Auf einen Blick
Fernwärme
~ 28 %
der AT-Haushalte — Spitzenreiter
Wärmepumpe
~ 12 %
Tendenz stark steigend
Förderung
bis 75 %
der Mehrkosten beim Wechsel
Ziel Bund
2040
raus aus fossilem Heizen
Wie heizt Österreich heute?
Aus den Mikrozensus-Daten von Statistik Austria zeichnet sich ein klares Bild: Fernwärme dominiert in Städten, Pellets und Hackschnitzel halten den Westen warm, Erdgas konzentriert sich auf Wien und den Osten, und Wärmepumpen sind der Wachstumssektor. Heizöl ist auf dem Rückzug.
Fernwärme
Stark in Wien, Linz, Graz, Salzburg — geringer Wartungsaufwand, Quellenmix variiert je Stadt
Holz / Pellets
Dominiert ländliche Gebiete, vor allem Vorarlberg, Tirol und Oberösterreich
Erdgas
Konzentriert auf Wien und urbane Räume in Niederösterreich; sinkend
Wärmepumpe / Strom
Wachstumssegment — fast jeder Neubau, viele Sanierungen
Heizöl
Stark rückläufig seit „Raus aus Öl“; defekte Kessel müssen oft erneuerbar ersetzt werden
Sonstige
Kohle-Restbestände, Solarthermie-Kombi, Sonderfälle
Werte gerundet auf Basis der Statistik-Austria-Mikrozensuserhebung zu Hauptheizmitteln, jüngste verfügbare Erhebung. Anteile beziehen sich auf Hauptwohnsitze.
Die sieben Heizsysteme im Vergleich
Anschaffung ist nur die halbe Wahrheit — über 20 Jahre entscheidet der Betrieb. Wir nennen für jedes System die typische Bandbreite Anschaffung (Gerät + Einbau, ohne Förderung) sowie die Eignung für Neubau, Sanierung und Altbau.
Wärmepumpe
Empfohlen Neubau · gut gedämmt
Anschaffung: 15.000 – 30.000 €
Pro. Niedrigste Betriebskosten in gut gedämmten Häusern; Wärmepumpentarife unter Haushaltspreis; CO₂-arm; höchste Förderung.
Contra. Hohe Anschaffung; Effizienz fällt bei hohen Vorlauftemperaturen; im ungedämmten Altbau oft erst nach Sanierung sinnvoll.
Fernwärme
Empfohlen Stadt mit Anschluss
Anschaffung: 5.000 – 12.000 €
Pro. Niedrige Anschaffung; minimale Wartung; Anbieter kümmert sich ums Hauptnetz; CO₂-Faktor sinkt mit Quellenmix der Stadt.
Contra. Nur dort verfügbar wo ein Netz liegt; Preise sind anbietergebunden, kaum Wettbewerb; Anschluss-Investition liegt beim Hauseigentümer.
Pelletheizung
Empfohlen Altbau ländlich
Anschaffung: 18.000 – 28.000 €
Pro. CO₂-arm; günstiger Brennstoff aus heimischer Produktion; arbeitet auch bei hohen Vorlauftemperaturen — passt zu ungedämmten Altbauten.
Contra. Wartungsintensiv (Aschelade, Filter, Reinigung); Platzbedarf für Lager + Anlieferung; Holzpreise volatil bei Pelletknappheit.
Gasheizung
Nur Bestand mit funktionierender Anlage
Anschaffung: 6.000 – 14.000 €
Pro. Niedrige Anschaffung; geringer Platzbedarf; bewährte Technik; kompatibel mit hohen Vorlauftemperaturen.
Contra. Im Neubau praktisch nicht mehr genehmigungsfähig; volle CO₂-Bepreisung; Brennstoffpreise seit 2022 deutlich volatiler; keine Förderung für Neuinstallation.
Heizöl
Nicht mehr empfehlenswert
Anschaffung: 8.000 – 15.000 €
Pro. Funktioniert auch ohne Gasanschluss oder Fernwärme; lange Lebensdauer der Kessel.
Contra. Neuinstallation in vielen Bundesländern nicht mehr möglich; volle CO₂-Bepreisung trifft Heizöl am härtesten; bei defekten Kesseln teils Tauschpflicht auf erneuerbare Systeme.
Infrarotheizung
Nur als Ergänzung
Anschaffung: 4.000 – 9.000 €
Pro. Niedrige Anschaffung; schnelle Installation ohne Eingriff in die Hülle; gut für selten genutzte Räume.
Contra. Hohe Betriebskosten — Strom ist der teuerste Energieträger; in Vollheizung deutlich teurer als Wärmepumpe oder Fernwärme; kein Warmwasser.
Solarthermie
Nur als Ergänzung
Anschaffung: 8.000 – 14.000 €
Pro. Senkt Warmwasserkosten ganzjährig; gut förderbar; kombiniert mit Wärmepumpe oder Pellets sehr effizient.
Contra. Allein nicht ausreichend zum Heizen; im Winter geringer Ertrag; braucht Speicher + zweites System; nur sinnvoll als Hybridlösung.
Aus der Beratung: Die häufigste Fehlannahme am Telefon ist, dass die Anschaffungskosten die Entscheidung treiben. In der Rechnung über 20 Jahre rutscht die Wärmepumpe trotz höchster Anschaffung meist auf Platz 1, weil Betrieb plus Wartung plus Förderung den Anfangs-Unterschied mehr als ausgleichen — gut gedämmtes Haus vorausgesetzt.
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Neubau, Sanierung oder Altbau — was passt?
Drei Wohnsituationen, drei Empfehlungslogiken. In der Beratung hören wir fast täglich die gleichen Fragen — wir gehen sie deshalb hier strukturiert durch.
Neubau
Wärmepumpe oder Fernwärme. Gas- und Ölanschlüsse sind in nahezu allen Bundesländern nicht mehr genehmigungsfähig. Eine moderne Niedertemperatur-Heizung (Fußboden/Wand) kombiniert mit Luft-Wasser- oder Sole-WP ist heute Standard.
Sanierung
Erst dämmen, dann tauschen. Wer die Hülle saniert, senkt die Heizlast — und damit die Größe und Kosten der neuen Heizung. „Raus aus Öl und Gas“ + Sanierungsbonus lassen sich kombinieren. Wer ein altes Öl- oder Gassystem tauscht, sollte die Förderlandschaft vor jeder Bestellung prüfen.
Altbau ohne Dämmung
Fernwärme, Pellets oder Hybrid. Hohe Vorlauftemperaturen schmälern die WP-Effizienz. Wenn Sanierung nicht in Frage kommt: Fernwärme prüfen, sonst Pelletheizung. Hochtemperatur-WP-Modelle ab 70 °C Vorlauf gibt es — sind teurer, sparen aber die Dämmung als Voraussetzung.
Förderungen für den Heizungstausch 2026
Die Förderlandschaft hat sich seit 2022 vervielfacht. Drei Töpfe sind für Privatpersonen relevant — sie lassen sich teils kombinieren, teils nicht. Vor dem Antrag immer die aktuellen Beträge bei der zuständigen Stelle prüfen.
Bundesförderung
Raus aus Öl und Gas
Übernimmt aktuell bis zu 75 % der Mehrkosten beim Tausch fossiler Heizungen auf Wärmepumpe, Fernwärme oder Pellets. Antrag über die Umweltförderung (KPC). Anlagengröße, Heizlast und Hauseigentum maßgeblich.
Einkommensschwache Haushalte
Sanierungsbonus
Bis zu 23.000 € für umfassende thermische Sanierung — Fenster, Fassade, Dach, Heizung kombiniert. Einkommensgrenzen beachten. Lässt sich mit „Raus aus Öl und Gas“ kombinieren, wenn beide Maßnahmen gleichzeitig laufen.
Bundesländer
Wohnbauförderung
Zusätzlich zur Bundesförderung gibt jedes Bundesland eigene Zuschüsse oder Darlehen — Höhe und Bedingungen unterschiedlich. Wer Bundes- und Landesförderung kombiniert, kommt in vielen Fällen auf über 50 % Förderquote der Gesamtinvestition.
Wichtig aus der Beratung: Den Förderantrag vor Auftragsvergabe stellen. Wer den Tausch beauftragt bevor die Förderung zugesagt ist, riskiert die komplette Förderung. Außerdem: Eigentums-Nachweise, Energieausweis und Rechnungen sammeln — die Auszahlung erfolgt erst nach Vorlage aller Belege.
Phase-out: was bedeutet das für Bestand und Neubau?
Österreich hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 komplett aus fossilen Heizungen auszusteigen. Was das praktisch heißt, hängt stark davon ab, ob du eine neue Heizung kaufst oder eine bestehende behältst.
Neubau
Anschlussverbote in Kraft
In den Bauordnungen aller Bundesländer ist die Genehmigung von Gas- und Ölheizungen im Neubau de facto nicht mehr vorgesehen. Wer einen Neubau plant, muss bereits in der Einreichphase ein erneuerbares System nachweisen.
Bestand
Kein bundesweiter Tauschzwang
Funktionierende Gas- und Ölthermen müssen aktuell nicht getauscht werden. Bei defekten Öl- oder Kohlekesseln greifen in einzelnen Bundesländern Tauschpflichten auf erneuerbare Systeme. Das ursprüngliche Erneuerbare-Wärme-Gesetz mit verpflichtendem Bestandsphasing wurde nicht in der ursprünglichen Form beschlossen.
In der Beratung kommt diese Frage täglich: „Muss ich meine intakte Gastherme tauschen?“ — kurze Antwort: nein. Aber: eine neue Gastherme heute hat eine Lebensdauer von 15–20 Jahren und fällt damit ungefähr ans Ende des Bundes-Phase-out-Fensters. Wer ohnehin am Lebensende der Therme steht, sollte ernsthaft auf Wärmepumpe oder Fernwärme umstellen.
Was kostet Heizen über 20 Jahre wirklich?
Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus mit rund 140 m² und 15.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr. Anschaffung nach Förderung, plus 20-Jahres-Betrieb, plus Wartung. Die Werte sind Richtgrößen — die echte Rechnung hängt an Dämmung, Bundesland und individueller Förderung.
Wärmepumpe (gut gedämmt)
Anschaffung n. Förderung
8.000 – 14.000 €
Betrieb
~1.100 €/Jahr
20 Jahre Total
~ 30.000 €
Fernwärme
Anschaffung n. Förderung
3.000 – 7.000 €
Betrieb
~1.400 €/Jahr
20 Jahre Total
~ 33.000 €
Pelletheizung
Anschaffung n. Förderung
12.000 – 18.000 €
Betrieb
~1.500 €/Jahr
20 Jahre Total
~ 42.000 €
Gasheizung
Anschaffung n. Förderung
6.000 – 14.000 €
Betrieb
~1.900 €/Jahr
20 Jahre Total
~ 48.000 €
Heizöl
Anschaffung n. Förderung
8.000 – 15.000 €
Betrieb
~2.100 €/Jahr
20 Jahre Total
~ 52.000 €
Modellrechnung Stromliste-Beratung Mai 2026. Annahmen: 15.000 kWh Wärmebedarf, Wärmepumpe mit JAZ 3,8 und Wärmepumpentarif, CO₂-Bepreisung ab 2026 inkludiert. Detaillierte Vergleichswerte für deine Wohnsituation gibt es am Telefon.