Zurzeit günstig, aber unberechenbar: indexgebundene Stromtarife

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Stift und Rechnung

Sie können von einem sinkenden Strompreisindex profitieren - eine Erhöhung ist aber auch möglich

Nachdem der Strompreis an der Börse bis Anfang 2012 stark gestiegen war, ist der Marktindex für Stromlieferung seither um nahezu die Hälfte abgerutscht. Notierte der Strompreisindex Phelix für Österreich und Deutschland im Jänner 2012 110,36 Punkte, liegt dieser für Mai 2015 bei 66,5 Zählern. Stromanbieter geben die Kursrückgänge nicht immer unverzüglich an den Endkunden weiter. Nur wer einen indexgebundenen Tarif gewählt hat, profitiert von den monatlichen oder quartalsweisen Preisreduzierungen in Österreich. Dies kann sich jedoch auch ins Gegenteil umschlagen.

Was ist ein indexgebundener Stromtarif?

FLOAT, Dynamic Plus, der Flexible: Jeder Stromanbieter in Österreich hat sich einen eigenen Namen für die flexiblen Stromtarife ausgedacht. Das Konzept ist jedoch oft das Gleiche. Während Sie bei einem Normaltarif Preisanstiege widerrufen und Ihren Stromliefervertrag ohne Beachtung der Mindestvertragslaufzeit kündigen können, müssen Sie bei einem indexgebundenen Tarif die Preiserhöhung stillschweigend in Kauf nehmen. Sie erhalten lediglich vorab eine E-Mail, die über die bevorstehende Erhöhung und ihre Gründe informiert. In der Regel passt der Stromanbieter monatlich den Energiearbeitspreis an den Entwicklung auf dem Strommarkt an. Bei einigen Versorgern, wie oekostrom, Linz Strom und Energie AG, werden die Preise auch nur vierteljährlich angeglichen. Folgende Stromversorger haben ein indexbasiertes Produkt in ihrem Tarifangebot.

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Anbieter Tarif Preisgrundlage Anpassungsintervall Kontakt
aWATTar HOURLY/MONTHLY EPEX Spot ® täglich/monatlich 0720 11 5570
Schlaustrom Float/Trend EPEX Spot ® monatlich 0720 11 5570
Verbund Float EXAA monatlich 0720 11 5570
Energie AG Float ÖSPI quartalsweise +43 5 9000 0
Kelag Kelag Dynamic Plus ÖSPI monatlich +43 (0)463 525-8000
Linz Strom Privatstrom Float, Gewerbestrom Float ÖSPI quartalsweise 0732/3400-5000
MyElectric Der Flexible ÖSPI monatlich 0662/867 115 58
oekostrom oekostrom flex OeMAG quartalsweise +43 5 0575 555
Salzburg AG Index Privat OK ÖSPI monatlich 0800/660 660
Wien Energie Optima Float (Cap), MEGA Float (Cap) ÖSPI monatlich 0800 500 800

Stand Februar 2017. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Wie berechnen Österreichs Stromanbieter ihre indexgebundene Tarife?

Die Berechnungsmethode variiert je nach Stromanbieter. Gleich ist für alle, dass nur der Energiearbeitspreis variabel ist. Die weiteren Anteile Ihres Strompreises, wie die Grundpauschale, die einberechneten Steuern und Netz- und Messentgelte bleiben von der Anpassung unberührt. In Österreich werden drei verschiedene Indizes als Berechnungsgrundlage hinzugezogen: (1) der österreichische Strompreisindex (ÖSPI), (2) der deutsch-österreichische Börsenpreis Phelix und (3) der österreichische Marktpreis, der von der nationalen Regulierungsbehörde E-Control festgelegt wird.

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Der Mehrheit der Stromanbieter in Österreich setzt auf den ÖSPI

Statistik- Grafik

Hier sehen Sie den Anstieg und Fall des ÖSPI

Wie in der oberen Tabelle dargestellt, errechnet die Mehrheit der Stromversorger ihren flexiblen Tarif auf Basis des Österreichischen Strompreisindexes (ÖSPI), der monatlich von der Österreichischen Energieagentur (Austrian Energy Agency, AEA) festgelegt wird. Das wissenschaftliche Institut veröffentlicht seit 2008 den Preisindex, der als Leitmarke für den österreichischen Strommarkt gilt. Die Volkswirte stützen sich bei ihren Berechnung auf die durchschnittlich Quartalspreise für Stromderivate, die an der Europäischen Strombörse EEX in Leipzig für zukünftige Lieferungen gehandelt werden. Da die Käufer bereits ihren Preis bezahlt haben, bilden diese Termingeschäfte die Marktentwicklung für die nächsten vier Quartale ab. Die Österreichische Energieagentur fokussiert sich jedoch nur auf den Stromhandel für Österreich und Deutschland, der durch die Indizes Phelix base (für Grundlastzeiten zwischen 0 und 24 Uhr) und Phelix peak (für Spitzenlastzeiten zwischen 8 und 20 Uhr) abgebildet ist. Aus den gewichteten Phelix-Durchschnittswerten der letzten neun Monaten ergibt sich der Österreichische Strompreisindex. Auf Grundlage des ÖSPI berechnen die meisten Stromlieferanten in Österreich den neuen Energiearbeitspreis unter Anwendung folgender Formel:

Energiearbeitspreis neuer Monat = Energiearbeitspreis aktueller Monat * (ÖSPI aktueller Monat/ÖSPI letzter Monat)

Schlaustrom setzt auf den deutsch-österreichischen Strompreisindex Phelix

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Der Stromanbieter Schlaustrom dagegen setzt ebenso wie auch der Anbieter aWATTar auf eine Anpassung, die sich nicht an Termingeschäften, sondern an kurzfristigen Stromkäufen, der sogenannten Spot-Börse, orientiert. An der EPEX Spot in Paris werden diese Geschäfte, die oft schon nach einem Tag abgewickelt werden, gehandelt. Die Berechnung ist im Gegensatz zum ÖSPI etwas einfacher: Schlaustrom ermittelt lediglich den monatlichen Durchschnitt der Spot-Kurse für Phelix base, Phelix peak und Phelix peak_WT (für Spitzenlastzeiten von Mo-Fr von 9-20 Uhr). Im Unterschied zum ÖSPI spielen somit zukünftige Marktbewegungen keine große Rolle. Gleich bleibt jedoch die Formel zur Berechnung des monatlichen Energiearbeitspreises:

Energiearbeitspreis neuer Monat = Energiearbeitspreis aktueller Monat * (Phelix-Durchschnitt aktueller Monat/Phelix-Durchschnitt letzter Monat)

oekostrom nimmt den Marktpreis der E-Control als Berechnungsgrundlage

Der Anbieter oekosrom schließlich passt seinen flexiblen Tarif auf Grundlage der aktuellen Marktpreise gemäß §41 Ökostromgesetz 2012 an. Dieser wird monatlich von der OeMAG festgelegt. Der Energiearbeitspreis für oekostrom berechnet sich demnach wie folgt:

Energiearbeitspreis aktuell = Energiearbeitspreis Vorquartal x Energiearbeitspreis (OeMAG aktuell)/Energiearbeitspreis (OeMAG Vorquartal)

Vor- und Nachteile eines marktgebundenden Energiepreises

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Österreichs Stromlieferanten werben mit dem indexbasierten Stromtarif und betonen, wie günstig dieser im Vergleich zum Normaltarif ist. Wie eingangs erwähnt, ist der ÖSPI als maßgebender Indikator in den zwei bis drei Jahren stark zurückgegangen. Der fallende Rohölpreis, der über die Preisbindung zur Kohle und Erdgas den Strompreis beeinflusst, wie auch der stetige Ausbau von erneuerbaren Energien, die das Stromangebot zusätzlich vergrößern, sind die treibenden Faktoren, die den Preis drückten. Zudem scheinen die Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu greifen, da nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (bmwfw) in den vergangenen Jahren der Energieverbrauch nur noch leicht mit dem Wirtschaftswachstum stieg. Walter Boltz, Vorstandsmitglied der Regulierungsbehörde E-Control, erwartet daher auch für die nächsten zwei bis drei Jahre einen gleichbleibenden, wenn nicht gar fallenden Energiepreis (Interview Wirtschaftsblatt vom 07.05.2014). Analysten prognostizieren insbesondere einen weiteren Rückgang des Rohölpreises, sollten die Atomgespräche mit dem Iran zu einem erfolgreichen Ende geführt werden. Schließlich könnte der Erdölproduzent weitere Fördermengen auf den Weltmarkt bringen.

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Auf der Gegenseite sind Kurssprünge nie genau vorauszusehen. Die Verhandlungen mit dem Iran können auch scheitern und den Ölpreis wieder in die Höhe treiben. Schließlich ist dieser schon in den ersten Monaten des Jahres 2015 leicht gestiegen. Somit könnte der günstige indexgebundene Preis bald über den Normaltarif liegen und Sie haben keine Möglichkeit, Ihren Stromliefervertrag innerhalb der Mindestvertragslaufzeit zu kündigen. Zudem sollten Sie beachten, dass Sie auch als Kunde eines Normaltarifs von Preissenkungen durchaus profitieren können. Schließlich hat die Marktliberalisierung laut E-Control insbesondere in den vergangenen beiden Jahren den Preiskampf intensiviert und zahlreiche Stromanbieter gezwungen, ihre Tarifpreise herunter zu setzen. Allein Anfang April 2015 senkten die ehemaligen Landesversorger Energie Steiermark und Energie Graz ihre Preise um knapp zehn Prozent. Laut einem Interview mit den Vorständen der E-Control ist im Jahr 2017 der Tiefpunkt beim Haushaltsstrompreis erreicht. Günstiger wird es daher vermutlich in naher Zukunft nicht werden. Die E-Control erwartet allerdings, dass die Strompreise bis 2020 stabil bleiben.

Fazit: indexbasierter & Stromtarif - ja oder nein?

Rückblickend haben Kunden mit indexbasierten Stromtarifen in den vergangenen Jahren erheblich Geld aufgrund des deutlichen Kursrückgangs an den Strombörsen gespart. Zurzeit scheint der Preis stabil zu bleiben. Dennoch sollten Sie Vorsicht walten lassen. Denn durch die monatlichen Anpassungen können die Tarife schnell wieder steigen. Daher empfiehlt sich das Modell nur für Kunden, die auch einen schnell steigenden Strompreis finanziell verkraften können.

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