Auf einen Blick
Baustrom
4 – 8 W
Vorlauf für die Beantragung
Stromanschluss
2 – 6 T€
typische Anschluss-Gesamtkosten
Gas im Neubau
nicht mehr
de facto in allen Bundesländern
PV-Amortisation
8 – 12 J
typische Refinanzierung Neubau
Die vier Energie-Phasen beim Hausbau
Wer früh plant, spart Geld und Stress. In der Beratung sehen wir den häufigsten Fehler genau dort: zu spät an den Anschluss denken, dann wird's bei der Inbetriebnahme knapp.
Baustrom
Vor Baubeginn — Baustromkasten beantragen, Standort festlegen, vom Elektriker installieren lassen.
Netzanschluss
Während des Rohbaus — dauerhafter Strom- und (selten) Fernwärme-Anschluss beantragen. Gasanschluss neuerdings unrealistisch.
Heizung & PV
Vor Innenausbau — Heizsystem festlegen (Wärmepumpe, Fernwärme), PV-Anlage planen, Leerrohre einbringen, Förderungen beantragen.
Anmeldung
Vor Einzug — Stromvertrag beim Anbieter abschließen, Zähler freischalten, Inbetriebnahme-Prüfungen erledigen.
Phase 1: Baustrom beantragen
Baustrom versorgt Maschinen, Beleuchtung, mobile Heizgeräte und die Baustelleneinrichtung. Ohne Baustrom kommt der Bau nicht vom Fleck — die Bauunternehmen brauchen die Anschlussbestätigung meist schon zur Vertragsunterzeichnung.
Netzbetreiber kontaktieren
Zuständig ist der regionale Netzbetreiber — in Wien Wiener Netze, in Niederösterreich Netz Niederösterreich, in Oberösterreich Netz Oberösterreich. Den passenden findest du im Netzbetreiber-Verzeichnis.
Standort festlegen
Position des Baustromkastens mit Elektriker und Netzbetreiber abstimmen. Gut zugänglich, kurze Leitungswege zur Hauptverteilung, vor Witterung geschützt.
Antrag stellen
Schriftlich beim Netzbetreiber: Adresse, voraussichtlicher Strombedarf (kW), Zeitraum, Plan des Standorts. Antragsgebühr und Erstellungspauschale werden separat verrechnet.
Installation & Anschluss
Zugelassener Elektriker installiert den Baustromkasten, Netzbetreiber führt die Endabnahme durch und schaltet den Anschluss frei. Ab dann zählt der Verbrauch.
Aus der Beratung: Baustrom wird häufig zu spät beantragt. Wir empfehlen 4–8 Wochen Vorlauf — in Ballungszentren ist die Bearbeitung schneller, im ländlichen Raum oft 3–4 Wochen länger. Wer den Antrag erst eine Woche vor Baubeginn stellt, riskiert Bauverzögerungen, die deutlich teurer sind als jeder Anschluss-Vorlauf.
Stromtarif für den Neubau vergleichen — bevor du in den Grundtarif rutschst
Kostenloser Vergleich aller AT-Stromtarife am Telefon — wir sagen dir auch, welcher Tarif für eine Wärmepumpe der richtige ist.
- Strom- und Wärmestromtarife
- Anmeldung beim Einzug
- Unverbindlich
Phase 2: Strom- und (eventuell) Gasanschluss
Der dauerhafte Netzanschluss wird beim Rohbau-Abschluss aktuell — die Bearbeitung dauert je nach Region 4–10 Wochen. Wer beim Innenausbau schon Strom aus dem Netz braucht, sollte den Antrag spätestens beim Dachstuhl-Beginn stellen.
Frühzeitig planen
Idealerweise schon in der Baueinreichphase — der Netzanschluss wird oft mit der Baugenehmigung gekoppelt. Großzügig kalkulieren: Wärmepumpe (4–8 kW) plus Wallbox (11 kW) plus Haushalt summieren sich.
Antrag stellen
Beim Netzbetreiber mit Lageplan, Genehmigungsbescheid, voraussichtlichem Energiebedarf, geplanter Anschlussleistung und Anzahl der Wohneinheiten. Daraus errechnet sich das Netzzutritts- und Bereitstellungsentgelt.
Vertrag unterschreiben
Nach Prüfung legt der Netzbetreiber den Kostenvoranschlag und die Vertragsbedingungen vor. Die Kosten sind durch die E-Control reguliert — gestaltet nach Anschlussleistung und Entfernung zum Hauptnetz.
Installation & Abnahme
Ein zugelassener Elektriker führt die hausinterne Installation durch. Der Netzbetreiber prüft am Ende die Anlage und setzt den Smart Meter.
Zähler freischalten
Sobald die Installation steht, meldet dein Elektriker die Fertigstellung. Der Netzbetreiber schaltet den Zähler frei — von diesem Moment an läuft die Versorgung über deinen Stromvertrag.
Was ist mit dem Gasanschluss?
In allen österreichischen Bundesländern ist Gas im Neubau de facto nicht mehr genehmigungsfähig — Bauordnungen sehen es nicht mehr als förder- oder anerkanntes Heizsystem vor. Der Netzausbau in Neubaugebieten ist gestoppt. Wer trotzdem einen Gasanschluss will, muss mit erheblichen Hürden rechnen:
- Keine Bundes- oder Landesförderung für die Heizung
- Bauträger und Wohnbauförderung schließen Gasheizungen oft komplett aus
- Anschlusskosten werden vom Netzbetreiber teils nicht mehr angeboten oder nur in Ausnahmen
- Wertbeständigkeit der Immobilie sinkt durch die Phase-out-Perspektive bis 2040
Phase 3: Heizsystem festlegen, PV-Anlage planen
Vor dem Innenausbau muss die Entscheidung stehen — danach wird der Tausch teuer. Beim Heizsystem geht es im Neubau praktisch nur noch um zwei Optionen, ergänzt durch eine ehrliche PV-Frage.
Heizung Standard 2026
Wärmepumpe oder Fernwärme
In gut gedämmten Neubauten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe Standard. Wo Fernwärme verfügbar ist, lohnt der Anschluss meist auch — niedrige laufende Kosten, kein Eigenaufwand für Wartung. Ein detaillierter Vergleich mit allen Systemen steht auf der Übersicht Heizungsarten in Österreich.
Ausnahme
Pellets oder Flüssiggas
In Lagen ohne Fernwärme, mit hohem Wärmebedarf oder spezifischen Randbedingungen kann eine Pelletheizung die richtige Wahl bleiben. Flüssiggas ist heute eine Nischenlösung — nur dort sinnvoll, wo weder Strom noch Pellets technisch realisierbar sind.
PV-Anlage gleich beim Bau mitplanen
Eine Photovoltaikanlage ist im Neubau wirtschaftlicher als nachträglich montiert. Vier Punkte gehören in die Planung:
- Dachfläche und Ausrichtung — Süd-/Südwest- oder Süd-/Südost-Ausrichtung mit 25–35° Neigung ist ideal. Beim Architekten frühzeitig anstoßen — eine reine Nord-Hälfte kann beim PV-Layout fehlen.
- Leerrohre für DC- und AC-Leitungen — vom Dach zum Technikraum, vom Technikraum zum Hausanschluss. Wer im Estrich verlegt, hat keinen Wandschlitz später nötig.
- Anlagengröße — 8–12 kWp ist typisch für Einfamilienhaus mit Wärmepumpe und ggf. Wallbox. Mit Batterie steigt der Eigenverbrauch deutlich, refinanziert sich aber langsamer.
- Förderungen — die Bundesförderung für PV (UFG, OeMAG-Investitionszuschuss) und Landesförderungen lassen sich oft kombinieren. Anträge vor der Bestellung stellen.
Aus der Beratung: Die häufigste „hätte ich gewusst"-Aussage von Bauherren am Telefon ist die fehlende Leerverrohrung. Wer die DC-Leitung nachträglich legen muss, zahlt schnell mehrere tausend Euro Putz- und Estrich-Arbeiten. Bei der Bauplanung kostet das Leerrohr keine 200 €. Auch die Wallbox-Vorbereitung am späteren Carport gehört in dieselbe Phase.
Phase 4: Strom und Gas anmelden
Sobald der Zähler freigeschaltet ist, brauchst du einen aktiven Stromlieferanten — sonst übernimmt der lokale Grundversorger automatisch zum (deutlich teureren) Grundversorgungstarif. Den Vertrag schließt du vor der Anmeldung des Zählers ab.
Was du für den Vertragsabschluss brauchst
- Ungefähren Jahresverbrauch (für Neubauten meist Schätzung — Wärmepumpenhaushalt 4.000–8.000 kWh Heizstrom + 3.000 kWh Haushaltsstrom)
- Kundennummer des Netzbetreibers (steht auf dem Anschlussvertrag)
- Zählernummer und Zählpunktnummer (beide auf dem Zähler bzw. dem Anschluss-Schreiben)
- Geplantes Lieferdatum (typischerweise Einzugstag)
- IBAN für den Einzug der Abschlagszahlungen
Aus der Beratung: Wer ohne aktiven Vertrag in einen Neubau einzieht, landet automatisch im Grundversorgungstarif — der ist je nach Bundesland 30–60 % teurer als die günstigsten Marktangebote. Wir empfehlen, den Stromvertrag 4 Wochen vor Einzug abzuschließen, damit der Lieferantenwechsel zum Stichtag aktiv wird. Wer eine Wärmepumpe hat, sollte explizit nach einem Wärmestromtarif fragen — der separate Heizzähler senkt den Energiepreis deutlich.
Weitere Themen für Bauherren
- Heizungsarten in Österreich — Vergleich aller Systeme inkl. TCO über 20 Jahre
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