+23 %

Netzentgelte 2025

Haushalte, Ø österreichweit

1,5 ct

Elektrizitätsabgabe

pro kWh, von 0,1 ct zurück

55 €/t

CO₂-Bepreisung

fossile Brennstoffe, Stand 2025

Aktuelle Lage

Wie ist die aktuelle Strompreisentwicklung in Österreich?

Konkret führen folgende Faktoren 2025 zu einer negativen Strompreisentwicklung in Österreich:

01 Förderung läuft aus

Ende der Strompreisbremse

Das Ende der Strompreisbremse, die Verbraucher während der Energiekrise entlastete. Ohne die Strompreisbremse müssen Verbraucherinnen und Verbraucher wieder den vollen Strompreis zahlen, der in vielen Fällen deutlich höher ausfallen wird als während der Förderperiode.

02 +23 % Ø

Erhöhung der Netzentgelte

Die Erhöhung der Netzentgelte im Jahr 2025, für Haushalte um durchschnittlich 23 % (je nach Bundesland). Dabei inbegriffen ist die Wiedereinführung der erneuerbaren Förderpauschale, welche in den Jahren 2022 und 2023 ausgesetzt und für das Jahr 2024 aus Budgetmitteln finanziert wurde.

03 +1,4 ct/kWh

Erhöhung der Elektrizitätsabgabe

Die Erhöhung der Elektrizitätsabgabe (nach temporärer Reduktion) von 0,001 Euro/kWh auf 0,015 Euro/kWh.

04 55 €/t

CO₂-Bepreisung fossiler Brennstoffe

Die CO₂-Bepreisung von fossilen Brennstoffen, welche 2025 auf 55 Euro pro Tonne angestiegen ist. In Österreich ist der Anteil an erneuerbaren Energien zwar hoch und entsprechend der Einfluss auf die Strompreise für Endverbraucher geringer als in anderen Ländern, dennoch können Unternehmen diese zusätzlichen Kosten auf die Verbraucher umlegen.

05 Geopolitik

Anhaltender Gaslieferstopp aus Russland

Der anhaltende Gaslieferstopp in Russland, der die Gaspreise in Europa in die Höhe getrieben hat. Da Gas ein wichtiger Energieträger für die Stromerzeugung ist, haben sich diese höheren Gaspreise auch auf die Strompreise ausgewirkt. Allerdings ist Österreich relativ gut diversifiziert und bezieht Gas auch aus anderen Ländern, weshalb das Ausmaß des Lieferstopps für Österreich eher geringfügig ist.

Wettbewerb nutzen und Anbieter wechseln

Das Ende der Strompreisbremse führt zu einem intensiveren Wettbewerb zwischen den Energieversorgern. Das ist für Verbraucher:innen positiv, sofern Angebote verglichen und der Anbieter gewechselt wird.

Schutzmaßnahmen

Wie kann ich mich vor der negativen Strompreisentwicklung schützen?

Das Beste, das Verbraucher:innen gegen die hohen Strompreise tun können, ist, regelmäßig einen Stromvergleich durchzuführen. Durch den Vergleich der Stromanbieter an Ihrem Wohnort können Sie die Preise vergleichen und bei günstigeren Strompreisen zum besseren Anbieter wechseln. Um sich vor negativen Preisentwicklungen zu schützen und den künftigen Anbieterwechsel zu vereinfachen, sind eine Preisgarantie, eine kurze Vertragslaufzeit sowie eine kurze Kündigungsfrist empfehlenswert.

Abgesehen davon sollten Verbraucher:innen auch ihr Nutzungsverhalten analysieren und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Haushalt vornehmen, um den eigenen Stromverbrauch und damit die Stromrechnung zu senken. Wenn möglich, ist der Einsatz von Photovoltaikanlagen und Speichersystemen ebenfalls empfehlenswert, um den Eigenverbrauch von Strom zu erhöhen und damit die Abhängigkeit vom Netz zu verringern.

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Prognose

Gibt es eine Strompreisentwicklung-Prognose für die nächsten 10 Jahre?

Die Strompreise in Österreich sind von vielen Faktoren abhängig, weshalb eine eindeutige Prognose schwierig ist. Die Energiekrise hat jedoch die Notwendigkeit einer schnellen und umfassenden Energiewende deutlich gemacht und gibt Anreiz für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Kurzfristig

Preise unter Druck

Kurzfristig werden jedoch die steigenden Kosten für CO₂-Emissionszertifikate, die höheren Preise für fossile Brennstoffe und die Notwendigkeit, in neue erneuerbare Energien zu investieren, die Strompreise weiter nach oben treiben.

Langfristig

Energiewende stabilisiert

Langfristig wird die Energiewende zu stabileren und nachhaltigeren Energiepreisen führen. Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien zahlen sich aus — die Abhängigkeit von fossilen Importen sinkt.

Übergangsphase

In der Übergangsphase werden gezielte politische Maßnahmen erforderlich sein, um die sozialen Auswirkungen der Energiewende abzufedern und eine gerechte Verteilung der Kosten zu gewährleisten.

Was den Strompreis bewegt

Generelle Einflussfaktoren auf die Strompreisentwicklung in Österreich

Die hohen Strompreise in Österreich sind das Ergebnis einer Kombination aus Marktstrukturen, politischen Entscheidungen und Verbraucherverhalten.

01

Weltmarktpreise für Energie

Die Entwicklung der Energiepreise auf den Weltmärkten hat einen erheblichen Einfluss auf die Strompreise in Österreich.
02

Lange Einkaufszyklen

Stromanbieter kaufen Strom langfristig ein, wodurch Preisschwankungen verzögert an die Verbraucher weitergegeben werden.
03

Marktkonzentration

Wenige große Energieversorger dominieren den Markt und können Preise diktieren.
04

Geringe Wechselbereitschaft

Viele Kund:innen bleiben bei ihrem Anbieter, auch wenn es günstigere Alternativen gäbe.
05

Inflation & Kostensteigerungen

Die Inflation treibt die Kosten für alle Wirtschaftsbereiche in die Höhe, was sich auch auf die Stromerzeugung und -verteilung auswirkt.
06

Investitionen in erneuerbare Energien

Investitionen in erneuerbare Energien können langfristig zu einer Stabilisierung der Strompreise beitragen, aber kurzfristig können sie auch zu zusätzlichen Kosten führen.
07

Politische Entscheidungen

Politische Entscheidungen, wie beispielsweise Änderungen bei Steuern oder Abgaben, können sich ebenfalls auf die Strompreise auswirken.

Rückblick

Blick in die Vergangenheit: Strompreisentwicklung Österreichs bis 2023

Vor allem in den letzten Jahren ist ein stetiger Anstieg des Strompreises in Österreich zu beobachten.

Strompreisentwicklung 2020–2026

Durchschnittlicher Arbeitspreis Wechseltarif Wien · ct/kWh netto

10 20 30 40 8 2020 12 2021 38 2022 28 2023 20 2024 24 2025 22 2026
2022 markiert den Krisen-Peak — heute liegt der Wert wieder bei rund 22 ct/kWh.
  1. Sommer 2020

    Coronabedingt Preise sinken

    Kurzfristiger Preis-Einbruch

    Die Strompreise sind aufgrund des coronabedingten Einbruchs in der Industrienachfrage zwischenzeitlich gesunken.

  2. 2021

    Erholung Preise steigen

    Energienachfrage steigt wieder

    Die Energienachfrage stieg jedoch 2021 in der Industrie und auch im privaten Bereich wieder an, was wieder zu höheren Strompreisen führte.

  3. Anfang 2022

    Rohstoffpreise Preise steigen

    Fossile Brennstoffe ziehen an

    Anfangs 2022 stieg auch auf den Rohstoffmärkten die Nachfrage, was zu höheren Preisen für fossile Brennstoffe wie Gas, Öl und Kohle führte. Dies wirkte sich auf die Strompreisentwicklung aus, da diese Rohstoffe auch zur Stromerzeugung genutzt werden.

  4. Ab 2022

    Krieg Preise steigen

    Ukraine-Krieg & Lieferengpässe

    Der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Lieferengpässe bei fossilen Brennstoffen haben die Situation seither weiter verschärft.

Abgesehen davon haben auch Steuern, Abgaben und Netzentgelte, die von staatlichen Stellen festgelegt werden, in den vergangenen Jahren maßgeblich zu den steigenden Strompreisen in Österreich beigetragen.

Förderung erneuerbarer Energien
Die gesetzlich vorgeschriebene Förderung erneuerbarer Energien führt zu zusätzlichen Kosten, die über Umlagen auf die Strompreise umgelegt werden.
Netzausbau
Der Ausbau der Stromnetze, um die dezentrale Einspeisung erneuerbarer Energien zu ermöglichen, erfordert hohe Investitionen, die über die Netzentgelte finanziert werden.
Steuerliche Belastungen
Steigende Steuern und Abgaben auf Strom erhöhen direkt die Kosten für die Verbraucher.