Wo Strom in Europa am günstigsten und am teuersten ist

Innerhalb Europas spreizen sich die Verbraucherpreise enorm: Vom günstigsten zum teuersten Land liegt der Faktor bei mehr als 8. Diese Übersicht zeigt die jeweils drei extremen Ränder, die Tabelle weiter unten enthält alle Länder.

Top 3 günstigste Länder

  • 01 Türkei 4,88 ct
  • 02 Ukraine 5,80 ct
  • 03 Georgien 7,10 ct

Top 3 teuerste Länder

  • 01 Deutschland 39,51 ct
  • 02 Irland 37,36 ct
  • 03 Dänemark 37,08 ct

Innerhalb der EU sind Ungarn (10,94 ct), Malta (12,98 ct) und Bulgarien (13,20 ct) die preisgünstigsten Länder. Die weltweit niedrigsten Strompreise hat Turkmenistan mit 0,66 Cent pro kWh, kein europäisches Land kommt dem nahe.

Strompreise in Europa, alle Länder im Detail

Sortiert nach aufsteigendem Preis, mit den drei Referenz-Durchschnitten (global, Europa, EU) zur Einordnung. Standardmäßig werden die fünf günstigsten und fünf teuersten Länder gezeigt, die vollständige Liste lässt sich aufklappen oder über die Suche durchsuchen.

Strompreise pro Kilowattstunde in europäischen Ländern, aufsteigend sortiert
Land Preis pro kWh
Türkei 4,88 ct
Ukraine 5,80 ct
Georgien 7,10 ct
Weißrussland 7,10 ct
Russland 7,60 ct
Bosnien und Herzegowina 8,00 ct
Island 8,00 ct
Albanien 8,60 ct
Nordmazedonien 9,00 ct
Armenien 10,10 ct
Ungarn 10,94 ct
Serbien 12,00 ct
Malta 12,98 ct
Bulgarien 13,20 ct
Kroatien 15,00 ct
Globaler Durchschnitt 15,00 ct
Rumänien 18,83 ct
Slowakei 19,30 ct
Norwegen 19,93 ct
Frankreich 20,16 ct
Europäischer Durchschnitt 20,70 ct
Republik Moldau 21,00 ct
Luxemburg 21,00 ct
Polen 21,50 ct
Slowenien 21,70 ct
Griechenland 21,73 ct
EU-Durchschnitt 23,70 ct
Litauen 24,00 ct
Portugal 24,26 ct
Schweden 24,34 ct
Spanien 24,36 ct
Finnland 24,65 ct
Estland 25,30 ct
Lettland 25,46 ct
Niederlande 26,95 ct
Österreich Österreich 29,00 ct
Schweiz 29,00 ct
Liechtenstein 29,00 ct
Vereinigtes Königreich 32,00 ct
Zypern 32,41 ct
Italien 32,74 ct
Tschechien 33,81 ct
Belgien 34,80 ct
Dänemark 37,08 ct
Irland 37,36 ct
Deutschland 39,51 ct

Quelle: Stromliste auf Basis von Eurostat und nationalen Anbietern. Halbjährlich aktualisiert.

Auf einen Blick

Unterschied zwischen Europa und der EU

Europa

43 Länder

20,70ct/kWh

Durchschnitt pro Kilowattstunde

Inklusive Russland, Türkei, Ukraine, niedrigerer Schnitt

EU

27 Mitgliedstaaten

23,70ct/kWh

Durchschnitt pro Kilowattstunde

Höherer Lebensstandard, ambitioniertere Klimapolitik

Differenz: 3,00 Cent pro kWh, der EU-Schnitt liegt rund 14 % über dem europaweiten Mittel.

Der Unterschied erklärt sich vor allem durch den höheren Lebensstandard innerhalb der Union, durch das Fehlen großer eigener Öl- und Gasvorkommen und durch eine ambitioniertere Klimapolitik mit entsprechenden Abgaben. Außerhalb der EU liegende Länder wie die Türkei, die Ukraine oder Weißrussland senken den europaweiten Schnitt deutlich.

Beziehung zwischen Erdgaspreis und Strompreis Europas

Auf dem Spotmarkt werden die Strompreise nach dem Prinzip der Merit-Order gebildet: Angebot und Nachfrage treffen aufeinander, der Preis richtet sich nach den Grenzkosten des teuersten in Betrieb befindlichen Kraftwerks. Solar- und Windkraftanlagen erzeugen Strom zu sehr niedrigen Grenzkosten, weil sie weder Brennstoff noch Emissionszertifikate brauchen.

Am anderen Ende des Spektrums stehen kohle- und erdgasbefeuerte Kraftwerke, die für Brennstoff und CO₂-Zertifikate bezahlen müssen. deine Position in der Merit-Order hängt von den aktuellen Preisen für Kohle, Erdgas und CO₂ sowie von der Effizienz der Anlagen ab.

Aktuell ist es in Europa teurer, Strom aus Erdgas zu erzeugen als aus Kohle. Bei ausreichend hoher Stromnachfrage bestimmen daher die Gaskraftwerke den Preis am Spotmarkt, auf vielen europäischen Märkten ist das die Regel. Daraus folgt eine ausgeprägte Korrelation zwischen Strom- und Erdgaspreisen, besonders in Ländern mit hohem Gasanteil im Strommix.

Spotpreis vs. Verbraucherpreis, was ist der Unterschied?

Der Spotpreis ist der Großhandelspreis, den die Strombörse täglich für den Folgetag bestimmt. Mit dem Endpreis, den du in der Stromrechnung siehst, hat er nur indirekt zu tun. Drei Dimensionen unterscheiden die beiden Preise grundlegend.

01

Einheit

Der Spotpreis wird in € pro MWh notiert, der Verbraucherpreis in Cent pro kWh. Faktor 1.000 zwischen den beiden Einheiten.

02

Frequenz

Der Spotpreis ändert sich stündlich, der Verbraucherpreis im Fixtarif selten, meist nur ein- bis zweimal pro Jahr.

03

Aufschläge

Der Verbraucherpreis enthält Steuern und Abgaben sowie Netzentgelte in Höhe von 30–70 % des Gesamtbetrags. Der Spotpreis ist „nackt".

In Österreich dient der Spotpreis als Berechnungsgrundlage für dynamische Tarife, wie sie etwa der Versorger aWATTar anbietet. Wer flexibel verbraucht, beim E-Auto-Laden oder mit der Wärmepumpe, kann von den günstigen Stunden profitieren.

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Europa hat die höchsten Strompreise weltweit

Mit einem Durchschnitt von 20,7 Cent pro kWh, beziehungsweise 23,7 Cent pro kWh innerhalb der Europäischen Union, ist Europa der Kontinent mit dem teuersten Strom der Welt. Der globale Durchschnitt liegt bei lediglich 15 Cent pro kWh.

Die Energiepreise liegen in Europa generell über denen in Ländern wie den USA, vor allem wegen der starken Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen, allen voran Erdgas. Eine Studie von Bruegel zeigt: 2024 lagen die Großhandelspreise für Gas in Europa rund fünfmal so hoch wie in den USA.

Verstärkt wird die Differenz durch das Fehlen umfangreicher heimischer Energieressourcen. Die USA profitieren dagegen von riesigen Schiefergasvorkommen und sind mittlerweile zum größten Exporteur von verflüssigtem Erdgas (LNG) aufgestiegen.

Ursachen für die hohen Energiepreise in Europa

Die hohen Energiekosten in Europa speisen sich aus mehreren Quellen: Ausgaben für die Energieversorgung, Steuern und Abgaben, Fixkosten für erneuerbare Energien sowie die Instandhaltung der Infrastruktur. Diese Kosten werden an die Verbraucher weitergegeben, die zudem die Energiewende mitfinanzieren. Volkswirtschaften wie die USA profitieren dagegen von geringeren Produktionskosten dank lokaler fossiler Brennstoffe, was die Strompreise besonders im Industriesektor drückt.

Chancen und Herausforderungen der Energiewende

Der Übergang zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft kann die Lage in Europa mittelfristig entlasten. Eine geringere Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen würde die Preise senken, die zusätzlichen LNG-Importkosten halten diesen Effekt allerdings noch zurück.

Langfristig dürften der wachsende Anteil erneuerbarer Energien und die Investitionen in die nötige Infrastruktur die Kosten drücken. Diese Einsparungen müssen aber die erheblichen Investitionen in Solar-, Wind- und Speichertechnologien ausgleichen, Posten, die kurzfristig die Fixkosten erhöhen.

Methodischer Hinweis

Die Daten in diesem Artikel werden von Stromliste erhoben, entweder direkt bei nationalen Anbietern, über Eurostat oder über das europäische Übertragungsnetz-Konsortium ENTSO-E. Die nationalen Verbraucherpreise werden halbjährlich aktualisiert; die Spotpreise täglich. Alle Preise gelten für Haushaltskund:innen inklusive Steuern und Abgaben.