Auf einen Blick
Anschaffung
6 – 14 T€
inkl. Einbau, ohne Förderung
Wirkungsgrad
~ 95 %
moderne Brennwerttherme
Lebensdauer
15 – 20
Jahre bei guter Wartung
Förderung
keine
Bundesförderung für Neu-Gas
Wie funktioniert eine moderne Gasheizung?
Eine Gas-Brennwerttherme verbrennt Erdgas im Brenner, überträgt die Wärme über einen Wärmetauscher auf das Heizungswasser und nutzt zusätzlich die im Abgas enthaltene Restwärme (Wasserdampf-Kondensation) — daher „Brennwert“. Daraus ergibt sich der Wirkungsgrad nahe 100 %.
Sicherheitstechnisch sind moderne Geräte verpflichtend mit einer verzögerten Gaszuführung, Flammwächter und Abgassensor ausgestattet. Die Piezozündung wird gestartet, bevor die Gasleitung sich öffnet — das verhindert, dass unverbrannte Gasmengen in den Brennraum strömen können. Bei Defekten an diesen Sicherheitskomponenten schaltet die Therme automatisch ab.
Brenner
Verbrennt Gas
Gas-Luft-Gemisch wird unter Druck gezündet. Die Verbrennungswärme wird über den Wärmetauscher abgegriffen.
Wärmetauscher
Überträgt die Wärme
Heizwasser wird auf Vorlauftemperatur erhitzt (typisch 50–70 °C im Altbau, 30–45 °C bei Niedertemperatur-Systemen).
Brennwert-Modul
Holt Restwärme
Der heiße Wasserdampf im Abgas wird kondensiert, dabei wird zusätzliche Wärme frei — das hebt den Wirkungsgrad von ~90 % auf ~95–105 %.
Lohnt sich eine neue Gasheizung 2026 — ehrlich?
In den meisten Fällen ist die Antwort heute Nein. Drei Gründe, die in der Beratung am Telefon fast immer den Ausschlag geben:
Keine Bundesförderung
Für eine neue Gastherme zahlt der Bund nichts. Für den Tausch weg von Gas dagegen aktuell bis zu 75 % der Mehrkosten. Wer die Förderung mitnimmt, schließt den Investitionsgap zur Wärmepumpe weitgehend.
Volle CO₂-Bepreisung
Der nationale CO₂-Preis trifft Erdgas direkt. Über die geplante Lebensdauer einer Gastherme (15–20 Jahre) ist mit weiter steigenden Brennstoffkosten zu rechnen. Strom für eine Wärmepumpe trägt diesen Aufschlag nicht.
Phase-out 2040
Eine neue Gastherme heute eingebaut wird ungefähr 2040 bis 2045 das Ende der Lebensdauer erreichen — genau in dem Zeitfenster, in dem der Bund das fossile Heizen bundesweit ausphasen will. Die Wertbeständigkeit der Immobilie ist dadurch nicht garantiert.
Wann eine neue Gastherme noch Sinn macht
Es gibt vier Konstellationen, in denen wir am Telefon der Gastherme nicht aktiv abraten:
- Bestehender Gasanschluss, defekter alter Kessel, kein Geld für großen Tausch. Wenn die Investition strikt limitiert ist und schnell Wärme her muss, ist eine günstige Gas-Brennwerttherme die schnellste Lösung — bewusst als Übergangslösung 10–15 Jahre.
- Ungedämmter Altbau, hohe Vorlauftemperatur, keine Sanierung in Sicht. Hier verliert die Wärmepumpe Effizienz. Fernwärme oder Pellets sind besser als Gas — aber wenn beides nicht verfügbar ist, kann eine moderne Gastherme die pragmatische Wahl sein.
- Denkmalschutz oder andere bauliche Einschränkungen die eine Wärmepumpen-Außeneinheit oder Erdsondenbohrung ausschließen.
- Mehrparteienhaus mit zentralem Gasanschluss, in dem die Eigentümergemeinschaft eine Sanierung noch nicht beschlossen hat — die Therme im eigenen Wohnungseigentum kann hier nicht einseitig auf Wärmepumpe umgestellt werden.
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Was kostet eine neue Gasheizung — alle Posten
Die Bandbreite 6.000–14.000 € klingt grob — hier die Posten, aus denen sich die Summe zusammensetzt. Vor allem Schornstein-Sanierung und Gasleitung können den Preis kippen, wenn dein Haus älter ist.
Gerät (Therme)
1.900 – 5.250 €
Brennwerttechnik ist heute Standard. Wandhängend oder bodenstehend, Marken-Premium teurer.
Warmwasserspeicher
900 – 1.750 €
Je nach Haushaltsgröße 80 bis 300 Liter Speichervolumen.
Montage
400 – 1.700 €
Stark abhängig vom Standort der alten Therme und Demontage-Aufwand.
Gasleitung & Anschluss
1.500 – 3.000 €
Neue Leitungen oder Anpassungen am bestehenden Anschluss, Druck-Prüfung.
Schornstein-Sanierung & Abgasrohr
1.200 – 2.400 €
Bei alten Schornsteinen oft Pflicht — Kunststoff-Edelstahl-Innenrohr.
Montagematerial (Rohre, Isolierung, Heizkreis)
100 – 900 €
Verteiler, Ventile, Pumpen — bei Neuverteilung mehr.
Wartung jährlich
~ 100 – 150 €
Plus Rauchfangkehrer-Gebühr. Pflicht für Garantie und Sicherheitsbetrieb.
Markteinordnung: Die Gesamtkosten von 6.000–14.000 € liegen unter dem Preis einer Luft-Wasser-Wärmepumpe (15.000–25.000 € vor Förderung). Mit der „Raus aus Öl und Gas“-Förderung von bis zu 75 % der Mehrkosten schließt sich diese Lücke aber meistens weitgehend — die echte Differenz nach Förderung ist oft kleiner als die Anschaffungstabellen vermuten lassen.
Verbot der Gasheizung in Österreich — Stand 2026
Hier wird in der Beratung viel Halbwissen verbreitet — wir gehen die rechtliche Lage klar durch:
Neubau
De facto verboten
In allen Bundesländern ist Gas im Neubau nicht mehr als förder- oder genehmigungsfähiges Heizsystem vorgesehen. Bauträger müssen schon in der Einreichphase ein erneuerbares System einplanen. Auch der Gasnetzausbau in Neubaugebieten ist gesetzlich gestoppt.
Bestand
Kein Tauschzwang
Funktionierende Gasthermen dürfen weiterbetrieben werden. Auch der Tausch einer defekten Gastherme auf eine neue Gastherme bleibt grundsätzlich möglich — es gibt aber dafür keine Bundes- oder Landesförderung mehr. Das geplante Erneuerbare-Wärme-Gesetz wurde nicht in der ursprünglich vorgesehenen Form beschlossen.
Aus der Beratung: Wir bekommen immer wieder die Frage „Wird meine Gastherme 2025 zwangsweise getauscht?“ — die kurze Antwort ist Nein, der Plan wurde so nicht umgesetzt. Trotzdem gilt: das langfristige Bundesziel 2040 raus aus fossilem Heizen steht. Eine neue Gastherme heute ist daher fast immer eine Übergangslösung mit klarer Lebensdauer-Begrenzung, nicht eine Investition für die nächsten 25 Jahre.
Wartung & Sicherheit deiner Gasheizung
Eine Gastherme ist im Vergleich zu Pellets- oder Ölheizung pflegeleicht — aber Wartung ist Pflicht, nicht Empfehlung. Drei Punkte, die regelmäßig im Beratungs-Telefon zur Sprache kommen:
- Jährliche Wartung durch einen Installateur (~100–150 €). Brennraum-Reinigung, Funktionsprüfung der Sicherheitskomponenten, Druckprüfung. Ohne Wartung erlischt die Herstellergarantie.
- Rauchfangkehrer-Kontrolle nach Landesrecht — meist jährlich. Prüft die Abgaswerte und den Schornsteinzustand. Wer den Termin nicht wahrnimmt, riskiert eine Anzeige und Stilllegung der Therme.
- Sichtprüfung Gasleitung — sichtbare Rostspuren oder verfärbte Absperrhähne sind ein Warnzeichen. Im Zweifel sofort den Installateur rufen; niemals selbst an der Gasleitung herumarbeiten.
Bei Gasgeruch oder ungewöhnlichen Geräuschen: Therme abschalten, Fenster öffnen, niemand soll Schalter, Licht oder Geräte betätigen — und sofort die Notrufnummer 128 (Gasnotruf) wählen. Mehr dazu auf Was tun bei Gasgeruch.