+207 €
Mehrkosten 2025
durchschnittlich, je nach Bundesland 156–251 €
6,6 ct
Erdgasabgabe
pro m³, +77 €/Jahr für Haushalte
55 €/t
CO₂-Bepreisung
fossile Brennstoffe, +70 €/Jahr für Haushalte
Aktuelle Lage
Gaspreisentwicklung ab 2025: Womit ist zu rechnen?
Vier regulatorische Hebel wirken seit Anfang 2025 zeitgleich auf den Gaspreis, drei davon erhöhen die Kosten für Haushalte unmittelbar:
Erhöhung der Gasnetzgebühren
Die Netzgebühren für Gas wurden 2025 angehoben, durchschnittlich 60 € Mehrkosten pro Haushalt und Jahr. Der genaue Betrag hängt vom Bundesland und Netzbetreiber ab.
Angehobene Erdgasabgabe
Die Erdgasabgabe liegt bei 6,6 ct pro Kubikmeter. Bei einem Haushalt mit rund 15.000 kWh Verbrauch entspricht das rund 77 € Mehrkosten pro Jahr.
CO₂-Bepreisung fossiler Brennstoffe
Die CO₂-Bepreisung ist 2025 auf 55 € pro Tonne gestiegen. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet das rund 70 € jährliche Mehrkosten auf der Gasrechnung.
Anhaltender Gaslieferstopp aus Russland
Der Gazprom-Lieferstopp Ende 2024 wirkt sich kaum auf den Endkundenpreis aus, die Speicher in Österreich sind sehr gut befüllt. Nach einem kurzen Ausschlag haben sich die Großhandelspreise wieder eingependelt.
Tipp von Christoph Kain · Country Manager Selectra DE & AT
Mehrkosten kompensieren, durch einen Anbieterwechsel
Die regulatorischen Aufschläge kannst du als Verbraucher:in nicht beeinflussen, den Energiepreis deines Anbieters dagegen schon. Bei 15.000 kWh Verbrauch sind bis zu 600 € Ersparnis pro Jahr möglich, was die 156 bis 251 € Mehrkosten mehr als ausgleicht.
Kostenlos beraten lassen, 0720 1155 70Politischer Rahmen
Maßnahmen zur Importunabhängigkeit von Erdgas und Öl
Österreich strebt bis 2027 die Unabhängigkeit von russischen Gas- und Ölimporten an, über den Ausbau von Wind- und Photovoltaik-Anlagen, Förderungen für Elektrofahrzeuge und Investitionen in den öffentlichen Verkehr. Sobald diese Diversifikation greift, dämpft sie die Volatilität des österreichischen Gaspreises. Mehr dazu unter erneuerbare Energien.
Was den Gaspreis bewegt
Wovon sind Gaspreise generell abhängig?
Mehrere Faktoren wirken parallel auf den österreichischen Gaspreis, von geopolitischen Entscheidungen bis zur europäischen Speicherbefüllung.
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Geopolitische Lage
- Konflikte, Sanktionen und politische Entscheidungen in Lieferländern führen zu starken Preisschwankungen.
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Globale Nachfrage
- Ein steigender weltweiter Energiebedarf, vor allem in Schwellenländern, treibt die Großhandelspreise nach oben.
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Europäisches Angebot & Speicher
- LNG-Verfügbarkeit, Speicherfüllstände und die Nachfrage in den Nachbarländern wirken direkt auf den österreichischen Gasmarkt.
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Ausbau erneuerbarer Energien
- Ein verstärkter Ausbau erneuerbarer Energien senkt langfristig die Gasnachfrage und damit die Preise.
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Klimapolitik & CO₂-Bepreisung
- Strengere Klimaziele und höhere CO₂-Preise verteuern fossile Energieträger zusätzlich.
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Effizienzmaßnahmen
- Bessere Dämmung und effizientere Heizungen senken den Verbrauch, und entlasten den Gesamtmarkt.
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Ölpreis-Entkopplung
- Die früher übliche automatische Kopplung an den Ölpreis ist mit der Liberalisierung weitgehend aufgelöst, Altverträge wirken aber teilweise nach.
Rückblick
Gaspreisentwicklung 2020 bis 2024
Die letzten Jahre waren für den österreichischen Gasmarkt eine Achterbahnfahrt, von Corona-Tiefststand 2020 bis zum Krisen-Peak 2022 und einer schrittweisen Normalisierung ab 2023.
Großhandelspreis Erdgas 2020–2026
Jahresmittel · €/MWh · TTF/CEGH (Richtwerte)
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2020 – 2021
Corona Preise sinkenPandemie-bedingter Preisrückgang
Lockdowns und Reisebeschränkungen drückten die Gasnachfrage massiv. Gleichzeitig herrschte ein Überangebot, die Preise sanken auf historische Tiefststände.
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2022
Ukraine-Krieg Preise steigenKrisen-Peak nach russischem Angriff
Mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine schossen die Erdgasbörsen-Preise im Sommer 2022 kurzfristig über 300 €/MWh, Österreich war damals besonders abhängig von russischen Pipeline-Importen.
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2023
Stabilisierung Preise sinkenGroßhandelspreise normalisieren sich
Diversifizierte Importe (LNG, Norwegen, Pipeline aus Italien) und gut gefüllte Speicher entspannten den Markt. Die Großhandelspreise pendelten sich um 40 €/MWh ein.
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2024
Effizienz Preise sinkenNachfrage sinkt strukturell
Effizienzsteigerungen in der Industrie, der weitere Ausbau erneuerbarer Energien und mildere Winter ließen den Gasverbrauch weiter sinken, die Preise blieben moderat.
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0720 1155 70Praxis
Fünf Tipps, um deine Gasrechnung zu senken
du kannst die regulatorischen Aufschläge nicht verhindern, aber du hast mehrere Hebel, um deine Gasrechnung dennoch zu senken.
Erwäg einen Anbieterwechsel
Der Gasmarkt hat sich liberalisiert, aber die Wechselraten der Konsument:innen bleiben niedrig, entsprechend gering ist der Wettbewerbsdruck auf die Anbieter. Eine Preisdifferenz von bis zu 50 % zwischen dem teuersten und günstigsten Tarif ist üblich.
Bei einem österreichischen Durchschnittsverbrauch von rund 15.000 kWh sind bis zu 600 € Ersparnis pro Jahr möglich. Die E-Control veröffentlicht regelmäßig Vergleichsdaten zum österreichischen Gasmarkt.
Ändere deinen Warmwasserverbrauch
Wer eine Gas-Warmwasseranlage betreibt, spart spürbar durch kürzeres Duschen statt Baden, einen Duschkopf mit niedrigem Durchfluss und das Reparieren undichter Wasserhähne. Warmwasser macht in vielen Haushalten 15 bis 20 % des gesamten Energieverbrauchs aus.
Mach dein Haus energieeffizienter
Eine gute Dämmung, abgedichtete Fenster und Türen sowie effiziente Heizthermostate amortisieren sich oft schon nach wenigen Jahren. Mittelfristig lohnt sich ein Umstieg auf eine Wärmepumpe oder die Nachrüstung mit Photovoltaik samt Batteriespeicher.
Reguliere dein Thermostat
Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart rund 6 % Heizenergie. Eine angenehme Wohlfühltemperatur liegt für die meisten Menschen bei 20 °C, viele heizen unbewusst auf 22 oder 23 °C.
Wenn niemand zu Hause ist, reichen rund 13 °C, in der Nacht 15 bis 16 °C. Smarte Thermostate übernehmen die Absenkung automatisch und nach Zeitplan.
Heiz deinen Gas-Backofen nicht mehr vor
Gas-Backöfen erreichen die Solltemperatur sehr schnell, das Vorheizen ist bei den meisten Rezepten überflüssig. Außerdem entweicht beim Öffnen der Backofentür ein Großteil der vorgeheizten Wärme wieder, was den Effekt ohnehin zunichtemacht.