Wie funktionieren die Nachtstromtarife in Österreich?

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Europa bei Nacht

In der Nacht können Sie günstigeren Strom beziehen

Insbesondere in Österreich erfreut sich das Produkt "Nachtstrom" (unterbrechbare Stromleistung) reger Nachfrage und wird von zahlreichen Stromversorgern angeboten. Nachttarife lohnen sich inbesondere für Kunden mit einem hohen Nachtstromverbrauch, die z.B. Nachtspeicherheizungen und/oder Warmwasserspeicher betreiben. In diesem Artikel informieren wir Sie über alles Wissenswerte zum Thema Nachtstrom und zeigen die jeweiligen Vor- und Nachteile. Weiters finden Sie eine Liste aller landesweiten und regionalen österreichischen Nachtstromanbieter.

Inhalt:

Was ist Nachtstrom?

Um die Hauptlastzeiten am Tag, in denen der Großteil der Energie verbraucht wird, zu entzerren und Energieverluste von Kraftwerken ohne Speichermöglichkeit zu reduzieren (z.B. Wasser- und Windkraftanlagen), wurden spezielle, günstigere Tarife (zu den Niederlastzeiten zwischen 22.00 und 6.00 Uhr) geschaffen. Es ist günstiger Kraftwerke ohne Unterbrechung zu betreiben. Deshalb besteht nachts durch die niedrigere Nachfrage eine Überkapazität an produziertem Strom. Dieser Strom wird von den Anbietern nachts günstiger angeboten und ermöglicht den Kraftwerken eine gewisse Erhaltung Ihrer Auslastungsbalance. Nachttarife sind in der Regel bis zu 30% niedriger als die vergleichbaren Tagtarife. Neben günstigeren Energiepreisen kommt der Preisunterschied vor allem durch die niedrigeren Netzentgelte zustande: da die Netze nachts weniger belastet sind, ist der Netztarif bei Nacht bis zu 50% niedriger als am Tag.

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Wer bietet Nachtstrom in Österreich an?

Nahezu drei Viertel der österreichweiten Stromanbieter und alle ehemaligen Landesversorger haben Nachtstromtarife in ihr Angebot aufgenommen. In den beiden folgenden Tabellen finden Sie eine Übersicht über die Stromanbieter und deren Tarife Energiearbeitspreis. Da zusätzlich zum Nachttarif auch ein Basisprodukt benötigt wird, müssen Sie bei den meisten Anbietern nur eine Grundgebühr für die nicht unterbrechbare Lieferung bezahlen. Zudem gilt zu beachten, dass zusätzlich noch die Netz- und Messentgelte und steuerlichen Abgaben zum Energiepreis hinzugerechnet werden müssen, um die Gesamt-Nachtstromkosten zu ermitteln.

Die Energiearbeitspreise aller Stromanbieter bewegen sich zwischen 2,33 Cent pro Kilowattstunde (kWh) (aWATTar) und 9,54 Ct/kWh (Energie Klagenfurt).

Weitere Details zu den einzelnen Nachttarifen und den jeweiligen Stromanbietern finden Sie hier:

Österreichweite Stromanbieter mit Nachtstromtarifen

Anbieter Tarif Energiearbeitspreis
aWATTar HOURLY* 2,33 Ct/kWh
Schlaustrom Zusatztarif schlaueNacht 5,87 Ct/kWh
Verbund H2Ö-Duo 5,99 Ct/kWh
AAE Naturstrom AAE Zusatztarif 7,08 Ct/kWh
ENAMO Ökostrom ENAMO Ökostrom Nacht 7,20 Ct/kWh
Kelag KelagSpeicherwärme 6,2772 Ct/kWh
MyElectric Der Nächtliche 5,99 Ct/kWh
Naturkraft NaturStrom Kombi 7,567 Ct/kWh
oekostrom oekostrom night 5,99 Ct/kWh
PST Ökostrom Haushalt Nacht 6,30 Ct/kWh
Solar Graz Zusatzstrom Privatverbraucher (ggf. mit Tagesaufladung) 6,90 Ct/kWh
Stromdiskont nacht & eco nacht 6,86 Ct/kWh
Unsere Wasserkraft Aqua Nacht 5,40 Ct/kWh
VKW VKW Privat 24 & VKW Privat 24 Online (Kombi-Angebote) beide 5,066 Ct/kWh
Voltino Voltino 2.0 Nachtstrom 6,23 Ct/kWh

Stand Jänner 2017. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Energiearbeitspreise inkludieren 20% Umsatzsteuer.

* mit Smart Meter, Durchschnittswert von 2016, größere Einsparung für 2017 erwartet.

Regionale Stromanbieter mit Nachtstromtarifen

Anbieter Netzgebiet Tarif Energiearbeitspreis
Energie Burgenland Burgenland Optima Plus 6,048 Ct/kWh
Energie AG Oberösterreich Nachtstrom 6,66 Ct/kWh
Energie Graz Stadtgebiet Graz Vario & Heizung beide 5,82 Ct/kWh
Energie Klagenfurt Stadtgebiet Klagenfurt Stromtarif Nacht & Stromtarif Grün Energie Nacht 6,984 Ct/kWh & 9,540 Ct/kWh
Energie Steiermark Steiermark Vario, Vario Eco & Kombi alle 5,94 Ct/kWh
EVN Niederösterreich Acht Tarife aus dem Optima-Eco-Programm von 3,2826 Ct/kWh bis 5,0746 Ct/kWh
Linz Strom Stadtgebiet Linz Nachtstrom 6,66 Ct/kWh
Salzburg AG Salzburg Stromwärme OK Nacht 5,484 Ct/kWh
TIWAG Tirol Fairplus Nacht 4,748 Ct/kWh
Wien Energie Wien NachtStrom 5,177 Ct/kWh

Stand Februar 2017. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Energiearbeitspreise inkludieren 20% Umsatzsteuer.

Für welche Kunden lohnt sich der Nachttarif?

Die Hoch- und Niederstromtarife ermöglichen dem Stromkunden, seine Stromrechnung zu reduzieren. Energieintensive Vorgänge sollten dabei nach Möglichkeit in die Niederlastzeiten zwischen 22.00 und 6.00 Uhr verschoben werden (z.B. Durchlauferhitzer, Wäschetrockner etc.).

Warmwasserspeicher

Warmwasserspeicher erhitzen Wasser in der Nacht, wenn der Strom günstiger ist

Der Großteil der Nachtstrom-Kunden betreibt Warmwasserspeicher und Speicherheizungen. Warmwasserspeicher mittlerer Größe heizen ca. 70-200 Liter Wasser auf 60° bis 80° hoch. Durch die ideale Wärmedämmung speichert das Gerät dieses heiße Wasser und gibt es über den Tag verteilt ab. Unter Beimischung von kaltem Wasser kann eine Befüllung ausreichen, um einen Haushalt einen ganzen Tag lang mit warmem Wasser zu versorgen. Fazit: wird das Wasser über Nacht erheizt kann man via Niederstromtarif Warmwasserkosten sparen.

Nachtspeicherheizungen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: die elektronisch betriebenen Heizkörper laden sich über Nacht (unter Ausnutzung des Niedertarifs) auf und geben die gespeicherte Energie über den Tag verteilt als Raumwärme wieder ab. Ein Nachteil ist jedoch, dass Sie bereits am Tag zuvor bestimmen müssen, mit welcher Temperatur Sie Ihr Haus/Wohnung am Folgetag heizen möchten. Weiters ist der Wirkungsgrad der Elektroheizkörper im Gegensatz zu Öl- und Gasheizungen deutlich geringer, sodass zur Erzeugung derselben Raumwärme mehr Energie aufgewendet werden muss. Experten raten daher zum Wechsel zu umweltschonenden Wärmepumpen (und deren Betrieb mit unterbrechbaren Stromlieferungen für Wärmepumpenstrom).

Nachtstrom lohnt sich inbesondere für große Haushalte mit hohen Warmwasserverbrauch oder Speicherheizungen. Als Daumenregel kann ab einem Nachtverbrauch von 800 kWh pro Jahr mit Einsparungen gerechnet werden. Wer jedoch nur einen kleinen Stromverbrauch in der Nacht hat, kann keine Kosteneinsparungen durch den Wechsel in einen Zweitarif erwarten.

Wozu wird ein Doppel- bzw. Zweitarifzähler benötigt?

Smart-Meter

Smart-Meter ermöglichen eine sekundengenaue Abrechnung

Die Unterschiede zwischen Tag- und Nachttarifen sind in den vergangenen Jahren kleiner geworden. Inbesondere zusätzliche Netzgebühren und gesetzliche Abgaben, wie zum Beispiel eine doppelt abgerechnete Ökostrompauschale, haben die Nebenkosten stetig steigen lassen. In Deutschland hat diese Entwicklung schon dazu geführt, dass sich die Normal- und Nachttarife seit 2007 nahezu ausgeglichen haben. In Österreich ist der Nachtstrom jedoch weiterhin im Durchschnitt zwei bis vier Cent pro Kilowattstunde (kWh) günstiger als der Normaltarif. Dies ist vor allem auf den besonderen Energiemix in Österreich zurückzuführen: 60% des österreichischen Strombedarfs werden durch Wasserkraft generiert. Nachts bestehen somit besonders große Überkapazitäten, die günstig an die Stromverbraucher weitergeben werden.

Besonders die hohen initialen Kosten sind beim Nachtstrom mit zu berücksichtigen: Kunden benötigen u.a. einen Doppel- bzw. Zweitarifzähler, damit der nächtliche Stromverbrauch gesondert abgerechnet werden kann. Aus diesem Grunde sollten Sie von Anfang an genau überprüfen, ob sich ein Doppeltarifsystem inklusive aller Zusatzkosten bei Ihrer individuellen Stromverbrauchshöhe rechnet.

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Bis 2020 müssen jedoch ohnehin 95% aller traditionellen Drehscheibenzähler durch sogenannte Smart Meter ersetzt werden. Diese intelligenten Zähler registrieren den Stromverbrauch sekundengenau und übermitteln die Stromverbrauchsdaten im 15-Minuten-Takt an Ihren Netzbetreiber. Dies ermöglicht den Verbrauchern, tageszeitabhängige Tarife gezielt zu nutzen und zu kontrollieren, wann wieviel Strom effektiv verbraucht wird.

Nachtstrom-Fazit: sinnvoll für Kunden mit Speicherheizungen

Für Konsumenten mit einem hohen nächtlichen Stromverbrauch kann sich die Nutzung eines tageszeitenabhängigen Tarifs durchaus lohnen. Jedoch fallen höhere Netzentgelte und Steuern sowie auch hohe Initialkosten durch die Installation des Zweitarifzählers an. Eine Alternative dazu stellen Wärmepumpen dar, die den Großteil der Wärme umweltfreundlich aus der Umgebungswärme entnehmen.

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