Auf einen Blick · kWh pro Jahr
1 Person
1.300
bis 2.000 kWh mit Boiler
2 Personen
2.000
bis 3.100 kWh mit Boiler
3 Personen
2.500
bis 4.000 kWh mit Boiler
4+ Personen
2.800
bis 4.800 kWh mit Boiler
Österreichweiter Mittelwert über alle Haushalte: rund 3.500 kWh pro Jahr (Statistik Austria, Energieerhebung der Haushalte). Wer deutlich darüber liegt, hat fast immer einen alten Boiler, Strom-Direktheizung oder eine Wärmepumpe im Haus — siehe Sonderfälle unten.
Quelle Bandbreiten pro Haushaltsgröße: Klimaaktiv (2020). Mittelwert: Statistik Austria, Energieerhebung der Haushalte.
Durchschnittsverbrauch nach Haushaltsgröße
Der wichtigste Schalter neben der Personenzahl ist die Warmwasserbereitung. Ein Strom-Boiler oder Durchlauferhitzer schlägt mit zusätzlich 500 bis 1.800 kWh pro Jahr zu Buche — abhängig davon, wie viele Menschen wie warm duschen. Wer mit Fernwärme oder Gas Warmwasser bereitet, liegt deutlich am unteren Rand der jeweiligen Bandbreite.
| Personen im Haushalt | Ohne Strom-Warmwasser | Mit Strom-Warmwasser |
|---|---|---|
| 1 Person | 1.300 – 1.500 kWh | 1.800 – 2.000 kWh |
| 2 Personen | 2.000 – 2.400 kWh | 2.800 – 3.100 kWh |
| 3 Personen | 2.500 – 2.900 kWh | 3.600 – 4.000 kWh |
| 4 Personen | 2.800 – 3.200 kWh | 4.000 – 4.800 kWh |
| Jede weitere Person | + 600 kWh | + 1.200 kWh |
Quelle: Klimaaktiv 2020, Werte runden wir in unseren Beratungen weiterhin als belastbar ein.
Welcher Richtwert gilt für dich?
Wähl deine Haushaltsgröße — wir zeigen dir den passenden Verbrauchsbereich, die typischen Mehr-/Minderverbraucher und konkrete Stellschrauben, die in der Beratung am häufigsten den Ausschlag geben.
Richtwert
1.300 – 2.000 kWh
Jahreskosten
≈ 290 – 560 €
Achtung-Schwelle
über 2.400 kWh
Aus der Beratung: Singles unterschätzen oft den Effekt von alten Boilern und Heizungspumpen — beides läuft 24/7 und ist im Verbrauch unsichtbar. Wer über 2.400 kWh liegt, hat fast immer einen alten Boiler, eine Direkt-Stromheizung oder eine schlecht eingestellte Wärmepumpe im Haus.
Die wirkungsvollsten Hebel für Single-Haushalte
- ✓Boiler-Check: Geräte älter als 10 Jahre tauschen oder die Temperatur von 70 °C auf 55–60 °C senken — spart 100–200 kWh pro Jahr
- ✓Kühlschrank-Größe: Single-Haushalte kaufen oft zu groß. Ein 100-l-Gerät verbraucht rund 30 % weniger als ein 200-l-Gerät
- ✓Homeoffice-Pauschale rausrechnen: 200 Tage Homeoffice erzeugen 200–300 kWh extra — das ist normal, kein Defekt
- ✓Standby-Leiste: Eine schaltbare Steckdose für TV, Konsole und Router spart 60–120 kWh pro Jahr
- ✓Beleuchtung auf LED: 30 W Halogen → 4 W LED, bei 4 Stunden täglich rund 40 kWh pro Lampe
Richtwert
2.000 – 4.000 kWh
Jahreskosten
≈ 450 – 1.120 €
Achtung-Schwelle
über 4.500 kWh
Aus der Beratung: Die meisten Anrufe zum Thema „zu hoher Stromverbrauch" stammen aus diesem Segment — meistens, weil zwei Großgeräte zusammen für rund 600 kWh Mehrverbrauch sorgen (alter Trockner + alter Geschirrspüler ist das häufigste Duo). Liegt dein Verbrauch klar über 4.500 kWh, ist meist ein Boiler oder eine alte Wärmepumpe der Grund.
Die wirkungsvollsten Hebel für 2–3-Personen-Haushalte
- ✓Trockner hinterfragen: 200–350 kWh pro Jahr, je nach Modell — Wäscheständer im Bad spart die komplette Summe
- ✓Waschmaschine bei 30 °C statt 60 °C: rund halb so viel Strom, in 80 % der Fälle sauber genug
- ✓Kühl-/Gefriergerät-Alter prüfen: Geräte vor 2014 verbrauchen das 1,5- bis 2-fache eines aktuellen A-Klasse-Modells
- ✓Spülmaschine voll beladen, Eco-Programm: Eco läuft länger, verbraucht aber 20–25 % weniger Strom
- ✓Anbieter vergleichen: Bei 3.500 kWh bringt ein Cent Preisunterschied 35 Euro pro Jahr — wir vergleichen am Telefon
Richtwert
2.800 – 4.800 kWh
Jahreskosten
≈ 620 – 1.340 €
Achtung-Schwelle
über 5.500 kWh
Aus der Beratung: Familien-Haushalte sind die einzige Gruppe, bei der eine moderne Wärmepumpe und ein Elektroauto den Verbrauch verdoppeln können — ohne Defekt, einfach durch zusätzliche Energiedienste. Wer mit Wärmepumpe heizt und ein E-Auto lädt, kommt schnell auf 8.000–12.000 kWh. Das ist normal — gehört aber auf einen passenden Tarif, idealerweise mit Lastverschiebung in Nacht-/Schwachlastzeiten.
Die wirkungsvollsten Hebel für 4+ Haushalte
- ✓Wäsche-Routinen: Volle Beladung, 30 °C, Wäsche an die Luft — bei 4 Personen spart das schnell 300+ kWh pro Jahr
- ✓Geschirrspüler richtig dimensionieren: 60 cm voll besser als 45 cm zweimal — pro Spülgang ein Halbjahres-Posten
- ✓Kochen mit Deckel, Induktion statt Glaskeramik: 20–40 % weniger Strom beim Kochen
- ✓Wärmepumpe einstellen lassen: Vorlauftemperatur 35–40 °C statt 55 °C — JAZ steigt deutlich, Stromverbrauch sinkt um 10–20 %
- ✓Wärmepumpen- oder E-Auto-Tarif prüfen: Separate günstige Tarife für Heizstrom — siehe unseren Tarifrechner
Kostenrechnung mit angenommenem Bruttopreis 22–28 Cent/kWh inkl. Netz, Steuern und Abgaben (Stand 2026).
Liegt dein Verbrauch über dem Durchschnitt? Wir suchen den Grund.
Kostenlose Verbrauchs-Einschätzung am Telefon — wir sagen dir auch, wenn deine Zahlen völlig normal sind.
- Kostenlose Beratung
- Vergleich aller AT-Anbieter
- Unverbindlich
Was treibt deinen Stromverbrauch?
Die folgende Aufteilung gilt für einen typischen 2- bis 3-Personen-Haushalt ohne Strom-Heizung. Wer mit Strom heizt oder eine Wärmepumpe betreibt, hat eine völlig andere Aufteilung — dann dominiert Heizen mit 60–80 %.
Warmwasser & Heizpumpe
~ 25 %600 – 1.000 kWh
Boiler, Durchlauferhitzer, Umwälz- und Heizungspumpe. Der größte Hebel, sobald Strom im Spiel ist.
Kühlen & Gefrieren
~ 17 %450 – 700 kWh
Kühlschrank 200–400 kWh, Gefriergerät bis 400 kWh — beides läuft 24/7, Altgeräte verdoppeln den Wert.
Wäsche
~ 14 %300 – 600 kWh
Waschmaschine 200 kWh, Trockner 200–350 kWh. Der Trockner ist der einzige Posten, den du komplett streichen kannst.
Kochen & Backen
~ 14 %350 – 550 kWh
Elektroherd, Backofen, Geschirrspüler. Induktion spart bis zu 30 % gegenüber Glaskeramik.
TV, PC & Homeoffice
~ 13 %300 – 500 kWh
Fernseher, Laptop, Monitor, Router. Wer im Homeoffice arbeitet, packt 200–300 kWh oben drauf.
Beleuchtung
~ 8 %150 – 350 kWh
Mit LED rund 80–90 % weniger als mit Halogen oder klassischer Glühbirne — der einfachste Switch im Haushalt.
Quelle: Statistik Austria, Energieerhebung der Haushalte; in unseren Beratungen passen diese Anteile für gas- oder fernwärmebeheizte Haushalte gut. Wer mit Strom heizt, hat eine völlig andere Verteilung — siehe nächster Abschnitt.
Wann dein Stromverbrauch berechtigt höher liegt
Drei Konstellationen verdoppeln oder verdreifachen den Jahresverbrauch — ohne dass irgendetwas defekt ist. Vor einer Anbieter-Beratung lohnt es sich, das einzuordnen, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Wer heizt in Österreich eigentlich womit?
Vorab eine wichtige Einordnung: Strom-Heizung ist in Österreich die Ausnahme, nicht die Regel. Der Heizungsmix der Haushalte verteilt sich laut Statistik Austria (Energieeinsatz der Haushalte) ungefähr so:
- Fernwärme — rund ein Drittel, vor allem Wien und größere Städte
- Holz und Pellets — knapp ein Viertel, dominierend im ländlichen Raum und Einfamilienhaus
- Gasheizung — rund ein Fünftel, städtisch konzentriert, seit 2022 deutlich fallend
- Heizöl — etwa 15 %, ebenfalls fallend
- Wärmepumpe — gesamt einstelliger Prozentbereich, im Neubau seit einigen Jahren jedoch das dominierende System
- Strom-Direktheizung (Infrarot, Konvektor, Nachtspeicher) — Randerscheinung, einstellige Prozent
Das heißt: Wer mit Strom heizt oder eine Wärmepumpe betreibt, gehört bewusst zur Minderheit — und der Stromverbrauch dieser Haushalte liegt deutlich über dem österreichischen Mittelwert von ~3.500 kWh. Wohnform und Heizart erklären rund 80 % der Streuung im Verbrauch zwischen verschiedenen Haushalten: eine Wiener Wohnung mit Fernwärme und ein Kärntner Einfamilienhaus mit Wärmepumpe liegen systematisch um den Faktor drei bis vier auseinander — ohne dass eines davon falsch macht. Wenn du in einem der drei folgenden Sonderfälle bist, ist hoher Stromverbrauch kein Fehler, sondern System.
Wärmepumpe
+ 3.000 – 6.000 kWh
Im Einfamilienhaus typische Last fürs Heizen plus Warmwasser. Für einen 4-Personen-Haushalt sind 7.000–10.000 kWh Gesamtverbrauch dann normal.
Tipp: separater Wärmepumpen-Tarif spart 5–10 Cent pro kWh.
Strom-Direktheizung
+ 4.000 – 8.000 kWh
Infrarot, Konvektor oder Nachtspeicheröfen: 50–100 kWh pro m² pro Jahr. Eine 80-m²-Wohnung kommt damit schnell ins Fünfstellige.
Tipp: teuerste Heizform in AT — Wärmepumpe oder Fernwärme prüfen.
E-Auto zu Hause laden
+ 2.500 – 3.000 kWh
Bei 15.000 km/Jahr und 16–20 kWh pro 100 km — wenn du komplett zu Hause lädst, ohne öffentliche Ladesäulen.
Tipp: E-Mobilitäts-Tarife laden nachts deutlich günstiger.
Aus der Beratung: Ein typisches Gespräch — „Meine Rechnung hat sich verdoppelt". Dann stellt sich heraus, dass das E-Auto seit einem halben Jahr da ist und niemand den Tarif angepasst hat.