Was ist und wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe ist ein Heizsystem, das Umweltwärme aus Luft, Wasser oder Erdreich gewinnt. Im Gegensatz zu Öl-, Gas- oder Holzheizungen verbrennt sie keinen Brennstoff, sondern nutzt einen technischen Prozess, um aus wenig Strom viel Heizwärme zu machen.
Wärmepumpen verursachen niedrige Betriebskosten, kommen ohne fossile Brennstoffe aus und sind sowohl im Neubau als auch in sanierten Altbauten einsetzbar. Bund und Länder fördern sie mit Zuschüssen, die je nach Bundesland mehrere tausend Euro ausmachen.
Der Wärmepumpen-Kältekreislauf in 3 Schritten
Eine Wärmepumpe funktioniert nach dem umgekehrten Prinzip eines Kühlschranks. Der Kreislauf besteht aus Wärmequellensystem, Wärmepumpe selbst und Verteil- bzw. Speichersystem — und läuft so ab:
01
Wärme gewinnen
Der Wärmequelle (Luft, Wasser, Erdreich) wird Energie entzogen und an einen Flüssigkeitskreislauf in der Wärmepumpe übertragen.
02
Temperatur erhöhen
Im Verdampfer geht die Wärme auf ein Kältemittel über. Der Kompressor verdichtet das Gas — der Druck steigt, die Temperatur ebenfalls.
03
Wärme abgeben
Im Kondensator gibt das Kältemittel die Wärme an den Heizkreis oder den Pufferspeicher ab — fertig ist die Raumwärme.
Gut zu wissen
Aus 1 kWh Strom macht eine moderne Wärmepumpe je nach Effizienz 3 bis 4,5 kWh Heizwärme. Genau dieses Verhältnis steckt hinter der Jahresarbeitszahl (JAZ).
Welche Wärmepumpen-Arten gibt es?
In Österreich werden vier Wärmepumpen-Typen verbaut. Klicken Sie auf einen Typ, um Beschreibung, Jahresarbeitszahl sowie Vor- und Nachteile zu sehen.
Luft-Wasser-Wärmepumpe
JAZ 3,0 – 3,8Gewinnt Wärme aus der Außenluft. Die häufigste Variante in Österreich, weil sie ohne Erdarbeiten oder Genehmigungen auskommt.
Vorteile
- Geringe Anschaffungskosten innerhalb der Wärmepumpen-Familie
- Außenaufstellung möglich, wenig Platzbedarf
- Keine Genehmigung, keine Erdarbeiten
- Umweltfreundlicher Betrieb ohne fossile Brennstoffe
Nachteile
- Geräuschemissionen am Außengerät
- Höherer Stromverbrauch bei tiefen Außentemperaturen
- JAZ niedriger als bei Erd- oder Grundwasser-Wärmepumpen
Luft-Luft-Wärmepumpe
JAZ 3,0 – 4,0Verteilt die Wärme nicht über einen Wasserheizkreis, sondern direkt über die Lüftung. Sinnvoll nur in Passiv- oder Niedrigenergiehäusern mit kontrollierter Wohnraumlüftung.
Vorteile
- Keine Heizkörper oder Flächenheizung nötig
- Schnelle, kostengünstige Installation als Split-Gerät
- Kombiniert Heizen, Kühlen und Luftreinigung
Nachteile
- Keine Warmwasserbereitung — separates System nötig
- Lohnt sich nur bei sehr gutem Wärmeschutz
- Höherer Wartungsaufwand wegen Lüftungsanlage
Wasser-Wasser-Wärmepumpe
JAZ 4,5 – 5,0Entzieht dem Grundwasser Wärme. Sehr effiziente Variante — benötigt aber in Österreich eine wasserrechtliche Genehmigung der zuständigen Behörde.
Vorteile
- Höchste Effizienz aller Wärmepumpen-Typen
- Konstante Quelltemperatur — auch im Winter effizient
- Geringer Wartungsaufwand
- Im Sommer auch zum Kühlen einsetzbar
Nachteile
- Hohe Installations- und Planungskosten
- Wasserrechtliche Genehmigung Pflicht
- Nur bei ausreichender Grundwassermenge und -qualität
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)
JAZ 4,0 – 4,5Nutzt Erdwärme — entweder über flach verlegte Erdkollektoren oder Tiefenbohrungen bis 90 Meter. Genehmigungspflichtig, dafür ganzjährig hocheffizient.
Vorteile
- Lange Lebensdauer (20 – 25 Jahre)
- Niedrige Betriebskosten dank Wärmepumpentarif
- CO₂-Einsparung von bis zu 90 % gegenüber Gas oder Öl
- Auch zum passiven Kühlen im Sommer geeignet
Nachteile
- Höchste Investitionskosten (Tiefenbohrung)
- Großer Platzbedarf bei Flächenkollektoren
- Fußboden- oder Wandheizung für hohe Effizienz nötig
Effizienz & Stromverbrauch: Was sagt die JAZ?
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Kennzahl beim Wärmepumpen-Kauf. Sie zeigt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage über ein gesamtes Jahr aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Je höher die JAZ, desto niedriger der Stromverbrauch — und desto schneller amortisiert sich die Anschaffung.
Faustregel: Unter einer JAZ von 3,0 lohnt sich eine Wärmepumpe wirtschaftlich kaum. Förderfähig sind in Österreich in der Regel nur Anlagen mit nachweisbarer JAZ ab 3,5 (Luft) bzw. 4,0 (Erdreich/Wasser).
| Wärmepumpen-Typ | Typische JAZ | Stromverbrauch* pro Jahr | Geschätzte Stromkosten* |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | 3,0 – 3,8 | 4.500 – 5.500 kWh | ~ 765 € – 935 € |
| Luft-Luft | 3,0 – 4,0 | 3.500 – 5.000 kWh | ~ 595 € – 850 € |
| Sole-Wasser (Erdwärme) | 4,0 – 4,5 | 3.500 – 4.300 kWh | ~ 595 € – 730 € |
| Wasser-Wasser | 4,5 – 5,0 | 3.200 – 3.800 kWh | ~ 545 € – 645 € |
*Annahmen: Einfamilienhaus 140 m², Heizbedarf 14.500 kWh/Jahr, Wärmepumpentarif 17 ct/kWh brutto. Werte zur groben Orientierung — der reale Verbrauch hängt vom Gebäude, der Vorlauftemperatur und dem Nutzungsverhalten ab.
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Wärmepumpe Kosten im Überblick
Anschaffung, Erschließung und Betrieb fallen je nach Wärmepumpen-Typ sehr unterschiedlich aus. Die folgende Tabelle gibt Richtwerte für ein typisches Einfamilienhaus (vor Förderung).
| Wärmepumpen-Art | Anschaffung & Installation | Erschließung | Jährliche Betriebskosten |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | 8.000 – 16.000 € | 500 – 1.500 € | 160 – 550 € Wartung · ~450 € Nebenkosten |
| Luft-Luft | 5.000 – 12.000 € | 8.000 – 10.000 € (Lüftung) | 160 – 550 € Wartung · ~450 € Nebenkosten |
| Wasser-Wasser | 12.000 – 18.000 € | 4.000 – 8.000 € | 160 – 550 € Wartung · ~350 € Nebenkosten |
| Sole-Wasser | 11.000 – 16.000 € | 2.000 – 12.000 € | 160 – 550 € Wartung · ~400 € Nebenkosten |
Richtwerte 2026 vor Förderung — die tatsächlichen Kosten hängen vom Gebäude, der gewählten Anlage und dem Installationsaufwand ab.
Welche Wärmepumpen-Hersteller gibt es in Österreich?
In Österreich teilen sich wenige große Hersteller und einige spezialisierte Anbieter den Markt. Die drei bekanntesten:
OCHSNER
Einer der ersten Wärmepumpen-Hersteller in Europa. Produziert Anlagen von 2 bis 1.000 kW für Heizen, Kühlen und Warmwasser — für alle Wärmequellen und sowohl Neubau als auch Sanierung.
Vaillant
Weltweiter Hersteller von Heiz- und Lüftungssystemen mit Wärmepumpen-Serien aroTHERM (Luft), geoTHERM (Sole), flexoTHERM (kombiniert) und der Warmwasser-Wärmepumpe aroSTOR.
IDM Energiesysteme
Österreichischer Hersteller aus Matrei in Osttirol — bekannt für Erdreich-, Luft- und Großwärmepumpen sowie die Heißgas-Lade-Technik (HGL) für 60 °C Warmwasser.
Wärmepumpentarife in Österreich
Auch wenn die Wärmepumpe nur wenig Strom braucht, läuft der Kompressor auch tagsüber. Sie können die Anlage mit Ihrem Standard- oder Nachttarif betreiben — günstiger fahren Sie aber mit einem Wärmepumpentarif: Im Gegenzug für einen reduzierten Arbeitspreis darf der Netzbetreiber die Anlage in Spitzenlastzeiten kurz vom Netz nehmen.
Die Tarife unterscheiden sich zwischen Hochtarif- (HT) und Niedertarifzeiten (NT). Alle Angaben sind Brutto-Energiepreise (inkl. USt.) — Netzentgelte und Steuern kommen je nach Netzbetreiber noch dazu.
| Anbieter | Tarif | Grundpreis / Monat | Arbeitspreis |
|---|---|---|---|
| Energie Graz Steiermark · 100 % Wasserkraft |
NaturstromWärme | 6,78 € | 18,90 ct/kWh |
| Energie AG OÖ · monatliche Anpassung |
Ökostrom smart flex | 3,90 € | 17,40 ct/kWh |
| Burgenland Energie Burgenland · günstigster Grundpreis |
Wärmetarif | 2,62 € | 15,80 ct/kWh |
| Wien Energie Wien · Mindestlaufzeit 0 Monate |
NachtStrom | 0,00 € | 16,90 ct/kWh |
| Salzburg AG Salzburg · Ökostrom-Zertifikat |
Stromwärme OK | 4,90 € | 17,20 ct/kWh |
| Kelag Kärnten · 12 Monate Preisgarantie |
Kelag Wärmestrom | 3,50 € | 16,40 ct/kWh |
Brutto-Energiepreise (inkl. USt.) exkl. Netzentgelte, Steuern und Abgaben. Stand: Mai 2026 — Tarife laufend prüfen, der Markt ändert sich monatlich.
Smart Meter & getrennter Zähler: Was Sie brauchen
Damit der Versorger Ihnen den günstigen Wärmepumpentarif separat abrechnen kann, muss der Wärmepumpen-Strom getrennt vom Haushaltsstrom gemessen werden. Diese Checkliste zeigt, was Sie für den Anschluss brauchen:
-
Getrennte Messung des Wärmepumpen-Stroms
Wahlweise über einen zweiten Zähler mit eigener Zählnummer oder einen Doppeltarifzähler mit zwei Zählwerken (HT und NT) in einem Gerät.
-
Smart Meter installiert
Der seit 2024 verpflichtende digitale Zähler erkennt HT- und NT-Zeiten automatisch und übermittelt die Werte direkt an Versorger und Netzbetreiber. Vereinfacht die Abrechnung erheblich.
-
Netzbetreiber-Antrag rechtzeitig stellen
Beauftragen Sie die Zähler-Trennung vor dem Wärmepumpen-Einbau. Die Bearbeitung dauert in der Regel 2 – 4 Wochen.
-
Eigener Stromkreis für die Wärmepumpe
Die Wärmepumpe muss elektrisch unabhängig vom Haushalt verkabelt sein. Beim Neubau eingeplant, bei der Sanierung über Ihren Elektriker:innen-Betrieb umzusetzen.
-
Wärmepumpentarif beim Versorger abschließen
Ist der Zähler einsatzbereit, schließen Sie den separaten Wärmepumpentarif ab — günstiger als Haushaltsstrom, dafür mit kurzen Unterbrechungen in Spitzenlastzeiten.
Förderungen für Wärmepumpen in Österreich
Bund und Länder fördern den Einbau einer Wärmepumpe mit teils erheblichen Zuschüssen. Die Bundesförderung wird über die Aktion „Sauber Heizen für Alle“ und reguläre Heizungstausch-Programme gewährt; viele Bundesländer legen zusätzlich drauf. Manche Energieversorger bieten weitere Boni in Form von Wärmepumpentarif-Rabatten.
| Förderstelle | Maximaler Zuschuss | Hinweis |
|---|---|---|
| Bund | bis 7.500 € | Sauber Heizen für Alle · zusätzlich bis 75 % bei sozialer Bedürftigkeit |
| Wien | bis 6.000 € | „Raus aus Gas“ · höhere Sätze bei Tausch fossiler Heizung |
| Niederösterreich | bis 4.500 € | NÖ Wohnbauförderung · gestaffelt nach Wärmepumpenart |
| Oberösterreich | bis 5.000 € | Heizungstausch + Sanierungsoffensive |
| Salzburg | bis 5.000 € | Erhöhter Satz für Erd- und Grundwasserwärmepumpen |
| Steiermark | bis 4.000 € | Ökoförderung Heizungstausch |
| Tirol | bis 4.000 € | Pauschalförderung pro kW Heizleistung |
| Vorarlberg | bis 3.500 € | Energieförderung „Wohnen + Energie“ |
| Kärnten | bis 4.500 € | Erhöhung bei Kombination mit PV |
| Burgenland | bis 5.000 € | Wohnbauförderung · Heizungstausch fossil → erneuerbar |
Richtwerte 2026 — die exakten Beträge und Bedingungen je Bundesland finden Sie bei Ihrer Landes-Energieagentur oder auf waermepumpe-austria.at. Bund und Land lassen sich in der Regel kombinieren.
Lohnt sich eine Wärmepumpe in Österreich?
Die Antwort hängt von drei Faktoren ab: Gebäude, Heizsystem und Förderhöhe. Je niedriger die Vorlauftemperatur und je höher die Förderung, desto kürzer die Amortisationszeit. Eine grobe Orientierung:
Lohnt sich besonders
- Neubau mit Fußboden- oder Wandheizung
- Saniertes Haus mit Vorlauftemperatur ≤ 50 °C
- Kombination mit Photovoltaik-Anlage
- Tausch einer fossilen Heizung (Gas, Öl) mit Bundes- und Landesförderung
Vorher genau prüfen
- Unsanierter Altbau mit Heizkörpern und Vorlauftemperatur > 55 °C
- Mehrparteienhaus ohne abgestimmte Sanierungsplanung
- Eigentumsverhältnisse, die einen Heizungstausch erschweren
- Standorte ohne genehmigungsfähige Wärmequelle (Grundwasser, Erdsonde)
Daumenregel
Bei aktuellen Strom- und Gaspreisen amortisiert sich eine Wärmepumpe nach Förderung typischerweise in 8 – 14 Jahren. Im Neubau mit PV und niedriger Vorlauftemperatur kann es schneller gehen, im unsanierten Altbau entsprechend länger. Eine unabhängige Tarifberechnung hilft beim direkten Vergleich der laufenden Kosten.