Solarenergie in Zahlen

5-kWp-Anlage

8–15k€

typische Komplettkosten

Jahresertrag

~5.000kWh

bei Süd-Ausrichtung

Mit Speicher

50–70%

Eigenverbrauch

USt seit 2024

0 %

auf PV bis 35 kWp

Quellen: PV Austria Marktstudie, BMK „Nullsteuer"-Regelung, E-Control Marktbericht. Erträge gelten für ein Standard-Einfamilienhaus mit guter Süd-Ausrichtung.

Photovoltaik oder Solarthermie, was passt wofür?

Beides nutzt Sonnenenergie, aber das Endprodukt ist unterschiedlich. Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in Strom um, den du selbst verbrauchen, speichern oder ins Netz einspeisen kannst. Solarthermie wandelt Sonnenlicht in Wärme um, typischerweise für Warmwasser oder zur Unterstützung der Heizung. In österreichischen Einfamilienhäusern wird heute fast immer PV installiert, weil sie flexibler einsetzbar ist und mit Wärmepumpe oder E-Auto gut kombinierbar wird.

Photovoltaik (PV)

Endprodukt: Strom. Geeignet für alle elektrischen Verbraucher im Haus, Beleuchtung, Geräte, E-Auto, Wärmepumpe.

  • Modul-Wirkungsgrad heute 20–22 %
  • Strom ins Netz einspeisbar, bezahlte Vergütung
  • Kombinierbar mit Speicher und Wärmepumpe
  • 0 % USt bis 35 kWp

Für die Detail-Wirtschaftlichkeit siehe PV-Anlagen-Ratgeber.

Solarthermie

Endprodukt: Wärme. Spezialisiert auf Warmwasser und Heizungsunterstützung, kein Strom.

  • Höherer Wirkungsgrad (Wärmeumwandlung)
  • Geringere Investitionskosten als PV (ähnliche Fläche)
  • Nicht ins Netz einspeisbar
  • Sinnvoll vor allem mit Pufferspeicher

In Neubauten häufig durch PV + Wärmepumpe verdrängt, weil dort die elektrische Lösung flexibler ist.

So wird aus Sonnenlicht Strom, die drei Stufen einer PV-Anlage

Eine Photovoltaik-Anlage besteht aus drei Hauptbausteinen, die immer in dieser Reihenfolge zusammenarbeiten. Wer das einmal verstanden hat, kann auch jedes Angebot sauber lesen, und Aufpreis-Pakete schneller einordnen.

01

Solarzellen

Aufs Dach

In den Solarzellen, meist aus Silizium, löst das einfallende Sonnenlicht den photovoltaischen Effekt aus: Elektronen bewegen sich, es entsteht Gleichstrom. Die einzelnen Zellen sind zu Modulen verschaltet und liefern typischerweise 30–45 V je Modul.

02

Wechselrichter

Im Keller / am Verteiler

Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom (DC) der Module in Wechselstrom (AC) um, das Format, das dein Hausnetz, deine Geräte und das öffentliche Netz brauchen. Hier sitzt auch die Mess-Elektronik, die Erzeugung und Verbrauch dokumentiert.

03

Eigenverbrauch oder Einspeisung

Die Geld-Frage

Was du direkt selbst verbrauchst, sparst du am vollen Strompreis (rund 25–30 ct/kWh). Was du überschüssig einspeist, vergütet dein Versorger zum Einspeisetarif (typisch 5–10 ct/kWh). Daraus folgt die wirtschaftliche Faustregel: Eigenverbrauchsanteil hochziehen lohnt sich mehr als überdimensionieren.

Lohnt sich ein Stromspeicher, oder ist er überteuertes Image-Zubehör?

Aus der Beratung: Die zweithäufigste PV-Frage am Telefon, gleich nach „wieviel Module brauche ich?". Die kurze Antwort: Ein Speicher zahlt sich seltener finanziell aus, als die meisten Verkäufer behaupten, aber er hebt deinen Eigenverbrauchsanteil deutlich, was bei steigenden Strompreisen langfristig wieder anders aussehen kann.

Rechenbeispiel · 5-kWp-Anlage mit 8-kWh-Speicher

Was du mit Speicher wirklich gewinnst

Ohne Speicher

~30 %

Eigenverbrauchs­anteil

Mit Speicher

50–70 %

Eigenverbrauchs­anteil

Mehrkosten

4–8 k€

8-kWh-Klasse

Bei 5.000 kWh Jahresertrag verdoppelt der Speicher die selbst verbrauchte Strommenge, von rund 1.500 auf 2.500–3.500 kWh. Das spart bei einem Strompreis von 28 ct/kWh und einem Einspeisetarif von 8 ct/kWh netto etwa 200–400 € pro Jahr. Bei 6.000 € Mehrkosten landest du bei einer Amortisation von 15 bis 30 Jahren, meist länger als bei der PV-Anlage selbst.

Unsere ehrliche Einordnung: Speicher lohnt sich, wenn du Autarkie willst, deinen Strom selbst „in der Hand haben" möchtest oder bei stark steigenden Strompreisen rechnest. Rein finanziell ist ein verbrauchsoptimierter Tagesablauf (Wäsche, Geschirrspüler, Wärmepumpe, E-Auto-Laden tagsüber) der größere Hebel.

Solarthermie für Warmwasser, so läuft eine Anlage

Eine klassische Solarthermie-Anlage versorgt Brauchwasser und unterstützt die Heizung. Vom Kollektor am Dach bis zum heißen Wasserhahn sind es fünf Stationen, die Reihenfolge erklärt auch, wo die typischen Schwachstellen liegen (Stagnation im Sommer, schwache Erträge im Winter).

01

Kollektoren am Dach

Flachkollektoren oder Röhrenkollektoren mit Absorberflächen, die die Sonnenstrahlung einfangen und in Wärme umwandeln. Die Fläche dimensioniert sich grob am Warmwasserbedarf, Faustregel 1,5 m² pro Person.

02

Flüssigkeitskreislauf

Eine frostsichere Wärmeträgerflüssigkeit (meist Wasser-Glykol-Gemisch) zirkuliert geschlossen zwischen Dach und Keller und transportiert die Wärme nach unten.

03

Wärmetauscher

Im Keller übergibt der Wärmetauscher die Energie an das Trinkwasser oder einen Pufferspeicher, die beiden Kreisläufe bleiben dabei sauber getrennt.

04

Warmwasserspeicher

Das erwärmte Wasser wartet im Speicher (typisch 300–500 l) auf den Verbrauch, Dusche, Bad, Küche. Hier zeigt sich der eigentliche Wert der Anlage: an sonnigen Tagen heizt sie über den Tagesbedarf hinaus.

05

Backup-Heizung

An wolkigen Wintertagen reicht die Solarwärme nicht. Ein elektrischer Heizstab, eine Wärmepumpe oder die bestehende Gas-/Pelletheizung übernehmen, moderne Anlagen schalten automatisch um.

Realistische Deckung: Eine gut dimensionierte Solarthermie-Anlage liefert in Österreich rund 60–70 % des Warmwasserbedarfs über das Jahr, im Sommer praktisch 100 %, im Winter nahe null. Wer Heizungsunterstützung will, braucht entsprechend größere Kollektorfläche und Pufferspeicher.

Solarenergie ehrlich bilanziert

Marketing-Listen mit fünf Vorteilen und zwei Nachteilen sind selten ehrlich. Hier eine kürzere, aber konkretere Bilanz, geschrieben mit der Erfahrung aus mehreren hundert Beratungsgesprächen pro Jahr zu PV in Österreich.

Stärken

  • Eigenerzeugung, jede selbst verbrauchte kWh spart den vollen Strompreis (ct/kWh), nicht nur den Einkaufsanteil
  • 0 % USt auf Anlagen bis 35 kWp, direkter Preishebel ohne Antrag
  • Wertsteigerung der Immobilie, Bestandsanlagen mit Restlaufzeit erhöhen den Marktwert nachweisbar
  • Skalierbar, kleine Balkonkraftwerke ab ~400 € bis zu großen Aufdachanlagen

Schwächen

  • Saisonal stark schwankend, 70 % der Jahresleistung von April bis September; Vollautarkie in AT nicht erreichbar
  • Anfangsinvestition 8–15 k€ für ein typisches Einfamilienhaus, plus 4–8 k€ für Speicher
  • Wirtschaftlichkeit hängt am Verbrauchsprofil, wer tagsüber wenig verbraucht, holt weniger raus
  • Einspeisetarife sinken, was vor 5 Jahren noch 15 ct/kWh brachte, sind heute oft nur 5–8 ct/kWh

Solarenergie in Österreich, wo wir stehen

Photovoltaik liefert aktuell rund 3 % der heimischen Stromerzeugung, und ist damit der kleinste der großen Erneuerbaren-Blöcke. Gleichzeitig ist PV das Segment, das am stärksten wächst: Bis 2030 sollen laut Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz 11 TWh zusätzliche Solar-Erzeugung entstehen, also eine Vervielfachung gegenüber heute. Im europäischen Vergleich liegt Österreich im Mittelfeld, Deutschland, Spanien und die Niederlande haben deutlich höhere installierte PV-Leistung.

Versorger und PV-Anbieter in Österreich

Solarenergie in Österreich heißt in der Praxis zwei verschiedene Angebote: Versorger, die Solarstrom in ihrem Tarifportfolio führen oder einen Einspeisetarif anbieten, und PV-Installateure, die Anlagen planen und bauen. Eine Auswahl der Versorger, mit denen unsere Kund:innen in Beratungen am häufigsten zu tun haben:

Aus der Beratung: Wir empfehlen, PV-Anlage und Stromtarif getrennt zu betrachten. Wer von seinem Versorger Anlage und Tarif als Paket kauft, zahlt für die Bequemlichkeit oft 5–10 % Aufpreis im Vergleich zum Best-of-Breed-Ansatz. Mehr zur Förderlogik in unserem PV-Förderungs-Ratgeber, zu den aktuellen Vergütungen im Einspeisetarif-Vergleich.

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