Auf einen Blick

Wohnung 70 m²

10.500 kWh

pro Jahr, 1–2 Personen

EFH 120–140 m²

~22.000 kWh

pro Jahr, mittlerer Bauzustand

Heizanteil

75 – 80 %

am Jahres-Gasverbrauch

1 m³ Erdgas

≈ 11 kWh

Umrechnungs-Faustregel

Quelle: Statistik Austria & E-Control, Stand 2024.

Wovon hängt dein Gasverbrauch ab?

Vier Hebel erklären in den allermeisten Haushalten den Großteil der Unterschiede. Personenzahl klingt nach dem wichtigsten Faktor, ist es in der Praxis aber nicht — Bauzustand und Heizverhalten schlagen meist mehr aus.

Wohnfläche

Mehr Quadratmeter brauchen mehr Heizenergie. Bei gleichem Bauzustand steigt der Verbrauch ungefähr linear — eine doppelt so große Wohnung verbraucht ungefähr das Doppelte.

Bauzustand

Der größte Spread im Markt. Ein unsanierter Altbau aus den 70ern kann doppelt so viel verbrauchen wie ein gleich großer Neubau ab 2002. Dämmung, Fenster und Dach machen den Unterschied.

Heizverhalten

1 °C Raumtemperatur weniger spart rund 6 % Gasverbrauch. Wer die Wohnräume von 23 auf 21 °C zurückdreht, drückt den Verbrauch um etwa 12 %.

Warmwasser

Wer das Warmwasser über die Gastherme bereitet, rechnet pro Person mit rund 800 bis 1.200 kWh pro Jahr obendrauf. Bei E-Boiler oder Wärmepumpe entfällt der Anteil aus dem Gasverbrauch komplett.

Wie viel Gas würdest du erwarten?

Wähle deinen Haushaltstyp — wir zeigen dir die typische Bandbreite, mit der du deinen eigenen Verbrauch vergleichen kannst.

1–2 Personen / 3+ Personen

7.500 – 9.000 kWh/Jahr

Kleine Wohnung mit Gastherme und Warmwasser. Wer hier deutlich über 11.000 kWh kommt, hat fast immer eine ineffiziente Therme oder eine schlecht gedämmte Außenwand.

1–2 Personen / 3+ Personen

10.500 – 12.000 kWh/Jahr

Der österreichische Wohnungs-Standard. Etwa 70 % unserer Beratungs-Anrufe bei Gas drehen sich um genau diese Wohnungsklasse — und liegen im Schnitt auf rund 11.000 kWh.

1–2 Personen / 3+ Personen

14.500 – 16.000 kWh/Jahr

Großzügige Stadtwohnung oder Maisonette. Bei einer 100 m²-Wohnung wirkt sich die Personenzahl schon spürbar aus, weil mehrere Räume parallel beheizt werden.

1–2 Personen / 3+ Personen

18.000 – 22.000 kWh/Jahr

Reihenhäuser haben zwei beheizte Nachbarn — entsprechend liegen sie pro m² zwischen Wohnung und freistehendem Haus. Wer in einem Reihenhaus aus den 80ern wohnt, sollte die Dämmung im Auge behalten.

1–2 Personen / 3+ Personen

24.000 – 30.000 kWh/Jahr

Freistehendes Haus, vier Außenwände, oft eigenes Dach und Keller mit beheizten Räumen. Hier zeigt sich der Bauzustand am stärksten: sanierter Neubau bei 18.000 kWh, unsanierter Altbau auch mal über 35.000 kWh.

Wann fällt dein Gasverbrauch im Jahr?

Gas ist im österreichischen Haushalt fast komplett Heizenergie — der Verbrauch konzentriert sich auf die kalten Monate. Drei Phasen, drei sehr unterschiedliche Anteile am Jahresverbrauch:

Heizperiode

~ 80 %

Oktober – April · 7 Monate

Übergang

~ 15 %

Mai + September · 2 Monate

Sommer

~ 5 %

Juni – August · Warmwasser

Aus der Beratung: Wer die monatliche Teilzahlung mit dem tatsächlichen Verbrauch vergleichen will, muss saisonal denken — im Sommer baut sich ein Guthaben auf, das der Winter wieder aufbraucht. Eine Jahresabrechnung im Frühjahr fällt deshalb meist unauffälliger aus als eine im Herbst. Wer nach einem milden Winter trotzdem hoch nachzahlen muss, hat fast immer ein Tarif-Problem (Anbieter hat zwischenzeitlich erhöht) — nicht ein Verbrauchs-Problem.

Kostenlose Gas-Beratung

Liegt dein Gasverbrauch deutlich über dem Durchschnitt?

Kostenloser Gas-Check am Telefon — wir sagen dir auch, wenn nicht der Tarif, sondern Therme oder Dämmung das eigentliche Problem ist.

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Ist mein Gasverbrauch zu hoch?

Die folgenden Bandbreiten geben dir einen schnellen Sanity-Check. Wer mehr als 20 % über dem oberen Rand seiner Kategorie liegt, sollte zuerst Therme, Dämmung und Heizverhalten unter die Lupe nehmen — nicht den Tarif.

Haushaltstyp 1–2 Personen 3+ Personen Auffällig ab
Wohnung 50 m² 7.500 kWh 9.000 kWh > 11.000 kWh
Wohnung 70 m² 10.500 kWh 12.000 kWh > 15.000 kWh
Wohnung 100 m² 14.500 kWh 16.000 kWh > 20.000 kWh
Reihenhaus 120 m² 18.000 kWh 22.000 kWh > 27.000 kWh
Einfamilienhaus 160 m² 24.000 kWh 30.000 kWh > 36.000 kWh

Was wir in der Beratung immer wieder sehen: Wer 30 oder 40 % über der typischen Bandbreite liegt, hat fast nie ein Tarifproblem — sondern ein technisches. Die häufigsten Ursachen sind eine über 20 Jahre alte Therme mit gesunkenem Wirkungsgrad, ungedämmte Heizungsrohre im Keller und Heizen mit gekipptem Fenster über Stunden. Erst Verbrauch reduzieren, dann Tarif optimieren — die Reihenfolge spart spürbar mehr Geld.

Was kostet dein Gasverbrauch?

Der Brutto-Gesamtpreis pro kWh setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen. Nur einen davon kannst du wirklich beeinflussen — und genau dort liegt der Hebel beim Wechsel.

Frei verhandelbar

Energiepreis

~ 50 %

Der Cent-pro-kWh-Preis, den du beim Anbieter aushandelst — hier liegt dein Wechsel-Hebel.

E-Control reguliert

Netzentgelt

~ 25 %

Regional unterschiedlich, vom Netzbetreiber abhängig — keinen Einfluss durch Anbieterwechsel.

Bundesweit gleich

Steuern & Abgaben

~ 25 %

Erdgasabgabe, Energieabgabe, 20 % USt — fix per Gesetz, gleich für jeden Haushalt.

Anteile gerundet — sie schwanken mit dem Energiepreis. Den aktuellen Marktdurchschnitt zeigt unsere Seite zum aktuellen Gaspreis.

Was 1 Cent Unterschied bedeutet

Beispiel: Wohnung mit 11.000 kWh Jahresverbrauch, zwei Tarife mit nur 1 Cent Preisdifferenz.

Anbieter A

11.000 kWh × 11 Cent

1.210 €

pro Jahr

Anbieter B

11.000 kWh × 10 Cent

1.100 €

pro Jahr

Differenz:

110 € pro Jahr

Bei einem Einfamilienhaus mit 25.000 kWh werden daraus 250 € pro Jahr.

In dieser Reihenfolge — sonst optimierst du den falschen Hebel

01

Zähler ablesen

Verbrauch in m³ oder kWh notieren — bei m³ über die Umrechnung auf Gasverbrauch berechnen.

02

Mit Bandbreite vergleichen

Liegst du innerhalb der typischen Werte deiner Wohnungsklasse — oder auffällig hoch?

03

Bei auffälligem Verbrauch: technische Spurensuche

Therme älter als 20 Jahre? Dämmung Dach und Fenster? Heizverhalten — Raumtemperatur, gekippte Fenster?

04

Erst dann den Tarif vergleichen

Anbieterwechsel hilft nur am Energiepreis. Wenn der Verbrauch das eigentliche Problem ist, ist das der falsche Hebel.

Gas im Vergleich — wenn du das Heizsystem überdenkst

Eine 100-m²-Wohnung mit Gastherme braucht rund 14.500 kWh pro Jahr. Mit anderen Heizsystemen sieht die Energiebilanz teils dramatisch anders aus — und seit 2022 fördert der Bund den Umstieg über mehrere Programme. Aus der Beratung: Wer im Gas-Bestand sitzt und über einen Wechsel nachdenkt, sollte den Vergleich systematisch machen — nicht nur den Brennstoffpreis vergleichen.

Heizsystem Jahresbedarf (100 m²) typische Kosten Bundes-Förderung
Erdgas (Therme) ~ 14.500 kWh Gas ~ 9 Cent/kWh brutto — (Tausch raus aus Gas gefördert)
Pellets ~ 16.000 kWh Pellets ~ 7 Cent/kWh brutto Sanierungsbonus + „Sauber Heizen für Alle"
Wärmepumpe ~ 4.500 kWh Strom ~ 25 Cent/kWh brutto Sanierungsbonus + „Sauber Heizen für Alle"
Fernwärme ~ 12.000 kWh Wärme ~ 8–12 Cent/kWh brutto Förderung bei Anschluss raus aus Gas
Direktheizung Strom ~ 13.000 kWh Strom ~ 25 Cent/kWh brutto keine — wirtschaftlich unattraktiv

Werte gerundet, Brennstoffkosten brutto inkl. Netz und Steuern (Stand 2025/26). Eine Wärmepumpe braucht weniger kWh, weil sie Umweltwärme nutzt (Jahresarbeitszahl rund 3,5).

Die zwei großen Bundes-Förderschienen

  • Sanierungsbonus — pauschal bis zu 23.000 € für den Tausch fossiler Heizung gegen Pellets oder Wärmepumpe. Antrag online über umweltfoerderung.at, oft mit Bundesländer-Topup kombinierbar.
  • „Sauber Heizen für Alle" — Sonderförderung für einkommensschwache Haushalte: bis zu 100 % der Tauschkosten werden übernommen. Antrag über die Sozialberatung oder direkt über sauberheizen.at.