Gut zu wissen
Abgerechnet wird immer die Kilowattstunde (kWh), also die verbrauchte Energiemenge. Kilowatt (kW) ist dagegen die Leistung, keine Abrechnungseinheit. Wer den „Preis pro kW" sucht, meint fast immer den Preis pro kWh.
Aktuelle Preise pro kWh
Was kostet 1 kWh Strom in Österreich?
Mit einem aktuellen Wechseltarif zahlst du österreichweit rund 19 bis 27 Cent pro kWh, brutto inklusive Netz, Steuern und USt. Wie sich das auf die drei gängigen Tarifarten verteilt, siehst du unten. Der Live-Tarifrechner liefert die Angebote für deine Adresse minutenaktuell.
Du hast noch nie gewechselt?
Dann bist du beim regionalen Versorger in der Grundversorgung, typischerweise einer der teuersten Tarife mit 30 bis 42 Cent pro kWh. Ein Wechsel auf einen aktuellen Neukund:innen-Tarif senkt den Energiepreis sofort um 10 bis 15 Cent pro kWh.
Fixpreis
Planungssicherheit, 12–24 Monate
- Arbeitspreis netto
- 10–14 ct/kWh
- Grundpreis
- 4–8 €/Mt
- Jahreskosten gesamt*
- ~720–840 €
+ Schützt vor steigenden Großhandelspreisen
− Frühe Kündigung oft kostenpflichtig
Ökostrom
100 % erneuerbar, Herkunftsnachweis
- Arbeitspreis netto
- 10–13 ct/kWh
- Grundpreis
- 4–7 €/Mt
- Jahreskosten gesamt*
- ~700–810 €
+ Keine direkte CO₂-Belastung
− Aufpreis je nach Anbieter 0–1 ct/kWh
Dynamisch (Spot)
Stündlich an die Börse gekoppelt
- Arbeitspreis netto
- ∅ 7–11 ct/kWh
- Grundpreis
- 5–10 €/Mt
- Jahreskosten gesamt*
- ~600–760 €
+ PV / E-Auto / Smart Home im Vorteil
− Smart Meter Pflicht, monatliche Schwankung
* Gesamtkosten inkl. Netz & Steuern (brutto) bei 3.500 kWh/Jahr · Stand August 2026 · Quelle: Stromanbieter-Übersicht.
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Strompreis-Anatomie
Strompreis-Zusammensetzung: die drei Posten pro kWh
Auf jeder Stromrechnung tauchen drei Beträge auf, und nur einer hängt vom gewählten Anbieter ab. Wer den Unterschied kennt, sieht sofort, ob ein Wechsel sich lohnt.
Musterhaushalt 3.500 kWh in Wien · Quelle: E-Control, 2024
53 %
Frei wählbarEnergiepreis
Was du an deinen Anbieter zahlst
Setzt sich aus einem Arbeitspreis pro kWh und einer monatlichen Grundpauschale zusammen. Anbieter konkurrieren ausschließlich über diesen Posten, Wechselrabatte und Boni fallen genau hier an.
25 %
Wohnort-abhängigNetzentgelte
Was du an den Netzbetreiber zahlst
Decken Bau, Wartung und Messung des Stromnetzes. Vom Wohnort abhängig, von der E-Control reguliert. Der große Sprung von +23 % kam 2025. Gegenüber 2025 steigen sie 2026 im Schnitt nur noch leicht (+1,3 %).
22 %
Gesetzlich fixiertSteuern & Abgaben
Was du an den Staat zahlst
Elektrizitätsabgabe, Umsatzsteuer (20 %), Erneuerbaren-Förderbeitrag und Biomassezuschlag. Identisch für alle Anbieter, nur über weniger Verbrauch zu senken.
Faustregel: Bei einer Stromrechnung über 1.500 € pro Jahr lassen sich mit einem Anbieterwechsel realistisch 200 € bis 400 € sparen, Netzentgelte und Steuern bleiben gleich, aber der Energiepreis sinkt um 5–15 Cent pro kWh.
Was du je nach Haushaltsgröße sparen kannst
Gesamtpreis pro kWh bei einem günstigen Wechseltarif (19 ct/kWh, österreichweit günstigster Fix-Tarif) gegenüber einem teuren Bestandstarif (33 ct/kWh), jeweils brutto inklusive Netzentgelte, Steuern und USt. Netz und Steuern sind in beiden Fällen gleich. Die Differenz ist also genau das, was du über den Energiepreis herausholst.
| Haushalt | Verbrauch | Wechseltarif | Bestandstarif | Differenz / Jahr |
|---|---|---|---|---|
| 1 Person | 1.500 kWh | 285 € | 495 € | +210 € |
| 2 Personen | 2.500 kWh | 475 € | 825 € | +350 € |
| 3–4 Personen | 3.500 kWh | 665 € | 1.155 € | +490 € |
| 5+ Personen / E-Auto | 4.500 kWh | 855 € | 1.485 € | +630 € |
Gesamtstromkosten brutto inkl. Netz, Steuern & 20 % USt. · Wechseltarif = günstigster Fix-Tarif österreichweit (8 Netzgebiete) · Bestand = Marktbeobachtung Grundversorgung · Stand August 2026
Rechenbeispiel · Haushalt mit 3.500 kWh
Bestandstarif
1.155 €
Wechseltarif
665 €
Je nach Haushalt sparst du 210 bis 630 € pro Jahr, allein über den Energiepreis.
Basis: günstigster Fix-Wechseltarif österreichweit (19 ct/kWh) vs. teurer Bestandstarif (33 ct/kWh), brutto inkl. USt., Stand August 2026.
Die 25 % Netzentgelte auf deiner laufenden Rechnung sind kein einzelner Posten, sie stecken in drei regulierten Komponenten, die der Netzbetreiber pro Wohnort an die E-Control meldet:
- Netznutzungsentgelt
- Tatsächliche Nutzung des Netzes, verbrauchsabhängig (ct/kWh) plus Grundpauschale.
- Netzverlustentgelt
- Ausgleich für technische Verluste auf dem Weg zum Zähler, ct/kWh.
- Messentgelt
- Zähler, Ablesung und Datenübertragung, fixe Jahresgebühr.
Bei einem Neuanschluss oder einer Anschlusserweiterung kommen einmalig zwei weitere Netzentgelte dazu: das Netzzutrittsentgelt (je nach Zählergröße 40 bis 500 €) und das Netzbereitstellungsentgelt (pauschale Gegenleistung für die vorgeleistete Netzerrichtung). Beide tauchen auf keiner laufenden Monatsrechnung auf.
Neu seit April 2026: SNAP-Rabatt von 20 % auf den Netznutzungs-Arbeitspreis täglich 10–16 Uhr (April–September), für Haushalte mit Smart Meter.
Per 1. Jänner 2026, Veränderung der Stromnetzentgelte gegenüber 2025 für einen Haushalt mit 3.500 kWh/Jahr:
| Bundesland | Veränderung 2026 | Mehr-/Minderkosten |
|---|---|---|
| Salzburg | −9,0 % | −33 € |
| Wien | −3,0 % | −10 € |
| Vorarlberg | −2,3 % | −8 € |
| Steiermark | −2,0 % | −7 € |
| Kärnten | −2,0 % | −7 € |
| Oberösterreich | +1,0 % | +3 € |
| Niederösterreich | +6,9 % | +25 € |
| Tirol | +11,2 % | +40 € |
| Burgenland | +16,1 % | +58 € |
| Ø Österreich | +1,3 % | +5 € |
Quelle: E-Control, SNE-V 2026.
Was sich 2026 ändert
Strompreis 2026: vier Änderungen im Überblick
2026 ist ein gemischtes Jahr: Die Elektrizitätsabgabe sinkt auf das EU-Minimum, die Netzentgelte verschieben sich regional sehr unterschiedlich, ein neuer Sozialtarif ist in Kraft, und die Strompreisbremse ist seit Anfang 2025 Geschichte. Bestandstarife bleiben trotzdem teuer.
Elektrizitätsabgabe gesenkt
Für Haushalte gilt 2026 der EU-Mindestsatz von 0,1 ct/kWh, statt 1,5 ct/kWh in 2025. Bei 3.500 kWh sind das rund 49 € Entlastung pro Jahr, automatisch über die Stromrechnung. Befristet bis 31.12.2026.
Netzentgelte regional gemischt
Per 1. Jänner 2026 sind die Stromnetzentgelte österreichweit nur leicht gestiegen, Salzburg −9 %, Wien −3 %, aber Burgenland +16 % und Tirol +11 %. Der Anteil ist anbieterunabhängig und vom Wohnort fixiert.
Sozialtarif für einkommensschwache Haushalte
Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) bringt seit April 2026 einen verpflichtenden Sozialtarif für Bezieher:innen bestimmter Sozialleistungen, zielgenauer als die alte Pauschal-Bremse.
Spread Bestand vs. Wechsel auf Rekordniveau
Wer 2022/23 einen Tarif abgeschlossen hat, zahlt oft 30–42 ct/kWh, gegenüber 19–27 ct/kWh bei aktuellen Wechseltarifen. Der Anbieterwechsel ist 2026 der mit Abstand größte Spar-Hebel im Haushalt.
Vollständige Auswertung: Strompreiserhöhung 2026 · Sozialtarif 2026 · Ende der Strompreisbremse.
Was den Strompreis bewegt
Was beeinflusst den Strompreis? Fünf Faktoren
Der Großhandelspreis macht den Anfang, dann legen Netzbetreiber, Staat und CO₂-Markt die Schichten obendrauf. Wer diese fünf Faktoren versteht, weiß auch, warum ein Stromvergleich regelmäßig hunderte Euro spart.
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Strombörse EPEX
Großhandelspreise
- Strom wird an der Börse gehandelt, steigende Nachfrage bei knappem Angebot treibt den Preis sofort. Erneuerbare drücken ihn, Gas- und Kohlekraftwerke heben ihn.
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Das letzte Kraftwerk zählt
Merit-Order
- Erst speisen günstige Erneuerbare ein, dann teurere Kraftwerke. Der Preis des letzten zugeschalteten Kraftwerks, meist Gas, bestimmt den Strompreis für alle.
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Gesetzlich fixiert
Netzentgelte & Steuern
- Diese Posten werden unabhängig vom Energiepreis aufgeschlagen. Verbraucher:innen haben darauf keinen Einfluss, auch nicht beim Anbieterwechsel.
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55 €/Tonne ab 2025
CO₂-Bepreisung
- Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen wird mit einer CO₂-Abgabe belastet. Trifft direkt vor allem Gaskraftwerke, Ökostromtarife sind im Vorteil.
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ElWG, Sanktionen, Subventionen
Politik & Geopolitik
- Gesetze, Emissionshandel und Subventionen verändern Produktionskosten und Nachfrage; Konflikte wie der Ukraine-Krieg ab 2022 stören Lieferketten und treiben Großhandelspreise.
Strompreisentwicklung
Wie sich der Strompreis seit 2020 entwickelt hat
Bis 2020 verhielt er sich ruhig, gestiegen sind vor allem Netzentgelte und Abgaben. Seit 2021 schwankt der Preis deutlich stärker und reagiert auf globale Ereignisse.
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2021
AuftaktErste Anzeichen einer Krise
Die Wirtschaft erholt sich nach der Pandemie, Energienachfrage steigt, erste Lieferengpässe bei fossilen Brennstoffen.
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2022
SchockEnergiekrise mit voller Wucht
Der Ukraine-Krieg trifft die globale Energieversorgung. Gaspreise explodieren und schlagen direkt auf den Strompreis durch, Inflation und teurere CO₂-Zertifikate verstärken den Effekt.
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2023
KonsolidierungDiversifizierung & Strompreisbremse
Diversifizierung weg von russischem Gas und politische Maßnahmen wie die Strompreisbremse dämpfen den Anstieg. Trotzdem bleibt das Niveau historisch hoch.
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2024
StabilisierungHohes Niveau hält stand
Energieeffizienzmaßnahmen und schnellerer Ausbau Erneuerbarer halten die Preise stabil, aber deutlich über dem Niveau vor 2021.
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2025
WendeStrompreisbremse läuft aus
Bestandskund:innen merken den Wegfall der staatlichen Deckelung sofort auf der Rechnung. Netzentgelte werden um 23 % angehoben, Wechselbereitschaft steigt.
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2026
HeuteNeue Normalität
Strompreise haben sich auf hohem Niveau eingependelt. Der Spread zwischen Bestands- und Wechseltarifen ist so groß wie nie, bis zu 18 Cent/kWh Differenz.
Vertiefend: detaillierte Strompreisentwicklung und europäischer Vergleich.
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Tarifrechner & Wechselservice
Postleitzahl und Jahresverbrauch eingeben, wir prüfen über 60 österreichische Anbieter neutral und übernehmen auf Wunsch den kompletten Anbieterwechsel. Wenn du nur den günstigsten suchst: Liste der günstigen Stromanbieter oder Strom kündigen.
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