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Der österreichische Gasmarkt

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Neben Elektrizität aus Wasserkraft, die 2012 65,26% des österreichischen Strommixes ausmachte, ist Erdgas mit einen Anteil von 13,22% der zweit wichtigste Energieträger. Bis zu Dreiviertel der Gasimporte bezieht Österreich aus GUS-Ländern (davon 56% alleine aus Russland), und jeweils 12-13% stammen aus Norwegen und Deutschland.

Marktgebiete

Österreich ist in drei Marktgebiete aufgeteilt. In jedem Marktgebiet herrscht ein Netzbetreiber, diese sind die Gas Connect Austria GmbH, die BOG GmbH und die TAG GmbH. Dabei bilden der Osten des Landes, Tirol und Vorarlberg jeweils eines. Tirol und Vorarlberg sind dabei durch ein gemeinsames Gasnetz verbunden, welches seine grenzüberschreitenden Lieferungen über das deutsche Fernleitungsnetz empfängt. Das Tiroler und Vorarlberger Marktgebiet sind nicht mit dem Gasnetz im Marktgebiet Ost verbunden. Dieses verfügt über sein eigenes Fernleitungsnetz.

Das Marktgebiet Ost umfasst die Bundesländer Salzburg, Kärnten, Oberösterreich, Niederösterreich, die Steiermark, das Burgenland und Wien

Die Preisgestaltung bei dem Energieträger Gas ist weit weniger flexibel als die des Strompreises, da sie zu beträchtlichen Anteilen von internationalen Umständen abhängt und an langfristige Verträge, Mindestabnahmeverpflichtungen und komplizierte Preisklauseln gebunden ist.

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Lesen Sie dazu unsere Artikel zu den Themen Gas- und Strompreisentwicklung

Der internationale Gashandel

Problematisch ist beim internationalen Gashandel insbesondere der Zugang zu Gasbörsen, den sogenannten Hubs, und der barrierefreie Anschluss an die nötige Infrastruktur. Eine Studie, durchgeführt von Pricewaterhouse Coopers, befand das in der Zentral-Südosteuropäischen Region, zu der Österreich gehört, der transnationale Gashandel sein Potenzial aufgrund Zugangsschwierigkeiten zu Speichern und Transportleitungen nicht voll ausschöpfen kann. Hauptgrund hierfür ist der Mangel an gemeinsamen Regelungen für die Region, die den Zugang zu Speichern, Transportwegen und Hubs betreffen. So muss ein Gaslieferant nach dem sogenannten Transportpfadmodell für die Lieferung von Gas mit allen Netzbetreibern, die zwischen Einspeise- und Entnahmepunkt liegen, einen Durchleitungsvertrag verhandeln. Unter Energielieferanten wird außerdem der Verdacht laut, dass gebuchte Gaskapazitäten physisch absichtlich nicht zugänglich sind oder der Zugang vom Netzbetreiber verweigert wird (Problem des sogenannten capacity hoarding mit dem sich auch die EU-Kommission auseinandersetzt). Der Vorwurf ist, dass durch das künstlich geschaffene Mangelangebot die Preise manipuliert und in die Höhe getrieben würden. Weitere Hindernisse können im administrativen und regulatorischen Bereich entstehen, z.B. bei der Registrierung von Marktgebietsteilnehmern- und Managern, was den grenzüberschreitenden Handel noch komplizierter und weniger transparent macht.

Die Lieferung von Erdgas durchläuft also eine Vielzahl von Stationen: der Produzent (im Ausland), der Großlieferant der das Gas aus dem Ausland nach Österreich liefert, die Manager der Gas-Hubs, die Marktgebiets- und Verteilergebietsmanager, die Gasnetz- (Fernleitung und Verteilernetz) und Gasspeicherbetreiber, Bilanzgruppen und zuletzt die Gaslieferanten, die den Endkunden beliefern. Für alle diese Stationen gelten spezielle Regelungen und es müssen Gebühren entrichtet werden, die wiederum von der politischen bzw. der Beschaffungssituation abhängen.

Dieses aufwändige System treibt die Kosten in die Höhe und schränkt die Gaslieferanten in ihrer Preisgestaltungsflexibilität stark ein. 

Erprobtes Lösungsmodel: Entry-Exit-Systeme

Förderlich ist diesbezüglich die Einführung standardisierter Entry-Exit-Tarife. In diesen sogenannten Zweivertragsmodellen werden Einspeisegebühren für den Gaslieferanten erhoben, der an einer beliebigen Stelle des Gasnetzes Gas zuführt, der Entrypoint. Der sogenannte Exitpoint, stellt in diesem Modell den Entnahmepunkt des Gases dar, der sich ebenso an beliebiger Stelle befinden kann. Dafür wird die Entnahmegebühr erhoben. Die Länge des Transportweges spielt dabei keine Rolle.

Des weiteren erfolgte mit der Umstellung auf das Entry-Exit-System eine Neukalkulation des Netztarifs, da nunmehr die Einspeise- und Entnahmegebühren nicht mehr über den Netztarif abgerechnet werden, sondern über den Gaspreis. Die Gebühren, die für den Zugang zu Gasspeichern entrichtet werden müssen, werden jedoch weiterhinüber den Netztarif gedeckt.

Modelldarstellung Entry - Exit System

Das Entry-Exit System wird beständig ausgebaut in Österreich

Was in Deutschland schon erfolgreich praktiziert wird, könnte auch in Österreich langfristig zu günstigeren Gaspreisen für den Endverbraucher führen. Seit dem 01.01.2013 wird diese Gasversorgungsstruktur in Österreich mehr und mehr ausgebaut. Dazu genehmigt die E-Control immer neue Ein- und Ausspeisepunkte, die wiederum durch die Marktgebietsleiter verwaltet werden. Diese standardisierten Lieferverträge mit allgemein gültigen Tarifen werden nach einer repräsentativen Studie, durchgeführt von Pricewaterhouse Coopers, von 87% der teilnehmenden Gashändler der Region befürwortet. In der selben Umfrage sprachen sich außerdem 89% der Gashändler für die Einrichtung einer unabhängigen Instanz aus, die einen diskriminierungsfreien Zugang zum Transportnetzwerk zu gewährleisten hätte.

Österreich hat die Europäische Richtlinie 715/2009, die die Einrichtung eines Entry-Exit-Systems vorsieht, seit 2011 vorbereitet und 2013 umgesetzt. Bis diese jedoch in allen EU-Staaten umgesetzt wird mit denen Österreich Gas handelt, werden die genannten Schwierigkeiten fortbestehen.

Bilanzgruppenmodell und Gashändlerregistrierungen

Mit der Liberalisierung des Gasmarktes im Jahr 2002 und der Gas-Marktmodell-Verordnung (GMMO-VO) 2013, die das Entry-Exit-Modell eingeführt hat, haben sich  Fragen aufgetan, die die Gashändler teilweise vor erhebliche Schwierigkeiten stellen.

Seit der Liberalisierung gilt in Österreich das Bilanzgruppenmodell. Jede Bilanzgruppe besteht aus Gasversorgern, Gashändlern und Endverbrauchern, die eine Erdgasbilanz bilden, wo sich also Einspeisung und Verbrauch von Erdgas ausgleichen. Zunächst müssen sich alle Gashändler einer bestehenden Bilanzgruppe anschließen, bzw. sich Bilanzgruppenverantwortlicher registrieren lassen, was jedoch mit einem großen administrativen, finanziellen und technischen Aufwand verbunden ist. Versorger und Endkunde gehen in der Folge ein Vertragsverhältnis mit ihrem Erdgaslieferanten ein und werden somit unmittelbar oder mittelbar Mitglieder der selben Bilanzgruppe. Jede Bilanzgruppe hat einen Bilanzgruppenverantwortlichen, der die wirtschaftliche und organisatorische Verantwortung für die jeweilige Gruppe trägt.

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Um sich als Mitglied einer Bilanzgruppe anzumelden, bzw. eine neue zu gründen, müssen sich die Gashändler dazu je nach Marktgebiet an den zuständigen Marktgebietsmanager wenden. Als zentrale Koordinierungsstelle dient dafür im Marktgebiet Ost die Gas Connect Austria GmbH und in Tirol-Vorarlberg die deutsche NetConnect Germany (NCG), da keine Verbindung zum Marktgebiet Ost, wohl aber zu dem der NCG bestehen.

Gashändler müssen sich außerdem an den Erdgasbörsen, also den virtuellen Handelsplätzen, anmelden. Dies geschieht in direkter Kontaktaufnahme mit der Central European Gas Hub AG, die als Handelsplattform für Gasan- und verkauf europäischer Händler dient, die im Marktgebiet Ost Gas vertreiben, da keine Verbindung zu den Gasleitungen im Westen des Landes existiert.  

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