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Entwicklung des Gaspreises

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Gas Kosten

Im Gegensatz zum Strommarkt, der durch einen belebten Wettbewerb und flexible Vertragsbedingungen gekennzeichnet ist, erlauben die technischen und administrativen Bedingungen auf dem Gasmarkt (Gasbörsen, Mindestabnahmemengen, Transport und Speicherkapazitäten etc.) einen weitaus weniger dynamischen Wettbewerb. Hinzu kommt, dass der Großhandel mit Gas von Lieferverträgen mit langen Laufdauern dominiert wird. So bleibt den Gaslieferanten relativ wenig Spielraum bei der Preisgestaltung.


Gaspreisentwicklung seit der Liberalisierung

Betrachtet man die Gaspreise in den Jahren 2003-2013, kann man eine deutliche Preissteigerung feststellen. 2014, 2015 und 2016 sank der Gaspreis, im Jahr 2017 steigt er aktuell wieder leicht an. Der durchschnittliche Gaspreis liegt laut der österreichischen Energieregulierungsbehörde E-Control bei derzeit ca. 5 bis über 8 Cent (inklusive Steuern, Abgaben und Netzgebühren). Stand September 2017.

Vergleichen Sie hier Österreichs Gaspreise mit denen anderer EU-Mitgliedsstaaten:
Gaspreis: Ein europäischer Vergleich

 

Die obige Grafik zeigt die Entwicklung des ÖGPI (Österreichischer Gaspreisindex). In seine Berechnung fließt nur der reine Gaspreis ein, also weder Steuern und Abgaben, noch Netzgebühren. Steuern, Abgaben und Netzgebühren machen rund die Hälfte des Gaspreises aus, den EndkundInnen bezahlen. Netzgebühren werden von der österreichischen Energieregulierungsbehörde festgelegt, Gasanbieter haben darauf keinen Einfluss. Gasanbieter entscheiden lediglich über den reinen Energiepreis - und sie entscheiden sehr unterschiedlich. Gaspreise variieren von Anbieter zu Anbieter laut E-Control um bis zu 50%.

Gaspreis Rechner

Ein Vergleich lohnt sich. Ein Beispiel: Während eine kWh Gas beim österreichweiten Gasanbieter MONTANA (Tarif SMARTpur) 1,9 Cent kostet, zahlen Sie beim oberösterreichischen Standardanbieter (Energie AG) 3,51 Cent (Standardtarif Erdgas Plus). Stand September 2017, alle Preise exkl. Umsatzsteuer, Netzgebühren, Steuern und Abgaben und unter der Annahme, dass Sie jährlich 15.000 kWh Gas verbrauchen. Unter
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Wichtigste Preisfaktoren

Auch externe Ereignisse beeinflussen wesentlich die Gaspreisgestaltung. Dabei sind Gaslieferungen aus dem Ausland, die Ölpreisbindung und der Wettbewerb seit der Marktöffnung im Jahr 2002 die entscheidenen Preisfaktoren.

Gaslieferungen aus Russland

Für Österreich ist insbesondere die seit Jahren angespannte Beziehung zwischen Russland und der Ukraine wichtig. Durch die Ukraine läuft Europas und Österreichs wichtigste Erdgasverbindung zum russischen Erdgasgroßlieferanten: die Transgas-Pipeline, die ca. 80% der russischen Gaslieferungen nach Europa transportiert. Im Zuge des Streits zwischen der Ukraine und Russland, der sich 2004-2005 ursprünglich an den von Gazprom einseitig deklarierten Änderungen der Lieferverträgen entbrannte, wurden die Gaslieferungen über die Hochdruck-Trasse reduziert. In Österreich wurde beispielsweise ein Lieferrückgang von 33% verzeichnet. Schlimmer traf es Österreich 2009 als der Russisch-Ukrainische Gasstreit einen neuen Höhepunkt erreichte und Russland erneut die Lieferungen in das Transitland Ukraine und folglich nach Europa verweigerte. Österreich erhielt in Folge der Auseinandersetzung 90% weniger Erdgas und die Preise explodierten, wie die nachfolgende Grafik zeigt.

 

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Das Bauprojekt der Nabucco-Pipeline hätte Österreichs Abhängigkeit von der Transgas-Pipeline reduzieren können, da sie ursprünglich von der Türkei, über Bulgarien, Rumänien und Ungarn Erdgas nach Österreich liefern sollte. 2013 wurde der Bau der Pipeline aufgrund zu hoher Kosten und politischer Differenzen jedoch vollständig abgesagt. So bliebe Österreich im Falle eines Streits zwischen der Ukraine und Russland und einer Weigerung der Ukraine russisches Gas durchzulassen, noch der Weg über die North Stream Pipeline. Diese Pipeline verläuft von Russland durch die Ostsee nach Deutschland. Von dort aus könnte Österreich dann Gaslieferungen erhalten, jedoch stellt hierbei das Fehlen von Leitungen zwischen dem Marktgebieten im Osten und im Westen Österreichs ein weiteres Problem dar.

Karte mit Gaslieferungen nach Österreich

Die Transgaspipeline bring Gas von Russland nach Österreich

Die Wirtschaftskrise in den Jahren 2008-2009 führte zu einer Verringerung der Produktion in der Industrie. Die Gasnachfrage sank, es entstanden Überkapazitäten, die vergünstigt angeboten wurden und somit fiel der Gaspreis kurzfristig deutlich.

Erdölpreisbindung

Es darf jedoch auch nicht vergessen werden, dass der Erdgaspreis eng an den des Erdölpreises gebunden ist. Diese Ölpreisbindung war ursprünglich in den 1960er Jahren erdacht worden um die damals neuartige Energiequelle Gas durch Infrastrukturinvestitionen dem Kunden erhältlich zu machen. Die massiven Investitionen sollten jedoch nicht dazu führen, dass Gas teuer als Öl würde. Also wurden Verträge zwischen Gas- und Öllieferanten geschlossen, die die Abnahme des Gases und somit die Amortisierung der Ausgaben garantieren sollten. Mit dieser Bindung verändert sich der Erdgaspreis in einer drei- bis sechsmonatigen Verzögerung entsprechend der Erdölpreisentwicklung, um das Auseinanderklaffen von Gas- und Ölpreisen zu verhindern.

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Diese Korrelation ließ sich besonders häufig in der Vergangenheit beobachten und wird aktuell als weniger entscheidend bewertet, da das Erdgasnetz inzwischen relativ weit entwickelt ist. Die entsprechenden Preisänderungsklauseln der Gaslieferanten mit ihren Endkunden werden daher mittlerweile als zweifelhaft erachtet und einer Rechtsprüfung unterzogen - wie schon 2010 in Deutschland am Bundesgerichthof geschehen. Dieser urteilte gegen die Bindung des Gaspreises an den Erdölpreis als preisbildender Faktor.

Hier sind der Gaspreis, sowie die Industriepreise für Gas im Zeitverlauf mit Ereignissen dargestellt

Die Enwicklung des Gaspreises & Einflussfaktoren

Gasmarktliberalisierung

Gasrechnung

Generell lässt sich feststellen, dass nach der Liberalisierung des Gasmarktes im Jahr 2002 die Gaspreise merklich gestiegen sind. Das liegt zu einem erheblichen Teil daran, dass in Österreich eine sehr niedrige Wechselquote vorliegt und Gaslieferanten dadurch in relativ wenig Konkurrenzdruck kommen. Dies ist seinerseits aber auch dadurch bedingt, dass die oben beschriebenen preisbestimmenden Faktoren relativ wenig Spielraum zur Preisgestaltung lassen. Andererseits ist der Zusammenschluss großer Versorger zu Allianzen, sowie die Tatsache, dass einige Lieferanten nur begrenzte Gebieten versorgen dem Wettbewerb nicht sonderlich förderlich. So steigen die Preise weiter und die Wettbewerbslandschaft bleibt relativ stabil mit nur ca. 30 Gaslieferanten. Wechselten jedoch mehr Österreicher regelmäßig ihren Lieferanten, würden die Anbieter unter Preisdruck geraten und attraktivere Tarife anbieten.

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Tröstlich ist, dass Endverbraucher ohne Liberalisierung noch tiefer in die Tasche greifen müssten, um ihre Gasrechnung zu begleichen. Lesen Sie dazu den Artikel: Szenario ohne Liberalisierung

Gaspreisentwicklung: Eine Prognose

ExpertInnen gehen momentan davon aus, dass der Gaspreis weiter steigen wird - aufgrund steigender Ölpreise und höheren Preisen an Terminbörsen. Die Energiepreisentwicklung lässt sich aber nie mit Sicherheit vorhersagen.

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