Was ist die Zählpunktbezeichnung?
Ein Zählpunkt ist in der Energiewirtschaft jener Punkt, an dem Strom oder Gas an Sie als Verbraucher:in geliefert wird. Jedem Zählpunkt ordnet der Netzbetreiber eine eindeutige Zählpunktbezeichnung zu — anhand dieser kann Ihr Anschluss EU-weit identifiziert werden.
Jeder Strom- oder Gaszähler in Ihrem Haushalt hat einen eigenen Zählpunkt. Wenn Sie zwei Zähler haben — etwa für Tag- und Nachtstrom — gibt es auch zwei Zählpunkte und damit zwei Zählpunktbezeichnungen. Jede Bezeichnung wird nur ein einziges Mal vergeben.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Zählpunktbezeichnung ist eine 33-stellige, EU-weit normierte Kennung Ihres Strom- oder Gasanschlusses.
- Sie wird vom Netzbetreiber vergeben und steht auf Stromrechnung, Vertrag oder Netzzugangsvertrag — nicht auf dem Zähler selbst.
- Aufbau: 2 Stellen Ländercode + 6 Stellen Netzbetreiber + 5 Stellen Postleitzahl + 20 Stellen Zählpunktnummer.
- Nicht zu verwechseln mit der Zählernummer (6–8 Stellen, direkt auf dem Zähler).
Zählpunktbezeichnung herausfinden: Wo finde ich meine Zählpunktnummer?
Auf Ihrem Zähler stehen die Zählernummer und der Name des zuständigen Netzbetreibers. In der Regel finden Sie den Zähler in der Wohnung, im Hausflur oder im Keller. Wenn nicht, fragen Sie Ihre:n Vermieter:in oder die Hausverwaltung.
Beispiel · Stromrechnung
Jahresabrechnung 2026
Rechnungs-Nr.
R-2026-04-1849
- Kunde:in
- Maria Musterfrau
- Kundennummer
- 102 458 391
- Anschrift
- Beispielgasse 7/12, 1010 Wien
- Zählpunktbezeichnung
- AT 0010000 01010 000000000001234567X9 Diese Nummer
- Zählernummer
- 12 345 678
- Abrechnungszeitraum
- 01.01.2025 – 31.12.2025
- Verbrauch
- 3.412 kWh
Schematische Darstellung — der exakte Aufbau variiert je nach Versorger.
Die Zählpunktbezeichnung steht jedoch nicht auf dem Zähler. Sie finden sie an drei Stellen:
- 1Auf der Stromrechnung (meist im Kopfbereich oder bei den Verbrauchsdaten)
- 2Im Strom- oder Gasvertrag mit Ihrem Energieversorger
- 3Im Netzzugangsvertrag mit Ihrem Netzbetreiber
Im Online-Portal Ihres Versorgers ist die Nummer ebenfalls hinterlegt. Alternativ erreichen Sie den Kundenservice telefonisch. Wenn Sie umziehen und in einer neuen Wohnung Strom anmelden möchten, beantragen Sie die Zählpunktbezeichnung beim zuständigen Netzbetreiber — halten Sie Zählernummer und Adresse bereit.
Woraus setzt sich die Zählpunktnummer Strom zusammen?
Die österreichische Zählpunktnummer ist 33-stellig — ähnlich einer IBAN — und beginnt mit dem Ländercode AT. Das Schema ist EU-weit einheitlich: jede Bezeichnung ist einzigartig und auf dem europäischen Energiemarkt nur einem einzigen Zählpunkt zugeordnet. Daraus erklärt sich auch die ungewöhnliche Länge — sie reicht weit über die nötige Kapazität für Österreich hinaus.
Aufbau der 33 Stellen — Beispiel
-
2 Stellen — Ländercode
Immer „AT" für Österreich (ISO-3166). -
6 Stellen — Netzbetreiber
Numerische Kennung des zuständigen Netzbetreibers (z. B. Wiener Netze). -
5 Stellen — Postleitzahl
Numerisch, fünf Nullen sind ebenfalls zulässig. -
20 Stellen — Zählpunktnummer
Alphanumerisch (A–Z, 0–9), vom Netzbetreiber vergeben.
In Österreich herrscht oft Verwirrung über die Länge. So viele Strom- und Gaskund:innen kann es im Land nicht geben, dass sich 33 Stellen lohnen — der Grund liegt aber in der EU-weiten Systematik. Jede Zählpunktbezeichnung ist auf dem gesamten europäischen Energiemarkt nur einem einzigen Zählpunkt zugeordnet, ähnlich wie eine IBAN länderübergreifend eindeutig ist.
Die Zählpunktbezeichnung finden Sie auch online im Kundenportal Ihres Stromversorgers, wo Sie zusätzlich alle Details zu Ihrem Vertrag einsehen können.
Welchen Nutzen hat die Zählpunktnummer Strom?
Die Zählpunktbezeichnung erfüllt einen anderen Zweck als die Zählernummer. Die Zählernummer ist nur die Geräte-ID — vergleichbar mit einer Haus- oder Wohnungsnummer. Die Zählpunktbezeichnung dagegen verknüpft Verbrauch, Standort und Marktteilnehmer und übernimmt mehrere zentrale Aufgaben:
- Eindeutige Zuordnung Netzbetreiber: über die Zählpunktbezeichnung wird Ihr Haushalt dem zuständigen Netzbetreiber zugewiesen.
- Standard-Lastprofil: private Haushalte werden mit H0, Gewerbe mit G0 klassifiziert. Das Lastprofil beschreibt das durchschnittliche Verbrauchsverhalten und gilt für Anschlüsse bis 100.000 kWh pro Jahr.
- Einspeisezähler PV-Anlage: Photovoltaik-Einspeisezähler tragen die Kennung E1 (Strom aus PV-Anlagen), E0 steht für Wind-, Wasser- oder Biogasanlagen.
- Verbrauchszuordnung: über die Zählpunktbezeichnung ordnet Ihr Stromversorger jede kWh genau Ihrem Haushalt zu — deshalb wird sie bei Anmeldung und Anbieterwechsel verlangt.
Beim Anbieterwechsel
Sie kennen Ihre Zählpunktbezeichnung nicht?
Wenn die 33-stellige Nummer beim Anbieterwechsel nicht rechtzeitig vorliegt, akzeptieren mehrere Anbieter alternativ die sechs- bis achtstellige Zählernummer direkt vom Gerät. Andere registrieren Sie bereits ohne Zählpunktbezeichnung und ergänzen sie nachträglich.
Am schnellsten geht es, wenn Sie unsere Energieberater:innen anrufen — wir prüfen für Sie, welcher Tarif sich auch ohne Zählpunktbezeichnung sofort abschließen lässt.
Anbieterwechsel ohne Zählpunktbezeichnung — wir helfen
Unsere Energieberater:innen prüfen für Sie, welche Tarife auch ohne 33-stellige Nummer sofort abschließbar sind — und welcher Anbieter zu Ihrem Verbrauch passt.
- Kostenlose Beratung
- Unabhängiger Vergleich
- Kein Risiko
Unterschied zwischen Zählernummer und Zählpunktbezeichnung
Zählernummer und Zählpunktbezeichnung werden oft synonym verwendet — sie bezeichnen aber zwei völlig verschiedene Dinge. Der Zähler misst, wie viel Strom Sie verbrauchen. Damit dieser Messwert dem richtigen Haushalt zugeordnet werden kann, gibt es die Zählpunktbezeichnung als „Ortsangabe" des Verbrauchs.
Achten Sie daher beim Anmelden genau darauf, welche der beiden Nummern Ihr Stromanbieter benötigt — die Begriffe sind nicht austauschbar.
| Merkmal | Zählernummer | Zählpunktbezeichnung |
|---|---|---|
| Identifiziert | Das physische Messgerät | Den Verbrauchsort EU-weit |
| Länge | 6–8 Stellen | 33 Stellen, beginnt mit AT |
| Vergeben von | Zählerhersteller | Netzbetreiber |
| Wo zu finden | Direkt am Zähler | Stromrechnung, Vertrag, Netzzugangsvertrag |
| Ändert sich bei Anbieterwechsel | Nein | Nein — bleibt dauerhaft |
Strom anmelden bei Umzug: das brauchen Sie
Schließen Sie idealerweise mindestens drei Wochen vor dem Einzugstermin einen neuen Stromvertrag ab — sonst riskieren Sie eine kalte Wohnung, wenn der Netzbetreiber zwischenzeitlich abgeschaltet hat. Diese vier Schritte bringen Sie sicher durch den Wechsel:
01
Zählerstände dokumentieren
Bei Wohnungsübergabe alle Zählerstände notieren und mit dem Handy fotografieren. Zählernummer und Ablesedatum gleich mit festhalten.
02
Zählpunktbezeichnung besorgen
Bei Vormieter:in, Vermieter:in oder Netzbetreiber anfragen. Mit der 33-stelligen Nummer geht jeder Tarifwechsel sofort online.
03
Alternativ: Zählernummer
Wenn die Zählpunktbezeichnung nicht auffindbar ist, akzeptieren manche Anbieter die 6–8-stellige Zählernummer. Die Zählpunktbezeichnung lässt sich später nachreichen.
04
Lieferbeginn festlegen
Das Einzugsdatum bei der Anmeldung mit angeben. War die Wohnung stromlos, gleich nach Vertragsunterzeichnung einen Termin mit dem Netzbetreiber vereinbaren.
Gut zu wissen
Geben Sie die Zählpunktbezeichnung beim Anbieterwechsel nicht an, muss der neue Versorger sie selbst beim Netzbetreiber anfragen — das verzögert den Wechsel um mehrere Tage. Einmal notiert, bleibt die Nummer dauerhaft gleich und vereinfacht jeden weiteren Wechsel.