: Steuern und Abgaben im Detail. Eine Sonderregelung gilt für Jungholz (Tirol) und Mittelberg (Vorarlberg), beide Gemeinden zählen zollrechtlich zu Deutschland und unterliegen daher nicht der österreichischen Elektrizitätsabgabe oder USt.

Lesehilfe

Energiepreis, Gesamtpreis, brutto, netto, was bedeutet was?

Tarifrechner und Stromrechnungen verwenden unterschiedliche Preisdefinitionen. Wer die Begriffe nicht kennt, vergleicht versehentlich Äpfel mit Birnen, etwa einen netto ausgewiesenen Energiepreis mit einem brutto kalkulierten Gesamtpreis.

Energiepreis ≠ Gesamtpreis

Energiepreis ist der reine Anbieter-Anteil (Arbeitspreis + Grundpreis). Der Gesamtpreis rechnet zusätzlich Netzentgelte und alle Steuern und Abgaben ein. Tarifrechner zeigen meist beide Werte, vergleichst du über Anbieter hinweg immer den Energiepreis, da Netz und Steuern bei gleicher Postleitzahl identisch sind.

Brutto = inkl. 20 % USt

Auf der Stromrechnung stehen die Einzelpositionen meist netto, der Endbetrag brutto. Tarifrechner zeigen typischerweise alles brutto, das ist der Betrag, den du tatsächlich überweist. Ein netto angegebener Arbeitspreis von 20 ct/kWh entspricht 24 ct/kWh brutto.

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